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Courageous "Die Ganz Große Liebe"
Sehr überrascht hat mich das aktuelle Album der Mainformation Courageous aus dem noblen Mausoleum Stall. Überrascht, weil es von der rechtneumodischen Anlage her gar nicht so recht in mein truemetallisches CD Regal passen wil und mir trotzdem sehr gefälltl. Ein äußerst ertrag- und aufschlussreiches Interview konnte diesen seltsamen Umstand bestens auf klären.
Weitere Infos zu Courageous:
REVIEWS:
Courageous Inertia
Courageous Downfall Of Honesty
INTERVIEWS:
Courageous - Die Ganz Große Liebe

Tach! Glückwunsch zu eurem neuen Album. Wie sind die Reaktionen bisher?
Chris: Danke, sehr gut. Wir haben zwar längst noch nicht alle Kritiken bekommen, aber bisher waren sie durchweg positiv. Ich denke, wir konnten mit der neuen Scheibe ein Ausrufezeichen im Business setzen. Kommende Woche habe ich einen Haufen an Interviews für das Ausland zu geben. Scheint also, als würde unsere Musik auch außerhalb von Deutschland ankommen.
Seid ihr denn mit unserer zufrieden?
Ja, auf jeden Fall. Wir können mit deiner Einschätzung gut leben. Sehr schön finde ich deinen Vergleich mit dem ehemaligen SATAN/ PARIAH-Sänger Michael Jackson, denn ich bin ein großer Fan von dieser Band und ihrem Sänger.
Ich muss zugeben, dass ich noch nichts von euch gehört hatte, bis "Inertia" auf meinem Schreibtisch landete. Klärt mich doch mal auf, wer ihr seid, wo ihr herkommt und was unsere Leser sonst noch wissen sollten.
Wir haben 1999 mit "Listen" unser Debüt in Eigenregie auf den Markt gebracht und haben dafür auch sehr gute Kritiken bekommen. So wurden wir beispielsweise zu "einer der besten Bands ohne Deal 2000" vom "Rock Hard" gekürt. Ende 2001 erschien dann der Nachfolger "Remember", den wir ebenfalls in Eigenregie aufnahmen. Die Platte konnte sogar die mehr als guten Kritiken des Debüts noch einmal toppen. Auf dem Live-Sektor beackern wir seit Anbeginn die Bühnen der Republik und spielten dabei mit unter anderem METAL CHURCH, TANKARD, ANGEL DUST, RAGE, GRAVE DIGGER, SYMPHORCE und BRAINSTORM. Höhepunkte in dieser Hinsicht waren unsere Supportshow für NEVERMORE im September 2003, bei der wir kurzfristig für ARCH ENEMY eingesprungen sind, und unsere Teilnahme am "BANG YOUR HEAD FESTIVAL" 2001, wo wir uns unter anderem mit Bands wie JUDAS PRIEST, KREATOR, MEGADETH, VICIOUS RUMORS, DEE SNIDER und SAVATAGE eine Bühne geteilt haben. Ein Riesenerlebnis. Am 22. November erscheint nun offiziell unsere dritte Scheibe "Inertia" und wird zunächst europaweit in die Läden gebracht. Wir hoffen, dass wir damit noch einen weiteren Schritt nach vorne machen können.
Auf eurer Homepage schreibt ihr euch ohne "e", die Plattenfirma gibt euch mit einem "e" an. Wat denn nu?
