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Fornost "Donner Über Den WÄldern Brandenburgs"
Unglaublich! Fornost haben es endlich vollbracht, ihr erstes vollständiges Werk auf die schwarzmetallene Gemeinde loszulassen. Hört man sich das Endresultat auf "Der Wind hat mir ein Lied erzählt" an, kommt man schnell zu dem Schluss, dass sich ein jeder Tag des Wartens mehr als nur gelohnt hat, da das Endprodukt simpel ausgedrückt ein nahezu perfektes und atemberaubend intensives Black Metal-Werk geworden ist. Lest nun aber selbst, was Draug, derzeit einziger Protagonist hinter Fornost, im endgültig LETZTEN Interview für ein Online-Magazin zu sagen hat...
Weitere Infos zu Fornost:
REVIEWS:
Fornost Der Wind Hat Mir Ein Lied Erzählt
Fornost Split Mit Vargulf
INTERVIEWS:
Fornost - Donner Über Den WÄldern Brandenburgs

Draug, kommen wir zuerst auf euren Bandnamen zu sprechen, welcher ja aus dem Tolkien-Universum stammt und die Bedeutung „Festung des Nordens“ hat. Somit könnte man den Bandnamen auch gut aus dem Tolkien-Kontext herauslösen, findest du nicht?
Die Frage nach dem Bandnamen wurde mir ja schon recht häufig gestellt und es war eben wirklich so, dass wir uns damals eher nach einem wohlklingenden beziehungsweise passenden Namen für die Band umgesehen haben und die Bedeutung eher nebensächlich war. Man kann allerdings schon sagen, dass auch die wortwörtliche Übersetzung nicht ganz unpassend ist, da wir ja eher im nördlichen Teil Deutschland angesiedelt sind.
 
Hinzu kommt, dass auch die von Fornost erschaffene Klangkunst durchaus nordisch und frostig aus den Boxen weht, daher passt der Bandname also in doppeltem Sinne!

Auch Thauron hat sich meines Wissens nach ein Pseudonym als Tolkiens Reich zugelegt, weshalb folgende Frage unvermeidbar ist: Was fasziniert euch an Tolkien?

Für mich, und ich glaube ich spreche da auch für Thauron, war / ist das Schaffen Tolkiens einfach unglaublich. Mit welcher Detailverliebtheit und Ausführlichkeit er eine ganze Welt erschuf (inklusive Sprachen, Geschichte, Mythologie etc.) ist einfach einmalig und wirklich bewundernswert.
 
Neben euch gibt es eine Vielzahl anderer Bands, welche sich aus dem Mittelerde-Namensfundus bedienen, ich denke ich brauche hier Bands wie Burzum, Gorgoroth, Rivendell, Barad Dür usw. nicht zu erwähnen. Warum denkt ihr bedienen sich gerade so viele BM-Bands aus dem Fundus des strengen Katholiken Tolkien?
Ich denke, dass habe ich mit meiner Antwort zu Frage 2 schon begründet. Ich gehe stark davon aus, dass nicht nur mich die Werke Tolkiens so nachhaltig beeinflusst haben, sondern es sich bei den von Dir genannten Musikern ähnlich verhält. Die Geisteshaltung ist für mich in diesem Fall unwichtig, da ich nicht den Menschen Tolkien verehre sondern seine Werke.
 
Nun kümmern wir uns aber um das neue Album. „Der Wind hat mir ein Lied erzählt“ ist eure erste Full-Length Veröffentlichung. Meine Meinung über die Platte kennst du ja schon, erzähle mir aber einmal, was du und der Rest der Band darüber denkt!
Den „Rest der Band“ gibt es ja nicht mehr, aber alle an der Aufnahme beteiligten Musiker (d.h. Thauron, Hrim und Tiusson) sind natürlich mehr als zufrieden mit dem Endprodukt und in gewisser Weise auch ein wenig stolz auf ein solch gelungenes Album. Sicherlich gibt es einige Schwachstellen in der Produktion, aber es muss ja auf der nächsten VÖ etwas zu verbessern geben. Auch die Resonanzen von Magazinen und „normalen“ Hörern waren bis jetzt fast durchgängig sehr gut bis euphorisch, was einen als Musiker natürlich freut.
 
