Freude gepflegten und traditionsbewussten Black Metals sollten auf jeden Fall das noch recht junge Label Black Hate Productions im Auge behalten, da die aktuellen Veröffentlichungen der deutschen Produktionsschmiede allesamt hochinteressante und überzeugende Werke diverser Schwarzstahl-Schattierungen darstellen.Eines davon ist das selbstbetitelte Debütalbum des zungenbrecherischen dänischen Projektes Make A Change… Kill Yourself des im Underground recht umtriebigen Ynleborgaz (Angantyr/Holmgang), welches als limitierte Gatefold-Doppel-LP inklusive Poster erscheint. Klären wie doch zuerst die Rahmenbedingungen. Sowohl Projektname, als auch Albumcover, die Songunterteilung in lediglich vier unbetitelte Kapitel und eine Gesamtspieldauer von über 70 Minuten sprechen eine deutliche Sprache: „Make A Change… Kill Yourself“ wartet mit depressivem, selbstmörderischem, qualvollen und selbstzerstörerischen Black Metal auf, wie er – muss man schon leidige Vergleiche heranziehen – von Truppen wie Abyssic Hate, Shining oder Burzum verkörpert wurde respektive wird. Hauptproblem dieser sehr intensiven und meist schleppend-langsamen Spielart ist es, ein Stück trotz weniger Riffs oder Tempiwechsel über die gesamte Spielzeit (im Falle vorliegenden Albums zwischen 14 und 27 Minuten) packend und interessant zu gestalten. Make A Change… Kill Yourself gelingt diese hohe Kunst scheinbar mühelos, denn trotz der ungeheuren Länge der vier Kapitel sowie dem Umstand, dass die Riffs lange und ausdauernd wiederholt werden, kreiert der Däne auf seinem Debüt eine wahrlich beklemmende Atmosphäre. Zumeist in niedersten Temopregionen angesiedelt (das erste Kapitel gleicht aufgrund seines Zeitlupendrummings gar einem Doom-Song) wälzen sich die klirrenden, wehklagenden und sägenden Riffs aus den Lautsprechern, von einem genau richtig klingenden Schlagzeug akzentuiert und von einem wahrlich grimmigen Gesang veredelt. Ob wummernde Doublebass-Ausbrüche oder die absolute Hingabe an Agonie und Freitod in Zeitlupe, Make A Change… Kill Yourself fesseln den Hörer und reißen ihn hinab, unweigerlich hinab ins Dunkle. Abwechslung verschafft eine dann und wann eingestreute weibliche Rezitatorin sowie der Umstand, dass gut ein Viertel des Albums aus herrlich dunkel-wabernden und wallenden Ambientflächen besteht, die hervorragend zur todgeweihten Musik des leidenden Musikers passen. Vertonte Seelenqual in vier zeitlupenhaften und schleppenden Akten, könnte man behaupten, gäbe es da nicht das dritte Kapitel, welches erstmals und auch nur dieses eine Mal scheppernde Blasts in Verbindung mit frostig-rasenden Gänsehautriffs in die Musik Einzug erhalten lässt. Nach 70 Minuten klingt ein Album aus, wie es intensiver nicht ausfallen konnte. „Make A Change… Kill Yourself“ bewerkstelligt es, Monotonie zu erzeugen, ohne langweilig oder abgenutzt zu klingen, was die hohe Kunst dieser depressiven Black Metal-Spielart darstellt. Hinzu kommen schauerlich-intensive Vocals, gelungene Synthieflächen und das richtige Händchen für Tempiwechsel und gute Riffs, weshalb nur ein Urteil denkbar ist: Freunde des depressiven Black Metals à la Abyssic Hate, Shining oder Burzum müssen hier zugreifen und sich von der Musik in Besitz nehmen lassen. Bestellen könnt ihr den Freitod vertrauensvoll auf der Homepage der Plattenfirma.
9.0 Punkte von Björn Springorum (am 07.09.2005)
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