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Paimon "Der Höllenfürst Und Sein Weiberdässmäddel"
Paimon aus Frankfurt gehören zu den positivsten Erscheinungen im deutschen Underground. Ihr aktuelles Album beweißt nachhaltig, dass melodischer Death Metal nicht nach Schweden klingen muss, sondern eigenständig und erfrischend anders sein kann. Drummer Danu und Gitarrist Oliver standen mir Rede und Antwort...
Weitere Infos zu Paimon:
REVIEWS:
Paimon Metamorphine
INTERVIEWS:
Paimon - Der Höllenfürst Und Sein Weiberdässmäddel

Da Ihr solange auf die Fragen warten mußtet, gibt es gleich ein paar mehr
als Belohnung ;) Fangen wir doch mit der üblichen Bandvorstellung an: Wer ist Paimon?
Oli: Moin Alex. Wir kommen aus dem schönen Frankfurt am Main. Gegründet wurde Paimon 1997 von André (Gitarre) und Voland (Gesang). Zu der heutigen Besetzung haben aber einige Besetzungswechsel - vor allem in den Anfangstagen von Paimon - geführt. Danu (Schlagzeug) ist jetzt seit 2000 dabei, und Alex (Bass) und ich (Gitarre) seit Ende 03/Anfang 04, wobei Alex leider zu unser aller Bedauern aus zeitlichen Gründen vor kurzem wieder ausgestiegen ist.
Vielleicht noch ein paar Worte zur Bandgeschichte: 2000 hat Paimon nach zwei Demos einen Plattenvertrag bei MOS-Records unterschrieben, und über dieses Label das Debutalbum Terra Oblivionis veröffentlicht. Mittlerweile gibt es MOS aber nicht mehr, und so sind wir dann 04 von Elysian Records unter Vertrag genommen worden.

Was bedeutet der Bandname?
Oli: Paimon ist der Name von einem Höllenfürsten oder Dämon oder so. Ich muß an dieser Stelle zugeben, daß ich mich nicht allzu eingehend mit dieser Materie beschäftigt habe, weil der Name keine Botschaft vermitteln soll. Die Wurzeln der Band liegen zwar im Düstermetalbereich, und somit wird der Name auch verständlich, aber mittlerweile werden wir daran eher durch Fragen wie diese (und die Leute fragen oft) wieder daran erinnert. Der Name Paimon hat für uns jetzt eine andere Bedeutung. Es ist einfach unsere Band, und er steht für unsere Musik, und unsere Ziele.

Welchen Stellenwert hat die Band dann z.Zt. in Euerem Leben?
Oli: Für mich einen wahnsinnig hohen. Ich fühle mich in der Band sehr wohl, und habe sehr viel Spaß an der Musik. Musik machen ist für mich eins der wichtigsten Dinge im Leben, und wenn es auf diese Art und Weise geht und wir mit dem was wir machen dann auch noch ein wenig Erfolg haben, gibt mir das sehr viel. Und den anderen geht es da nicht anders. Paimon ist für uns alle ein sehr wichtiger und bestimmender Faktor in unserem Leben.

Was bedeutet speziell der Metal für Euch?
Oli: Für mich - auch wenn es abgedroschen klingt - eine Art Lebensphilosphie.
Danu: Metal ist für mich in erster Linie eine musikalische Vorliebe. Metal als Lebensphilosophie zu bezeichnen geht mir persönlich etwas zu weit. Ich bevorzuge da lieber den Begriff „Rock ´n´Roll Lifestyle“, da ich mich dadurch weniger limitiert fühle. Aber im Endeffekt ist es auch wurscht wie man die Art nennt nach der man lebt...

Stichwort leben: Was macht Ihr beruflich und wie lässt sich das mit der Musik unter einen Hut bringen?
Oli: Bei uns ist im Moment alles vertreten - vom Chemikanten über den Studenten bis zum Überlebenskünstler. Ich für meinen Teil gehöre zu der Studentenfraktion (Medizin) und kann glücklicherweise sagen, daß ich zur Zeit keinerlei Probleme habe, das Studium und die Band unter einen Hut zu bringen. Leider geht das nicht allen so, und so hat uns Alex – wie oben bereits kurz erwähnt – nach den letzten drei Konzerten verlassen. Das betrübt uns sehr, aber er hat wirklich noch weniger als keine Zeit mehr, weil er sechs Tage die Woche arbeiten muß, um sein Studium zu finanzieren.
Danu: Ich habe gerade eine Ausbildung als Kaufmann für audiovisuelle Medien abgeschlossen und werde mich demnächst auch wieder dem studentischen Leben widmen. Ich komme gerade aus der Mainzer Uni, und die ganzen Studenten die dort schlafend in der Sonne liegen, erfüllen mich mit Vorfreude auf mein Studium.

