Neotruth (Russland) "32‘42‘‘ Short Infinity" CD
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Kennt jemand den Film „Die schwarzen Reiter von Tula?“. Nein? Ist auch nicht schlimm, denn das hat mit der CD wenig zu tun, außer daß der russische Fünfer die Tracks in Tula aufgenommen hat und wohl aus diesem verschlafenen Nest in Russland kommt.
Die Band spielt Death Metal mit starkem Keyboard-Einfluss. Ganz grob trifft es den Kern schon. Sehr melodische Instrumentalisierung mit ebenfalls recht meoldischen Deathvocals. Hinzu kommt phasenweise noch ein gewisser Gothic-Einfluss, der mich öfters mal an Cremtory erinnert. Alles sehr interessante Zutaten, die eine explosive Mischung ergeben.
Das Intro fängt mit Nighwish-ähnlichen Keyboards an, um dann ein beklemmende Spannung aufzubauen. Fließend geht es in das melodische „Ode to Winter“. Die rauhen Vocals erzeugen zusammen mit den Gitarrenriffs und dem Keyboard einen Adrenalinschub der besonderen Klasse. Siebeneinhalb atemberaubende Minuten zelebrieren Neotruth in diesem sehr powermetallischen Stück ihr Können.
„Fallen Flames“ zeigt die Band von ihrer todesmetallischen Seite. Knallhart, spielend wechselnd zwischen sauschnell und mittleren Tempi ohne jedoch das Gespür für die griffigen Melodien zu verlieren. Fließend gelingt der Übergang in die Gothicelemente im zweiten Teil des Tracks. Und alles klingt wie eine zusammengewchsene Einheit, nicht zusammengeklebt.
„Elder Gods“ ist ein thrashiger Uptempo Stampfer, in dem sich irgendwo ein Gitarrenriff versteckt hat, das ich bei Al Sirats Metalstorm auch schon mal gehört habe.
Der vorletzte Track, das instrumentale „Recollecting the Origins“ hällt locker den bisherigen Standard. Sehr powermetallisch mit bombastisch verspielten Keyboards und einer Melodie, die sofort ins Ohr geht und nicht wieder raus.
In „The Rain“ – ein achteinhalb Minuten-Epos – zeigt die Band noch mal all ihr Können: Spielender Wechsel zwischen schnellen und langsamen Passagen, griffige Melodien und eine Dramaturgie wie sie nur ganz Große der Musikszene beherrschen.
Mit gut 33 Minute ist die Spielzeit wirklich kurz, aber man kann die CD so oft hören, daß short infinity ein durchaus passender Titel ist.
Wie Ihr merkt, ich bin restlos begeistert. Diese Band hat sich schon jetzt einen Rang in meinem persönlichen Top10 erspielt. Muß eigentlich Russlands nächster musikalischer Exportknüller werden.
Fette 9 Punkte.
Trackslist:
01.) Entering the Infinity (Intro)
02.) Ode to Winter
03.) Fallen Flames
04.) Elder Gods
05.) Recollecting the Origins
06.) The Rain
Die Band:
Alexey Kuznetsov – vocals
Alexandr Korolev – lead & rhythm guitars
Vladimir Weiss – bass
Tatyana Rudaeva – keyborads
Vladimir Mitrofanov – lead & rhythm guitars
Alexandr Khripunov – drums 9.0 Punkte von LEX (am 14.05.2003)
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musikalischer Background des Verfassers True-und Power-Metal, Viking/Pagan/Folk-Metal, Osteuropa und Exoten in jeglicher Form, Genreübergreifendes, auch mal Thrash oder Death und Black in melodischer Ausprägung sowie ein wenig Gothic und Punk.
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