Ganz schön heftig, was die Kieler Formation ENDSTILLE auf ihrer zweiten Eigenproduktion zu bieten hat. Laut Bandinfo haben ENDSTILLE vor , „den Kommerz aus Deutschlands Black Metal vertreiben“. Markige Worte und ob dies dem norddeutschen Quartett mit ihrem Zweitling „Operation Wintersturm“ gelingen wird, wage ich einmal stark zu bezweifeln, auch wenn die Idee lobenswert ist. Attestieren kann man der Band jedoch, daß sie es verstehen, brutalen und schnörkellosen Black Metal zu schreiben und darzubieten. Verpackt in ein, für eine Eigenproduktion, sehr gutes Soundgewand wird einem hier kompromissloser und etwas an Marduk (was vor allem die Symbolik und Aufmachung des Demos betrifft) angelehnter Black Metal um die Ohren gepfeffert. Die ersten drei Songs fegen auch herrlich brutal über die Köpfe der Zuhörer hinweg, doch genau darin liegt das Problem, da es desöfteren vorkommt, daß man über das Ziel hinwegfegt, was sich in etwas zu oft wiederholten Riffs äußert, welche allenfalls Durchschnitt sind und die Chose etwas langatmig gestalten. Glücklicherweise gibt es auf der anderen Seite richtig gelungene Riffs, welche sich schön intensiv in die grauen Zellen fräsen und von einem verdammt präzisen Drumming begleitet werden!
Überwiegend wird hier das Gaspedal durchgedrückt, was ab und an leider in etwas zu viel Raserei endet, welcher wohl nur Geschwindigkeitsfanatiker etwas abgewinnen können. Diese sind hier allerdings bestens bedient und dürften sich bei der von ENDSTILLE dargebotenen Musik auch sofort heimisch fühlen, mir ist es teilweise doch etwas zu abwechslungslos!
Monotonie ist die eine Sache und ich habe auch absolut nichts gegen ein Highspeed-Inferno, aber hier fehlen einfach ein paar zündende Ideen, um die Musik etwas abwechslungsreicher zu gestalten.
Natürlich haben ENDSTILLE auch auf den anderen Songs absolut gutklassigen Black Metal zu bieten, welcher auch bis zu einem gewissen Grad zu gefallen weiß, aber auf Dauer an den oben angesprochenen Punkten krankt.
Besser wird es dann allerdings mit dem siebten Song „Ballad of the frostbitten heart“, welcher aufgrund des anfangs sehr gedrosselten Tempos sehr gut aus den Boxen dringt und sofort ins Ohr geht. Hier zeigen ENDSTILLE ihr nicht gerade geringes Potential denn alle Mitglieder verstehen es hervorragend, ihre Instrumente zu bedienen.
Nach einem weiteren Black Metal Inferno („War Metal“) gibt es zum Schluss mit „Endstille“ noch einen etwas aus der Reihe tanzenden Track, welcher den Titel 6 Minuten wortwörtlich nimmt und nur absolute Stille zu bieten hat, bevor die letzten Sekunden noch ein altes deutsches Volkslied einsetzt...recht seltsam.
Fazit: Alle, die einmal wieder die absolute Vollbedienung in Sachen Black Metal brauchen, sind bei ENDSTILLE bestens bedient und ich bin mir sicher, daß wir von dieser Band noch einiges zu hören bekommen, werkelt man laut Bandinfo doch bereits an der „dritten Offensive“. Wenn die Band dann die von mir angesprochenen Mängel beseitigt könnte ich mir durchaus eine bessere Benotung vorstellen.
Ein Wort zum Schluss: Auch wenn es ENDSTILLE wohl nicht schaffen werden, den Kommerz aus Deutschlands Black Metal zu vertreiben haben sie dennoch allen Möchtegern-Black Metallern (die Fraktion in Dimmu- und Cradle Shirts) gezeigt, daß sie soweit davon entfernt sind, Black Metaller zu sein, wie Mc Donalds davon, nahrhaft zu sein.
7.0 Punkte von Björn Springorum (am 31.08.2002)
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musikalischer Background des Verfassers Ganz klar aus dem frostig-kalten Black Metal kommend, jedoch ist eine starke Tendenz zu elektronischen Klängen harscher Natur und folkigen Klängen überaus sanfter Natur zu erkennen...fügt man nun noch eine Prise Yann Tiersen dazu...voila!
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