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Helrunar "Stürme Des Nordens"
EIne der ganz großen Überraschungen des Jahres 2003 waren mit Sicherheit Helrunar aus Münster, die mit ihrer Debüt-Eigenproduktion "Gratr" im Vorübergehen die gesamte heimische Black/Pagan Metal-Bewegung an die Wand spielten. Eisiger, frostiger und nordischer Pagan Metal in bester Ulver-Tradition, rezitiert auf deutsch und norwegisch, ließ schon dieses erste Lebenszeichen zu einem unüberwindbaren Manifest werden. Mit einer Split-Single melden sich die drei Skalden zurück und beweisen, dass "Gratr" noch lange nicht die Spitze ihres Schaffens war. Im Folgenden gibt Skald Draugir Auskunft über Helrunar, die besondere Verbundenheit zu den (leider aufgelösten) Drautran und mehr...
Weitere Infos zu Helrunar:
REVIEWS:
Helrunar Frostnacht
Helrunar Split Mit Nachtmahr
Helrunar Gratr
Helrunar Baldr Ok Iss
Helrunar Gratr
INTERVIEWS:
Helrunar - Stürme Des Nordens
Helrunar - Dramaturgie Statt Pagan-disneyland

Wie seid ihr als noch sehr junge Band mit den durchweg überschwänglichen Reaktionen auf euer Debüt „Gratr“ umgegangen?

Hallo erst mal... tja, wie gehen wir damit um? Wir waren, obwohl wir mit unserem Material sehr zufrieden waren, sehr überrascht. Eigentlich ängstigte diese Euphorie uns sogar ein wenig... man fragt sich: „Wenn die Reaktionen so gut sind, was können wir tun, um noch einen draufzusetzen? Was erwarten die Leute von uns?“. Aber wir haben uns darüber natürlich auch sehr gefreut. Viele Fans schrieben und E-Mails, in denen sie ausdrückten, wie sehr unsere Musik sie berührt hat. Das ist natürlich mit das Schönste, was man als Musiker bekommen kann.

Euer Debüt besteht zu Teilen aus deutschen und auch – soweit ich weiß – norwegischen Lyrics, die sich um die nordische Mythenwelt drehen. Seid ihr des Norwegischen mächtig oder dienten die norwegischen Lyrics nur zur Unterstreichung der Atmosphäre?

Beides. Wir haben außerdem noch Texte in Altwestnordisch. Der ursprüngliche Gedanke war tatsächlich, diese Sprachen zur Unterstützung der Atmosphäre einzusetzen. Während ich dann die Texte in diesen Sprachen verfasste, fiel mir aber auch die poetische Verwandtschaft mit dem Deutschen auf... man kann Wortspielereien einbauen. Plötzlich bilden die Sprachen eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Mythos und Realität. Ein Mythos ist ja nichts anderes als sinngefüllte Sprache.
Mythen sind aber nicht der einzige Textgehalt. Ich versuche auch moderne Aspekte in die Texte einzubauen, zum Teil auch aus dem Grunde, um zu zeigen, wie sehr die Mythen für einen modernen Menschen noch sinnvoll sein können.

Was gibt es eurer Meinung nach Wissenswertes über eure bisherige Karriere zu vermelden? Wie sieht das derzeitige Line-Up aus?

Unser derzeitiges Line- Up besteht wie zum Anfang schon aus Dionysos an den Saiten, Alsvartr am Schlagzeug und mir. Für Live- Gigs holten wir uns dann noch Zarathustra als Session- Bassist hinzu. An diesem Line- Up wird sich wohl erst mal auch nichts ändern.
Im Sommer 2004 unterschrieben wir unseren Plattenvertrag bei Lupus Lounge, danach folgten einige Live- Konzerte. Im Dezember 2004 nahmen wir das Stück „Hauch wird Sturm“ für einen Split mit Nachtmahr auf. Dieser erschien im Mai 2005 und die Reaktionen darauf sind bisher sehr gut.
Schon im Februar und März 2005 nahmen wir unser neues Album „Frostnacht“ auf. Wie es immer ist, wenn man Musik macht, dauert alles länger als geplant... der Mix zog sich sehr lang hin. Wir sind aber zuversichtlich, dass das Album im Oktober endlich erscheinen wird.

Wie verlief euer erstes Konzert auf der Nebelmond Metal Party voriges Jahr?

