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Sodom "Hart, Brutal, Rock 'n' Roll"
Sodom ist Kult. Seit den frühen Achtziger Jahren beackert diese Band die Bühnen der Metalwelt. Tom Angelripper ist längst zu einer Ikone der deutschen Szene geworden. Und der Backkatalog der Ruhrpötter hat inzwischen stolze Ausmaße erreicht. Anlässlich der neuen Doppel DVD Lords of Depravity Part 1 stand eine kleine Tour an, bei der sich die Band zusammen mit Vendetta und Fatal Embrace auch nach Hannover verirrte. Zeit für ein paar Fragen, Herr Angelripper.
Weitere Infos zu Sodom:
REVIEWS:
Sodom Sodom
Sodom Lords Of Depravity Part 1
Sodom The Final Sign Of Evil
Sodom Agent Orange
Sodom In War And Pieces
INTERVIEWS:
Sodom - Hart, Brutal, Rock 'n' Roll
Sodom - Metalglory.de - A B C Mit Tom Angelripper
LIVE-BERICHTE:
Sodom vom 25.09.2005

Tom, Ihr seid auf Reisen, um eure DVD ein wenig vorzustellen. Vier Tage, vier Gigs?
Ja. Das ist keine Tour im eigentlichen Sinne. Ursprünglich sollte die DVD ja auch schon raus sein. Das hatte sich jetzt zum zweiten Mal verschoben. Nun erscheint sie Mitte November. Bei den Gigs können wir aber schon mal was zeigen. So mit Leinwand und Beamer. Die das schon gesehen haben, waren alle begeistert.
Und gibt’s schon was nettes zu berichten, damit unsere Leser auch etwas zu lachen haben?
Hier von der Tour? Nix. Ich habe vorhin schon ne halbe Stunde geschissen. Von dem lecker Essen hier.
In der Halle oder im Tourbus?
Im Tourbus ist das verboten. Obwohl... habe ich auch schon. Man soll sich ja normalerweise im Tourbus hinsetzen. Ich habe mich hingesetzt und dann kam es mit. Was sollte ich machen?
Wie wichtig ist es für euch denn noch, live zu spielen?
Das macht immer noch Spaß. Sicher ist es auch ein Job. Für lau spielt keiner gern. CDs machen und touren geht Hand in Hand. Das eine geht ohne das andere nicht. Natürlich sind solche ausgedehnte Touren wie früher, ich sach mal acht Wochen mit Sepultura oder so, nicht mehr drin. So ist das leider auch nicht mehr. Aber wir nehmen alles mit, was geht.
Ich habe gelesen, dass 2006 eine Nordamerika Tour ansteht.
Ja. Das ist eigentlich auch das erste Mal, dass wir eine kleinere Tour dort fahren können. Sechs, sieben Shows oder so. Ostküste, New York bis hoch nach Kanada. Wir sind dort längst überfällig. Es hat irgendwie nie geklappt. Der erste Versuch war 1987 oder so. Wir hatten schon unsere Sachen gepackt und dann rief der Manager und sagt, die Tour findet gar nicht statt. Aus welchen Gründen auch immer. Jetzt haben wir versucht, in Amerika einen guten Promoter zu finden. Dort gibt es viele, die nicht so professionell arbeiten. Da habe ich keinen Bock drauf. Die wollen sich wirklich nur die Taschen mit Geld voll machen. Und ein bisschen Kohle müssen wir schließlich auch abkriegen.
Wie findet man denn einen guten Promoter in Übersee?
Da spricht sich halt rum. Man unterhält sich mit anderen Bands wie Kreator oder Destruction und erfährt, dass man mit dem oder dem was machen kann. Oder auf unserer Südamerika Tour der Eduardo. Den kannten wir vorher nicht. Er hatte keine Referenzen und hat einen guten Job gemacht. War eine super Tour, und das spricht sich halt rum. Man achtet eben auf die Erfahrungen der anderen Bands, auch wenn die sagen, geht zu dem nicht hin, der macht nur Scheiße. Wenn Veranstalter unprofessionell sind, bekommt man das auch mit.
