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Face New World "From Core To Death"
Face New World wurden anno 1998 als Hardcore-Gruppe aus der Taufe gehoben. Damals agierte man noch unter dem Namen INCREASE. Ab Sommer 99 fährt man etwas schwereres Geschütz auf und nähert sich dann immer mehr dem Deathmetalgefilde, in dem man sich heute heimisch fühlt. FACE NEW WORLD haben mittlerweile die Suche nach einer eigenen Identität und musikalischen Ausdrucksweise erfolgreich, wie es scheint, abgeschlossen und präsentieren sich der Metalgemeinde als traditionelle Deathmetalband die auch kurze Ausflüge ins schwarzmetallische oder zuweilen auch Grind’ge Terrain nicht scheut. Bei alldem bleiben FACE NEW WORLD immer dem Oldschool-Stil von vor zehn Jahren verbunden – Traditionalisten wie sie im Buch stehen.
Weitere Infos zu Face New World:
REVIEWS:
Face New World Bleeding Wounds
INTERVIEWS:
Face New World - From Core To Death

Gratulation erst mal zu eurem neuen Album. Gefällt mir ziemlich gut, und wenn ihr diesen Weg weitergeht, dann stehen euch noch, zumindest in der lokalen Szene, mit Sicherheit viele Türen offen.
Volker: Danke *g*
 
Und – wie geht’s euch gerade? Ihr habt bei uns in der Rezension siebeneinhalb Punkte erhalten und seid jetzt dank eurer gelungenen CD „Bleeding Wounds“ bei METALGLORY im Vertrieb. Grund zur Freude, oder?
Artur: Die 7,5 Punkte bei METALGLORY ist für mich persönlich ein enormer Erfolg. Auch die recht gute Kritik hat mich mehr oder weniger überrascht. Da wir mit der Metal-Szene nur sehr wenig Kontakte hatten (ich glaube, wir hatten noch kein mal ein richtig reines Metalkonert absolviert) und ich nicht wirklich weiß, wie wir so recht eingestuft werden bin ich hocherfreut über die Tatsache, dass wir doch unseren Stil als Oldschool-Deathmetal bezeichnen dürfen. Ich habe uns nie mir anderen Bands verglichen. Und immer wenn man mich fragte welchen Stil wir machen, hatte ich mich nicht immer getraut zu sagen : „Wir machen Deathmetal“! Lange Rede kurzer Sinn. Ich freue mich jedenfalls in der Auswahl von METALGLORY mit dabei zu sein. Przemek: Es freut mich sehr dass wir mit unser Musik ein sehr weites Feld abdecken dürfen und auch in der Metalszene gut ankommen. Musikalisch ist es klar dass wir mehr zu Metal tendieren aber was die Texte angeht bin ich da stark Hardcore- gebunden, weil ich aus der Ecke komm. Also wie gesagt, es freut mich dass wir den Geschmack musikalisch bzw. auch inhaltlich beider Szenen treffen. Schmello: Über die 7,5 Punkte habe ich mich sehr gefreut. Es war für uns ein großer Schritt nach vorne. Denn durch das Review und durch dieses Interview können wir die Leute auf uns aufmerksam machen. Aber ohne Leuten wie Euch wär das nicht möglich. Danke. Volker: Na sicher, ich freue mich natürlich sehr darüber, wir haben ja auch *relativ* lange darum gekämpft eine komplette Full- Length- CD auf die Beine zu stellen und wenn es dann noch positive Resonanz gibt, macht’s gleich viel mehr Spaß.
 
Welche war die letzte CD, die ihr euch intensiv angehört und sozusagen richtig „durchlebt“ habt?
Artur: Da muss ich schwer überlegen....ich glaube das war unsere ;-) Davor: Dimmu Borgir „ Puritanical Euphoric Misanthropia“. Przemek: Im Gegensatz zu Artur hör ich mir unsere CD gar nicht an, frag mich nicht warum, es ist einfach so. Da gib es Einiges was ich mir anhöre, zunächst aus der Metal Ecke Dying Fetus „Destroy the opposition“ oder Skinless „ foreshadowing our demise“ auf jeden fall momentan meine Favoriten neben ein paar anderen und da ich auch sehr viel Hardcore höre und auch auf die Message achte gibt es auch Bands aus dem Bereich, Martyr „The human condition in twelve fractions“, Sunrise „Child of enternity“.... da gibt es sehr viele Bands die mich zum Nachdenken anregen und mich auch bei den Lyrics inspirieren. Ich könnte fast meine komplette Sammlung hier aufzählen, es wäre unfair wenn ich mich jetzt auf bestimmte Bands festlegen müsste. Schmello: Ich höre unsere CD gar nicht. Außer ich spie sie jemanden vor etc... Die letzte CD die ich mir intensive angehört habe? Da bin ich jetzt echt ein wenig überfragt, da ich jeden Tag sehr viel mit Musik zu tun habe Volker: Meine letzte CD war die „Bitter Suites to Succubi“ (wird’s wirklich so geschrieben!?;) (t...denke ja ;-) d.Verf.) von Cradle of Filth. Auch wenn einige Leute des traditionellen Black Metal über diese Band meckern, finde ich immer noch das sie die beste Arte gefunden haben, eine besondere Atmosphäre in ihrer Musik zu erzeugen.
 
