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Twizted Toyz "Just Rock, Just Roll"
Die TWIZTED TOYZ aus den Raume Hannover stehen kurz davor, mit ihrer aktuellen CD „Fragments of a distant Thunder“ und der genialen Pink-Floyd-Coverversion „Another Brick in the Wall“ den Sprung nach oben zu schaffen. Grund genug, den Sänger Frank Hartmann die letzten Jahre seit seiner Zeit bei SWEET PAIN mal Revue passieren zu lassen.
Weitere Infos zu Twizted Toyz:
REVIEWS:
Twizted Toyz Of Moon And Scars
INTERVIEWS:
Twizted Toyz - Just Rock, Just Roll

Da Ihr ja noch nicht so bekannt seid, erzähl mal ein paar einleitende Worte zu Eurem Werdegang als TWIZTED TOYZ.
Angefangen haben wir ´92. Stefan und meine Wenigkeit hatten damals die Faxen dicke von dem typischen „Bäumchen Wechsel Dich“ Spiel, welches noch unsere vorherigen Stationen bei diversen lokalen Bands geprägt hatte. Wir wollten eine Band aufbauen, die in erster Linie auf Freundschaft, Kontinuität und gemeinsamen Zielen bestand. Ergo sind wir mit den Leuten, die eine Audition spielen wollten erst mal einen trinken gegangen. Das war zumeist recht lustig und mit Lutz und Lüpi hatten wir recht schnell die „Mark 1“ Formation zusammen. Damals haben wir aber noch mehr so Great White Zeugs gespielt....und waren auch so richtig schön „stilecht“ unterwegs: Lederjacken, zerrissene Jeans, Cowboystiefel, Haare bis zum Arsch, wechselnde Damenbekanntschaft und meist in leicht angezechtem Zustand. So sind wir praktisch durch unsere Lehrjahre getaumelt. Später haben wir uns dann mehr und mehr auf den musikalischen Aspekt konzentriert....und ich denke, das war auch richtig so.
 
Wie würdest Du Eure Musik mal selbst beschreiben und wo siehst Du Eure Einflüsse?
Also, unsere Einflüsse liegen ganz klar in der NWoBHM und den späten 80ern. Ich meine, wenn Du einmal SAXON live gesehen hast, weißt Du wie Du live klingen willst. Allerdings wollen wir uns auch nicht limitieren. Wenn der Song ein bisserl Gothic braucht, dann kriegt er Gothic. Wenn er etwas tiefer gestimmte Gitarren braucht...bitte, kein Problem. Wir möchten klassisch klingen ohne auf dezente „akustische Farbtupfer“ zu verzichten. Ich denke, wir sind schon ziemlich nah am „Reinheitsgebot“, aber Abwechslung und Melodie muß einfach sein, sonst wird´s für den Hörer auch schnell langweilig.
 
Wenn Du Deine 5 Lieblingsbands aufzählen müßtest, welche würdest Du da nennen?
Schwere Frage....da gibt es so viele! Ronnie James Dio verehre ich abgöttisch für sein Lebenswerk, Demon waren eine herausragende Band mit fantastischen Texten, Thin Lizzy und Michael Schenker haben definitiv die Gitarrenarbeit bis hin zu In Flames revolutioniert, Queensryche waren die besten in den 90ern......Ich denke Oli würde unbedingt noch Van Halen und Lutz Virgin Steele mit aufführen. Und Stefan garantiert Carlos Santana. Ach ja....auf die Sisters of Mercy könnten wir uns auch bestimmt alle einigen....und den genialen Lizzy Borden ...und Omen...und die alten Savatage....und Strange Fruit...und....habe ich schon 5?????
 
Welche Erfahrungen habt Ihr bis zum jetzigen Zeitpunkt mit dem Musikbusiness gemacht und wie reagierten Labels und Magazine auf Eure bisherigen beiden Scheiben?
Oh...mein Lieblingsthema! Wieviel Platz haben wir denn??? Also ganz kurz: Das Biz ist ein Haifischbecken....und damit meine ich die großen Weißen. An jeder Ecke steht ein Schlemil und will Dir eine Flasche Luft verkaufen. Da bekommst Du Verträge vorgelegt, da bleibt nach Abzug aller Kosten noch 69 Pfennig pro verkaufte CD für die Band. Gleichzeitig bist Du aber exklusiv für die nächsten 4 Alben an den Deal gebunden. D.h., wenn die das nächste Album nicht machen wollen, dann machst Du es auch nicht und liegst auf Eis. Gleichzeitig verlierst Du meist auch noch die Rechte an deinen eigenen Songs. Früher nannte man so etwas Leibeigene. Das ist definitiv nicht unser Weg. Wir haben zwar jetzt einen Vertriebsdeal mit POINT MUSIC abgeschlossen, behalten aber die Rechte und verkaufen Ihnen die CDs zum selben Preis, den wir auch den Mailorderfirmen anbieten. Ich denke, der Untergrund ist potent genug, um nicht auf das Diktat der Labels angewiesen zu sein. Von der Untergrundpresse erhalten wir z.Zt. eine Menge positives Feedback und gerade engagierte Mailordervertriebe auf Fanbasis - wie Ihr - bieten doch die Möglichkeit an die Scheiben ranzukommen. Das bedeutet zudem für den Käufer faire Preise und für die Bands eine angemessene Bezahlung für Ihre „Kunst“. Das Internet und MP3 werden da in Zukunft den Labeln das Leben noch ziemlich schwer machen. Ich freue mich auf die vielen unentdeckten Juwelen mit einem eigenständigen Sound. Wer braucht schon die 100ste Korn oder Stratovarius Kopie....nur weil die Firmen lieber auf Nummer sicher gehen. Ich definitiv nicht!
 