COURAGEOUS. Wir haben uns bis zu dieser Platte ohne "e" geschrieben, weil wir es aus symmetrischen Gründen zu Beginn weggelassen haben. Nach Veröffentlichung der ersten Scheibe "Listen" häuften sich aber die Probleme speziell mit dem englischsprachigen Ausland. Es gab immer wieder Verwechslungen und Irritationen. So haben wir schon vor der "Remember" tagelang darüber intern diskutiert, ob wir uns nicht ab sofort richtig schreiben sollten. Damals siegte aber die Sturheit und der Gewohnheitsfaktor. Durch das gestiegene Interesse gab es aber immer mehr Probleme. Als wir uns das erste Mal mit dem Chef von Mausoleum Records trafen, regte er sofort an, uns in Zukunft richtig zu schreiben. Daher fiel uns die Entscheidung im Endeffekt auch etwas leichter. Schwierig ist es nur im Moment, da wir uns in einer Übergangsphase befinden, wo beispielsweise die Homepage noch unter dem alten Namen läuft, was aber zum Veröffentlichungstag geändert wird. Es ist halt so, wenn amerikanische oder englische Bands ihren Namen falsch schreiben, wie zum Beispiel MEGADETH, dann unterstellt man ihnen Absicht. Macht das aber eine deutsche Band, dann geht man davon aus, dass sie einfach zu blöd sind, ihren Namen richtig zu schreiben. Das wollten wir einfach ab jetzt vermeiden.
Habt ihr "Inertia" komplett unter der Regie von Mausoleum aufgenommen oder wurde die Plattenfirma erst aufmerksam, als das Teil schon so ziemlich im Kasten war?
Das lief ganz klassisch ab. Wir haben ein Demo mit ein paar neuen Stücken aufgenommen und ihnen zugesendet. Ihnen hat es sofort gefallen. Dann gab es ein Treffen und wir haben entschieden, dass wir die Songs wieder in unserem eigenen Studio aufnehmen werden. Wir wussten also bei den Aufnahmen schon, dass Mausoleum Records an uns interessiert sind. Nachdem wir die Masterbänder abgegeben hatten, gab es auch keine Diskussionen mehr.
Was war bisher die heftigste Neuerung für euch gegenüber der Zeit, als ihr komplett auf eigenen Füßen standet?
Früher konnten wir alles selbst entscheiden. Heute werden alle Entscheidungen in Absprache getroffen. Im Moment ist für mich die heftigste Neuerung, dass wir die Promotion und den Kontakt zur Presse nicht mehr in der eigenen Hand haben. Das ist auf der einen Seite natürlich eine deutliche Arbeitserleichterung für mich, aber auf der anderen Seite rutsche ich den ganzen Tag auf meinem Stuhl unruhig umher, weil ich gerne wissen würde, wie die Platte im Blätterwald ankommt. Wir haben aber mit dem Deutschlandpromoter einen sehr kompetenten Mann an unserer Seite, dem wir voll vertrauen und mit dem wir bisher auch mehr als zufrieden sind. Auf den Punkt gebracht würde ich sagen, dass wir gegenüber früher ein bisschen Kontrolle und Macht abgeben mussten. Dafür haben wir aber ganz viele neue Türen geöffnet bekommen, die wir alleine nie hätten aufmachen können. Es hat sich also definitiv gelohnt.
Mausoleum ist aufgrund seiner Bandauswahl eines meiner Lieblingslabels. Wie kommt ihr zurecht?
Ich hoffe, wir sind ein weiterer Grund, weshalb das auch so bleibt. Mausoleum Records haben uns von Anfang an das Gefühl gegeben, dass sie uns wirklich haben wollen und auch voll hinter der Musik stehen. Das hat sehr gut getan und war mit ausschlaggebend dafür, dass wir letztendlich bei ihnen unterzeichnet haben. Da haben wir uns auch nicht so viele Gedanken darüber gemacht, ob wir in das Sortiment passen oder nicht. Wir sind Metaller aus vollem Herzen und fühlen uns daher bei einem legendären Metallabel auch sehr gut aufgehoben. Im Endeffekt kommt es eh nicht darauf an, welche geilen Bands dein Label unter Vertrag hat. Nur das Engagement für die eigene Band ist wichtig.
Kommen wir auf "Inertia" zu sprechen. Mir persönlich gefällt der Song “Tortured by memories” am besten. Wie ist seine Geschichte?
