Polymorphe Rhythmik ist ja schon echt was schönes, aber haben diese ganzen Bands, die diesem Zeugs fröhnen, mal daran gedacht, dass das alles gleich klingt? Ignition Code aus Italien versuchen dies mit einer eigenen Komponente zu umgehen: Ein furztrockener Vierspursound, der das zwischenzeitliche Melo Gefiedel mit schlabberndem Drumsound und leiernden Klampfen geschickt nach unten hin abrundet (kaum zu glauben, dass dieses tiefenarme Zeug in einem Studio eingespielt wurde). Dazu gesellen sich als Höhepunkt kehliges Schreigeörgel - soll wohl den jeweiligen Refrain markieren. Nennt mich müde, nennt mich alt, intolerant, von mir aus auch Scheiße, aber hier steckt weder Sinn noch großartig erkennbarer Verstand dahinter, obwohl die Band längst nicht so chaotisch zur Sache geht, wie viele andere Bands in dieser Zunft.
Wenn sich die Truppe beim zweiten Song mit dem Titel "Game Gear" (an sich schon einen Lacher wert, wenn man - wie ich - an die alte, gleichnamige Handheld Konsole aus dem Hause Sega denken muss, welche von Nintendos Kleinstem - dem Game Boy - in wirtschaftlicher Hinsicht fachgerecht abserviert wurde) an cleanen Gesangsparts versucht, rollen sich sämtliche Fußnagel hoch. Das ist keine Musik, das ist Geräusch ... und weitgehend kein schönes! Da klingt ein jeder Betonmischer nach Vivaldi, selbst wenn man ihn mit Bierflaschen füllt. Auch wenn die Truppe spielen kann, mit dem Songwriting und Gesinge klappts jedenfalls nicht: Es wird auf Biegen und Brechen zuviel herbeizuführen versucht. Da halte ich als Traditionalist doch lieber am Game Boy fest und lasse den Game Gear links liegen. Tolle Technik ist nicht immer alles. Das hat die kleine Keksdose Ende der Achtziger eindrucksvoll bewiesen. Warum sollte dies nicht auch für Musik gelten? Also Leute, baut mehr richtigen Tiefgang in eure Songs ein, anstatt sie mit Breaks und zusammenhanglosen Gekniedel zu überfrachten.
Line Up:
Alessandro Falà - vocals
Sabatino Fossemò - guitar
Marco Di Carlo - guitar
Gaetano Ettore - bass
Guido Borracino - drums
Tracklist:
Lineup:
1. Human B.P.M.
2. Game Gear
3. Mikrokid
2.0 Punkte von Horst_Sergio (am 27.02.2011)
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musikalischer Background des Verfassers Drummer von Abyss Lord (Death Metal - RIP) / Day Of The Tentacle (Death Metal / Grindcore - RIP), aktuell: Crusher (Old School Speed Metal) hört gern: Metal von zart bis hart: Hardrock, Heavy, True, Speed, Power, Progressive, Thrash, Death, Grind
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