Erzähl mal was über Lords of Depravity. Was erwartet die Fans?
Das ist erst einmal DVD 1. Die ist unterteilt in zwei DVDs und zeigt die History 1982 bis 1995 und ein aktuelle Konzertfilm. Gesamtspielzeit hat dieses Ding fünf Stunden. Ich will jetzt keine Namen nennen, aber wenn ich sehe, wie andere Bands ihre History abhandeln, finde ich das nicht so prickelnd. Wir haben eben was zu erzählen. Wir haben sämtliche Ex-Musiker rangeholt, die in Interviews zu Wort kommen, tonnenweise Fotos gescannt, zig Video Kassetten gesichtet. Ein Jahr geht praktisch zwanzig Minuten.
Abendfüllendes Programm also. Man kann sich mit ein paar Kästen Bier und einigen Leuten hinsetzen und sich das Teil geben.
Absolut. Man muss sich aber für die Band interessieren. Obwohl es eine Banddokumentation ist, wo auch Nicht-Sodom Fans sagen könnten: ist geil gemacht. Man erfährt so ein bisschen die Hintergründe, wie das überhaupt so Anfang der Achtziger entstanden ist und so. Generell wie die Szene war, weil einfach jeder zu Wort kommt. Das macht die ganze Sache so umfangreich und so üppig.
Das ist eine Schweinearbeit gewesen, oder?
Das kannst Du Dir gar nicht vorstellen. Kistenweise Videokassetten müssen gesichtet, katalogisiert und digitalisiert werden. Ohne den Ronald, der das ganze produziert hat, wäre es auch nicht gegangen. Der hat das für relativ wenig Geld gemacht. Für die Kohle von der Plattenfirma hätten wir vielleicht ein Konzert aufnehmen und ein Interview hinten dranhängen können. Ursprünglich war für die DVD die Wacken Show 2001 und ein Interview Backstage geplant. Das sollte die ganze DVD sein. Ich sachte, ihr könnt mich mal am Arsch lecken! Wenn man so ein Medium wie die DVD hat, muss man das auch ausnutzen. Der Ronnie sagte dann: Pass auf, wir machen die Sodom mit allem drum und dran, egal was die Plattenfirma bezahlt. Der glaubt eben daran und wollte unbedingt mal so was machen. Und nun ist das eine DVD geworden, wie ich sie mir von anderen Bands auch mal wünschen würde. Motörhead, sage ich jetzt mal.
Hast Du die neue Motörhead DVD gesehen?
Ja, gut. Aber das ist ja jetzt nix mit Hixtory oder so. Das ist ein Konzert wie jedes andere Motörhead Konzert auch. Mit einer besseren Technik halt und so. Eine History DVD von Motörhead, mit dem ganzen Furz, wenn man das mal sammelt, das würde der Hammer werden. Ich bin froh, das wir das soweit durchgezogen haben. Nächstes Jahr kommt dann die zweite raus. Wird dann die History 1995 bis heute plus eine Tourdokumentation, die zeigen soll, wie das so wirklich ist auf Tour.
Von welcher Tour?
Südamerika haben wir gefilmt, und nach Nordamerika wird der Ronny auch mitfliegen. Da wollen wir natürlich auch hinter den Kulissen was filmen. Die Leute sagen immer: Oh, ist ja geil, ihr geht auf Tour, ist das nicht schön? Ist aber gar nicht so schön. Man soll mal die Wahrheit sehen. Das ist schon anstrengend. Oder wenn mal was passiert, in Südamerika oder so. Theater mit der Crew, dann hat mal einer ne Knarre gezogen, dann war Polizei da und so weiter. Dass die Leute auch mal so was sehen. Wir wollen natürlich nicht hoffen, dass auf Tour immer irgendwas passiert. Besser, wenn nix passiert.