Wow, der Song ist auch ein absolut bandinterner Favorit. Der Song entstand während einer Songwritingphase, in der wir Bock auf kraftvollen, aber gleichzeitig auch melodischen Heavy Metal hatten. So ein bisschen im Stile des US Power Metal. Wir stehen total auf diesen Sound. Die eigentliche Entstehung ging dann wie immer vonstatten bei uns: Irgendjemand kommt mit einem geilen Riff an und wir lassen uns musikalisch treiben. Manchmal brauchen wir Wochen bis ein Song zu uns spricht und eine gewisse Richtung vorgibt, bei "Tortured By Memories" ging das aber sehr schnell. Ich könnte mir vorstellen, dass dieser Song auch Live sehr gut funktionieren dürfte. Textlich handelt das Stück von der Sehnsucht nach dem schon einmal Erreichten. Wenn du schon einmal auf großen Bühnen vor vielen Leuten gespielt hast, dann fällt es dir schwer, wieder auf kleine Bühnen zurückzukehren. Viele können sich auch nicht eingestehen, dass ihre Popularität einfach nicht mehr für größere Hallen reicht. So wirst du von deinen Erinnerungen gequält. Nichts desto trotz möchten wir aber damit sagen, dass du dich nicht in Selbstmitleid ertränken sollst, sondern lieber aufstehen und kämpfen. Gerade weil du weißt, wie geil es sein kann, gibt es einen Grund, für den man kämpfen sollte. Diese Thematik kannst du natürlich auf alle Bereiche im Leben anwenden.
Und noch ein paar Worte zu "Fade away"?
Unsere Hitsingle. Ein Song von Oli. Er kam irgendwann mit dem Anfangsriff an und hatte uns sofort damit gefesselt. Der Rest ging dann super schnell. Der Refrain wurde sogar in musikalischer Hinsicht komplett von Schlagzeuger Jan Mischon geschrieben, der darüber hinaus auch ein fantastischer Sänger ist. Es macht unglaublich viel Spaß mit ihm, Gesangsmelodien auszuarbeiten. "Fade Away" hat einfach enorm viel Energie und fantastische Melodien. Textlich möchte ich nicht allzu viel dazu sagen, denn es gibt eine Menge an Interpretationsmöglichkeiten und das ist doch auch das Spannende an der ganzen Sache.
Welches sind Eure Favoriten und warum?
Im Moment sind die Songs alle noch so frisch, dass wir immer wieder auf verschiedene und damit im Endeffekt immer noch auf alle Songs von "Inertia" abfahren. Das Titelstück ist aber auf jeden Fall ein Brett, denn es drückt wie Hund und verfügt ebenfalls über einen sehr geilen Refrain. "Trapped" ist ein sehr geiles Metalstück mit zuckersüßem Refrain; "Together As One" unsere "Ballade" mit einem fantastischen Drive und atemberaubenden Soli; "The Puppeteer" ist unsere Thrashattacke mit vertrackten Rhythmen, klasse Refrain und super schnellen Soli und so weiter und so fort. Ich könnte dir wie gesagt die kompletten Songs aufzählen. Es soll sich einfach jeder selbst ein Bild davon machen. Wer auf Energie, Melodien, Harmonien, Gitarrensoli und abwechslungsreiche Grooves steht, der ist hier auf jeden Fall richtig.
Ein kleiner Studioreport, bitte...
Wir haben ganz klassisch aufgenommen. Erst Schlagzeug, dann die Gitarren, dann Bass und am Schluss der Gesang und die Soli. Im Prinzip lief alles reibungslos. Es herrschte auch eine neue Euphorie während den Aufnahmen, da wir ja wussten, dass die Scheibe diesmal ein viel größeres Publikum ansprechen wird. Wir haben uns in Frankfurt am Main ein kleines nettes Studio eingerichtet, in dem wir solche Produktionen fahren können. Mittlerweile haben die beiden Gitarristen Oliver Lohmann und Gerd Lücking genügend "know-how", um das gewünschte Endresultat auch erreichen zu können. Da wir selbst aufgenommen haben, hat es natürlich etwas länger gedauert, dafür hast du aber die Ruhe, dich um Feinheiten zu kümmern. Es war von vornherein klar, dass wir diesmal den Mix abgeben werden. Wir wollten jemanden haben, der an die ganze Sache mit frischen Ohren herangehen kann. Unsere Wahl fiel auf Theo von den Roasting-House-Studios in Schweden, da wir unter anderem von seiner abgelieferten Arbeit mit PAIN OF SALVATION begeistert waren. Leider ist der gute Mann sehr gefragt, so dass wir ein wenig warten mussten. Es hat sich aber auf jeden Fall gelohnt.