Stellt euch doch bitte mal den METALGLORY-Lesern vor. Welche Formationen oder Solokünstler prägen euch musikalisch? Was macht ihr neben der Band – arbeitet ihr, oder frönt ihr den intellektuellen Freuden des studentischen Lebens...?
Artur: Ich studiere in Bonn Slavistik und Geologie. Es ist oft schwierig den Spagat zwischen Musik und Studium zu schaffen. Ich versuche es nach den Semestern zu regeln. Ein Semester überwiegend studieren und andersrum. Ich muss ehrlich sagen, dass mir das nicht richtig gelingt. Ich fühle mich auch nicht gut, wenn ich nur einmal in der Woche proben kann. Die Musik fehlt mir dann auch etwas. Wenn ich dann etwas Geborenheit brauche, schließe ich mich im Zimmer ein und lasse auf mich alte Klassiker von Megadeth, Cannibal Corpse, Sepultura, Slayer und Samael wirken. (eigentlich sind es viel mehr, aber diese fallen mir spontan auf die schnelle ein) Przemek: Ich bin erst seit paar Wochen Student an der FH-Gelsenkirchen und studiere oder versuche es, dort Medizintechnik aber irgendwie ist das nicht so mein ding, glaub ich. Ich will Rockstar werden!!! Naja ich bin erst 22 und möchte noch nicht drüber entscheiden was später aus mir wird. Ich höre seitdem ich denken kann härtere Musik, das hab ich meinem älteren Bruder zu verdanken, weil in der Pubertät Metal usw. gehört hat und das hat mir natürlich als Kröte imponiert und dabei ist es auch geblieben. Ich kann mich an alte Alben von Metallica erinnern, zwischendurch hab ich Punkrock gehört, wodurch ich an Hardcore gekommen bin und über Hardcore wieder zu Deathmetal. Ich finde da kann man eh keine klaren Grenzen mehr ziehen. Wie gesagt, alles was mit Gitarrensound usw. zu tun hat. Schmello: Ich habe auf einer Privat- Schule Tontechnik gelernt. Habe ein als freier Tontechniker gearbeitet und mache jetzt wieder eine weitere Ausbildung zum Veranstaltungstechniker. Ach ja....davor war ich kurz davor Sozial Pädagogik zu studieren. Bin jetzt aber sehr froh darüber das nicht gemacht zu haben. Ich höre seid ich denken kann harte Gitarrenmusik.....ich war damals (so mit 10) der totale Guns n´Roses- Fan (Yes, ich auch....das waren Zeiten... :-)) ... – d.Verf.) . Irgendwann hab ich dann nur noch Hardcorebands gehört und bin von da aus an die Death und Grindsachen geraten Volker: Die musikalischen Einflüsse meinerseits setzen sich aus vielen Bands zusammen .. als erstes würde ich aber Megadeth zu Rust in Peace Zeiten aufführen, diese Perfektion war wirklich kaum zu überbieten und hat mich sehr geprägt...hinzu kommen Cannibal Corpse und die alten Musty Guts (gibts nur noch einen Musiker von bei Ninnghizidda) Momentan begeistern mich aber vor allem Hysteria, eine relativ neue Band aus Herten, die Sogar Death musikalisch in Ihre Schranken veweisen. Beruflich hab ich einen "Sesselpuperjob in einer Sch... Firma :), neben der Band toure ich durch die Welt um Schauspielern zu begegnen und eventuelle Gespräche mit Ihnen zu führen.
 
