Zugegeben, es hat einige Durchläufe gedauert, bis ich mit dem komplexen Material dieser überaus talentierten, wohlgemerkt christlichen (!) Band aus Atlanta/Georgia warm geworden bin. Aber die Geduld hat sich gelohnt. Nach einer selbst produzierten Scheibe („The Remnant“) und etlichen Live-Gigs wurden BECOMING THE ARCHETYPE in den USA von Solid State Records gesignt. Hierzulande erscheint das von Tue Madsen (Antfarm Studios, Dänemark) zu einem vorzüglichen Sound gemixte „Terminate Damnation“ nun ca. 4 Monate später über Abacus Recordings Europe. Nun, wenn man so weit ausholt, ist das meistens ein Zeichen, dass einem die Band/die Platte irgendwie am Herzen liegt. Auch hier ist das so, denn mit „Terminate Damnation“ beschreiten BTA Pfade, die in dieser Form bisher fremd und unwegsam waren. Das freut natürlich einen Rezensenten. BTA sind moderner, technischer Death Metal, angereichert mit Stilmitteln aus Heavy-, Thrash-, und Black-Metal, Grind- und Hardcore. Ergo so was wie „The best of all worlds“ oder aber die definitive Weiterentwicklung der unsäglichen Metalcore-Bewegung. Die Plattenfirma nennt zu Promo-Zwecken die Namen OPETH, CARCASS und UNEARTH und auch wenn BTA nur selten wirklich an eine der genannten Bands erinnern, kommt der Vergleich irgendwie hin. Die progressive Weitsicht von OPETH, die kranke Brutalität von CARCASS und die entfesselte Aggression des Hardcore wirken auf dieser Platte ganz selbstverständlich zusammen, und das ist auch gut so. Auf „Terminate Damnation“ findet sich aber noch vieles Ungewöhnliches mehr: Ausufernde instrumentale Passagen, die sich oft klassisch in Piano- und sogar Orgel -Parts äußern (dabei fühlt man sich ein wenig an die „Blessed are the sick“- Phase von MORBID ANGEL erinnert). Selbst folkloristische Akustikgitarren und ein Hendrix-artiges Blues-Solo streut man sorglos in den Gesamtsound ein. Die ganze Melange ist also alles andere als eingängig und man benötigt wirklich ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit beim Hören der Platte. Erst dann entfalten Songs wie das über elfminütige, in drei Parts unterteilte „Elegy“, der vertrackte Opener „Into Oblivion“ oder das begnadete „Ex Nihilo“ ihre volle Wirkung. Einfach klasse, wenn während des letztgenannten Songs endlich einmal der Knoten platzt und mit einem emphatischen „Let`s go“ straight drauflos gerockt wird. Leider, und das ist für mich das Manko der Scheibe, werden insgesamt zuwenig solcher Gänsehautmomente geboten. Viel Kopf, wenig Bauch. Daher „nur“ knappe 8 Punkte. Auch mit der gewissen Voraussicht, dass das sicher noch nicht das beste Werk der Band war. Ach ja, und das Artwork ist von Cover-Gott Dan Seagrave (u.a. Entombed, Dismember, Morbid Angel ). Hört euch das gesamte Album auf der E-Card auf der BTA-Homepage an!
8.0 Punkte von Schneider (am 23.12.2005)
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musikalischer Background des Verfassers 80`s Metal, Old School Thrash, Brutal & Technical Death, Metalcore, Hardcore, Mathcore, Hardrock, Melodic Rock/AOR, Prog-Metal
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