Wenn eine Band über ihre Demos u.a. über Online-Auktionen vertreibt, ist dies nicht zwangsläufig ein schlechtes Zeichen. So wie im Falle von Autumn Death, die entgegen Ihres Namens mit Gothic oder Düsterrock nicht viel am Hut haben. Schließlich bin ich ja auch über den Suchbegriff Edenbridge auf die Band aufmerksam geworden. Die Österreicher können nur bedingt als Vergleich herangezogen werden. Neben der Kombination weiblicher/männlicher Gesang, beschränken sich die Gemeinsamkeiten darauf, dass auch die Immenstädter melodischen Rock spielen, der sich trotz toller Melodien erst bei längerer Beschäftigung in seiner ganzen Pracht entfalten kann und eher was für die gemütliche Stunde mit einem guten Tropfen Wein ist.
„Autumn Death“ entstanden im Dezember 2000 mit dem Ziel einfach nur gute Musik, ohne jegliche kommerzielle bzw. trendbezogenen Hintergründe zu machen. Das Angedachte entwickelte sich zu einem Konzept, welches auf „a life a love a tragedy“ umgesetzt wurde. Die Geschichte, in der die psychologischen Hintergründe eines Doppelmordes, der sich tatsächlich zugetragen hat, beschrieben werden, wurde auf sehr ansprechende Weise musikalisch umgesetzt. Die Art der textlichen Gestaltung färbt die Grundstimmung folglich etwas düsterer und der aufgeschlossene Hörer kann sich in eine eigene Fantasiewelt begeben. Für die gesangliche Umsetzung ist auf dem vorliegenden Demo noch eine Dopppelbesetzung (Annette Gantner/ Michael Dreher) zu hören. Trotz einiger gesanglicher Schwächen von beiden, die allerdings durch die emotionale Komponente des Gesangs nahezu kompensiert wird, funktionieren die mal gegensätzlichen, mal ineinanderlaufenden Stimmen sehr gut und tragen gut zur Dramaturgie der Scheibe bei.
Weniger gut gefällt mir - ist aber Geschmackssache- der japanische Drummer. Einerseits ist dieser klinische Drum-Sound sicherlich sehr passend für das Textkonzept, aber auf der anderen Seite gehöre ich in puncto Drums zu den Anhängern organischer Klänge, die einfach mehr Druck und Energie haben. Keine Frage besteht allerdings darüber, dass der Drum-Computer gut programmiert ist. So liegt es auch nahe, dass die Produktion für ein Demo-Debüt sehr gut ausgefallen ist und alle Instrumente harmonisch nebeneinander stehen. Nichts was sich marktschreierisch in der Vordergrund drängt. Davon könnten sich manche Major-Bands noch eine Scheibe abschneiden.
Sieht man davon ab, dass die Farbwahl des Booklet sehr unglücklich ausgefallen ist und deswegen die Textelemente nur sehr schwer lesbar sind, kann ich dieses Werk nur weiterempfehlen. Es wird alles geboten, was ein genreoffenes Rock/Metal-Album bieten muss. Auf Grund der professionellen Detailverliebtheit muss der Band ein gehöriges Potential bescheinigt werden. Vier bis fünf intensive Durchläufe und „a life a love a tragedy“ müsste Euch fesseln.
(01) Wasteland Of my Soul (Intro) 01:37
(02) Overture 03:09
(03) Communication Breakdown 05:55
(04) A Life A Love A Tragedy... 05:19
(05) Upstairs 04:46
(06) Vodoo 01:31
(07) Delirium 04:57
(08) While Tears Run Dry 05:05
(09) Reality Confused Future 03:47
(10) Dawn Of Time 04:50
(11) Closure (outro) 01:28
Gary Sailer - guitars & lyrics
Annette Gantner - lead vocals & woman's voice
Michael Dreher - lead vocals & keyboards
Niki Eglseder - keyboards & programming
Florian Eglseder - bass & storyboard
9.0 Punkte von LEX (am 11.03.2003)
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musikalischer Background des Verfassers True-und Power-Metal, Viking/Pagan/Folk-Metal, Osteuropa und Exoten in jeglicher Form, Genreübergreifendes, auch mal Thrash oder Death und Black in melodischer Ausprägung sowie ein wenig Gothic und Punk.
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