INSIDIOUS DISEASE dürften dem aufmerksamen Szenebeobachter sicher nicht entgangen sein. Schließlich schwelt hier seit 2004 ein Allstar-Projekt, das nur auf den richtigen Zeitpunkt der ersten Veröffentlichung wartet. Oder war es eher den vielen andern Hauptjobs der Protagonisten geschuldet, das „Shadowcast“ so lange auf seine Entfesselung warten musste? – Schließlich sind Silenoz (Guit.; Dimmu Borgir), Jardar (Guit.; Ex- Old Man's Child), Shane Embury (Bass; Napalm Death) und Tony Laureano (Drums; u.a. Malevolent Creation, Ex-Nile) alles andere als unterbeschäftigte Musiker. Da fällt Fronter Marc Grewe, in den Neunzigern Deutschlands Vorzeige Grunzer während der (immer noch) heiligen Morgoth Ära, mit seiner recht kurzen Referenzliste schon fast aus dem Rahmen.
INSIDIOUS DISEASE frönen auf „Shadowcast“ dann auch fast erwartungsgemäß dem gepflegtem Death Metal im gesunden Mittelmaß zwischen Old School und Moderne. Ein Spagat der dabei ebenso gelungen ist, wie das Songwriting. Denn auch hier gibt sich die Prominenz sehr beschlagen. Von Grind lastigen Blast Passagen, in denen zumeist Fellgerber Tony Laureano die Akzente setzt, bis hin zu melodischen Gitarrenläufen des genial kooperierenden Duos Silenoz/Jardar reicht die Bandbreite des gebotenen. Über alle dem thront aber erhaben wie eh und je Marc Grewe’s unverwechselbares Organ. Die heisere, aber stets kraftvoll und akzentuiert klingende Stimme des ehemaligen Morgoth Shouters ist auch hier das I-Tüpfelchen auf qualitativ hochwertige Death Metal Kost.
INSIDIOUS DISEASE können mit überaus abwechslungsreichem, nie langweilig werdendem, Songwriting und einem verdammt hohen Aggressivitätslevel durchweg punkten. Verschnaufpausen werden dem gespannten Zuhörer hier keine gegönnt, denn Ausreißer gibt es keine. Womit wir auch bei der leisen Kritik an „Shadowcast“ wären:
Dem Album fehlt es vorrangig an einem wirklichen Hit (oder sind letztlich doch alles Hits?). Sicherlich sind alle Songs gut bis hochklassig, aber das wirkliche „Aha-Erlebnis“ das sofortige Kaufpflicht attestiert ist auch nach einigen Durchläufen ausgeblieben. Sicher spricht das auch für die Homogenität der Songs, aber mit Innovationen bereichert „Shadowcast“ den Death Metal Zirkus nun eben auch nicht.
Aber diese Kritik soll die Klasse des Albums nur in geringem Maße schmälern denn unterm Strich ist „Shadowcast“ ein mehr als gelungenes Debütalbum. Die Mucke macht schlichtweg durchgängig Spaß und sorgt beim Rezensenten nicht nur wegen der Rückkehr von Marc Grewe für mehr als nur ein wohlwollendes Kopfnicken
Anspieltipps: Value In Flesh, Rituals of Bloodshed, Facemask, Boundless, Conceived through Hate, ´
Fazit: Klasse Debüt, das definitiv Lust auf mehr macht. Death Metal Fans sollten „Shadowcast“ auf jeden Fall anchecken.
1. Nuclear Salvation
2. Boundless
3. The Essence Of Neglect
4. Abortion Stew
5. The Desire
6. Rituals Of Bloodshed
7. Facemask
8. Insomaniac
9. Value In Flesh
10. Abandonment
11. Leprosy (Bonus Track)
8.0 Punkte von Blizzard (am 27.07.2010)
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musikalischer Background des Verfassers NWOBHM; Thrash- / Speed- / Power- / US- / Death- / Doom / Stoner Metal ; Glam / Classic/ Hard Rock & Sleaze,
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