Wenn man eins und eins zusammenzählen kann und sich die fünf schmucken Florida-Boys von DEADSTAR ASSEMBLY so anschaut, liegt deren grobe musikalische Ausrichtung auf der Hand. Die Aufmachung als martialisch und psychotisch anmutende Untote kennt man ja bereits von Combos wie den auch vom Namen her ähnelnden Deathstars.
Als Oberbegriff trifft Industrial Metal hier am ehesten zu, wobei auch eine nicht zu unterschätzende, rotzig-brachiale Rock-Schlagseite attestiert werden muss. Eine gelungene Mixtur also, um so manchen Laden in einen brodelnden Hexenkessel zu verwandeln.
Bei der Entstehung des nunmehr dritten Albums „Coat Of Arms“ sind vor allem drei Begebenheiten erwähnenswert: Erstens änderte sich das Line-Up, denn mit Kriz D.K. holte man sich einen neuen Schlagwerker und der Original-Keyboarder Mubo kehrte als festes Mitglied in die Reihen von DEADSTAR ASSEMBLY zurück. Zweitens liegen zwischen dem Vorgänger „Unsaved“ und diesem Werk ganze vier Jahre, was daran liegt, dass es wiederholt technische Pannen gab (unter anderem schmierte die Festplatte sowie die Sicherheitskopie mit allen Tracks ab). Drittens war die Band nach der letzten Tour nervlich ziemlich aufgerieben. Der daraus resultierende Frust erwies sich jedoch als ideale Inspirationsquelle.
Umso erstaunlicher ist es, dass die Songs häufig verhältnismäßig brav aus den Boxen schallen. Zwar bahnen sich Nummern wie „F.Y.G.“ oder „Curtains“ mit knackigen Riffs, kalten Keyboard-Teppichen und heiseren Shouts unbarmherzig treibend und stampfend ihren Weg, aber letzten Endes kommt das Album ohne ganz fiese Attacken aus und macht somit einfach nur Laune. Das liegt auch an der frechen Spielweise von Gitarrist Dreggs, die er bei einigen Solis ausleben kann, obwohl er gegenüber der Industrialwand öfters das Nachsehen hat. Auch so mancher Refrain entpuppt sich als sicherer Abräumer.
Da dürfen auch gefühlvolle und auf Radiotauglichkeit getrimmte Songs („We Fade Forever“, „Breathe For Me“) nicht fehlen, bei denen Shouter und Mastermind Dearborn seine melodischen Qualitäten unter Beweis stellt, die an so manchen amerikanischen Nu Rock/Metal-Megaseller erinnern.
Fazit: DEADSTAR ASSEMBLY haben ein Gespür für effektiv rockende Industrial-Songs, die auch bei einer breiteren Hörerschaft eine ordentliche Tanz- und Bewegungswirkung entfalten dürften. Meines Erachtens mangelt es dem Material aber etwas an Nachhaltigkeit.
Tracklist:
Lineup:
01. Coat Of Arms
02. Arm And A Leg
03. F.Y.G.
04. The Darkest Star
05. Shadows
06. We Fade Forever
07. Already Dead
08. Blood Bags
09. Breathe For Me
10. Rise Again
11. In Secrecy
12. Curtains
Vox, Orchestrated Mayhem: Dearborn Crunch Guitar, Digital Anarchy: Dreggs Subsonic Tremors, Pyro: The Dro Beatings, Hysteria: Kriz D. K. Synths, Circuitry, Electronic Messiah: Mubo
6.5 Punkte von Arne (am 21.07.2010)
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musikalischer Background des Verfassers Anfänge mit 80er Heavy- und 90er Death-Metal, inzwischen findet auch alles jenseits des metallischen Paralleluniversums bei mir Gehör
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