Es war unser erstes Konzert, aber dafür verlief es sehr gut. Scheinbarwaren viele Anwesende mit unserem Material vertraut, und viele, die unsere Cd noch nicht hatten, kauften sie sich am Merchandise- Stand, ein Zeichen, daß den Leuten der Gig offenbar wirklich gefallen hat. Im Vorfeld waren wir natürlich sehr aufgeregt und haben geprobt wie bescheuert...

Ihr habt vor einiger Zeit einen Vertrag mit dem auf Black Metal spezialisierten Prophecy-Ableger Lupus Lounge unterzeichnet und seid dort bei Bands wie Dornenreich, Secrets Of The Moon und Arcturus wahrlich in guter Gesellschaft. Musstet ihr lange überlegen, bis ihr dort unterzeichnet habt? Was trieb euch dazu, dort zu unterschreiben?

Lupus Lounge bzw. Prophecy waren eigentlich von Anfang an unser Wunschlabel. Lange überlegen musste wir aber trotzdem, da sich der Vertrag über 5 Alben erstreckt, und wir waren alles andere als sicher, eine so lange Bindung eingehen zu wollen. Den Ausschlag gab wohl letztendlich der gute Ruf, den Prophecy hat. Von vielen –mehr oder weniger- Undergroundlabels hört man oft Schlechtes- Insolvenz, nicht bezahlte Studiokosten, aus Geldmangel nicht veröffentlichte Releases, Labels, die ihre Bands im Regen stehen lassen und so weiter. Von Prophecy hat man Dergleichen nie gehört. Ein anderer Grund ist die von Dir erwähnte gute Gesellschaft. Auf Prophecy sind fast ausschließlich hervorragende Bands gesignt. Wir sind auch stolz, dabei sein zu können und konnten es Anfangs gar nicht glauben. Außerdem mag ich das liebevolle Design der Prophecy- Vö´s...

Mit welchem Gedanken habt ihr Helrunar ins Leben gerufen? Wer oder was trieb euch dazu, diese Band zu gründen?

Unsere Begeisterung für den alten norwegischen Black Metal, und der Drang, dem ganzen Unrat, der in unseren Psychen brodelt Ausdruck zu verleihen.

Kommen wir kurz zu einer Band namens Drautran...

Ich weiß, dass ihr mit den Kielern von Drautran durchaus vertraut seid und deren Debüt „Unter dem Banner…“ durchaus zu schätzen wisst. Was schätzt ihr an dieser Platte besonders?

Sie hat halt eine unglaubliche Energie, eine unglaubliche Atmosphäre. Man hört, das da fähige Musiker mit all ihrer Leidenschaft arbeiten. Was soll man noch mehr zu dieser Götterscheibe sagen...?

Den Werdegang Drautrans könnte man in gewisser Weise durchaus mit dem eurigen vergleichen, mit dem Unterschied vielleicht, dass es Drautran schon eine ganze Weile gibt. Wie seid ihr auf Drautran aufmerksam geworden?

Ich habe zunächst Reviews von ihnen gelesen, die alle sehr gut waren... das hat aber nicht viel zu bedeuten. Viel Scheiße wird oft über den grünen Klee gelobt. Das erste Mal hörte ich Drautran auf de Sampler einer „Mörkeskye“- Ausgabe. Das hat mich schwer beeindruckt... danach besuchte ich ihre Homepage und lud mir die Mp3- Samples herunter. Das war dann der endgültige Durchbruch zu der Überzeugung, diese Cd dringend haben zu müssen... ich trat mit ihnen in Kontakt, und wir tauschten unsere Demo- Cd´s... so fing die ganze Geschichte an...

Ich habe von einem engen Bekannten der Band folgende zwei Dinge vernommen, die ihr vielleicht kurz kommentieren wollt:
- die nächste CD von Drautran soll stilmäßig relativ stark vom Debüt abweichen.
- nach der Veröffentlichung dieser zweiten CD wollen sich Drautran auflösen.