Kommen wir nun zur Euerem aktuellen Album. Was soll der Titel „Metamorphine“ ausdrücken?
Oli: Der Name Metamorphine ist aus einem Gedankenspiel heraus entstanden. Der Anfang des Wortes steht natürlich für die Metamorphose - also den Wandel. Die Endung bzw. das Morphine soll dem ganzen eine greifbare feste Form verleihen. Auf der einen Seite soll das Wort für etwas stehen, was andere als „Mittel“ also als Anstoß nehmen könnten etwas zu verändern. Auf der anderen Seite hat es uns auch insofern gefallen, als daß es einen Bezug zur Bandgeschichte der Zeit seit Terra Oblivionis schafft. Sprich die Entwicklung hin zu dem was wir jetzt sind und unserem neuen Album.

Euer erstes Album, das ich jetzt nicht kenne, soll sich ja völlig anders anhören. Welche Art von Metal habt Ihr damals gemacht?
Danu: Völlig anders war „Terra Oblivionis“ gar nicht. Es waren zwar mehr düstere und atmosphärische Elemente in der Musik, die Kompositionen waren teilweise etwas vertrackter und auch Keyboardpasssagen und Frauengesang kamen zum Einsatz, aber mit Voland´s Stimme und der Leadgitarre waren bereits 2 markante Säulen in die Musik vorhanden, die man auch weiterhin in unserer Musik findet. Ich denke wenn man beide Alben nacheinander hört wird man eine deutliche Veränderung hören, aber es wird trotzdem zu erkennen sein, dass es sich um die selbe Band handelt.

Wie kam es nun zu der Kurskorrektur in Richtung "Metamorphine"?
Oli: Ich würde das nicht Kurskorrektur nennen, sondern Entwicklung. Es liegt einiges an Zeit zwischen dem ersten Release und Metamorphine, in der sich viel getan hat. Eine solche Entwicklung geschieht ja auf mehreren Ebenen. Auf der persönlichen Ebene sieht es so aus, daß sich der Musikgeschmack, die musikalischen Vorstellungen und auch die Erfahrung und die technischen Fähigkeiten bei jedem Musiker ständig weiterentwickeln, und auf der Bandebene haben sicher auch die Besetzungswechsel einen Einfluß gehabt. Wenn soviel in einer solchen Zeitspanne zusammenkommt, dann kann schon der Eindruck einer starken Veränderung entstehen, wobei ich eigentlich auch finde, daß einige bestimmende Elemente auf beiden Platten vertreten sind, wie z.B. der Schwerpunkt Melodie oder einige Folkelemente. Die Entwickung der Musik ist meiner Meinung nach schon nachvollziehbar.

Vielleicht bietet sich gerade wegen den Folkelementen der Vergleich mit Suidakra an. Wie seht
Ihr die Parallelen?
Oli: Parallelen sind mit Sicherheit vorhanden, weil auch wir melodischen Deathmetal spielen, viel mit zweistimmigen Gitarren arbeiten und auch sehr gerne Folkelemente nutzen. Vergleiche dieser Art bieten sich natürlich immer an, wenn man mit ein paar Worten die Musik einer Band beschreiben will, um dem Leser einen ungefähren Eindruck zu vermitteln, in welche Richtung sie geht. Bloß sollte man meiner Meinung nach solche Aussagen nur nutzen, um eben genau das und nicht mehr ausdrücken zu wollen. Es entsteht einfach zu schnell der Eindruck man würde nur abkupfern, was der Sache oft nicht gerecht wird. Keine Band klingt wie eine andere. Uns werden auch öfters Parallelen zu Bands wie In Flames und Dark Tranquility zugeschrieben. Das ist mit Sicherheit auch nicht von zu weit hergeholt, aber die Parallelen zu den genannten Bands bestehen eben einfach nur in der gemeinsamen Interpretation des Melodic Deathmetal. Dennoch muß ich sagen, daß der Vergleich mit Suidakra auch nicht der erste ist, der mir in den Sinn kommen würde. Wieder ein Beispiel dafür, wie unterschiedlich Musik auf Leute wirkt...

OK, Oli. Dann hast Du jetzt die Chance mit drei Worten Euere Musik zu beschreiben!
Oli: Melodisch, abwechslungsreich, „Weiberdässmäddel“

Meine Meinung zum Album kennt Ihr. Wie sind die weiteren Reaktionen bisher?
Oli: Überwiegend gut bis sehr gut, und das sowohl national als auch international. Wir konnten bei so einigen Magazinen ähnlich gute Bewertungen wie bei euch einfahren. Was uns allerdings ein wenig wundert, ist der Punkt, der ab und zu angesprochen wird, daß wir mit unserer Musik nicht den Metal revolutionieren, um das mal ein wenig überspitzt auszudrücken. Wir sehen eigentlich keine Notwendigkeit jetzt auf Teufel komm raus eine neue Musikrichtung zu schaffen. Daß man uns evtl in die Richtung Schwedendeath einordnen kann, ist doch in Ordnung, weil es ja schließlich genug Leute gibt - uns eingeschlossen - die diese Musik mögen.

Da schließt sich ja die Frage an, wie Ihr die Szene im Allgemeinen und im Speziellen für Bands
wie Euch, die sich deutlich vom 08/15-Metal abheben, beurteilt?
Oli: Oh, also erst mal vielen Dank für das Kompliment. Die Szene scheint sehr unübersichtlich und überlaufen zu sein. Es gibt bestimmt viele Bands die sich von dem „08/15-Metal“ abheben, die auf jeden Fall noch entdeckt werden sollten, aber auch einige, die meiner Meinung einfach überbewertet werden. Ich will uns da jetzt aber nicht an einer bestimmten Stelle positionieren. Das bleibt den Leuten und deren Geschmäckern selbst überlassen.

