Ach, Du große Sch…! Was ist hier nu passiert?! Der Gitarrist von HIM, Mikko "Lilly Lazer" Lindstörm, hat zwar mit seinen Kumpanen schon so einiges an verschiedenen Projekten aufgefahren und selbst das Debüt von diesem Projekt Daniel Lioneye aus dem Jahre 2001 war purer „Elvis Rock“. Aber was für Pferd ihn nun diesmal geritten hat, bleibt doch zunächst einmal offen. „Vol. II“ ist purer Black Metal mit progressiven und experimentel-abgespacten Passagen. Das wird so einige Fans der liebgewonnenen Herzensband HIM vor den Kopf stoßen, völlig klar. Aber für jene sind solche Verwirklichungen eines Gitarristen auch bestimmt nicht gedacht.
Den meisten wird Daniel Lioneye sicherlich durch den Titelsong des Debüts „The King of Rock'n'Roll“ bekannt vorkommen. Schließlich waren hier nicht nur noch Ville und Mige mit dran beteiligt, sondern ein gewisser Bam Magera hat den Titelsong für seine Show verwendet. Auch wenn bei diesem gewissen Sender kaum noch Musik gespielt/gezeigt wird, so kann man von solchen pubertären Sendungen dann doch noch etwas Positives entdecken. Egal.
Mikko aka Linde hat sich nun zwei neue Mitstreiter für sein Soloprojekt gesucht. Neben seinem Hauptbandkollegen Burton an den Keyboards findet sich ein gewisser Bolton von Enochian Crescent) am Schlagzeug (von nun an dürfte seiner Band nun auch mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden). Letzter ist auch der „black-metallische“ Pol der Einflüsse für Daniel Lioneye, auch wenn das Album überwiegend von Linde entstanden ist. Man staunt doch sehr, welche Vorlieben dieser Typ nun hat. Vor 9 Jahren noch voll auf Swing-Elivs-Rock und nun Experimente mit dem Black Metal. Aber bevor ich mich nun zum x-ten mal wiederholen muss, die Presseinfo bringt einiges auf den Punkt (oder auch eben nicht), ich zitiere: „…the album is inspired by divorce, dealing with difficult situations and people, existential and religious crisis, cannabis psychosis, extreme nightmares, self-realization, sex, moving on, standing up yourself, anger management and the universe. It´s a representation of everyday life…”. Na, wenn der Tag von Linde & Co. so aussieht, dann gute Nacht!
Nichts desto trotz, das Album bietet wirklich Unterhaltung, wenn man sich diesem Genre auch hingeben möchte. Doch man muss etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen, um diese zahlreichen Arrangements und gewisse Ironie zu entdecken. Blast-Attacken, fieses Geschreie und dann wiederum typische Gitarrenriffs und hammerharte Drums. Zudem hier und da mal zwischendurch ein ausgeflippter Part und technische Feinheiten. Vergleiche wollt ihr haben? Eher untypisch bei einem derartigen Projekt, da HIM auf keinen Fall als Vergleich herhalten können. Kein Hauch von Gothic oder Doom, eher eine Mischung aus Impaled Nazerene, Strapping Young Lad und vielleicht noch alten Satyricon. Im Endeffekt zwar nichts neues für die Black Metal-Szene, aber immerhin etwas neues aus der Feder eines Him-Members. Mikko „Linde“ Lindstörm mal ganz, ganz, ganz anders!
An Lindes Stelle hätte ich durchaus dieses Mal einen neuen Bandnamen für das Projekt gewählt, da es eben vollkommen anders ist, als das Debüt. Zumal mir persönlich das Debüt sehr gut gefällt. Aber auf der anderen Seite zeigt er damit ja auch, dass er sich nicht zu schade ist, wenn die Leute zu hören bekommen, mit welchen „Ängsten“ (Inspirationen) er sonst so leben muss. Von daher, Hut ab vor solchen Projekten. Abwarten was „Vol. III“ zu bieten hat, hoffentlich nicht wieder mit neun Jahren Wartezeit.
Fazit: Irgendwie doch interessant. Schnell, krass und irgendwie doch kunterbunt-abgespacet. Nichts für Him-Fans, dafür für experimentierfreudige Black Metaller ein heißer Tipp; aber bitte denkt beim Zuhören nicht immer an Ville und Co.
Tracklist:
Lineup:
1. Euroshaman
2. Flatlined
3. Saturnalia
4. Neolithic Way
5. I Saw Myself
6. The Mentat
7. I Have Never Wanted To Be Number One
8. Who Turned The Lights Out
9. Kiss Of Cannibal
musikalischer Background des Verfassers ...sehr viel
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