Ihr habt vor Kurzem euer zweites Album „Bleeding Wounds“ herausgebracht. Was hat sich seitdem getan? Wo kann man das Album erwerben, und was habt ihr im Bezug auf Bemusterung von Magazinen mit Promoexemplaren oder Erteilung von Interviews getan? Wie sehen die Reaktionen von Seiten der Medien aus?
Artur: Also dazu kann ich nur sehr wenig sagen, da ich etwas weit entfernt vom Heimatort FNW´s wohne. Ich habe aber schon auf Austauschbasis mit ein paar Bands Kontakt aufgenommen. Ich habe uns auch bei der Bonner Klangstation angemeldet und warte jetzt auf ein Feedback. Wir hatten auch schon einige Presse- und Fototermine mit der Regionalen Zeitung. Przemek: Unser Album kann man natürlich über uns erwerben (und natürlich über METALGLORY ;-) – d.Verf.) , darüber hinaus habe ich mit dem Schmello die Verantwortung übernommen Promotion in der Hardcoreszene zu machen. Da ich ziemlich viel auf verschiedenen Shows unterwegs bin und dadurch auch einige Bands, Distros und und und kennengelernt habe, haben wir jede menge CD´s verteilt oder auch verschickt, europaweit. Übers Internet haben wir auch Kontakt zu Distros, Veranstaltern, Fanzines aufgenommen. Man kann nicht erwarten, dass von allen Seiten Resonanz kommt aber es kam schon Einiges an Feedback. Haben paar Reviews bekommen im Internet, paar kleine Distros haben unsere CD in Verkauf genommen (na...soo klein ist METALGLORY ja nun auch nicht ;-)) – d. Verf.) , paar Leute wollen uns auf ihren Tape-sampler haben, von Veranstaltern kamen auch ein paar Anfragen... könnte aber mehr sein, man kann ja schließlich nie genug Shows spielen und das ist auch das beste Mittel um Promotion zu betreiben. Schmello: Siehe Przemek Volker: Es wurden einige Rezessionen über diese CD geschrieben, die man zwar nicht immer hundertprozentig nachvollziehen kann, aber im Allgemeinen sehr gut für uns ausgefallen sind. Es folgten ein paar Konzerte und die Releaseparty mit einigen Bands, wie Negate, Jane, Inane und Muad`dip, die ziemlich gut besucht war. Erwerben kann man die CD über einige Distros, sowie über unsere Internetseite www.facenewworld.de
 
Mit dem Album „Bleeding Wounds“ sind doch bestimmte Erwartungen verbunden. Wie seht ihr mit dem aktuellen Album in der Tasche eure Zukunft?
Artur: Also ich bin jemand, der lieber auf dem Boden der Tatsachen bleibt und bilde mir nichts großes ein. Es wäre natürlich schon ein Erlebnis für uns alle auf einer größeren Bühne auf zu treten. Ich bin damit zufrieden, dass uns einige Leute hören und wir in unserem Bezirk nicht völlig unbekannt sind. Was ich gerne machen würde, wäre eine Tour durch Polen. Unser Auftritt dort vor 2 Jahren hat wie eine Bombe eingeschlagen. Es war wirklich super!!! Przemek: Ich will Shows spielen, viele Shows, egal ob klein, groß, metal, Hardcore. Ich glaube es würde mir aber keinen Spaß machen mich auf ne große Bühne hinzustellen, da geht der direkte Kontakt zum Publikum verloren. Ich mag die Atmosphäre auf kleinen Localshows, es ist irgendwie familiär. Schmello: Ich persönlich will wie Przemek so viele Shows wie nur möglich spielen. Egal wie, wann, wo und mit wem! Langfristig gesehen möchte man auf Tour und einen Deal. Volker: Das Wichtigste, was zur Zeit geschieht und auch weiter so geschehen muß, ist, daß sich ein Fankreis aufbaut, der sich dann auch regelmäßig auf den Konzerten usw. blicken lässt. Schön wäre natürlich auch , einen Vertrag zu bekommen, da dadurch alles wesentlich günstiger wird ($$$) und man dadurch ein breiteres Publikum ansprechen kann.
 
