DIGITUS IN RECTO – also wörtlich übersetzt „Finger im Arsch“ ist schon mal der Gruppenname des Jahres.
Ansonsten war ich mal wieder sehr gespannt ob des Gebotenen, als ich die CD hineinschob, denn da stand schon wieder so was von Nu Rock und Nu Metal vorne drauf ...
Naja, wenn überhaupt, dann allerhöchstens Nu Rock und das „Nu“ hätten die Slowaken dann auch noch weglassen können, das verwirrt nämlich nur und macht Leute wie mich unnötig nervös und voreingenommen.
Geboten wird nämlich 37 Minuten lang moderner eingängig-kerniger fluffiger Metal-Rock, welcher sich durchaus hören lassen kann.
Die Jungs sind bekennende WALTARI-Fans und werden wohl 2005 zusammen mit ihren Idolen auf Welttournee gehen. Ich weiß nicht, ob er das absichtlich macht, aber Sänger Luboslav klingt, was Stimmlage, Timbre usw. anbelangt, wirklich ziemlich haargenau wie der gute alte Kärtsy von meinen Lieblingsfinnen.
Da darf dann auch der gute alte Humppa-Sound nicht fehlen, wie er beispielsweise am Ende von ‚How Does It Feel’ kurz anklingt.
„Switch !!!“ stammt schon aus dem Jahre 2003, aber das tut der Frische und Originalität dieses überraschend abwechslungsreichen Albums keinen Abbruch.
Im Sommer 2005 möchte man aber neues Material herausbringen.
Abwechslung wird auf diesem Tonträger großgeschrieben und immer schimmert diese unverfälschte Lebensfreude durch, welche auch allen WALTARI-Alben eigen ist. Da gibt es abstruse Balladen ebenso zu bestaunen wie kernige Rocker, Thrash-Granaten sind genauso vertreten wie ein straightes Punk-Stück (‚Basket Full Of Puppies, Kitten and Other Trash ...’) oder das an die frühen PYOGENESIS erinnernde mit Death Metal Growls vorgetragene und als Persiflage an den 80er-Jahre-Pop-Hit ‚The Great Commandment’ gedachte ‚The Little Commandment’.
Aufgelockert wird das Ganze durch flotte Sprüche zwichendrin oder kleine Hörspiele – man nimmt sich selbst eben auch nicht so ganz ernst, was einen weiteren Sympathiepunkt einbringt.
Das beste Stück ist Numero 10 – Der Refrain „I Believe In Paradise“ setzt sich sofort und unauslöschlich in den Gehörgängen fest und schafft strenggenommen so etwas wie einen ersten Sommerhit.
Fazit: Ein schönes buntes Sprengsel moderner Rockmusik mit metallischen und sonstigen Anklängen und schönen Melodien, welches stimmungsmäßig hervorragend zum heraufziehenden Sommer paßt.
Für eingefleischte WALTARI-Anhänger, zu welchen ich mich auch zähle, ist „Switch“ allerdings ein ganz großes „Muß ich haben“.
8 ½ sehr erfreute Punkte.
Tracklist:
1. Switch !!!
2. How Does It Feel
3. Casper, Little Bear, And Angel Cookies
4. Pure Pop
5. Tanečná
6. Basket Full Of Puppies, Kitten and Other Trash ...
7. Killer
8. The Little Commandment
9. Lady Morning
10. Salvation
11. “12”
12. ??? (nicht aufgelistet)
13. ??? (nicht aufgelistet)