Was haben wir den norwegischen Black Metal Szene viel zu verdanken. Mal ehrlich: Annähernd jede Black Metal Sammlung sähe ohne Truppen wie Mayhem, Darkthrone, Burzum, Emperor, Satyricon (Liste kann endlos fortgesetzt werden) ganz schön arm und blass aus! Ja, die Norweger waren Anfang und Mitte des letzten Jahrzehnts klar das tonangebende Volk in Sachen frostigem, bösem und dunklen Black Metal, soviel ist mal klar. Dennoch hat sich in den letzten Jahren einiges geändert und leider kann die einst so starke Szene nicht mehr an ihre frühen Erfolge anknüpfen, wird aber immer noch von Idealisten wie Darkthrone, Carpathian Forest oder natürlich Satyricon am Leben gehalten. Eine weitere Band, welche bereits seit Urzeiten existiert, es aber bei weitem nicht so weit gebracht hat wie die bekannten Geschwister, ist Kharon. 1989 gegründet verpasste man den großen Hype Anfang der Neunziger und brachte es bis 1994 fertig, gerade mal einen (!) Song fertig zu stellen. Nach einer langen Pause rauften sich die Norweger 2001 wieder zusammen, was in einer ersten Demo-CD resultierte, die meiner Meinung nach dazu dienen sollte, auf den längst abgefahrenen Black Metal Zug aufzuspringen und noch ein paar Kröten zu verdienen.Zwei Jahre später steht nun schon die nächste Veröffentlichung an, was im Hause Kharon allem Anschein nach einer Veröffentlichungswut nahe kommt. Ebendiese mit „Raised By Hellish Demons“ betitelte Veröffentlichung wird uns dank Ketzer Records nun in Form einer MCD nähergebracht, da das Label das vorliegende Songmaterial laut Presseinfo zu gut fand, um es nur als Tape oder CD-R zu veröffentlichen. Warum nicht. Meiner Meinung nach hätte es zwar auch ein Tape getan aber das geht mich ja nichts an. Fakt ist, dass Kharon auf „Raised By Hellish Demons“ soliden Black Metal mit jeder Menge Thrash-Einflüssen bieten, welche für jeden norsophilen Lunatic, der nicht genug von norwegischen Black Metal Ergüssen bekommen kann, durchaus seinen Reiz haben sollte. Überwiegend schnell gehen die Nordlichter zu Werke, ohne dabei allerdings Geschwindigkeitsrekorde brechen zu wollen, was ich sehr begrüße, da die Musik dadurch jederzeit übersichtlich bleibt. Neben einigen Uptempo-Doublebassattacken verschlägt es die Band zwar ab und an auch in gänzlich gemäßigte Gewässer, womit der Punkt „Abwechslungsreichtum“ somit auch abgehakt wäre. Zwar hat man mit „Face Of Death“ auch eine gänzlich versiebte Nummer im Gepäck, der Rest dieser knappen halben Stunde nordischen Black Metals ist aber allemal solide und durchaus hörenswert, besonders der Opener „Route 666 – Destination Hell“ weiß hierbei zu gefallen. Bei allem Respekt stellt sich mir dennoch die Frage, wer ein solches Album heute noch braucht! Klar ist die Musik nicht schlecht und auch die Atmosphäre stimmt, dennoch werfe ich die berechtigte Frage in den Raum, ob sich Kharon mit ihrer Musik in der völlig übersättigten Black Metal Landschaft etablieren können. Zu wünschen wäre es ihnen allemal, bezweifeln darf ich dies aber trotzdem! 6.5 Punkte von Björn Springorum (am 28.10.2003)
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