Jetzt möchte ich ein Mysterium von euch entmystifiziert haben...Eure Musik ist ein Exempel traditionellen Todesbleis. Auch euer Albumcover und der Bandschriftzug stehen in der Tradition typischer Todesacts. Wie also kommt es zu einem Text über das Zerwürfnis in der Hardcoreszene (!), wie in „Wall Between Us“..? Und was soll der Gruß an die Skateboarder-Szene?
Artur: Unsere Band besteht aus Mitgliedern verschiedener Musikherkunft. Ich finde, dass wir versuchen sollten alles miteinander zu verbinden –was wir auch tun-. Die Musik ist meiner Meinung auch klassischer Deathmetal. Die Texte sind aber die einer Hardcoreband. Einige Gitarrenparts sind blackmetallastig. Diese Mischung der Einflüsse zeichnet uns aus. Das ist meine Meinung. Przemek: Wie ich schon in den obigen Antworten erwähnt habe, komme ich eher aus dem Hardcore bereich, zumindest was die inhaltlichen werte angeht und ich zähle mich auch zu dieser Szene. Wie ich schon gesagt habe, musikalisch sind die grenzen fliessend!!! Wer mich zum ersten mal sieht, würde nie auf die Idee kommen dass ich überhaupt was mit Metal ( musikalisch ) zu tun habe, ich trage weite Hosen, hab kurze Haare usw. Ich fahre auch noch gelegentlich Skateboard. Muss man als Skateboarder hip hop oder so hören, Skateboardfahren hat doch nix mit der Musik die man hört zu tun. Inhaltlich = Hardcore Musikalisch = Metal Schmello: Ich bin auch aus der Hardcoreszene und hab auch noch viel mit der Szene zu tun. Hardcore zu sein bedeutet ja auch nicht das du die Musik hörst! Hinter diesem Wort steckt auch noch ein Lebensgefühl / Philosophie. Musikalisch kann man Metal und Hardcore heute immer schwerer trennen. Volker: Also diese Frage kann wohl Przemek am Besten beantworten. Es hängt aber auch vorrangig damit zusammen, dass wir eben alle unsere Wurzeln im HC hatten und in HC Bands gespielt haben. Wir wollen uns auch trotz der Musik nicht an übliche Texte anlehnen, sondern über Themen sprechen, die uns im täglichen Leben geschehen ..
 
Bleiben wir weiter bei euren Texten. Eure Texte sind zwar (wohl aus Platz-/Geldproblemen) nicht im Booklet abgedruckt, dafür aber gibt es kurze Zusammenfassungen/ Erläuterungen zu dem jeweiligen Text. Als überzeugten Hasser der christlichen Religionen und der christlich begründeten Werte wie auch als Kritiker des doch sehr vielseitig auslegbaren Begriffes „Liebe“ fällt mir der Inhalt des Textes (obwohl dem Hörer ja leider verborgen bleibt, wie er denn genau beschaffen ist) „Schatten im Licht“ einigermaßen negativ auf. In diesem Text heißt es ein wenig plaktiv-naiv an an einer Stelle:“ [we need] ... someone who gives us love. It can be the girlfriend, the family or a good friend, someione we can trust. …” Kommentiert doch mal bitte den Text, die konkrete Aussage dahinter, und bringt uns eure Auffassung des doch sehr verschieden interpretierbaren Begriffes “Liebe” näher. Ich gehe mal davon aus, ihr geht nicht gerade von christlichen Werten aus...
Artur: Jemanden an seiner Seite zu haben der immer zu einem steht ist doch wohl ein Gefühl, der nicht weiter kommentierbar ist. (Kommentar siehe nächste Aussage von SCHMELLO – d.Verv.) Przemek: Also im christlichen sinne redet man davon dass man alle lieben sollte und es keinen Hass, der für alles Böse verantwortlich ist, auf Erden geben sollte, um es grob auszudrücken. Wenn man sich die Menschheit anschaut, dann liegt es wohl ganz klar auf der Hand dass keiner diese „Christliche Liebe“ wirklich verdient, eher das Gegenteil. Wie krank die Menschen doch sind und da soll man noch Respekt und Toleranz entgegenbringen?! Nicht von mir! Trotzdem braucht man jemanden an der Seite, der diese oder eine andere Meinung mit mir teilt (sehe ich auch so... – d.Verf.) und mir die Kraft gibt diese auch auszuleben. Und das hat doch nix mit der „christlichen liebe“ zu tun, denn mir gibt nicht Gott bzw. Liebe zu Gott, die Kraft sondern die Person an meiner Seite. Schmello: Jeder braucht eine Person an die er sich anlehnen kann! Das hat nix mit Religion zu tun! (Schon klar...habe das auch nicht bestritten. Nur fand ich, dass der Hinweis darauf – also dass man jemanden braucht - im Kontext dieser Musik halt etwas komisch, und wie schon oben erwähnt, etwas „naiv“ – in meinen Augen - wirkte, und wollte einfach nur wissen, WIE die Band nun „Liebe“ auffasst ... ;-) ist doch kein ganz typisches „Deathmetal-Thema“, oder? ;-) wäre ja jetzt geklärt. – d. Verf.)
 