Wie entstand das Album Cover?
Es stammt von Mattias Noren aus Schweden, der bereits für diverse Bands wie beispielsweise EVERGREY, INTO ETERNITY und JAG PANZER gearbeitet hat. Wir haben das Motiv gesehen und sofort zugeschlagen. Es fängt sehr gut die Stimmung der Songs ein. Sehr düster, leicht melancholisch und depressiv, aber auf der anderen Seite auch hoffnungsvoll und schön. Es ist einfach ein schönes Cover.
Liegen Euch bestimmte Texte besonders am Herzen?
Alle Texte sind sehr persönlich und liegen mir daher am Herzen. Ich möchte aber nicht allzu sehr ins Detail gehen, da ich es sehr spannend finde, wenn mir Leute erzählen, wie sie meine Texte interpretieren. Lieber setze ich mich mit den Fans auf ein Bierchen zusammen und rede darüber. Sie sind auch über einen Zeitraum von mehreren Monaten entstanden, so dass sie natürlich nicht charakteristisch für meine momentane Gefühlslage sind. Ich versuche jedoch immer, mit meinen Texten ein spezielles Gefühl zu erzeugen, egal ob positiv oder negativ. Okay, ein Text liegt mir doch besonders am Herzen. Es ist "Invisible Enemy". Der Song ist allen Personen aus dem privaten wie auch musikalischen Bereich gewidmet, die uns in den vergangenen Jahren verlassen mussten, da sie den Kampf gegen den Krebs verloren haben. Vor diesem "unsichtbaren Feind" habe ich wirklich Angst, denn du erkennst ihn erst, wenn es meist zu spät ist. Wir werden uns in Zukunft auch ein bisschen mehr in dieser Richtung engagieren, denn Aufklärung und Vorsorge ist enorm wichtig. Es reicht langsam.
Wie sieht der Arbeitsalltag bei Euch aus? Beschreibt doch mal Euren Proberaum und Eure Arbeitsweise dort.
Wir proben in Frankfurt am Main und teilen uns einen Proberaum mit der Band REBELLION, bei denen unser Gitarrist Gerd Lücking ja auch noch so ganz nebenbei Schlagzeug spielt. Auf der einen Seite haben wir schon viel Platz, trotzdem sieht alles immer sehr vollgestopft und unordentlich aus. So wie es halt in einem richtigen Metalproberaum auch aussehen muss *lacht* Während des Songwritingprozesses kommt meist irgendjemand mit einem Riff und der dazugehörigen Songidee an. Daraufhin lassen wir alle unsere Ideen sprudeln und warten auf die Ufos, die Eingebungen. Der Song entscheidet meist von alleine, in welche Richtung er gehen wird. Wir müssen nur bereit sein, zuzuhören. Gitarrist Oliver Lohmann ist während des ganzen Prozesses so etwas wie der Diskussionsleiter. Er dirigiert und lenkt das Ganze. Jeder kennt mittlerweile seinen Platz innerhalb der Band, was das Arbeiten unglaublich entspannend macht. Trotzdem haben wir uns manchmal schon gehörig in den Haaren, wenn es um Arrangements oder Ideen geht. Wir sind halt alle durch die laute Musik geschädigt, so dass uns das Zuhören manchmal sehr schwer fällt.
Ich finde, ihr habt eine sehr interessanten Mischung zwischen neuzeitlichen Sounds und traditionellen Einflüssen. Wie schafft ihr das?
