Tommy Victor ist schon eine Type. Der Gitarrist, Sänger und Chefdenker der Kulttruppe Prong schuf sich bereits Ende der Achtziger ein eigenes, musikalisches Segment irgendwo zwischen Hardcore, Crossover und groovendem Thrash, spielte im Laufe der Jahre mit alternativen und elektronischen Elementen herum und erfand seine Band immer wieder neu. Dabei verließ er sich stets auf seinen brachialen Gitarrensound, simple, aber dennoch effektive Riffs und tanzbare Nummern. Natürlich ließ er dabei aber auch oft enttäuschte Fans zurück. Trotz manch eindeutiger Hits konnten Alben wie "Scorpio", "Rude Awakening" oder selbst "Cleansing" - man erinnere sich nur an die Hymne "Snap Your Fingers, Snap Your Neck" - nicht immer durchweg punkten. "Prove You Wrong" und "Beg To Differ" hingegen sind die Scheiben, die ein pflichtbewusster und dennoch scheuklappenloser Metaller zwischen eigensinnigen und dennoch stilsicheren Bands wie Suicidal Tendencies, Faith No More, Pro Pain, Voivod oder selbst Primus im Schrank stehen haben sollte.
Um so mehr dürfte wohl überraschen, dass der gute Tommy mit seiner neuen Scheibe wohl auch an seinen frühen Glanztaten wieder einen Narren gefressen hat. Jedenfalls tönt es imposant, frisch, metallisch und griffig aus den Boxen wie seit "Prove You Wrong" nicht mehr. Ebenso fällt gleichzeitig auf, wie viele neumoderne Bands oder gar Stilrichtungen es ohne Prong vielleicht gar nicht erst gegeben hätte. Machine Head, Pain oder The Haunted sind nur drei dieser Bandnamen, die einem immer wieder bei dem Genuss des Albums durch den Kopf gehen. Es fällt sofort auf: "Carved Into Stone" ist nicht nur saucool, sondern teils auch verflucht schnell und vor allem irre hart geworden. Beim Opener "Eternal Heat" wird die Band nicht müde, nicht nur derbstes Thrash Gehämmer, sondern sogar Blastbeats einzubauen, schafft es aber dennoch, ihre gewohnt groovebetonte Linie fortzuführen. Die Band wechselt ihr Gewand mit nahezu jedem Song, bleibt aber stets Prong. Die Überraschungen fallen weniger hinsichtlich der Abwechslung aus, sondern aufgrund der gnadenlosen Qualität. Ob nun granatenharter Speed / Thrash ("Eternal Heat", "Keep On Living In Pain", "List Of Grievances", "Reinvestigate"), verschrobener, teils düsterer und melancholischer Rock im Falle von "Ammunition", "Put Myself To Sleep" (!), "Carved Into Stone" oder die bewährt Discokompatible Groove Keule wie bei "Revenge ... Best Served Cold" (einer der absoluten Hits des Jahres) oder "State Of Rebellion" - dieses Album zieht sich gleich einer Best Of Compilation durch die Höhepunkte des Schaffens von Prong und offeriert nochmal mehr Größe und Macht als zuvor!
Oder anders ausgedrückt: Tommy Victor und seine Mannen liefern elf Songs, und allesamt sind Volltreffer!
Tracklist:
Lineup:
1. Eternal Heat
2. Keep on Living in Pain
3. Ammunition
4. Revenge ... Best Served Cold
5. State of Rebellion
6. Put Myself to Sleep
7. List of Grievances
8. Carved Into Stone
9. Subtract
10. Path of Least Resistance
11. Reinvestigate
10.0 Punkte von Horst_Sergio (am 12.04.2012)
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musikalischer Background des Verfassers Drummer von Abyss Lord (Death Metal - RIP) / Day Of The Tentacle (Death Metal / Grindcore - RIP), aktuell: Crusher (Old School Speed Metal) hört gern: Metal von zart bis hart: Hardrock, Heavy, True, Speed, Power, Progressive, Thrash, Death, Grind
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