Die Musik hält, was das Cover verspricht, man sieht einen futuristisch anmutenden Kampfpanzer, der alles niederwalzt, was sich ihm in den Weg stellt. Genauso komme ich mir auch jedes Mal vor, wenn ich mir EXODUS' neues Album zu Gemüte geführt habe. Es wurde ja im Vorfeld darüber spekuliert, inwieweit sich die Line-Up-Wechsel auf die neue CD auswirken würden. Bekanntermaßen hat der langjährige Shouter Zetro Souza die Band aus freien Stücken verlassen, während die Ur-Mitglieder Tom Hunting und Rick Hunolt ihre Sticks, bzw. Gitarre aus gesundheitlichen Gründen an den Nagel hängen mußten. Doch der Ersatz kann sich mehr als nur sehen lassen, Paul Bostaph hat seine Klasse schon bei FORBIDDEN und SLAYER unter Beweis gestellt, ebenso wie Lee Altus bei HEATHEN. Komplettiert wird das Line-Up durch Sänger Rob Dukes, der es versteht, die Qualitäten seiner beiden Vorgänger Paul Bailoff (R.I.P.) und Zetro Souza in sich zu vereinen.
Um das Fazit voranzustellen: EXODUS haben mit "Shovel Headed Kill Machine" eines der stärksten Thrash Metal Alben diese Jahres abgeliefert. Hier stimmt über die gesamte Spieldauer fast alles, angefangen bei der ungezügelten Aggressivität im Songwriting, bis hin zum arsch-tighten Sound, für den Andy Sneap verantwortlich zeichnet. Schon der stakkato-artige Opener "Raze" zaubert mir ein verzücktes Grinsen ins Gesicht, die Gitarren braten äußerst fett und der eingängige Refrain, bei dem schon das Können von Rob Dukes deutlich wird, tut sein Übriges dazu. Gary Holt schüttelt ein Killer-Riff nach dem anderen aus dem Ärmel, hört euch nur 'mal "Now Thy Death Day Come" oder "Going Going Gone" an, so muß Thrash Metal gespielt werden! Daß es allerdings auch abwechslungsreicher gehen kann, zeigen die Bay Area-Helden bei "Shudder To Think", der satt im Midtempo dahergroovt und damit Rob Dukes die Möglichkeit gibt, seine haßerfüllten Vocals unters Volk zu schleudern.
Über dem ganzen Sound-Inferno thront Paul Bostaph, der serienweise Doublebass-Breitseiten abfeuert. Es ist ein Wahnsinn, was der Mann so auf seinem Drumkit abzieht, die Drumparts auf dem zweiten Song "Deathamphetamine" und dem vorletzten Track "44 Magnum Opus" klingen phasenweise wie nicht von dieser Welt. Über die gesamte Spielzeit ist kein Ausfall zu verzeichnen, selbst wenn wie bei "Karma's Messenger" oder "Altered Boy" ein bißchen das Tempo variiert wird. Der nicht minder heftige Titeltrack beendet dann ein saugeiles, hyperaggressives Thrashmetal-Album, das auf gekonnte Weise die traditionellen Bay Area Trademarks in einem modernem Soundgewand verbindet. EXODUS haben eindrucksvoll bewiesen, daß mit ihnen wieder zu rechnen ist.
Track-List
01. Raze
02. Deathamphetamine
03. Karma's Messenger
04. Shudder To Think
05. I Am Abomination
06. Altered Boy
07. Going Going Gone
08. Now Thy Death Day Come
09. 44 Magnum Opus
10. Shovel Headed Kill Machine
Line-Up
Rob Dukes - Vocals
Gary Holt - Guitar
Lee Altus - Guitar
Jack Gibson - Bass
Paul Bostaph - Drums
9.5 Punkte von Armin (am 23.10.2005)
Deine Meinung ist gefragt:
Druckversion des Artikels:
Artikel an Kumpel versenden:
musikalischer Background des Verfassers Thrash-, Speed-, Death- und Black-Metal, Mittelalter-Mugge
X Aktuelle Top6
1. Ensiferum "Victory Songs"
2. Gernotshagen "Märe aus wäldernen Hallen"
3. Troopers "Bestialisch"
4. Turisas "The Varangian Way"
5. Witchburner "Blood Of Witches"
6. Excrementory Grindfuckers "Bitte nicht vor den Gästen"
X Alltime-Klassix Top6
1. Slayer "Reign In Blood"
2. Metallica "Master Of Puppets"
3. Slayer "Hell Awaits"
4. Anthrax "Among The Living"
5. Overkill "Taking Over"
6. Metallica "Ride The Lightning"
[ Seit dem 23.10.05 wurde der Artikel 4701 mal gelesen ]