Nur wenige Bands haben mich je so bewegt, seit PARADISE LOST in den 90ern mit Alben wie „Gothic“ oder „Shades of God“ die Welt des Düstermetalls revolutionierten. Von einigen Ausfällen nach „Draconian Times“ mal abgesehen (es bringt halt nicht jede Veränderung Gutes mit sich), haben sie bei mir ihren festen Platz unter den immer-wieder-gehörten Platten nie verloren. „In Requiem“ führte 2007 zum Glück wieder so richtig zum alten Fahrwasser hin, und mit dem 2009´er Nachfolger „Faith divides us, death unites us“ war ihnen schon wieder ein dunkles Meisterwerk voller wunderbarer Paradise Lost-Melodien gelungen. Und nicht zuletzt Greg Mackintosh´s Austoben im old-school-deathmetal bei Vallenfyre hat kürzlich bewiesen, dass nichts vergessen wurde, auch wenn dies sicher nicht die neue Richtung von Paradise Lost werden soll. Das alles steigert natürlich die Spannung auf das neue Album „Tragic Idol“, welches ich hier nun besprechen möchte!
Gleich die ersten Klänge von „Solitary One“ bewirken düstere Glücksgefühle hoch 3 und machen die langen Durststrecken der Vergangenheit wieder mehr als wett. Allein diese typischen Paradise Lost-Gitarren und -Melodien, die man schon aus 100 km Entfernung erkennt, machen jeden Fan der früheren Jahre glücklich. Und wenn das Infoblatt sagt, dass dies das Album ist, auf das die Fans von „Icon“ und „Draconian Times“ lange gewartet haben, dann ist da definitiv etwas dran.
Dieses Album fesselt durchgehend, und bohrt sich noch schneller in meine Gehörgänge als es der Vorgänger tat. Kein Song geht daneben, wenn auch „Theories from another world“ (Hammer-Riffs), „Solitary One“, „Crucify“ oder „Worth fighting for“ (was für eine erhabene Stimmung!) stärker sind als z.B. „Honesty in death“ oder der Titelsong. Die sind auch gut, aber fast schon wieder zu glatt und „mustermäßig“. „Fear of Impending Hell“ oder „In This We Dwell“ klingen beim ersten Durchlauf wenig spektakulär, entpuppen sich danach aber zunehmend als wahre Perlen von Ohrwürmern. Die Leadgitarre ist wieder durchweg ein Highlight, nicht nur beim mit viel Drive versehenen „To The Darkness“. Nick Holmes singt stark und druckvoll, und gibt auch den langsamen, doomigen Parts wie bei „The Glorious End“ das richtige Gewicht.
„Tragic Idol“ ist insgesamt nicht von der gleichen Art düsterer Härte und subtileren Schönheit wie „Faith divides us...“, und einen Kracher wie „Frailty“ findet man hier nicht. Dieses Album ist insofern etwas eingängiger geraten. Das bedeutet hier aber nicht flach oder blutleer, sondern bewegt sich auf sehr hohem Niveau voll alter Paradise Lost-Typik. Sie können halt auch das- und durch diese Unterschiede kann man jetzt auch aus den letzten Jahren wieder je nach Laune gerade die „richtige“ Paradise Lost-Scheibe auflegen, so wie früher „Gothic“ oder „Icon“... die ja auch schon sehr unterschiedlich waren.
Der alte Zauber ist wieder da - nicht mehr, aber auch kein Stück weniger!
Fazit: „Tragic Idol“ - Ein Gefühl, als wäre ein lange verschollener Freund zurück. Hier steht nicht nur PARADISE LOST drauf, es ist auch wirklich PARADISE LOST drin, und so klingt einfach keine Band sonst auf dieser Welt. Das macht satte 8,5 Punkte.
Anspieltips: „Theories from another world“, „In This We Dwell“, „Crucify“, „To The Darkness“, „Worth Fighting For“ ..und alles andere auch.
Tracklist:
Lineup:
1. Solitary One
2. Crucify
3. Fear Of Impending Hell
4. Honesty In Death
5. Theories From Another World
6. In This We Dwell
7. To The Darkness
8. Tragic Idol
9. Worth Fighting For
10. The Glorious End
Bonus Tracks (Limited Edition):
Ending Through Changes
Never Take Me Alive
8.5 Punkte von IlonA (am 12.04.2012)
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musikalischer Background des Verfassers Gothic-, Death-, Doommetal, Rock´n´Roll, 70s...und was mich sonst bewegt von J.S. Bach bis Blackmetal.
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