Als ich mir die CD der deutschen Band AGAMENDON das erste Mal zu Gemüte führte, wusste ich absolut nicht, was ich davon halten sollte, konnte ich doch überhaupt keinen klaren Stil ausmachen, das ist es aber vielleicht auch, was die Scheibe ein wenig interessant macht.
Angefangen beim Cover, welches ein eher Black Metal-typisches Stillleben präsentiert, (Wald inklusive Schnee bei Nacht) geht es über die schwer einzuordnen Songtitel („Revenge“, „Awaked“ sowie „Selected & dead“) direkt zur Musik der aus Castrop-Rauxel stammenden Formation und diese will weder zum Cover noch zu den Songtitel passen, sie liegt irgendwo zwischendrin.
Black Metal Einflüsse sind unüberhörbar, (besonders der Kreischgesang, welcher recht gut gelungen ist, sowie einige Gitarrenpassagen, besonders in „Revenge“) aber auf der anderen Seite sorgen ultratiefe Growls und eine charakteristisch-hackende Gitarrenarbeit dafür, daß man es plötzlich mit groovigem Death Metal amerikanischer Natur zu tun hat.
Als ob das nicht genug wäre, schimmern desöfteren auch Thrash Metal Einflüsse durch („Awaked“) und um das Maß voll zu machen meine ich auch ab und an eine schwedisch-orientierte Death Metal Stelle auszumachen (ebenfalls „Awaked“).
Hört sich das alles hier zwar noch etwas wirr an, nimmt die Mucke, ich beschreibe sie jetzt hier mal als „Blackened Death/Thrash Metal“, nach einigen Durchläufen doch noch konkrete Formen an und besonders die Uptempopassagen (idealerweise mit richtig geilem Gekreische versehen – wie beim ersten Track) haben es mir sogar ein wenig angetan, wird die Musik hier einfach und ohne Schnörkel gnadenlos heruntergeprügelt, die Drums sind sehr simpel (ohne unnötige Breaks oder dergleichen und schön roh aufgenommen, besonders die Snare ) und auch die Gitarren verlieren sich nicht gerade in komplexen Riffs. Zu dem spontanen Geholze gesellt sich noch ein räudiger Sound, der zur Musik passt wie die Faust aufs Auge.
Einzig und allein sämtliche Soli auf der knapp elfminütigen MCD (ja ja, in der Kürze liegt die Würze!) hätte man getrost weglassen können aber ansonsten gibt es am hier gebotenen Songmaterial nicht viel auszusetzen, es macht sogar recht viel Spaß, dem Gehacke der Band zuzuhören, wenn man eben nicht mit Anspruch an die ganze Sache herangeht und sich auf simple Rohkost einstellt.
Zwar bin ich mir sicher, daß mir die Musik nach spätestens 30 Minuten gehörig auf die Nerven gehen würde, aber da dies nicht der Fall und die ganze Chose nach knapp Elf Minuten auch schon wieder vorbei ist, kann man gegen dieses Demo (?) absolut nichts sagen.
Für alle, die mal wieder ein erfrischendes Erlebnis aus dem deutschen Underground ihr Eigen nennen wollen, sei AGAMENDON wärmstens empfohlen.
Ein Preis liegt mir leider nicht vor, aber für 11 Minuten Musik wird die Band schon keine Wucherpreise verlangen, fragt einfach nach unter:
Kover_de@yahoo.de oder Kai Overkamp, Kunostr. 2, 44579 Castrop-Rauxel.
Leider habe ich absolut keine Informationen, wie alt diese MCD ist, wo sie aufgenommen wurde und wer bei dieser Band spielt aber oben angegebene Adressen werden euch sicher weiterhelfen!
7.0 Punkte von Björn Springorum (am 16.04.2002)
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musikalischer Background des Verfassers Ganz klar aus dem frostig-kalten Black Metal kommend, jedoch ist eine starke Tendenz zu elektronischen Klängen harscher Natur und folkigen Klängen überaus sanfter Natur zu erkennen...fügt man nun noch eine Prise Yann Tiersen dazu...voila!
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