Vergleicht man eure beiden Demos und die EP mit dem neuen Werk stellt man unweigerlich große Unterschiede fest. Welches sind deiner Meinung nach die signifikantesten Unterschiede zu den Fornost Frühwerken?
Ich finde, dass man eher die Demos mit der EP und dem neuen Album vergleichen sollte, da „Die Weide“ (von der Split-EP mit Vargulf - d. Verf., siehe auch Review zu dieser VÖ) in etwas besserer Produktion auch durchaus auf „Der Wind hat mir ein Lied erzählt“ hätte verewigt werden können. Die größten Unterschiede sind sicherlich die doch recht stümperhafte Spielweise auf den Demos sowie die sehr undifferenzierte Produktion. Wir waren halt noch jung, haha. Bei den neuen Stücken der CD fällt auf, dass sie etwas ruhiger und weniger ungestüm daher kommen, was sich jedoch in der Zukunft nicht zwangsläufig fortsetzen wird.
 
Das Stück „Birkenwald“ besticht durch sehr neofolkloristische Musik und eine genial verlorene Stimmung. Wird es auch in Zukunft Werke dieser Art geben?
Es wird definitiv noch ein Stück dieser Art auf einer in diesem Jahr erscheinenden EP geben, auf welcher neben diesem neuen Song auch der bereits aufgenommene DI6 Coversong „Little Black Angel“ zu finden sein wird. In welche Richtung sich das neue Material entwickeln wird, kann ich jetzt noch nicht genau sagen. Ruhiger wird es aber nicht werden.
 
Der Rest des Albums präsentiert sich überwiegend rau und böse, weist aber auch ruhige, nachdenkliche Passagen auf, zu hören bspw. in „Bustum“. Ist dieser Track als Burzum-Hommage zu verstehen?
Der Titel des Stückes suggeriert ja schon eine gewisse Ähnlichkeit zu „Burzum“, sollte allerdings nicht als diese aufgefasst werden (Bustum (lat.) = Verbrennungsstätte). Musikalisch kann es sicherlich als eine Hommage an Varg Vikernes aufgefasst werden, da ich mich beim Schreiben des Songs recht stark von Titeln wie „Dunkelheit“ oder „Det som en gang var“ inspirieren ließ, ohne jedoch eine billige Kopie zu verfassen.
 
Wie kam es, dass Fornost plötzlich zum Quartett angewachsen sind?
Inzwischen hat sich dieses Thema auch schon wieder erledigt, da ich nach den Aufnahmen der CD beschloss, Fornost als alleiniges Mitglied weiter zu führen. Da ich mich in den letzten Jahren eh um alles gekümmert habe und die Band in gewisser Weise allein repräsentiere, empfand ich diesen Schritt als recht logisch und notwendig. Ein großer Dank gilt an dieser Stelle natürlich Tiusson, Hrim und insbesondere Thauron für die Unterstützung bei den Aufnahmen zur CD und sicherlich ist eine Zusammenarbeit bei weiteren VÖ nicht vollkommen ausgeschlossen (insbesondere auf Thauron bezogen, da er ja Fornost mit mir gegründet hat und durch seinen klaren Gesang sicherlich auch einen Großteil der Fornost Songs prägt). Man wird sehen, was sich in der Zukunft ergibt.
 
