Auf, Ihr Söhne Asgards! Schärft Eure Äxte, leert Euer Horn und bemannt die Drachenboote. Es geht auf die letzte große Fahrt. Plündert, schändet und brandschatzt wie nie zuvor. Denn am Ende dieser Reise werden die Götter ihrem Schicksal gegenüber treten.
Heimdall wacht über die Regenbogenbrücke, die nach Asgard führt. Bei drohendem Unheil wird er das Gjallarhorn erschallen lassen und so die letzte große Schlacht verkünden. Beseelt von den alten Sagen des Nordens taten sich Vali von Doomsword und der Norweger Fenrir zusammen, um ihre eigene Version des Epic Viking Metal zu erschaffen. Dabei widmen sie sich mit viel Liebe zum Detail der dunklen Seite der nordischen Geschichte. Unglaublich, dass der Rumpf dieser saugeilen Scheibe in fünf Tagen erdacht wurde. Fünf Tage fand man sich im Studio ein, um ein 3 Track Demo namens „Nordheim“ aufzunehmen. Fünf Nächte lang hatten die beiden Zeit, die Musik dafür zu schreiben, bevor Fenrir zurückkehren musste zu den Fjorden seiner eisigen Heimat. Das Ergebnis war derart herausragend, dass schnell weitere Mitstreiter gefunden wurden: Nidhoggr und Gungnir, letzterer ebenfalls ein Teil der Überband Doomsword. Bis auf den Gesang wurde das Nordheim Demo noch einmal neu eingespielt. Das Herz der Eigenproduktion, der Song „Ragnarok“ wurde in die drei Abschnitte „Blood over Asgard“, „Chaos unleashed“ und „Ragnarok“ aufgeteilt. Zusammen mit einem Verhängnis verheißenden Intro entstand so die epische Struktur des vorliegenden Meisterwerks. Ein Deal mit Dragonheart sorgt hoffentlich dafür, dass uns dieses Projekt noch in vielen Schlachten begleiten wird. Die Musik dieser vier Krieger ist einzigartig und gehört in jede Viking Metal Sammlung. Schauen wir sie uns also genauer an.
Nach dem Intro „The Plane of Vigrid“ führen die Musiker mit „The day Odin stood still“ den ersten Schlag: ein treibender Viking Metal Song von epischen Ausmaßen, irgendwo zwischen Bathory und Falkenbach, angereichert mit hymnenhaften Melodien und ideenreichen Samples, die der Musik nicht die Glaubwürdigkeit nehmen. Ziemlich schnell wird klar, dass es sich bei Vali um niemand anderen als Detahmaster persönlich handelt. Hinter Gungnir dürfte sich Wrathlord verbergen. „The day Odin stood still“ spaltet sich in zwei Teile. Der zweite ist getragener, epischer und steht eindeutig unter dem Einfluss der Hauptband von Vali und Gungnir. Könnte also auch auf jedem Doomsword Album stehen. Gjallarhorn besingen jedoch nicht die glorreichen Siegeszüge der Nordmänner. Sie erzählen uns vom Ende der Ära der Wikinger, als der Heilige Olaf nach Norwegen zurückkehrte und das Heidentum mit Blut und Terror bekehrte. Man hört den Schmerz und die Trauer unserer Helden in jeder einzelnen Note. Es folgt das dreiteilige Meisterwerk „RAGNAROK“. Das Verderben bricht mit „Blood over Asgaard“ über uns herein und wird eingeleitet durch das erschallende Gjallarhorn und die warnenden Schreie des Raben im eisigen Wind des Nordmeeres. Der Song ist ein flotter, dennoch bedrückender Stampfer, immer wieder unterbrochen durch seinen mächtigen Refrain. Das Heulen des Fenris Wolfes kündigt dann „Chaos unleashed“ an, und das Gemetztel beginnt. Viking Metal at it’s best. Ein schneller Battle Metal Song, getragen von einem sehr traditionellen Riff und erhellt durch einen epischen Chorus. „Ragnarok“ beschließt dieses Tripel mit erneut gewaltigen Melodien. Mit „200 years of fury“, dem melodischsten Song der Scheibe, erzählen uns Gjallarhorn dann doch noch von den glorreicheren Tagen der Wikinger. Klasse, auch wenn der Frontmann hier die ganz hohen Töne nicht so ganz trifft. Aber seien wir ehrlich, das gehört bei dieser Art Musik ein wenig dazu. Geiles Power Drumming und klasse Viking Gittaren entschädigen dafür locker. Ein würdiger Abschluss für einen wilden Raubzug durch einen Abschnitt europäischer Historie, der so viele Metaller mit Wehmut und Sehnsucht erfüllt.
Hier meine Empfehlung: Haut Euch die Hörner voller Met, die CD Spieler voller Doomsword CDs, feiert, was das Zeug hält und erzählt von Euren Heldentaten auf den großen Schlachtfeldern, die man heutzutage wohl Open Airs nennt. Wenn die Köpfe dann so langsam schwer und die Geschichten wehmütiger werden, ist es Zeit für Gjallarhorn und „Nordheim“. Sicher hat Quorthon als Person eine nicht zu schließende Lücke hinterlassen. Doch wie das so oft ist: Sein Tod machte ihn zum musikalischen Märtyrer und bereitete den Viking Metal Bands der neuen Generation den Weg. Dies ist das Vermächtnis eines einzigartigen Mannes. Ich verneige mich vor Quorthon, den alten Göttern und danke Gjallarhorn für dieses Erlebnis. Warum nicht die Höchstnote? Offensichtlich: Wenn ich hier eine 10 vergeben würde, müsste Metalglory für die neue Doomsword sehr wahrscheinlich die Skala erweitern. Das ändert nichts daran, dass ich mich in „Nordheim“ längst verliebt habe. Ein Meisterwerk, erhaben und ehrenvoll wie die Heldenlieder an Odins Tafel in Walhalla.
9.5 Punkte von Christian (am 28.05.2005)
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musikalischer Background des Verfassers Maiden, Epic Viking Metal, Doom Metal, True Metal, Heavy Metal, Power Metal, Old School US Metal, 80ies Thrash
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1. Darkest Era "The Last Caress Of Light"
2. Doomsword "The Eternal Battle"
3. Volbeat "Beyond Hell / Above Heaven"
4. While Heaven Wept "Fear Of Infinity"
5. Alestorm "Back Through Time"
6. Mael Mordha "Manannán"
X Alltime-Klassix Top6
1. Manowar "Into glory ride"
2. Doomsword "Let battle commence"
3. Slayer "Reign in blood"
4. Iron Maiden "7th Son Of A 7th Son"
5. Black Sabbath "Mob Rules"
6. Volbeat "Guitar Gangsters & Cadillac Blood"
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