Da gibt es keinen bestimmten Weg, denn wir setzen uns das nicht als Ziel. Das kommt einfach aus uns heraus. Wir sind in den Achtzigern groß geworden und lieben den Heavy Metal, aber wir verschließen uns nicht vor neuen Einflüssen und der heutigen Zeit. In unseren Plattenschränken findest du das merkwürdigste Zeug aus allen Musikrichtungen. Es zählt doch nur die Musik, egal aus welcher Sparte sie kommt. Leider sind sich beide Lager irgendwie nicht ganz grün, so dass wir einen sehr schweren Stand haben, aber ich glaube, es wird in Zukunft immer mehr Leute geben, die nicht mehr in Schubladen denken. Wir möchten uns nicht von vornherein limitieren, sondern das machen, wozu wir Lust haben.
Wie seht ihr die nie endenden Diskussionen zwischen True und Nu Metallern?
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Einerseits kann man echt nur den Kopf darüber schütteln, wie sich beide Fanlager regelmäßig verbal an die Gurgel gehen, anderseits entsteht dadurch eine große Kluft und auch der Zusammenhalt ist nicht mehr da. Früher haben zwar auch die Fanlager übereinander gelästert, aber auf den Konzerten war man fast immer eine Einheit. Heute versuchen beide Parteien, sich konsequent aus dem Weg zu gehen. Das führt jedoch dazu, dass sie nur bei der reinen Erwähnung des Gegenüber mit der Nase rümpfen. Ich finde, es gibt geile Bands im True- UND im Nu-Metal-Bereich. Eine Band wie HAMMERFALL muss man nicht mögen, aber man kann doch wenigstens anerkennen, dass sie ihre Sache konsequent durchziehen und vor allem dafür gesorgt haben, dass der Metal erst wieder richtig populär wurde. Auf der anderen Seite muss man einer Band wie LINKIN PARK zum Beispiel attestieren, dass sie eine kompositorische Mischung gefunden haben, die bemerkenswert ist. Na ja, für mich ist diese Fehde einfach nicht nachvollziehbar, da ich mich in beiden Gruppierungen sehr wohl fühle. Ich hoffe, dass beide Lager irgendwann den jeweils anderen akzeptieren werden. Es geht doch beim Heavy Metal auch nicht darum, ob jemand kommerziell erfolgreich ist oder nicht. Das wäre zumindest sehr schwachsinnig. Eine Entwicklung muss immer nachvollziehbar sein und nicht konstruiert oder kalkuliert. Erst dann wird die ganze Sache für mich fragwürdig. Vielleicht können ja COURAGEOUS demnächst als Bindeglied zwischen beiden Parteien fungieren. Wir würden uns auf jeden Fall sehr freuen, wenn True- und Nu-Metaller auf unseren Konzerten friedlich und in Eintracht eine große Party feiern sollten.
Was macht ihr, wenn ihr nicht mit der Musik beschäftigt seid?
Wir gehen alle regulären Jobs nach, wobei diese aber immer etwas mit Musik zu tun haben. So arbeiten Gerd Lücking und Oliver Lohmann in einem großen Musikhaus in Frankfurt am Main, Jan studiert Musik und ich arbeite in der Stadthalle in Langen, wo ich für die Musikabteilung zuständig bin. Du siehst, auch außerhalb von COURAGEOUS dreht sich bei uns alles um Musik. Es ist unser Leben und Heavy Metal die ganz große Liebe.
Welche aktuellen CDs haben Euch in letzter Zeit so gefallen?
Im Moment überrollt uns ein wenig die Metalcore-Schiene; so Sachen wie zum Beispiel KILLSWITCH ENGAGE, MNEMIC oder SHADOWS FALL. Die neue MEGADETH hat mich überrascht oder auch die THE HAUNTED ist wieder ein richtiges Brett geworden. Es gibt aber wenige Scheiben im Moment, die uns so richtig gekickt und überzeugt haben. In der heutigen Veröffentlichungsflut ist es sehr schwierig, den Überblick zu behalten und vor allem den einzelnen Produkten auch die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie manchmal brauchen. Auch unsere Scheibe zündet erst nach mehrmaligem Hören richtig, so dass ich allen Fans nur ans Herz legen kann, sich die Scheibe mehrmals und vor allem unter Kopfhörer zu Gemüte zu führen. Schenkt uns eine Stunde eures Lebens und wir werden eine Reise gemeinsam unternehmen, die ihr nicht bereuen werdet.