Wie sind unter diesen Voraussetzung die Chancen für eine Undergroundband?
Oli: Es ist sehr schwer sich hochzuarbeiten. Einfach nur mit Glück schaffen es wohl die wenigsten. Eine Grundvoraussetzung ist mit Sicherheit, dass alle das gleiche Ziel vor Augen haben und darauf hin arbeiten. Es gehört einiges an Talent und Einfallsreichtum dazu, die eigene Band erfolgbringend zu managen. Man muß einiges an Mühe, Ausdauer, Zeit und Geld investieren, um an seine Chancen zu kommen. Ob es dann klappt ist selbst dann nicht sicher. Im großen und ganzen denke ich es ist sehr schwer, weil es wahnsinnig viele Bands gibt, aber eine doch nicht übermäßig große Nachfrage.

Frankfurt scheint mir dabei nicht gerade der ideale Startpunkt zu sein. Ist die Stadt wirklich so Metal-feindlich wie man gemeinhin meint oder ist Besserung in Sicht?
Danu: Frankfurt ist nicht unbedingt eine Metal Hochburg, und für Newcomerbands sieht es hier mit Konzertmöglichkeiten auch nicht gerade rosig aus, aber man kann sich schon arrangieren. Im Frankfurter Umland gibt es einige Locations in denen regelmäßig die Internationale Szene aufspielt und auch als kleine Band gibt es hier und da Locations in denen man spielen kann. Es gibt also keinen Grund zum flennen. Besser kann es natürlich immer sein, aber es hätte mich persönlich auch schlimmer treffen können. Ich denke da z.B. an so ganz üble kleine Käffer durch die wohl jeder schon mal durch gefahren ist.

Wie steht denn um die Live-Aktivitäten?
Danu: Wir haben erst kürzlich einige CD-Releasegigs gespielt, und werden nun im Herbst/Winter noch weitere Konzerte spielen. Bei interesse können die bereits bestätigten Termine auf unserer Homepage www.paimon.de nachgelesen werden. Außerdem werden wir zusehen, dass wir wieder einen Booking-Deal an Land ziehen, einfach um jemanden zu haben, der sich auf professioneller Ebene um Konzerte kümmert.

Werft den Blick doch mal weiter in die Zukunft!
Oli: Natürlich hoffen wir, dass wir noch mehr Alben aufnehmen können und noch viele Leute von unserer Musik überzeugen können. Außerdem, dass wir und andere mit Paimon noch viel Spaß haben, was eigentlich die Hauptsache ist.

Werdet ihr auch auf dem kommenden Album russische Texte verarbeiten?
Oli: Wenn es sich ergibt und zum Song passt bestimmt. Voland schreibt die Texte normalerweise alle zuerst in seiner Muttersprache oder auf Deutsch und übersetzt sie dann. Wenn also ein Text dann mal in der Urversion bleibt ist der nächste russische Paimontext da. Mir gefällt der Klang der russischen Sprache sehr gut.

Beschäftigt sich Voland auch mit der russischen Szene?
Oli: Nein - dafür ist er zu lange hier (seit fast 11 Jahren), und zu selten dort. Außerdem gehört zu seiner Philosophie auch, sich nicht auf eine Szene festzulegen.

Warum ist Äppler besser als Bier oder guter Wein?
Oli: Haha - das stimmt doch gar nicht - der Danu hat bloß keine Ahnung...
Danu: Moment, moment... Erstmal ist Äppler das Frankfurter Nationalgetränk, und als echter Frankfurter sollte man nichts dagegen sagen.
Aber der wahre Hintergrund ist, dass ich mich mit dem Geschmack von Bier einfach noch nie anfreunden konnte. So bitter und.. bäh.. einfach echt eklig. Naja, jedenfalls hatte ich aber trotzdem Bock mit den anderen einen zu saufen und so wurde mir dann irgendwann süßgespritzter Äppler in die Hand gedrückt und der ist vom Geschmack her allemal besser zu ertragen als Bier. Und daran hat sich bei mir bis zum heutigen Tag nichts geändert. Das negative daran ist, dass es Äppler eben nicht überall gibt, weil es eben ein typisch hessisches Getränk ist. Und so kommt es regelmäßig vor dass die anderen aus der Band das Freibier aus dem Catering saufen während ich mich an meinem selbst mitgebrachten Äppler fest halte. Aber damit hab ich mich mittlerweile auch abgefunden.
Oli: Das kann ich nur bestätigen – versucht mal in Sachsen Äppler zu kaufen „...ähh, wie? Die deutschen Weine stehen dort drüben...“

Danu als Nachfolder von Heinz Schenk. Bestimmt keine schlechte Wahl! Dank Euch beiden für Antworten und die letzten Worte für Euch!
Vielen Dank & Rock’n’Roll!!



geführt am 18.07.2005   von Nameless
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