“M-16“ war ein saustarkes Album. Jetzt habt ihr euch ja ein bisschen Zeit gelassen mit dem Nachfolger. War die DVD der Grund?
Nein. Wie waren ja schon vor anderthalb oder zwei Jahren im Studio und wurden zurückgepfiffen. Aus welchen Gründen auch immer. Das ist bei einer Plattenfirma immer so eine Kohlegeschichte.
Was macht ihr mit dem Material?
Jetzt ist alles fertig. Wir waren im Studio, dann wurden wir wie gesagt zurückgepfiffen. Nun haben wir letztes Jahr Schlagzeug und Gitarre aufgenommen. Ich mach jetzt Bass und Gesang, fertig. Ich denk mal, so in vier Wochen ist das Album fertig. Wir im Februar oder März erscheinen?
Mit Sodom seid ihr bei SPV, Deine Solo Sachen erscheinen bei Armageddon...
Nee. Bei Armageddon erschien nur die Onkel Tom DVD. Die in Wacken haben Konzert aufgenommen, ohne Vertrag und so. Ich habe gesagt, mir ist das scheißegal, Hauptsache das Teil kommt raus. Die arbeiten ja mit Armageddon zusammen. Ich würde nie ein neues Onkel Tom Album oder so bei Armageddon machen. So war ich dann zumindest froh, dass die DVD kam, weil sie auch so schön gefilmt und geschnitten ist. Die musste einfach rauskommen. Mit Onkel Tom wollen wir auch nächstes Jahr ein neues Album machen, aber da gibt es noch keinen Deal. Wir knallern neue Songs und wollen das Album auch selber produzieren, also vorfinanzieren. Wenn man den Plattenfirmen heutzutage ein fertiges Produkt hinliegt, Cover fertig, CD fertig, dann ist das so ein „Haben oder nicht“.
Das Sodom Line Up ist nun acht Jahre konstant. Habt ihr einfach das perfekt Line Up gefunden oder wird man im Alter einfach ruhiger und zofft sich weniger?
Ja, das auch. Man wir ruhiger, ne? Die Wechsel früher hatten aber auch ganz konkrete Gründe. Da ist nichts aus reiner Willkür von mir entstanden. Wenn ein Witchhunter Shows canceled, alles canceled, dann kann man nicht mehr arbeiten. Und wir raufen uns halt immer wieder zusammen. Wir hauen uns auch nicht inne Köppe. Zwischen uns ist alles geklärt und dann läuft das auch.
Kannst Du Deinen Sodom Lieblingssong nennen?
Nee. Da muss man Außenstehende fragen. Ich hab vielleicht ein Lieblingsalbum, das ist „Get what you deserve“.
Seit der „Persecution mania“ hattet ihr eigentlich immer einen Song mit deutschen Texten. Auf den letzten beiden Alben nicht. Ist das Thema ausgelutscht?
Nein. Für deutsche Texte muss aber immer eine super Idee her. Wenn nichts da ist, mache ich auch nichts. Gerade so mit deutschen Texten ist das sowieso schwieriger als mit englischen. Eine Idee muss her. Das ist mehr so die Onkel Tom Schiene. Mit Sodom kann man das mal machen. Ok, die deutschen Songs sind auch immer Klassiker geworden, komischerweise. Auf dem kommenden Album ist übrigens auch nichts deutsches drauf.
Wie siehst Du Dich selbst? Bei Onkel Tom machst Du eher die lustigen Sachen, bei Sodom habt ihr auch mal sehr ernste Themen. Ist das eine schwierige Gratwanderung?
