Bei dieser Combo muss man aufpassen, dass man sie nicht auf ihren „Promibonus“ reduziert, schließlich ist Jacob Bredahl (Ex-Schreihals von Hatesphere) hier mit von der Partie, wenn auch eher zufällig:
THE KANDIDATE, die sich bis dato The Downward Candidate nannten, enterten nach Auftritten mit Volbeat und einem Slot auf dem Roskilde Festival Bredahls Smart´n´Hard Studio, um ihr Debütalbum einzuprügeln. Das Songwriting war bereits abgeschlossen, als ihr Sänger kurzerhand die Segel strich. Der umtriebige Jacob war vom Material seiner Landsleute dermaßen angetan, dass er flugs den Job übernahm. Am Rande sei noch erwähnt, dass der ebenfalls von Hatesphere bekannte Drummer Dennis Buhl bei THE KANDIDATE aktiv war, aber die Band mittlerweile verlassen hat.
In erster Linie ist THE KANDIDATE das Kind von Allan Tvedebrink und KB Larsen, die schon seit vielen Jahren die gleichen musikalischen Ziele verfolgen. Diese sind zumindest stilistisch denen von Hatesphere nicht unähnlich, aber die Mannen gehen auf „Until We Are Outnumbered“ noch einen Tick räudiger vor. So lärmt man sich in bester Modern-Thrash-Manier durch die zehn Titel und nimmt dabei so gut wie nie den Fuß vom Gas. Schnörkellos aber effektiv ist hier das Motto. Während immer wieder ein satter Groove eingebaut wird, schielen die Jungs auch mal dezent in Richtung Death Metal. Durch das Bellen von Bredahl bekommt das Material zusätzlich einen Hardcore-Touch (seine Affinität dazu hat er ja schon mit Last Mile bewiesen). Dabei sind songschreiberische Rafinessen, die einzelne Tracks auf dem Album richtig hervorheben, rar gesät.
„We Conform To The Unrighteous“ fällt noch aus der Reihe, da es erstens ein Instrumental ist und zweitens mit einer beeindruckenden, tonnenschweren Doom/Sludge-Schlagseite daherkommt. „In Hell“ sowie „The Kill“ glänzen eher durch ihre treibenden Monster-Riffs. Jedenfalls wird das Ganze durch die leicht heisere, aber druckvolle Produktion wunderbar in Szene gesetzt.
Fazit: THE KANDIDATE erhält für dieses Werk zwar nicht 100 Punkte, aber ehrliche und souveräne 6,5 / 10 von mir. Eine mit knapp 33 Minuten vielleicht etwas kurze, aber formidable Thrash-Abrissbirne, die keine Gefangenen macht.
Tracklist:
Lineup:
01. Strength Through Diversity
02. Give Up All Hope
03. Shut 'em Up
04. Distress And Decay
05. In Hell
06. We Conform To The Unrighteous
07. Live A Lie
08. The Kill
09. Enemy
10. Yours Truly
musikalischer Background des Verfassers Anfänge mit 80er Heavy- und 90er Death-Metal, inzwischen findet auch alles jenseits des metallischen Paralleluniversums bei mir Gehör
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