Als DREAM EVIL im Jahr 2004 mit “The Book Of Heavy Metal” ein sagenhaftes Album hingelegt hatten, hing die Messlatte schon ziemlich hoch. Den Schweden musste schon einiges einfallen, um diese Scheibe überhaupt noch zu toppen. Mit dem Nachfolger „United“ konnte das vor vier Jahren zwar nicht ganz erreicht werden, obwohl das Album nach mehreren Durchläufen ein paar geniale Stampfer zu bieten hatte. Nun, im Jahr 2010, melden sich die Jungs aus Göteborg zurück und präsentieren uns „In The Night“, zugegeben nicht gerade ein einfallsreicher Albumtitel.
Bei den ersten Klängen von „Immortal“ ist schnell klar, dass sich auch bei DREAM EVIL ein klein wenig Routine eingeschlichen hat. Die Texte tropfen vor Pathos und das Konzept, sich irgendwo zwischen einem Priest-artigen Gesang und einigen Hammerfall-Riffs einzureihen, ist mittlerweile auch bekannt.
Auch der Titeltrack von „In The Night“ bietet wenig Neues. Ein stampfendes Riff, hier und da ein paar Shouts – leider nur Metal-Stangenware. Seien wir ehrlich – das, was DREAM EVIL wirklich drauf haben, sind die rhythmischen Mid-Tempo Songs, die einen eingängigen Refrain mitbringen. Mit „See The Light“ und „Electric“ sind wir dann auch endlich dort angekommen. Zwei brachiale Songs, die zwar auch von den Texten her ein bisschen nach Manowar-Heroen-Metal klingen, wo aber der Funken durchaus überspringt. Die weiteren Tracks des Albums sind zwar irgendwie ganz nett, fließen aber mehr oder weniger ohne besonderes Erkennungsmerkmal an mir vorüber. Zum Schluss packen die Schweden mit „Kill Burn Evil“ noch mal einen richtig guten Song aus, der von starken Shouts getragen wird. „The Unchosen One“ bildet immerhin noch einen guten Abschluss. Hier bewegt sich Sänger Niklas Isfeld auf melodischen Pfaden. Streicher-Arrangements unterlegen das Ganze aber etwas unpassend.
Tja, was bleibt nach dem fünften Album von DREAM EVIL? Vielleicht die Einsicht, dass die Schweden auch weiterhin ihren früheren Erfolgen hinterherhinken, denn trotz einiger guter Momente haut „In The Night“ wirklich nicht vom Hocker. Sound und Produktion sind gewohnt perfekt und ein jeder Leser von Metalglory sollte auch unbedingt selbst antesten, wie ihm das neue Album der Schweden zusagt. Um hier die Formulierung eines Kollegen zu übernehmen, könnte man DREAM EVIL`s fünftes Album so zusammenfassen: „Sie stagnieren auf hohem Niveau.“ Vielleicht, und das wäre dem Album und der Band zu wünschen, zündet "In The Night" ja nach einigen weiteren Anläufen.
Fazit: Gewohnt gut aber eben gewohnt. Viel Neues haben die Göteborger nicht auf dem Tablett, und so bleibt ein etwas fader Beigeschmack, der allzu sehr nach Standard-Metal riecht.
Tracklist:
Lineup:
1. Immortal
2. In The Night
3. Bang Your Head
4. See The Light
5. Electric
6. Frostbite
7. On The Wind
8. The Ballad
9. In The Fires Of The Sun
10. Mean Machine
11. Kill, Burn, Be Evil
12. The Unchosen One
6.5 Punkte von Shylock (am 28.01.2010)
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musikalischer Background des Verfassers Melodic Metal, Melodic Rock, AOR, Sleaze-Glam, Progressive, Power Metal
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