Eigentlich denkt man beim Hören dieser Musik, dass die Jungs viele kalte Winter bei viel Dörrfleisch und noch viel mehr Dosenbier in einer Blockhütte in den einsamen Weiten der kanadischen Wälder zugebracht haben müssen. Tatsächlich ist Vancouver (genauer East Vancouver) die Heimat von BISON B.C. (B.C. steht dabei wohl für die dort gelegene Provinz British Columbia).
Es muss also einen anderen Grund für diesen entfesselten Hassbatzen namens „Dark Ages“ geben. Sei’s drum, der Albumname ist hier sprichwörtlich Programm. Die Band kocht dabei aus Doom und Thrash mit einem Quäntchen Stoner-Rock und anderen Ingredienzien ihr ganz eigenes Süppchen, gekrönt von leicht übersteuertem, entrücktem Geschrei. Ich muss zugeben, dass ich anfangs nicht viel damit anfangen konnte. Diese vertonte Verbitterung klingt versoffen und zugedröhnt, ist widerwärtig und faszinierend zugleich. Daher ließ ich mich mit jedem weiteren Durchhören bereitwillig von diesem Lärm-Orkan wegblasen. Echte Hits sucht man unter diesen Monumenten, deren Spielzeiten stets jenseits der 5-Minuten-Grenze liegen, vergeblich, aber das Gesamtwerk ist umso erdrückender und widerspricht jeglichem Verständnis von Ästhetik und Reinheit.
BISON B.C. pendeln in ihren Songs zwischen einer bekifften Jam-Session und einer gradlinigen Zerstörungswut. Trotzdem wirkt das Werk noch strukturiert und wurde mit Spannungsbögen versehen. Während es wie bei den ersten Minuten des Opus „Melody, This Is For You“ mitunter fast schon unerträglich schleppend vorangeht, sind z. B. „Two-Day Booze“ oder „Take The Next Exit“ wesentlich straighter angelegt. Gerne haut das Quartett auch mal verspielten, groovigen Schweine-Rock raus, der dennoch vor Heaviness nur so strotzt. Überhaupt wird das Album zum Ende hin immer besser. Verschnaufen kann man dennoch bei dem tonnenschweren, gequälten und trotzdem agilen Distortion-Monster kaum.
Fazit: Eine urwüchsige, ja archaische Form des Metals. Laut, verschwitzt, dreckig, wild und intensiv, so muss das sein! Zugegeben, alles andere als leichte Kost, die erstmal verdaut sein will. Aber letzten Endes ein hemmungsloses Gelage, dem man sich gerne hingibt, vorausgesetzt man kann mit den Bauchschmerzen leben.
Tracklist:
Lineup:
1. Stressed Elephant
2. Fear Cave
3. Melody, This Is For You
4. Two-Day Booze
5. Die Of Devotion
6. Take The Next Exit
7. Wendigo Pt. 3 (Let Him Burn)
musikalischer Background des Verfassers Anfänge mit 80er Heavy- und 90er Death-Metal, inzwischen findet auch alles jenseits des metallischen Paralleluniversums bei mir Gehör
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