Spricht es eigentlich für den Rezensenten, wenn er in seiner Rezension als Vergleichsmöglichkeit stets andere genreverwandte Bands anführt? Einerseits könnte man behaupten, dass dem Leser auf diese Art sehr präzise Informationen zur Musik zugänglich gemacht werden, unter denen er sich konkret etwas vorzustellen vermag. Andererseits jedoch macht es sich ein Schreiber doch mit dem bloßen Aufzählen ähnlicher Kapellen mehr als einfach und die eigentliche Kunst liegt doch vielmehr darin, die Musik mittels geeigneter Worte zu umschreiben, nicht? Für welche Position man auch immer Stellung beziehen mag, kommt man beim Umschreiben von „Natural Disharmonies“, die einem Demo nachfolgende erste Eigenproduktion der Stuttgarter Death Metaller Necroid, nicht umhin, Bands wie Sinister, (ganz alte) Hypocrisy und (alte) Six Feet Under zu erwähnen. Dem traditionellen Todesblei verschrieben, geht das süddeutsche Trio mit einer gesunden Portion Selbstbewusstsein und Drive an ihre elf Songs nebst Intro heran und kann im Verlauf der kurzweiligen 50 Minuten durchaus behaupten, ein kurzweiliges Death Metal-Album eingeprügelt haben. Wie bei vielen artverwandten Eigenproduktionen treten zwar auch bei Necroid übliche Mängel wie der dumpfe Klang (insbesondere die Drums sind etwas sehr verwaschen ausgefallen, der Rest des Soundbildes geht in Ordnung) oder die stellenweise Unstrukturiertheit der Songs auf, alle jene negativ ins Gewicht fallenden Erscheinungen sind jedoch alles andere als eminent, sodass man ohne größere Probleme darüber hinwegsehen kann. Zwischen brachialen Prügelparts, flottem Uptempo-Gehacke und groovenden Walzeinlagen angesiedelt, deckt „Natural Disharmonies“ das gesamte Spektrum des tödlichen Metalls ab, dann und wann bauen die drei Stuttgarter auch düstere, ruhige Zwischenparts in ihre zumeist knackig-kurzen Songs ein, was dem Abwechslungsreichtum sehr zu Gute kommt. Die eingangs erwähnten Bands wirken sich insofern auf die Musik aus, dass insbesondere der tiefe und growlige Gesang Stefans sowie einige langsame, malmende Riffs desöfteren an Peter Tätgrens Gegrunze respektive Musik aus alten Tagen erinnert, diverse Tempi und Riffs auch auf dem zweiten oder dritten SFU-Werk stehen könnten und Sinister ähnlich traditionsverliebt (Soli!) an ihre Songs herangehen. Was bleibt ist ein überdurchschnittlich gutes, kurzweiliges und hübsch moshkompatibles Werk typischen Death Metals, frei von gravierenden Mängeln, zur gleichen Zeit jedoch auch frei von glänzenden und strahlenden Höhepunkten. Wobei, die kultigen Photos auf der Homepage (Vergnügungspark) sind wirklich erste Sahne!
Für 10 Euro über die Bandhomepage www.necroid.de beziehbar.
7.0 Punkte von Björn Springorum (am 02.11.2005)
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musikalischer Background des Verfassers Ganz klar aus dem frostig-kalten Black Metal kommend, jedoch ist eine starke Tendenz zu elektronischen Klängen harscher Natur und folkigen Klängen überaus sanfter Natur zu erkennen...fügt man nun noch eine Prise Yann Tiersen dazu...voila!
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