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Marduk "Ein Wahrer Knochenjob"
Einer unaufhaltsamen Seuche gleich rollen Marduk abermals über das Antlitz der Welt hinweg, nichts als Blut, Knochen, Asche und Trümmer hinterlassend. Plague Angel – der Engel der Seuche – donnert um einiges wuchtiger, härter, bedingungsloser und vor allem dreckiger als die letzten Werke der Schweden aus den Lautsprechern der schwarzen Jünger und vermag die Vormachtstellung Marduk’s auf dem Sektor des hyperschnellen, aggressiven Black Metals eindrucksvoller zu festigen, als viele es für möglich hielten. Bandboss und Schädelsammler Morgan stellte sich bereitwillig unseren Fragen.
Weitere Infos zu Marduk:
REVIEWS:
Marduk Blackcrowned
Marduk Plague Angel
Marduk La Grande Danse Macabre
Marduk Rom 5:12
Marduk Panzer Division Marduk
INTERVIEWS:
Marduk - Ein Wahrer Knochenjob

„Müsste ich die lyrische Grundessenz von "Plague Angel" auf ein Wort komprimieren, würde ich Seuche wählen,“ plaudert Morgan über die abermals geschmackvollen Hintergründe des mittlerweile neunten Marduk-Studioalbums drauf los und geht näher auf den thematischen Background ein. „Eine Seuche ist todbringend und überträgt zudem unheimlich viele Krankheiten, weshalb der Titel unseres Werkes perfekt zum konzeptionellen Hintergrund des Albums passt.“ Auch dem deutlich angezogenen Härtegrad der Songs scheint der symbolträchtige Titel zugute zu kommen, da er es vermag, die unaufhaltsame Wucht, welche von den Tracks ausgeht, in adäquate Worte zu fassen. Beinahe beiläufig stellt man fest, dass Marduk ihr von allen Seiten als Spitze der Brutalität bezeichnetes Werk "Panzerdivision Marduk" mal eben an die Wand gespielt haben, was auch Morgan nicht ohne ein gewisses Maß diabolischer Genugtuung feststellt: „Wir haben zwar nicht krampfhaft versucht, mit "Plague Angel" unser bisher härtestes Album auf die Menschheit loszulassen, im Laufe der Arbeiten merkten wir jedoch, dass das neue Album deutlich härter klingen wird als unsere bisherigen Werke.“ Natürlich spielte auch der Wechsel des Aufnahmeortes eine nicht unerhebliche Rolle an dieser ungeahnten Brutalität. Erstmals seit langer Zeit begab man sich nicht in die Obhut des Hypocrisy-Masterminds und Abyss-Inhabers Peter Tägtgrens, sondern nistete sch in den Endarker-Studios des nach über zwölf Jahren zur Band zurückgekehrten Bassisten Devo Andersson (O-Ton Morgan: „Es ist wirklich phantastisch, nach 12 Jahren ohne ihn zu merken, dass sich Devo in Bezug auf seine Einstellung überhaupt nicht verändert hat und somit noch immer hervorragend zu Marduk passt! Irgendwie war es, als wäre er nie weg gewesen und ohne dieses vorhandene Gefühl hätten wir ihn unmöglich in die Band integrieren können!“) ein, was Plague Angel ein unverkennbar dreckiges und harsches Antlitz verlieh und somit meilenweit von den kristallklar produzierten Gitarren und sterilen Drums Marke Abyss-Studio wegrückt. „Es war wirklich an der Zeit, einmal das Studio zu wechseln, auch wenn ich es nicht ausschließen will, dass wir in Zukunft wieder zu Peter gehen werden,“ lässt der Axtschwinger und gute freund des Studioinhabers verlauten. „Dennoch denke ich, dass auch das nächste Marduk-Album im Endarker entstehen wird. Dieser archaische schwarz/weiße Sound, welchen wir Plague Angel verpasst haben, ist für die Mentalität des Albums eben wie geschaffen, weil es auch eindeutig schwarz/weiß zeichnet. Diese beiden Extreme machen an "Plague Angel" einfach alles aus, daher haben wir auch das Artwork auch bewusst in stark kontrastierendem schwarz/weiß gehalten, es gibt auch weniger Grautöne.