Och, Sodom ist eigentlich auch lustig. Ich mache immer noch bescheuerte Ansagen, wo sich alle krank lachen und so weiter. Klar sind unsere Texte schon ernster, aber wir nehmen das nicht so für bare Münze. So böse, wie wir vorgeben, sind wir gar nicht. Manche Band versuchen, das alles zu verkörpern, und wenn du sie privat kennst, dann ist da viel Schauspielerei dabei. Die Musik ist uns wichtig. Sie ist hart, brutal. Es ist Rock ’n’ Roll. Das ist es, wo wir drin aufgehen. Das machen wir natürlich aus voller Brust. Das ist mein Leben, und das von den anderen beiden natürlich auch.
Früher gab es so ein Dreigestirn im Thrash Metal: Kreator, Sodom, Destruction.
Heute gibt es nur noch Sodom, ne?
In etwa. Habt ihr noch Kontakt, seid ihr noch befreundet?
Ja klar. Vor zwei Wochen war ich noch bei Destruction, als sie in Bochum das neue Album präsentiert haben. Die haben mich eingeladen. Wir sehen uns so häufig, wie es geht. Kreator genau dasselbe. Wir hatten im Sommer ein paar Shows mit denen, und da gibt es keine Probleme. Ob es noch mal eine Tour mit uns dreien gibt, das weiß ich nicht. Ich würde das gern machen, aber der Mille sieht das ein bisschen anders.
Schade. Das würde sicher viele Leute begeistern.
Absolut. Der Mille ist jetzt halt auch allein erfolgreich. Bei der Tour hatte er Hatesphere, Ektomorf und so dabei. Das ist natürlich eine Tour, die zieht. Aber ich würde es gern noch mal machen. Das sind eben die drei deutschen Bands.
Aktuelle CDs, die Dir gefallen?
Oh, nee. Ich habe gerade ein paar Promos bekommen, da war die Hatesphere dabei. Die schon. Aber sonst gibt es nichts von dem neuen Kram, was mich sonderlich vom Hocker haut. Zu Hause erwisch ich mich immer wieder, wenn ich beim Musikhören in die älteren Schubladen gehe.
Bist Du als Musiker mehr Sänger oder Bassist?
Eher Sänger. Ich habe nicht die klassische Bass Schule, weißte? Ich hab das schon gut drauf und so. Das muss grooven. Aber so ein klassischer Bassist bin ich eigentlich nicht. Ich kann das, das ist kein Problem. Ich bin aber eher Sänger und Entertainer. Manchmal hindert mich der Bass daran. Viele sagen aber, Tom ohne Bass geht eigentlich gar nicht. Bei Onkel Tom geht es.
Du spielst ja auch immer sehr coole Bässe. In meinem Zimmer hing früher immer das Poster aus dem Rock Hard, wo Du mit Deinem roten Ibanez Bass vor den Pyros posierst.
Den habe ich dabei, aber nur als Reserve. Ich hab jetzt einen Fernandez, der ist aber auch schon alt. Den habe ich 1992 in Japan geschenkt gekriegt. Damals war das so, wenn du da gespielt hast, haben sie dir eine Gitarre geschenkt, irgendwelche japanischen Firmen halt. Und jetzt spiele ich eben, was besser klingt. Vom alten Ibanez Destroyer habe ich drei Stück. Die sind natürlich auch schon alle ein bisschen abgegriffen. Die muss ich mal machen lassen, wenn ich ein bisschen Kohle über habe. Als Bass waren die immer was besonderes. Der Cronos hat das Ding gespielt, der John Gallagher von Raven hat das Ding gespielt. Hat mich immer unwahrscheinlich beeinflusst.
Ok. Das war es eigentlich. Letzte Worte?
Na, ich hoffe, dass die Leute bei der DVD zuschlagen. Wem das Teil nicht gefällt, der bekommt von mir persönlich das Geld zurück. (grinst)
geführt am 17.09.2005   von Christian
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musikalischer Background des Verfassers
Maiden, Epic Viking Metal, Doom Metal, True Metal, Heavy Metal, Power Metal, Old School US Metal, 80ies Thrash
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