Kaum rückten einem Panzerchrist und Hate Eternal mit ihren jüngsten Extrem-Knüppel-Platten kräftig zu Leibe, da taucht auch gleich die nächste Band mit hauseigenem Sockenschuss auf, um auch möglichst alles klein zu kloppen, was nicht bei 2 3/4tel auf den nächsten Baum gehopst ist. Als ob es helfen würde, denn die Sickos aus Topeka holzen fachgerecht gleich die ganze Fichtenschonung ab und das scheinbar, ohne sich auch nur einen Deut zu schämen. Kompromissbereitschaft war nie das Markenzeichen von Origin, aber was die Band mit "Entity" vorlegt ist schon geradezu frech.
Wohlige Erinnerungen an das im Jahr 2002 veröffentlichte Masterpiece "Informis Infinitas Inhumanitas" werden gleich zu Beginn wach: Kontrolliertes und doch unverhohlenes Chaos bricht mit "Expulsion Of Fury" und dem folgenden "Purgatory" über einen herein, allerdings noch mal heftiger zelebriert und mit drückenderem Soundgerüst als zuletzt vor drei Jahren auf "Antithesis". "Wie - das geht?" Leicht kopfschüttelnd und mit heruntergeklapptem Unterkiefer stellt man fest: "Ja, und wie das geht!" Als wäre es das Einfachste der Welt, bei gefühlten 500.000 beats per minute noch 128stel auf die Snare zu nageln und dazu höllisch tight die Saiten zu schwurbeln, liefern Origin ein Breakmassaker vorm Herrn ab. Darüber hinaus ist es das Gespür dafür, das rhythmisch versierte Gehacke mit eingängigen Riffs zu unterlegen, was Origin auch mit "Entity" von der Masse der übelst trümmernden Combos abhebt. "Swarm" könnte somit als Nachfolger des "Echoes Of Decimation"-Krachers "Burner" durchgehen. Bei "Saliga" und "Fornever" werden dann - dank orientalisch angehauchter Melodiebögen - auch mal eben Nile ganz lässig die Stinkefinger gezeigt. Ein Song wie "Banishing Illusion" ist dann wieder knapp zweiminütiges, komprimiertes und straightes Gehämmer. Das etwa sieben Minuten lange "Consequence Of Solution" zeigt hingegen eine ausgewogene Mischung aus dem Rhythmusgewichse der ersten beiden Scheiben, der hymnenhaften Erhabenheit des dritten Longplayers und der Wucht von "Antithesis" auf.
Man kann und muss es mal von diesem Winkel aus betrachten: In den Jahren von 2005 bis 2008 war es irgendwie dröge auf dem Death Metal Sektor. Ein paar nette Scheiben kamen sicherlich, aber die fetten Zeiten waren irgendwie in Routine versunken. Spätestens 2010 war dann endlich wieder so ein super Jahr für Death Metal Freaks, man erinnere sich allein an die letzten Outputs von Misery Index, Malevolent Creation, Sinister oder Cephalic Carnage. Das derzeitige Wetteifern um den Extrem-Geknüppel-Thron macht aber so viel Laune wie seit Langem nicht mehr, und das Schlimme dabei ist, dass eine Band tatsächlich besser ist, als die nächste. In Sachen Geschwindigkeit und Spieltechnik meets Eingängigkeit und Funfaktor stehen jetzt also Origin wieder an der Spitze. Die Frage ist nur: Wer hat das Potenzial diese Killerscheibe zu übertrumpfen? The Faceless vielleicht? Möglicherweise auch Beneath The Massacre? Oder doch eher eine altgediente Band wie Nile oder gar Cryptopsy? Welche Band auch immer die Herausforderung annimmt, sie wird es nicht leicht haben, an "Entity" - dem Brachialwerk der Stunde - vorbei zu ziehen.
Line Up:
Jason Keyser - Vocals
Paul Ryan - Guitars, Vocals
Mike Flores - Bass, Vocals
John Longstreth - Drums
Tracklist:
Lineup:
1. Expulsion Of Fury
2. Purgatory
3. Conceiving Death
4. Swarm
5. Saliga
6. The Descent
7. Fornever
8. Committed
9. Banishing Illusion
10. Cosequence Of Solution
11. Evolution Of Extinction
10.0 Punkte von Horst_Sergio (am 05.06.2011)
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musikalischer Background des Verfassers Drummer von Abyss Lord (Death Metal - RIP) / Day Of The Tentacle (Death Metal / Grindcore - RIP), aktuell: Crusher (Old School Speed Metal) hört gern: Metal von zart bis hart: Hardrock, Heavy, True, Speed, Power, Progressive, Thrash, Death, Grind
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