Vielen Melodic Hard Rock-Kennern dürfte Mark Sweeney als Sänger der Schweizer Hard Rock-Combo Crystal Ball bekannt sein. Solo ist Sweeney nebenbei auch recht aktiv – mit „All In“ liegt nun sein zweites, im Alleingang komponiertes Album vor. Wo bei Crystall Ball die etwas heftigere Schiene gefahren wird, stellt Mark Sweeney mit „All In“ eindeutig die emotionale Seite in den Vordergrund. Die zwölf Songs bieten eine gute Sammlung aus Hard Rock und AOR, der meist radiotauglich und für meine Begriffe hin und wieder etwas zu poppig in Szene gesetzt wird.
Los geht`s mit „Line of Fire“, einem rockigen Opener, der auch gerne von Kollegen wie Gotthard stammen könnte. Auch „Why do you hate me“ bleibt im radiotauglichen Bereich, wird etwas untermalt von modernen Beats und steigert sich zu einem eingängigen Refrain. Richtig rund geht`s bei „Gimme a Sign“, der von der Melodieführung Sweeneys Herkunft von Crystal Ball nicht verleugnen kann. So weit so gut, bei „Sinner“ werden sich mit Sicherheit die Geister scheiden. Viel zu fröhlich und vergnügt trällern die Strecher drauflos und mir kräuseln sich die Nackenhaare. Grausiger Schmusepop – SWEENEY goes Ronan Keating, Oh Weh! Auch das folgende „Another Day“ bleibt farblos und erinnert an eine Kopie von Johnny Lima. Bei „Moments“ konnte Sweeney dann keine geringere als Robin Beck für ein Duett gewinnen – guter Song, sicher einer der AOR-Höhepunkte des Albums. Etwas düsterer rockt sich „Chance“ auf die Zielgerade, was angesichts der sonst so ruhigen Songs zwar nicht ganz passen mag aber dennoch zeigt: Die Crystal Ball-Harmonien sind nicht totzukriegen. Der Bonus-Track „Demons“ brettert dann mit Doppelbass drauflos, was zu guter letzt noch weniger zur AOR-Ausrichtung des Albums passt.
„All In“ könnte man auch so verstehen: MARK SWEENEY wirft einfach mal alles was ihm so im Kopf herum schwirrt in einen Topf, rührt kräftig um und kocht hier eine recht wilde Hard-Rock / AOR / Pop-Mischung zusammen, die zwar qualitativ (dank Michael Voss) wirklich gut rüberkommt, jedoch einen roten Faden vermissen lässt. Genau das, so SWEENEY im Booklet selbst, macht für ihn Hard Rock aus. Melodie und Gefühl mit Speed und Power zu verbinden. Auf ihn als Künstler bezogen macht „All In“ somit auch wieder Sinn und Fans des melodischen Hard Rocks sollten sich das Album auch zulegen – problematisch ist und bleibt allerdings das Wirrwarr, das Sweeney songtechnisch damit auslöst. Mal softe Ballade, mal Pop, mal Metal und mal Speed-Metal – auf Dauer zu viel des Guten.
Fazit: Trotz einiger Kritikpunkte ein solides Album eines weiteren Schweizer Ausnahmekünstlers. Man muss es als auf CD-gepresste Biografie begreifen, dann entfaltet „All In“ auch die von MARK SWEENEY gewünschte Wirkung.
Tracklist:
Lineup:
1. Line Of Fire
2. Why Do You Hate Me
3. Still Alive
4. Gimme A Sign
5. Leave It All Behind
6. Sinner
7. Another Day
8. Stare At The Sun
9. Too Late
10. Moments
11. Chance
12. Demons (Bonus Track)
6.0 Punkte von Shylock (am 30.05.2010)
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musikalischer Background des Verfassers Melodic Metal, Melodic Rock, AOR, Sleaze-Glam, Progressive, Power Metal
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