Ich glaube, kaum ein Thema ist im Metal so alt uns so sehr zum Standard erhoben worden wie der Hass auf die Christen oder die sehr kritische Auseinandersetzung mit dieser Religion und seinen Anhängern. Also wollen auch wir da keine Ausnahme machen ;-) - einige Worte zu den Themen „Religion“ und „Christen“ bitte...
Artur: Ich bin katholisch getauft worden.....wie 95% aller Polen. Religion ist für mich eine Zeitverschwendung. Es gab noch keinen Krieg, wo nicht die Religion eine wichtige Rolle gespielt hat. Ich würde aber nicht sagen, dass ich Christen hasse, aber übertriebenes Auftreten verabscheue ich. Religion ist überalterter Trend aus der Jungsteinzeit! Tradition die keiner Braucht und nichts erklärt. Przemek: Oh Mann, da fragst du was. Darüber könnte man Bücher schreiben aber egal worauf die Bücher hinauslaufen würden, heißt es für mich NO GODS, NO MASTERS!!! Ich bin doch mein eigener Herr und dass Einzige woran ich glauben muss, bin ich. Wenn ich fest genug an mich bzw. and das was ich erreichen will, glaube dann schaffe ich es ohne „göttliche Hilfe“. Also würde Satanismus für mich genauso wenig in frage kommen wie Christentum oder ne andre Religion. Schmello: Jeder hat seine Ideale und seine Vorstellungen. Ich glaube an mich, das reicht! Volker: Für mich persönlich ist es zum Beispiel ein riesiges Unding, wie sich die Katholische Kirche mit Ihren Verboten und ständig erhobenen Zeigefinger präsentiert und alles Andere als böse, ketzerisch und gotteslästerlich darstellt. Es gibt so viele Sachen die unter dem Vorwand des christlichen Glaubens passieren, die so unmenschlich sind, daß ich sie schon als das Böse schlechthin bezeichne. (Aus dem nicht Christlichen, aber religiösen Bereich): Wenn man sich dann noch die aktuellen Geschehnisse ansieht, dass Menschen sich im religiösen Wahn opfern und viele Menschen mit sich in den Tod reißen, fragt man sich doch welch ein dämonischer Gott hinter diesen Religionen stecken muss...
 
Weiter oben haben wir schon mal das Thema Hardcore zur Sprache gebracht. Da ihr euch ja anfänglich dieser Art von Musik gewidmet habt, habt ihr vielleicht Lust unserem vorwiegend metallisch veranlagten Publikum einige Worte über die Entstehung des Hardcore und die damit verbundene Philosophie loszuwerden und die grundlegenden Unterschied Hardcore / Metal aufzuzeigen und kurz zu erläutern.
Artur: Da überlasse ich Przemek und Schmello den Vortritt. Przemek: Hardcore beschäftigt sich in meinen Augen mit dem menschlichen Werteverfall. Mach die Augen ganz weit auf und du wirst sehen dass Einiges auf dieser Welt nicht stimmt, du wirst sehen dass in deinem nächsten Umfeld auch so Einiges kaputt ist, schau den Leuten in die Augen und du wirst sehen dass in ihrem innern auch was schief läuft. Es gibt so viel Elend auf der Welt, dies kann Hardcore nicht zusammenfassen und keine andere Musikrichtung oder Person. Man kann aber versuchen die Leute darauf aufmerksam zu machen was man selber sieht und als nicht korrekt empfindet, zum Handeln zu bewegen, die Augen zu öffnen... Es gibt z.B. Bands die sehen die Lösung im Veganismus oder absoluter Enthaltsamkeit gegenüber Allem was für diesen verfall verantwortlich sein könnte... Hardcore kann sich prinzipiell mit allem beschäftigen. Hardcore ist irgendwie aus dem Punk entstanden, weiß aber auch nicht genau wie. Man sieht doch, dass Punk und HC nicht weit auseinander liegen kann, beide sind sehr sozialkritisch. Volker: Die Unterschiede zwischen HC und Metal sind in letzter Zeit doch sehr verwischt, es gibt immer mehr Bands, die musikalisch gesehen schon lupenreinen Metal spielen, aber textlich noch im Hardcore verzweigt sind. Früher (damals :) war es so, dass die Leute der HC- Szene sehr stark zusammengehalten haben, man konnte die ganze Szene schon als eine richtige Familie bezeichnen. Dann wurde der ganze Bereich (wie ja auch im Metal ) in unterschiedliche Bereiche verzweigt Old School, New School, Straight Edge usw... und dann fing das Übel an, dass z.B. SXE Leute nur noch zu anderen Konzerten gingen um rumzupöbeln, weil sie ja die besseren Menschen sind und eine unheimliche Arroganz an den Tag legten. Dadurch wurde diese "Familie" immer weiter auseinandergerissen. Bands verboten ihren Fans auf Konzerte von Old School Bands zu gehen usw...BULLSHIT Es wurden sogar Bands beschimpft, wenn bekannt wurde, dass z.B. einer aus der Band mal geraucht hat, oder Ähnliches...irgendwo ist da wohl das Hirn auf der Strecke geblieben..
 