“ Neben dem Wechsel des Studios und der Rückkehr des alten Streiters Devo überraschen die schwedischen Black Metal-Heerführer zudem mit dem neuen Sänger Mortuus, welcher den langjährigen Schreihals Legion ersetzt und selbigen mit seinem fauchenden Organ beinahe erschreckend schnell in Vergessenheit befördert. „Als sich der Weggang Legion’s abzeichnete, kam für mich eigentlich nur Mortuus von Funeral Mist als Nachfolger in Frage, da er all das in sich vereinigte, was in meinen Augen nötig ist, um einen überzeugenden Black Metal-Vocalist abzugeben,“ verrät Morgan und gibt anschließend das wichtigste Kriterium für eine Anstellung in der Panzerdivision preis: „Die Chemie muss eben stimmen, alles andere steht erst an zweiter Stelle.“ So kam es Mortuus enorm zugute, in dem schwedischen Film "The Seventh Seal", in dem es um einen Mann geht, welcher der Existenz Gottes auf den Grund gehen will und während der Pest mit Gevatter Tod Schach spielt, mit Morgan einen gemeinsamen Lieblingsfilm zu haben, was endlose angeregte Gespräche und schlussendlich die Anstellung hinterm Mikro der Schweden nach sich zog. Dennoch stellt Mortuus’ Rolle bei Marduk bisher eine eher passiv geprägte dar, wie Morgan erläutert: „Beim Zeitpunkt seines Eintrittes war "Plague Angel" beinahe fertig geschrieben, weshalb sich sein Input leider auf ein Minimum beschränkte. Er hat jedoch schon sehr viele Ideen für unser nächstes Album in petto, weshalb sein Einfluss auf jenem natürlich um einiges größer ausfallen wird.“ Neben all jenen Neuerungen dürften Marduk wohl den Preis für das bisher außergewöhnlichste Instrumentarium eines Black Metal-Albums einheimsen, da Morgan und seine Spießgesellen für die perkussive Untermalung einiger Songs menschliche Schädel und Knochen verwendet haben. „Es war wirklich ein unglaubliches Gefühl, ein Album über den Tod in all seinen Facetten aufzunehmen und dafür auf menschliche Gebeine zurückgreifen zu können,“ freut sich Morgan. „Unser Drummer Emil hat teilweise mit Unterarmknochen auf menschlichen Schädeln gespielt, was einen wirklich faszinierenden Klang ergab.“ Das Highlight jedoch hebt sich der von TV-Dokumentationen begeisterte Gitarrist bis zum Schluss auf: „Für einige Vocalpassagen sang Mortuus durch einen am Hinterkopf geöffneten Schädel aus dem 14. Jahrhundert. Der dadurch erreichte hohle Klang fräst sich förmlich in die Gehirnwindungen,“ so Morgan. „Dinge wie menschliche Schädel oder Gebeine beeinflussen mich jedenfalls mehr, als es Musik oder sonst etwas jemals tun werden. Ich brauche mich nur vor meine umfangreiche Schädelsammlung zu begeben und werde sofort mit Inspirationen, Bildern und Eindrücken überflutet, da diese Schädel soviel Geschichte miterlebt haben.“
geführt am 06.12.2004   von Björn Springorum
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musikalischer Background des Verfassers
Ganz klar aus dem frostig-kalten Black Metal kommend, jedoch ist eine starke Tendenz zu elektronischen Klängen harscher Natur und folkigen Klängen überaus sanfter Natur zu erkennen...fügt man nun noch eine Prise Yann Tiersen dazu...voila!
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