Devin Townsend, der verrückte Derwisch aus Kanada ist wieder da !
Der Bursche war und ist ein Genie und angesichts der brillanten letzten Alben seiner beiden Bands STRAPPING YOUNG LAD und DEVIN TOWNSEND BAND durfte man gespannt sein auf das neue Opus des Meisters.
Und der geneigte Anhänger anspruchsvollen Metals des 21. Jahrhunderts wird -. Wie sollte es auch anders sein – ein weiteres Mal nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil !
Von der ersten bis zur letzten Minute wird der verblüffte Hörer hineingezogen in einen Reigen sprühenden Metals, donnernden Drums, hypnotischen Songstrukturen und nicht zuletzt der über allem thronenden charismatischen und unwiderstehlichen Stimme von Devin.
Man kommt kaum zum verschnaufen, so opulent und überwältigend ist das Gebotene – wie gesagt, von der ersten bis zur letzten Minute.
Dabei ist diese schwindelerregende Achterbahnmusik stets extrem, jenseits aller Genres und doch alle Genres vereinnahmend und verschmelzend und auf einen Nenner gebracht – einfach großartig !
Das Album knallt einfach wieder mal nur ohne Ende und das bei einem druckvollen und äußerst professionellen Sound – die donnernden Bässe sind einfach nur überwältigend !!!
Stellenweise kommt es mir – während ich mit offenem Mund diesen so noch nie gehörten Klängen lausche – so vor, als ob Devin spontan seine Mannen um sich geschart hat, ihnen verkündet hat, daß er jetzt soweit sei und sie das komplette Album dann an einem Stück aufgenommen haben.
Diese These unterstützt auch das Statement von Devin zu dem Album, welches einfach so typisch ist, daß ich es hier leicht gekürzt wiedergeben möchte: „Das Album handelt von nichts speziellem – es ist einfach nur mal Ausrasten. Die Idee ist es, etwas seelenreinigendes zu inszenieren und der Titel „Alien“ schien einfach zu passen. Darüber hinaus gibt es keine tiefere Bedeutung. Metal ist unser Leben. Wir können sonst nicht viel, aber wir können verrückte Dinge mit unseren Instrumenten anstellen. ... Es ist definitiv Metal und wenn ihr irgendwelche Zweifel habt, hört bitte erst mal rein ... Aber seid euch darüber im Klaren: Wir leben für den Scheiß und es ging nie um Spandex, Eyeliner, Perücken und ironische Dokken Shirts. Es geht um Crunch, den Kick und die Power. ... Ungesunde Musik für gesunde Gemüter.“
Dem ist nicht viel hinzuzufügen, außer der dringenden Empfehlung: Rennt los und holt euch diese absolute Mörderteil, welches übrigens in dieser Woche im Videotext von Kabel 1 (Seite 181) völlig zurecht als CD-Tip der Woche abgehandelt wird.
Etwas aus dem Rahmen fällt das letzte mehr als 11-minütige „Stück“ ‚Info Dump’, welches eine apokalyptische alptraumhafte Geräusch-Kakophonie ist. Wer – wie ich in den 70er Jahren – mal auf voller Lautstärke auf Mittel- und Kurzwelle den Äther abgescannt hat, um irgendwelche exotischen Sender reinzubekommen, weiß ungefähr, wovon ich spreche.
Ich muß diese Verrückten jetzt endlich mal live erleben.
Es ist mir schnurzpiepegal, was die anderen schreiben und sagen, aber diese Götterscheibe bekommt von mir 10 Punkte. Aus und fertig.
VÖ: 21.03.2005
Tracklist:
1. Imperial (2:17)
2. Skeksis (6:42)
3. Shitstorm (4:21)
4. Love? (5:43)
5. Shine (5:13)
6. We Ride (2:37)
7. Possessions (4:12)
8. Two Weeks (3:28)
9. Thalamus (3:58)
10. Zen (5:02)
11. Info Dump (11:56)