Bitte stelle doch bitte kurz deinen Standpunkt zum Thema „Limitierungswahn im Black Metal“ und die Folgen bei eBay und co. dar! Sind es irgendwelche Rumpelkapellen wert, bei eBay für Unmengen an Geld wegzugehen, nur weil sie ihre Demos auf 88 Stück limitiert haben?
Ich werde jetzt sicherlich nicht wie viele andere aus der „Szene“ anfangen, gegen Ebay hetzen (ich finde, dass es eine tolle und praktische Erfindung ist, um günstig Sachen zu kaufen oder von mir aus auch zu verkaufen). Jeder ist doch selbst dafür verantwortlich, wenn er die Preise dort bezahlt und sich nicht über andere Wege zu helfen weiß (wenn ich bloß die Adressen von EMP oder Nuclear Blast habe, ist es sicherlich schwer, scheinbar „rare“ Platten woanders als bei Ebay zu beziehen). Ich finde es eher amüsant, wenn ich beobachte, für wie viel Geld jeden Tag Platten von Moonblood, Mütiilation oder Nargaroth versteigert werden. Ich wüsste mit meinem Geld besseres anzufangen, aber jedem das seine. Und wer meint, für irgendwelchen elitären Undergroundmist Geld aus dem Fenster zu schmeißen, um sich das 6. eines auf 15 Exemplare limitierten Tapes in den Schrank zu stellen, dem geht es doch noch viel zu gut. Bluten müssen sie!
 
Die deutsche Black Metal Szene – ein Trauerspiel?
Es gibt ja sicherlich nicht nur Vollspacken in Deutschland, sondern auch wirklich gute und hoffnungsvolle Gruppen wie S.o.t.M., Lunar Aurora, Luror, Wolfsmond, Helrunar und Grabnebelfürsten (um mal ein paar Ausgewählte zu nennen) und auch eine handvoll vernünftiger Leute, welche noch nicht völlig verblendet sind und sich als Szenepolizei aufspielen. Über all die anderen minderbemittelten Geschöpfe sollte man sich jedoch nicht allzu sehr den Kopf zerbrechen und sie mit Ignoranz straffen. Früher oder später verlieren sie sich eh wieder in der Bedeutungslosigkeit.
 
Was ist im Black Metal schiefgelaufen, dass es heute so viele Witzfiguren gibt?
Möglicherweise haben die Thallium Dosierungen nicht ausgereicht? Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall haben die ganzen Spinner mit dem Internet eine schöne Spielwiese gefunden, damit auch wirklich jeder von ihrer Existenz Notiz nimmt und sich möglichst stark belästigt fühlt.
 
Inwiefern sind die Arbeiten an neuem Material vorangeschritten?
Ich habe zwar schon ein paar Ideen und Vorstellungen für kommende VÖ, fertige Stücke gibt es aber noch nicht. Als nächstes steht ja auch erst einmal die LP Version von „Der Wind ...“ an (hoffentlich noch im April), dann folgt die bereits angekündigte EP und auch für Ende des Jahres gibt es schon recht konkrete Pläne. Relevante Informationen sind bei Zeiten auf unserer Webseite www.fornost.de abrufbar.
 
OK Draug, das wars von meiner Seite, die letzten Worte gebühren dir!
Zum Abschluss möchte ich mich bei Dir für dieses abwechslungsreiche und interessante Gespräch danken, welches zu meiner Freude und Überraschung sogar fehlerfrei daher kam (heutzutage ist das ja leider nicht mehr normal). Ein durchaus gelungenes letztes Gespräch für ein Online Magazin. Danke auch für Deine Geduld beim Beantworten der Fragen. Ich wünsche Dir weiterhin alles Gute bei Metal Glory.

Flamme empor! Draug (20.03.2004)
 

geführt am 21.03.2004   von Björn Springorum
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musikalischer Background des Verfassers
Ganz klar aus dem frostig-kalten Black Metal kommend, jedoch ist eine starke Tendenz zu elektronischen Klängen harscher Natur und folkigen Klängen überaus sanfter Natur zu erkennen...fügt man nun noch eine Prise Yann Tiersen dazu...voila!
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6. Yann Tiersen "Die fabelhafte Welt der Amelie"

[ Seit dem 21.03.04 wurde der Artikel 5668 mal gelesen ]
 
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