Ach ja, es war schon eine komische Zeit damals Anfang der Neunziger. Da kommt ein Herr Cobain nebst Gattin so mir nichts dir nichts auf die Bildfläche und zieht mit seinem neu definierten Genre den Hair-Metallern die Stiefel aus. Aus und vorbei war es mit der Haarspray-Generation des Metal und bevor er mit der ganzen Kohle aus Nevermind-Zeiten wirklich etwas anfangen kann, ist es für Kurt auch schon wieder zu Ende. Bleibt seine Witwe Courtney Love, die den musikalischen Lebensweg ihres Mannes weiterschreitet - mehr oder weniger erfolgreich. Leider (oder glücklicherweise??) haben wir diese Zeit überstanden - doch halt...die JAPANESE VOYEURS aus Großbritannien sehen das ein bisschen anders.
Ein paar Grunge Fans haben sich mit Sängerin Romily Alice zusammengetan und knallen auf dem Album "Yolk" ihre Riffs aus den Boxen, als hätte es die letzten 15 Jahre nie gegeben. Auch vom Cover her ist "Yolk" genretypisch, simpel und provokativ, ebenso wie viele vergleichbare Bands im Fahrwasser der frühen Pearl Jam. Muss das wirklich sein? Es muss wohl. Die Riffs sind schwer und arg verzerrt, die Drums und der Bass wabern im Hintergrund und man kommt tatsächlich in richtige Grunge-Stimmung - wenn da nicht der fiepende und stark gewöhnungsbedürftige Gesang wäre. Romily Alice wirkt ein bisschen wie Gwen Stefani, die ihren Lolli verschluckt hat. Im Verlauf des Albums wird die Gesangsleistung besser, kann aber auch sein, dass sich das Ohr einfach dran gewöhnt hat.
Die JAPANESE VOYEURS gehen mit "Yolk" eine unkonventionelle und untypische Richtung, was ihnen bei Fans des Post-Grunge sicher Sympathien einbringen wird. Der Sound stimmt, das Songwriting auch, wenn die Sängerin nicht dauernd wie ein zusammengequetschter Luftballon klingen würde, könnte man "Yolk" uneingeschränkt zum Geheimtipp des Jahres 2011 empfehlen. So bleibt leider nur das Fazit:
"Für Fans des Genres".
Tracklist:
Lineup:
1. You`re so cool
2. Dumb
3. Cry Baby
4. Smother Me
5. Get Hole
6. Feed
7. Milk Teeth
8. Double Cheese
9. X-Ray Ted
10. Than Love Sound
11. Heart Is A Fist
12. Blush
13. Stupid Snake (Hidden Track)
5.5 Punkte von Shylock (am 11.10.2011)
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musikalischer Background des Verfassers Melodic Metal, Melodic Rock, AOR, Sleaze-Glam, Progressive, Power Metal
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