Gibt es Live Shows (außer Euren eigenen), bei denen ihr besonders viel Spaß hattet?
Ich stehe auf ganz großes Entertainment, so dass ich natürlich KISS und RAMMSTEIN nennen muss. Das ist immer wieder ein Erlebnis. Auch das "BANG YOUR HEAD FESTIVAL" ist jedes Jahr ein Muss. Ansonsten hängen Live-Shows ja auch immer von der jeweiligen Stimmung und den Rahmenbedingungen wie Sound und Standort ab. Ich erinnere mich zum Beispiel gerne an die METALLICA/ METAL CHURCH-Tour im Jahre 1987 zurück. Ein Hammer. Auch das Konzert von TESTAMENT zur "The Gathering" in Frankfurt am Main ist unvergesslich, denn es hatte so viel Energie. Grandios. Dann müssen aber noch zwei KISS-Konzerte erwähnt werden: Zunächst das erste Konzert in Donnington 1996, wo ich die Band zum ersten Mal in voller Montur gesehen habe. Ein wahnsinniges Erlebnis, denn ich habe noch nie 100.000 erwachsene Menschen auf einen Schlag wie Kinder heulen sehen. Wow, da kriege ich noch heute Gänsehaut. Genauso gigantisch war die Show auf der "Reunion"-Tour 1996 in Frankfurt am Main, bei dem das komplette Publikum von der ersten bis zur letzten Note ausgeklinkt ist und die Textzeile "rock and roll all nite and party every day" wirklich wörtlich genommen hat. So etwas erlebt man nicht alle Tage.
Wie seht ihr die deutsche Szene außerhalb der Welt der Eigenproduktionen?
Jeder kämpft um seinen Platz und versucht, ein Stück des Kuchens abzubekommen. Leider haben wir aber nur sehr wenige deutsche Metalbands, die wirklich noch die großen Hallen füllen. Es geht mehr darum, das erreichte Level zu halten und gegen sinkende Absatzzahlen vorzugehen. Wir haben sehr starke deutsche Bands, aber so richtig umgehauen hat mich in den letzten Jahren nichts mehr so richtig. Ich habe meist das Gefühl, dass immer einem bestimmten Trend hinterher gehechelt wird. Die Welt da draußen ist also auf jeden Fall nicht so rosig wie man sich das vielleicht denken mag.
Eure Meinung zur aktuellen Underground Szene?
Auf Grund der sinkenden Absatzzahlen sind immer weniger Plattenfirmen bereit, Bands direkt aus dem Underground zu signen. Das hat zur Folge, dass immer mehr geile Bands im Underground bleiben und dadurch letztendlich diesen wieder aufwerten. Durch die heutigen Produktionsformen ist es auch jeder Band möglich, zumindest ein passables Endprodukt abzuliefern. Auch das Internet bietet den Bands natürlich eine erhebliche Erleichterung in Sachen Promotion. Bis zu einem bestimmten Grad ist der Unterschied zwischen "Underground" und "Labelband" gar nicht mehr so groß, wenn überhaupt noch einer vorhanden ist. Erst, wenn es wirklich um größere Summen geht, dann trennt sich die Spreu vom Weizen. Dann stößt der Underground an seine Grenzen. Wir können aber auf jeden Fall sehr stolz auf den deutschen Underground sein, und es lohnt sich vor allem, in diesen zu investieren und ein wenig einzutauchen.
Beschreibt mal die Metal Szene in Eurer Heimat. Wo hängt ihr rum und gibt es Bands, die ihr cool findet und mit denen ihr befreundet seid?
