Hat man sich erstmal durch die liebevoll zusammengestellten 5 Din A4-Seiten Bandbiographie gelesen, kommen einem die im Jahr 2005 gegründeten PANDORA´S BALL schon ein bisschen wie alte Bekannte vor. Alte Hasen könnte man sie jedenfalls schon fast nennen, angesichts der verschiedenen anderweitigen Banderfahrungen, Besetzungswechsel und ähnlichem, was sie schon heimgesucht hat. Ein langer Weg war es bis zum Anfang dieses Jahres veröffentlichten Debutalbum „Full Size Nothing“.
Aber gut Ding will bekanntlich Weile haben, und es wurde in der Zeit bis hierher nicht zuletzt einiges an Live-Erfahrung gesammelt. Und so wird dem geneigten Hörer hier auch kein schnell zusammengeschustertes, sondern ein gerade für ein Debut ziemlich ausgereiftes Teil dargeboten.
PANDORA´S BALL bewegen sich recht souverän im weiten Universum von Bands wie MUSE, RADIOHEAD, TOOL, ALICE IN CHAINS und ein wenig NINE INCH NAILS. „Full Size Nothing“ enthält eine Sammlung komplexer, tiefgehender und gleichzeitig eingängiger Songs mit einem guten Riecher für Stimmungen und Melodie. Experimentell auf erdiger, rockig bis grungiger Basis könnte man sagen. Nach den ersten drei von Tempo, Harmonien und Stimmung relativ ähnlichen Songs fällt das langsame, atmosphärische „Holosex“ erstmals aus dem Rahmen. Ein sehr cooler, düsterer Song, der auch bei mehr als 7 Minuten Länge nicht langweilig wird. Mal sind sie experimenteller ( z.B. „Bloodless“, „Cascade“, „Special Dave“(Gänsehaut-Refrain), mal bleiben sie eher im „normaleren“ Rockbereich („Fade“, „Deep in“).
Mir gefallen die schrägeren Songs eindeutig besser. Der Rest (vor allem die letzten drei Songs) hat auch seine Qualität, fällt aber gegenüber den vorherigen Stücken doch etwas ab. Die Entscheidung in welche Richtung und wie ungewöhnlich/gewöhnlich es hier weitergehen soll, haben die Jungs scheinbar noch nicht endgültig getroffen. Der Sound ist dabei für eine Eigenproduktion sehr ordentlich, könnte aber noch etwas mehr Druck und klarere Akzente vertragen. Die leichten Schwächen beeinträchtigen den Hörgenuss insgesamt aber nicht wesentlich.
Frontmann Arthur Schlichting belegte übrigens beim bundesweiten „Leadguitarrist 2010“- Contest den zweiten Platz, und die Band schaffte es beim „Play live 2012“, Baden-Württembergs größtem Bandförderpreis als eine von 12 Bands von insgesamt 160 Bewerbern in die Coaching Phase. Im Dezember fällt die Entscheidung, bei der der Sieger u.a. einen Slot auf dem South Side Festival 2013 erhält.
Fazit: Ein reifes und absolut beachtliches Debutalbum. PANDORA`S BALL haben was auf dem Kasten, brauchen sich vor der Konkurrenz nicht zu verstecken und werden in Zukunft hoffentlich noch gewaltig von sich hören lassen. Antesten!
Anspieltips: „Bloodless“, „Holosex“, „Cascade“
Tracklist:
Lineup:
1. 171 Lake Washington Blvd.
2. Cascade
3. Challenged
4. Holosex
5. Special Dave
6. Bloodless
7. Fade
8. Deep in
9. Full Size Nothing
6.5 Punkte von IlonA (am 29.07.2012)
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musikalischer Background des Verfassers Gothic-, Death-, Doommetal, Rock´n´Roll, 70s...und was mich sonst bewegt von J.S. Bach bis Blackmetal.
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