Klare Träume gibt es aus dem Hause Gates Of Dawn zu vermelden, mit „Lucid Dreaming“ steht nämlich Longplayer Nummer drei in den Startlöchern. Das Sextett aus Hanau gründete sich im Jahre 2005 und brachte mit „Into the white light“ und „Parasite“ bereits zwei Alben auf den Markt. Zu hören gibt es hier düster-rockigen Gitarrenwave, wobei gegenüber den Vorgängeralben anzumerken ist, dass der bisherige Drumcomputer nun durch den Schlagwerker Carsten Warkus ersetzt wurde, was der Scheibe einen frischen Anstrich verleiht.
Der Albumtitel steht dabei bereits in direkter Verbindung mit dem Entstehungsprozess der Songs, handelt es sich bei den meisten Texten doch um nächtliche Träume des Sängers Matthias Abel, welche musikalisch verarbeitet wurden. Der rote Faden ist hierbei im Wesentlichen der Wunsch und die Aufforderung, sich über das eigene Leben klarzuwerden und sich dieses nicht von anderen Personen bestimmen zu lassen, was beispielsweise im vorletzten Song „Heal“ gut ausgedrückt wird. Im Zusammenhang damit bildet eine wichtige Komponente auch die Auseinandersetzung mit der Religion und religiösen Führern, denen man sich in seiner Suche nach Erlösung und dem Sinn des Lebens blind anvertraut. „For You (The 3rd Denial)“ sowie „Nobody Returns“ verarbeiten diese Lage und den Wunsch nach Befreiung davon, in etwas klischeehafter Weise auch das Stück „Treasures of Satan“.
Das Album baut mit dem Intro „Strange Temple“ bereits eine bedrohliche Stimmung aus düsteren Klangwänden und Sprachsamples auf, bevor sich mit Trommelwirbel „Chrystalline“ ankündigt und in den Gesang von Matthias und seinem weiblichen Gegenpart Martina Lenz mündet. Das Zusammenspiel der beiden Vokalisten, mitunter leicht verzerrt und mit einem gewissen anrüchigen Touch behaftet, bildet das zentrale Merkmal der Band. Zu erwähnen ist auch die Violine, die beispielsweise im Titeltrack ein orientalisch angehauchtes Solo spielt und ruhig noch mehr zur Geltung kommen könnte.
Der Schwachpunkt des Albums ist der musikalische Aufbau. Der Großteil der Songs funktioniert nach demselben Schema, nämlich eine treibende Gitarre und einige elektronische Spielerei in der Strophe, während im Refrain die Klampfe derber dreinbrezelt und bisweilen eine etwas doomige Atmosphäre schafft. Diese Mischung ist zwar bei weitem nicht schlecht, macht das Album aber nach einigen Nummern sehr voraussehbar und nimmt die Luft aus der anfangs aufgebauten Spannung.
An dieser Stelle gibt es also noch ein wenig zu werkeln, ansonsten kann ich mich aber nicht beschweren und finde, die Truppe hat hier gute Arbeit geleistet und ein anständiges Stück dunkler Klangkunst geschaffen.
Tracklist:
Lineup:
01. Strange Temple
02. Chrystalline
03. Wake Up Dreamchild
04. Radiate
05. For You (The 3rd Denial)
06. Hunting Me
07. Disappear
08. Lucid Dreaming
09. Rise My Beloved
10. Ghosts Of Tomorrow
11. Nobody Returns
12. Treasures Of Satan
13. White Cube
14. Neolovers
15. Heal
16. More
6.5 Punkte von Laughing Moon (am 19.06.2011)
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musikalischer Background des Verfassers Dark Metal, Gothic Rock/Metal, Folk
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