Um nach oben zu kommen, muß man als unbekannte Band schon einiges an Initiative leisten. Was habt Ihr denn bis jetzt alles unternommen, um Eure Bekanntheit zu steigern?
Alles....öffentlicher Sex mit Jenny Elvers, zertrümmerte Zimmer in der Jugendherberge, Drogenexzesse mit Christoph Daum, Duettsingen mit Dr. Bombay und evil Zwischenrufe während des Konfirmanden-Gottesdienstes. Außerdem: Kleinanzeigen, Magazinbemusterung, Connections ausspielen, gratis Demoverteilung bei Konzerten, Internetauftritt, Plakatierung, Radioeinsätze, Clubbemusterung, Vertriebe aufreißen, Arbeitgeber nötigen (All hail „expert“ - Fuck off „MediaMarkt“), dieses Interview und spielen, spielen, spielen!!!!
 
Ah, ja... Nun mal wieder zurück auf die Bühne. Wie sieht denn Eure Fanbasis aus und was waren die einprägsamsten Dinge, die Ihr auf Euren Gigs erlebt habt?
Eine relativ kleine Band wie wir hat natürlich noch keine riesige Fanbase. Dabei muß ich sagen, das wir 80% unserer CDs im Ausland verkaufen. Allerdings gibt es auch hier einen kleinen erlauchten Kreis von richtigen Fans, die unsere Sachen blind kaufen. Die sind alle total lieb und unterstützen uns mit Briefen und Mails. Sofern möglich, laden wir die Leute nach den Gigs immer noch auf ein Bier backstage oder am Tresen ein. Wir halten überhaupt nichts von diesem üblen Rockstar-Ding, dieser Abgrenzung zu den Leuten. Machen wir uns nichts vor, eine Band mit unserem Status ist froh über jeden, der ihr zuhört. Und wenn Dir jemand nach dem Gig erzählt, wie geil er die Scheibe findet, weißt Du auch wieder, warum du dich monatelang in muffigen Übungsräumen rumtreibst. Das finde ich auch am einprägsamsten....der Kontakt zu den Leuten, die gemeinsame Party. That‘s what it‘s all about!
 
Nun erzähl mal etwas zu Deiner Vorgänger-Band SWEET PAIN, wo Du ja auch hinter dem Mikro standest.
Oh, Sweet Pain....glaub nichts, was Du an Gerüchten gehört hast. Angeblich soll diese Band ja aus Hannover kommen! Falsch !!!! Weißt Du, Bon Scott ist gar nicht tot. Den haben - genau wie Elvis - 1980 die Aliens entführt. Aber nicht für Versuche! Die hatten keinen Sprit mehr für den Heimflug, also haben sie nach einer möglichst kleinen und transportablen Spritquelle gesucht.....und da bot sich Bon‘s Leber an. Damit sind sie dann ohne Zwischenstopp nach Hause in den Orionnebel. 1995 hatte Bon dann die Möglichkeit auf Terra zurückzukehren. Weil es auf dem Oriongürtel keinen Alk gab, sah Bon natürlich viel frischer aus als vorher und keiner hat ihm geglaubt, wer er war....schon gar nicht in Hannover, wo ihn die Aliens abgesetzt hatten. Also hat er gleich hier eine Band gegründet, die exakt wie AC/DC in ihrer besten Phase klingt, um seine Identität zu beweisen. In dieser Zeit entstanden zwei Meisterwerke des harten Rock´n´Roll. „Sick and thirsty” & “If licks could kill”. Unglücklicherweise hatte Bon natürlich etwas nachzuholen und hat kräftig am guten „Herrenhäuser Bier“ genascht, so daß er etwa 1997 wieder als Notenergie für ein anderes Sternenschiff herhalten mußte. Seitdem warten die Sweet Pain Jungs jede Nacht auf ein Zeichen aus den Sternen. Denn dort steht geschrieben, wann das dritte SWEET PAIN Album erscheinen wird.
 