Genug philosophiert ;-) ... Wenden wir uns wieder der musikalischen Seite von FACE NEW WORLD zu. Welches sind eure persönlichen Lieblingslieder auf „Bleeding Wounds“ und warum?
Artur: Mein persönliches Lieblingslied ist „Egoist“ (zum anhören) und „Where is the hardness“ (zum spielen) „Egoist“, weil es mit einem langsamen und düsteren Intro beginnt. Dann explodiert das Lied und wird schnell und brutal. Es rockt auf jeden Fall. Warum ich „Where is the hardness“ gerne spiele, weiß ich selber nicht so genau. Vielleicht, weil es nicht so schwer ist und man gut abgehen kann. Przemek: “Umarmung des Todes”, “Bleeding wounds”, “Where is the Hardness”. Ich mag so langsame Sachen wie die Strophen bei „Umarmung“, meiner Meinung nach geht „Where is the hardness“ am Meisten nach vonr und „Bleeding Wounds“ find ich vom Aufbau her gut. Schmello: “Where is The Hardness” Volker: „Bleeding Wounds“ und „Schatten im Licht“ sind meine Lieblingstücke auf der CD. Bleeding Wounds , weil ich in diesem Lied versucht hab, die Einflüsse der o.a. Bands in einem Lied zu verarbeiten und die Läufe sehr gut harmonieren „Schatten im Licht“ weil es eines meiner ältesten Lieder ist, welches wir umgeschrieben haben, um es den neuen Liedern anzupassen. Es ist aber noch sehr viel der alten Atmosphäre übriggeblieben..
 
FACE NEW WORLD und Konzerte...
Przemek: Im Moment steht nix an, wir sind auch grad dabei vielleicht einen neuen Bassisten anzulernen aber wer was für uns hat der möchte sich bei uns melden. Wir nehmen jede Show mit.
 
Erzählt doch bitte etwas über eure lokale Szene.
Przemek: Man wird gemocht und gehasst, wie in jeder gesunden Musikszene, aber Hauptsache man redet über uns und kennt uns. Es macht aber auf jeden Fall Spaß in der FNW-Area zu spielen, wir haben hier einige aktive Bands die zwar nicht alle Metal machen aber es macht Bock für ein gemischtes Publikum zu spielen und immer wieder das Interesse für Metal, bei Leuten aus anderen Musikrichtungen, zu wecken. Es ist auch schön zu sehen, dass die Leute auf unsere Shows wiederkommen und uns supporten. Wir haben hier ziemlich viel Nachwuchs was Metalfans angeht, d.h. das Metal die nächsten paar Jahre uns hier erhalten bleibt. Wir haben hier auch einige Locations wo man gute Shows machen kann, die auch unabhängig von der Location ziemlich gut besucht sind. Wer Bock hat hier bei uns mit seiner Band ne Show zu spielen, der kann sich bei mir oder beim Schmello melden. Volker: In der lokalen Szene ist es leider sehr schwierig Leute dazu zu bewegen zu einem Konzert zu gehen, da das Angebot an Bands hier sehr groß ist, muss man schon ziemlich auffallen, um einige Leute auf sich aufmerksam zu machen...wir arbeiten weiter dran :)
 
Vielen Dank für das Interview. Die letzten Worte gehören natürlich euch...
Przemek: Danke an euch fürs Interesse, alle Locals und Leute die uns auf irgendeine art und weise supporten. Schmello: Danke für euer Interesse und für dieses Interview. Danke auch an alle die uns supporten Volker: Dir auch vielen Dank für den geilen CD-Bericht ! Ich hoffe man sieht sich mal auf nem Konzert...
 
geführt am 28.11.2001   von
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