Was ich bisher von der neuen Cd (Live) gehört habe, weicht zwar ab, weil es mehr in Richtung Death Metal geht, der kühle nordische Hauch ist aber immer noch vorhanden, und die Stücke waren hervorragend.
Die Auflösung, die Du erwähnt hast, ist ja nun leider schon vollzogen. Über die Gründe kann ich nichts sagen, aber es ist mehr als bedauerlich. Damit verliert Deutschland und die Welt eine großartige Band. Eigentlich wollten wir mit Drautran in diesem Jahr noch einen Gig spielen... mehr als mein größtes Bedauern ausdrücken kann ich nicht.
R.I.P., Drautran! May the old norse gods be with you on your further path !

Und wenden wir uns nun dem Mystizismus und der Faszination des Black Metal zu...

Warum gelang es gerade den norwegischen Black/Pagan Metal Formationen in den frühen Neunzigern so hervorragend, diese unerreicht naturmystische und erhabene Atmosphäre auf ihre Werke zu bannen?

Ehrlich gesagt, ich habe keine Ahnung. Man kann da nur Vermutungen anstellen. Es gab da vielleicht eine bestimmte Stimmung in der norwegischen Szene, wegen der Lebensbedingungen... ein weiterer möglicher Grund sind die Einflüsse, die diese Bands hatten, also alten Black, Thrash und Death Metal aus den Achtzigern, aus denen sie dann etwas ganz neues, einzigartiges geschaffen haben. Viele meinen auch, es läge an der herrlichen Natur, wie man sie in Skandinavien findet.
Oder vielleicht liegt es auch an den Traditionen des Landes, musikalisch, oder an deren Umgang mit Mythen. Man weiß es nicht...

Ulver, Satyricon, Enslaved, Burzum, Darkthrone… all diese norwegischen Helden verstanden sich meisterhaft darauf, ihren Black Metal zu dem zu machen, als was ich ihn heute verehre:
Kalte, frostige Hymnen voller naturmystischer Anklänge, Musik, die erhabene Bilder von nebelverhangenen Wäldern vor dem inneren Auge aufsteigen lässt – was ist für euch Black Metal? Wie muss er klingen? Was muss ihn ausmachen?

Eigentlich hast Du in der Frage schon alles gesagt...

Welche fünf Bands vermögen eurer Definition von Black Metal am ehesten gerecht zu werden?

Oh, das ist nicht leicht... Ich denke Darkthrone, alte Mayhem, Emperor, die ersten Burzum- Scheiben und, um noch ein aktuelles Beispiel zu nennen, Lunar Aurora.

Norwegischer Black Metal bezeichnet heutzutage eine völlig andere Art der Musik als beispielsweise schwedischer Black Metal (Setherial, Marduk). Woran liegt das eurer Meinung nach? Beides sind skandinavische Länder mit ähnlichen Traditionen und ähnlichen Landschaften.

Das ist wahr, aber die Mentalitäten in beiden Ländern sind schon etwas verschieden, genauso wie ein Niederländer und ein Münsterländer auch verschiedene Mentalitäten haben. Vor allem greifen wohl Musiker aus beiden Ländern auf ihre Vorbilder aus dem eigenen Land zurück... die Wurzeln von den Norwegern liegen halt bei den alten norwegischen Bands, die Wurzeln der Schweden eher bei solchen Bands wie den genannten Marduk oder Setherial. Bands von heute werden sich vermutlich eher daran orientieren. Genau betrachtet ist Norwegen schon etwas rauer als Schweden... das hört man auch...

Würde es Helrunar ohne die norwegische Black Metal-Szene geben?
Ist Helrunar als Tribut an die unerreichten Glanztaten Norwegens anzusehen?

Vielleicht würde es Helrunar geben, aber sicher nicht in dieser Form. Helrunar ist zwar mehr als ein reiner Tribut, ich denke, das hört man auch. Wir machen schon unser eigenes Ding. Aber der alte norwegische Black Metal hat unsere Vorstellung von der Musik, die wir machen wollen, eben so sehr geprägt, daß man das auch hört. Es gab musikalisch nichts anderes, das uns so sehr berührt hat...





geführt am 28.08.2005   von Björn Springorum
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musikalischer Background des Verfassers
Ganz klar aus dem frostig-kalten Black Metal kommend, jedoch ist eine starke Tendenz zu elektronischen Klängen harscher Natur und folkigen Klängen überaus sanfter Natur zu erkennen...fügt man nun noch eine Prise Yann Tiersen dazu...voila!
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[ Seit dem 28.08.05 wurde der Artikel 6652 mal gelesen ]
 
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