Äh, ja...nun mal wieder zurück auf die heimische Erde. Wie sieht die Metal-Szene in Eurer Region aus, gibt es da andere erwähnenswerte Bands in Eurer Gegend und wie haltet Ihr zusammen?
Hannover war ja mal in den späten 80ern / frühen 90ern das Rock´n´Roll Mekka von Deutschland: Die Scorps, Victory, Thunderhead, Eloy, Rough Silk, Sargant Fury, Viva...und jede Menge andere Bands sind bzw. waren ja von hier. Davon ist heute leider nicht mehr viel übrig. Das hängt natürlich auch mit dem Zeitgeist zusammen und dem Sterben in der Clublandschaft. Hier gibt es ja kaum noch Möglichkeiten sich live zu präsentieren. Zudem hat sich das Publikum auch verändert. Früher sind die Leute auch bereit gewesen, sich mal eine Untergrundband anzusehen. Heute geht man nur noch zu den großen Events und zahlt 70,- DM für ‘ne Karte. Dafür könntest du dir auch 10 Konzerte kleiner hungriger Bands ansehen....nur das tut kein Mensch mehr! Fakt!!!!! Aber natürlich ist die Szene hier ebensowenig tot, wie der Metal generell. Ohne überheblich klingen zu wollen, sehe ich uns schon als Speerspitze der „New Wave of Hannover-Heavy Metal“. (ha,ha,ha). Scherz beiseite....Conspiracy sind auch recht ansprechend, dann gibt es noch Hungry, Sway, Cholane....die ich richtig gut finde und natürlich die etablierten Acts der Marke Moon Doc, Rough Silk und Konsorten. Erst vor ein paar Tagen habe ich eine neue Band gehört, die Raptor heißt. Die waren auch prima. Leider hat es der Hannover Szene schon immer an Zusammengehörigkeitsgefühl gefehlt. Hier wird mehr über andere Bands abgelästert als sich gegenseitig zu helfen. Eine Entwicklung, die ich schon immer sehr bedauert habe. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel – es gibt auch immer wieder mal nette Begegnungen und kooperative Unterstützung. Das muß sich ja nicht auf Hannover beschränken. Ein echter Pfundskerl ist z.B. Dimitri Liapakis von Valley‘s Eve aus Memmingen. Der hilft uns uneigennützig immer mal wieder mit Kontakten nach Griechenland. By the way.......der hat gerade ein neues Projekt am Start: Mystic Prophecy....das Album „The Venegance“ kommt im Frühling ....und zwar gewaltig. Ich rate allen Freunden des melodischem Power-Metal sich schon mal den Gebetsteppich zurechtzulegen, denn sie werden die nächsten Monate lobpreisend auf den Knien verbringen.
 
Was fällt Euch in ein paar Worten zu diesen Begriffen ein?
- AC/DC: Billige SWEET PAIN Imitatoren.....nein, im Ernst.....Riffgötter aus der Hölle, die beste Rock´n´Roll Band des Universums. I ‘m gonna see ‘em alive tonight. - „Der Metal ist tot“ (Zitat Lars Ulrich): Überheblicher geht`s nicht. Den Abschied seiner eigenen Band aus der Metalszene als Anlaß zu nehmen ein ganzes Genre für tot zu erklären ist an Arroganz kaum noch zu überbieten. Das kommt von zuviel Jet Set Campus & Hummerhäppchen...allerdings wird dadurch das Timing auch nicht besser. Move back to the streets, Lars! Oder check mal die Charts in Europa. Metal is still alive and well. - Pink Floyd: Am besten in Ruhe mit einem guten Rotwein bei Kerzenschein. Oder gleich in der Twizted Toyz Holzhacker - Version. - „Die gute alte Zeit“: Sagen immer die, die sie nicht erlebt haben! - Metalstorm (nun Metalglory): Willige Vertriebssklaven, die unseren Wohlstand nähren!
 
Wie sehen zum Abschluß Eure weiteren Zukunftspläne aus?
Z.Zt. schreiben wir kräftig neue Songs. Wir wollen unbedingt mit dem nächsten Album noch einen draufsetzen und beweisen, daß man keine Plattenfirma im Rücken braucht, um qualitativ hochwertige Musik zu veröffentlichen. Auf jeden Fall wollen wir uns auch in Zukunft unsere künstlerische Freiheit bewahren und nur das machen, was uns gefällt, ohne auf irgendwelche Marktgegebenheiten Rücksicht zu nehmen. Wir sind ja nicht Metallica!!!! Abschließend möchten wir uns bei Euch und allen anderen bedanken, die uns unterstützen, mithelfen, zu den Konzerten kommen....oder einfach sich die Zeit nehmen unseren „Werken“ zu lauschen. Thanx for listening....you`re the music, we are just the show!
 
geführt am 16.11.2000   von Børge
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musikalischer Background des Verfassers
Hard Rock, Heavy/Power Metal, Speed Metal, Thrash Metal, Death Metal, Black Metal, 80er-Jahre Metal, US-Metal, NWoBHM, osteuropäischer Metal jeglicher Stilrichtung
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