Keep of Kalessin mausern sich immer mehr zu einer ernsthaften Konkurrenz für die Norwegische Speerspitzen epischen Black Metals. Wenn Dimmu Borgir nicht bald ein ordentliches Epos nachlegen sind Obsidian Claw und seine Mannen bald der Maßstab und Shagrath kann in die Lehre gehen. Mit ihrem neuesten Werk „Reptilian“ haben sie nämlich ein Hammeralbum ins Rennen um den Thron geschickt.
Mit wahnwitzigen Riffläufen, einigen Kurztrips in gar nicht so Black-Metallische Gefilde und einer bombastischen Epik, die aber niemals erdrückend wirkt, fahren Keep of Kalessin hier ganz großes Ohrenkino auf. Der Opener ist ein ungezügeltes Black Metal Monstrum, das sicherlich in gewisser Weise an Dimmu erinnert, aber von diesen in solcher Form (ebenso sicher) nicht mehr geboten wird. Die Spitze der Griffbrettraserei mündet in ’Judgement’. In irrwitzigem Tempo werden neue Geschwindigkeitsrekorde ausgelotet, bevor der Song in ein gemäßigteres Tempo und getragene Epik mündet, nur um dann wieder mit wütenden Blast Beat Attacken auszuklingen. Derart abwechslungsreich und ausgereift gehen Keep of Kalessin über die gesamte Albumdistanz zu Werke, und können dabei mit einigen Überraschungen aufwarten. Da hätten wir das sehr eingängige, ja fast schon poppige ’The Dragontower’ mit dem sich Keep of Kalessin zur nationalen Vorentscheidung des Eurovision Song Contest gestellt haben. Und auch ’Dark As Moonless Night’ wartet mit akustischen Gitarren und einem klarem Chorus nicht unbedingt Erwartungsgemäß auf. Getragen von einer sehr differenzierten und fetten Produktion ist eigentlich jeder Song ein Hit, jeder mit seinen ganz eigenen Highlights und Feinheiten. Mein persönlicher Favorit ist dabei das auf die Viking/Pagan Schiene schielende Monstrum ’The Divine Land’. Obsidian Claw und seine Mitstreiter zeigen eindrucksvoll, das man für epische Streitaxtnummern lediglich ein gutes Riff, eine erhabenen Melodie und einen epischen Chorus benötigt. Dann stellt sich das Schlachten Feeling auch bei gefühlten 220 Bpm ein – Geil!.
Das abschließende Mini Epos ’Reptilian Majesty’ fasst all diese Feinheiten noch einmal sehr geschickt zusammen und bildet den krönenden Abschluss für ein wahrhaft großartiges Gesamtkunstwerk das aufgrund des ausgefeilten Songwritings zu keiner Sekunde Langeweile aufkommen lässt. .
Anspieltipps: The Divine Land , Dragon Iconography, Judgement, The Dragontower, Dark As Moonless Night
Fazit: FETT, FETT, FETT! - Ich war eigentlich nie der große Fan der Band, aber diese Scheibe ist schlichtweg der Hammer!!!
Ein mehr als würdiger Kolossus Nachfolger und der direkte Angriff auf den Thron des epischen Black Metal.
1. Dragon Iconography
2. The Awakening
3. Judgement
4. The Dragontower
5. Leaving The Mortal Flesh
6. Dark As Moonless Night
7. The Divine Land
8. Reptilian Majesty
9.5 Punkte von Blizzard (am 19.05.2010)
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musikalischer Background des Verfassers NWOBHM; Thrash- / Speed- / Power- / US- / Death- / Doom / Stoner Metal ; Glam / Classic/ Hard Rock & Sleaze,
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