Die finnischen Humppa-Feierschweine von Korpiklaani kann man getrost als arbeitswütig bezeichnen, da sie beinahe jedes Jahr mit einem neuen Album aufwarten. So ist man nach vergleichsweise kurzer Bandgeschichte bereits bei Nummer acht angelangt, und fühlt sich, als gäbe es die fröhlichen Recken schon seit Ewigkeiten. Mit ein wenig Skepsis ging ich dennoch ans erste Hören heran, konnte ich mich doch für die letzten drei Scheiben (Korven Kuningas, Karkelo und Ukon Wacka) nur bedingt begeistern, da die Innovationsfreude merklich nachließ und vor allem alte Sachen neu aufgewärmt wurden. Nun allerdings haben sich die Jungs mal wieder mächtig ins Zeug gelegt, denn was jetzt geboten wird, macht alle Schwächen der Vorgänger vergessen!
Das neue Werk hört auf den Namen „Manala“ und bezeichnet die Unterwelt im finnischen Nationalepos Kalevala, an dem sich unter Anderem bereits Amorphis ausgetobt haben. Der finstre Ort eignet sich eigentlich kaum für Songthemen einer Partyband wie Korpiklaani – nichtsdestotrotz, die sechs Finnen schaffen es dennoch, selbst die Reise in die Unterwelt noch zu einer ausgelassenen Sauffahrt zu machen!
Dies macht schon allein der Opener „Kunnia“ deutlich. Kräftig, mitreißend und mit unwiderstehlichen Mitgröhlparts ausgestattet, bietet er einen allzu würdigen Einstieg. Nach einem antreibenden „Tuonelan Tuvilla“ startet „Rauta“ erst traditionell instrumentiert und beinahe schon Polka-artig, bevor es dann von schwungvollen Gitarren durchbrochen wird, zu denen sich live sicher grandios mitspringen lässt. Leider ist das Ganze dann viel zu schnell wieder vorbei. In „Ruumiinmultaa“ beweist sich der neue Fiedler Tuomas an einem kleinen Solo; das Instrument kommt mir in der ersten Hälfte der Scheibe etwas unterrepräsentiert vor und darf ruhig auch öfters zur Geltung kommen!
„Petoeläimen Kuola“ packt dann die härtere Keule aus, hier darf kräftig das Haupthaar geschwungen werden. Und wie um zu beweisen, dass sie auch ganz anders können, folgt mit „Synkkä“ ein rein akustisches, für Korpiklaani-Verhältnisse recht melancholisches Stück. Aber auch zu so etwas passt Jonne’s rauchige, alkoholgetränkte Stimme bestens, original finnische Wehmütigkeit eben. „Ievan Polkka“ beschert dem Album gleich den nächsten Kontrast und ist eine fröhliche Tanznummer mit hohem Akkordeon-Anteil.
Es folgen zwei instrumentale Songs, die das Tempo etwas drosseln. Gerade „Dolorous“ ist ein typisches Schunkelstück für fortgeschrittene Trinkabende, mit dem Bier in der einen Hand, der Schulter des Kumpels in der Anderen, sowie mächtig einem in der Krone! Bei „Uni“ wird es wieder schnell und hurtig, „Metsälle“ weißt einen starken mystischen Touch auf, und „Sumussa Hämärän Aamun“ lässt das Album schließlich im Midtempo ausklingen. Als Bonustrack gibt es mit „Soil of the Corpse“ Song Nummer vier noch einmal in englischer Sprache, und der ist eigentlich gar nicht verkehrt an dieser Stelle, da dieses Stück die verschiedenen Stimmungen von lässig-ausgelassen bis düster-hart recht gut zusammenfasst. An dieser Stelle sei gleich noch gesagt, dass „Manala“ außerdem zusammen mit einer Bonus-CD erhältlich sein wird, welche sämtliche Songs auf Englisch enthält.
Um es kurz zu machen: Nach einigen etwas mittelmäßigeren Alben haben Korpiklaani wieder ein grundsolides und von vorne bis hinten überzeugendes Werk vorgelegt, welches sich vielseitig und doch wie aus einem Guss präsentiert. Wir dürfen gespannt sein, wie sich die neuen Songs live machen werden!
Tracklist:
Lineup:
01. Kunnia
02. Tuonelan Tuvilla
03. Rauta
04. Ruumiinmultaa
05. Petoeläimen Kuola
06. Synkkä
07. Ievan Polkka
08. Husky Sledge
09. Dolorous
10. Uni
11. Metsälle
12. Sumussa Hämärän Aamun
13. Soil of the Corpse (Bonus Track)
8.5 Punkte von Laughing Moon (am 26.07.2012)
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musikalischer Background des Verfassers Dark Metal, Gothic Rock/Metal, Folk
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