Wir kommen aus Frankfurt am Main. Bis Ende der Neunziger Jahre war die Stadt alles andere als eine Metalhochburg. Mittlerweile gibt es in der Region wieder viele gute Metalbands, die in den nächsten Jahren bestimmt noch auf sich aufmerksam machen werden. Mit den Frankfurter Ur-Gesteinen von TANKARD hängen wir sehr viel ab, da wir privat sehr eng mit ihnen befreundet sind. Auch zu den Jungs von REBELLION besteht ein sehr inniges Verhältnis. Dann gibt es noch die Thrasher ABANDONED aus Darmstadt, mit denen uns auch private Freundschaften verbinden. Innerhalb der Metalszene kennt man sich halt, so dass es jetzt ein bisschen zu weit führen würde, wenn ich dir hier alle Bands aufzähle. Es passiert aber definitiv wieder etwas in Frankfurt und wir sind froh, dabei zu sein. Vielleicht können wir ja auch tatkräftig dazu beitragen, dass die Bankenstadt wieder eine Hochburg wird.
Welche Live Aktivitäten von Euch stehen uns demnächst bevor?
Erst einmal feiern wir am Sonntag, 21. November 2004 eine amtliche Release-Party im Nachtleben in Frankfurt. Dazu sind natürlich alle ganz herzlich eingeladen. Im Moment arbeiten wir gerade daran, Anfang des nächsten Jahres auf Tour zu gehen. Es ist aber zum jetzigen Zeitpunkt schwer an eine Tour zu kommen, da uns zwar Angebote vorliegen, wir aber noch keine definitiven Zusagen bekommen haben. Jeder wartet ab, wie die Platte in der Presse ankommt. Erst dann werden Entscheidungen getroffen. Wir hoffen trotzdem, euch bereits in den nächsten Wochen amtliche Live-Aktivitäten vermelden zu können.
Werdet ihr nächstes Jahr vielleicht auf einem Festival spielen?
Da haben wir das gleiche Problem wie mit den Tourneen. Das hängt von den Reaktionen auf die Platte ab. Natürlich möchten wir im nächsten Jahr auf einigen Festivals spielen. Ich hoffe aber, es wird klappen. Und wenn es dann klappt, hoffe ich, ihr werdet alle kommen und uns unterstützen. Wir werden unserseits alles geben und für und mit euch rocken. Alles, was jetzt kommen sollte, sehen wir als Bonbon und werden es dementsprechend genießen. Da kann man also gespannt sein.
Gibt es ein Thema, zu dem ihr immer schon was sagen wolltet, aber bisher nie befragt wurdet?
Da fällt mir jetzt eigentlich nichts ein. Was die Musik betrifft, war bisher alles dabei. Es macht immer wieder Spaß mit den unterschiedlichsten Leuten über COURAGEOUS und Musik im Allgemeinen zu sprechen, denn jeder hat neue Anmerkungen und Sichtweisen, mit denen wir uns dann auseinandersetzen können. Das ist immer wieder aufs Neue spannend. Ich lasse mich bei Interviews gerne überraschen und erwarte eigentlich keine bestimmten Fragen oder versuche, die Gespräche dahingehend zu lenken. Es kommt wie es kommt.
Ich wünsche Euch alles Gute für die Zukunft. Irgendwelche letzten Worte?
Vielen Dank für das sehr interessante Interview. Ich wünsche dir und dem Rest der Belegschaft auch alles Gute für die Zukunft. Ich hoffe, alle Fans und diejenigen, deren Interesse an COURAGEOUS jetzt geweckt wurde, geben der neuen Scheibe genügend Zeit, um sich zu entfalten. Danach schreibt uns eure Meinung auf unserer Homepage unter: www.courageousmusic.de und lasst uns bei einem Bierchen auf einem unserer nächsten Konzerte gemeinsam in Ruhe über die Scheibe sprechen. Wir hoffen, wir sehen euch alle, wo auch immer ihr seid.
geführt am 02.11.2004   von Christian
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