Wenn ich die Bezeichnung „Konzeptalbum“ höre, muss ich gestehen, dass ich zunächst immer etwas skeptisch bin. Nur den wenigsten gelingt es tatsächlich, eine mitreißende Storyline musikalisch umzusetzen und ohne Ausfälle ein spannendes Konzept über die Länge eines ganzen Albums zu etablieren. Mal sehen, wie TWINSPIRITS aus Italien damit zu Recht kommen.
Eröffnet wird das Ganze mit einem epischen Titeltrack, was schon mal recht außergewöhnlich ist. Bei progressiven Konzeptalben erwartet man einen Song von 10 Minuten Länge doch eher am Ende. Trotzdem machen die Jungs um Sänger Göran Nystrom ihre Sache amtlich und wirklich ordentlich, so dass man schon beim Opener „The Forbidden City“ viele Facetten entdecken kann. Proggig, verspielt aber dennoch metallisch und hart geht es auch weiter. „Number One“ könnte schon fast ein waschechter Hard Rock-Stampfer sein, was vor allem an der etwas Genre-untypischen Stimme des Sängers liegt. Der ist sich auch nicht zu schade, um bei „BTR“ auch mal ganz zurückzustecken, und den Jungs von der Instrumentenfraktion das Zepter zu überlassen.
Sobald es in „My Future“ oder dem groovenden „Reaction“ weitergeht ist klar, dass man hier einen Rocksänger im progressiven Schafspelz vor sich hat. Göran Nyström klingt definitiv wie ein Oliver Hartmann. Dieser rockige Einschlag steht den Songs aber ganz gut zu Gesicht, und so sind TWINSPIRITS eben nicht nur für Proggies, sondern auch für alle Hard Rocker bedenkenlos zu empfehlen. Keyboards sind zwar vorhanden, drängen sich aber nicht in den Vordergrund. Schon das Vorgängeralbum konnte auf ganzer Linie überzeugen. Für eine sehr gute Wertung fehlt es mir an manchen Ecken und Enden etwas an Abwechslung, und die Songs klingen auf Dauer zu ähnlich. Dennoch liefern die Italiener eine wirklich gute Leistung ab, und wenn man sich auf die Scheibe einlässt, ihr Zeit gibt zu wirken, entfalten sich immer weitere Facetten. Gut so, denn so muss das sein, wenn man im Prog-Metal Genre heutzutage noch einen Fuß auf den Boden kriegen will. Das Album ist zwar schon seit einiger Zeit auf dem Markt und reinhören lohnt sich allemal.
Das zuvor angesprochene Konzept wird inhaltlich gut durchgehalten (es geht um einen sich entwickelnden Charakter der auf der Suche nach der Wahrheit ist und die gefahrvolle Natur beschreibt, wie er sie wahrnimmt). Musikalisch hätte ich mir stellenweise ein paar "unterschiedlichere Töne" und Harmonien gewünscht.
Fazit: Rockiges Prog-Metal Album mit guten Ansätzen und einer ordentlichen Produktion. Ein Tipp nicht nur für Progressive Fans!
Tracklist:
Lineup:
1. The Forbidden City
2. Taste The Infinity
3. Number One
4. Everything
5. One Of Us
6. BTR
7. Hide This Feeling
8. My Future
9. Reaction
10. I Am Free
7.5 Punkte von Shylock (am 17.01.2010)
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musikalischer Background des Verfassers Melodic Metal, Melodic Rock, AOR, Sleaze-Glam, Progressive, Power Metal
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