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Faun "Mittelalterliche Klangwelten: 20.10.05 Live In Fulda"
Es ist 22.30 Uhr, vor einer halben Stunde haben FAUN ihren Auftritt im Kulturkeller beendet, der alle Anwesenden in seinen Bann geschlagen hat. Nachdem jetzt alle Autogrammjäger ihre CD's, Shirts und Poster signiert bekommen haben, treffe ich mich mit Oliver Sa Tyr, um mit ihm ein bißchen über die neue CD, die Tour und das Mittelalter zu plaudern...
Weitere Infos zu Faun:
REVIEWS:
Faun Renaissance
Faun Zaubersprüche
Faun Totem
Faun The Pagan Folk Festival
Faun Luna
INTERVIEWS:
Faun - Mittelalterliche Klangwelten: 20.10.05 Live In Fulda
Faun - Zurück In Die Zukunft? – Zurück Zur Natur!

Das war ja euer erster Auftritt in Fulda, den Fans hat's gefallen, wie war denn das Konzert aus eurer Sicht?

Ja, wir waren heute zum ersten Mal in Fulda, wir haben ein ganz liebes Publikum gehabt, der Laden war voll, was für uns schon 'mal sehr schön ist. Was wir machen ist schon sehr schwierig, Mittelalter-Instrumente sollen gut klingen, dazu kommt die Elektronik und wir sind jetzt nach langem Arbeiten endlich so eingespielt, daß unser Programm auch ganz rund läuft. Das merken wir, das merkt das Publikum und das war einfach ein tolles Konzert heute Abend bei euch. Manchmal sind wir in Gegenden, wo es im Vorfeld heißt "Oh, die sind zu trocken, da springt zu schwer der Funke über", hinterher sind die Leute dann aber begeistert. Die Konzertsaison ist wirklich schön.



Mögt ihr so kleine, gemütliche Clubs wie den Kulturkeller, wo die Fans sehr dicht am Geschehen dran sind oder spielt ihr lieber auf größeren Bühnen?

Weißt du, es hat beides seine Vor- und Nachteile. Hier zum Beispiel ist es schön, daß man die Bühne dekorieren kann, man kann sich Zeit nehmen und aufs Publikum eingehen. Wenn die Leute eher schnellere Lieder wollen, dann kann man variieren. Die großen Hallen haben natürlich diesen Kick, daß du vor vielen Leuten spielen kannst. Ich glaube es ist das Tolle, daß wir beides machen können.

Habt ihr auch schon auf großen Festivals gespielt, wie beispielsweise dem Mera Luna oder dem WGT?

Wir haben alles durch, auf dem WGT haben wir vier Jahre gespielt, beim Mera Luna waren wir dieses Jahr zum ersten Mal, dann auf dem Zillo-Festival. Da ist es ein bißchen schwierig mit der Technik, denn man hat wirklich nur zehn Minuten Zeit für den Umbau und dann ruckzuck auf die Bühne. Dort so ein verzaubertes Bühnenbild in der kurzen Zeit hinzukriegen, ist natürlich auch sehr schwierig. Das ist für uns aber auch der Reiz, an dem wir arbeiten wollen.



Was kannst du uns denn über eure neue CD erzählen?

Unsere neue CD heißt "Renaissance", die ist im Frühjahr rausgekommen. Es geht um die Themen Abschied, Tod und Wiedergeburt. Wir bezeichnen uns ja als Pagan Folk, d.h. als Band, die Naturreligionen als Thema hat. Wir haben quasi aus unserer Sicht das Thema "Tod" analysiert oder den Leuten unsere Sicht vom Tod auf dieser CD mitgeteilt, u.a. weil wir an Wiedergeburt glauben, das ist ein natürlicher Prozeß, den wir musikalisch in verschiedenen Facetten erarbeitet haben. Die CD ist ganz interessant, denn wir haben sehr stark an unserem Sound gearbeitet. Wir waren in einem Studio, die sowas bisher noch nie gemacht haben, was ganz spannend für beide Seiten war. Die ganze Mittelalter-Mafia bucht ja oft die gleichen Studios, wir haben bewußt das Uphon Studio gewählt, weil die extrem viel Elektronik kennen, aber wenig die alten Instrumente. Gemastert haben wir das Album im Abbey Road Studio in London, die sich sehr gut mit feinen Tönen auskennen. Deswegen ist es kein krachiges, lautes Album geworden, sondern ein Album der leiseren, feinen Töne.

Cool, im Abbey Road Studio haben doch auch schon die BEATLES aufgenommen.

Ja, das ist sogar der Mann, bei dem die BEATLES waren. Das Uphon Studio arbeitet mit dem zusammen, sonst wären wir da gar nicht reingekommen.

Wie sieht denn so euer musikalischer Background aus?

Es ist eine Stärke von uns, daß wir grundverschieden sind. Jeder hört ganz andere Musik, jeder hat ganz andere Einflüsse, das ist das, was uns vorwärts bringt. Wir überlegen momentan, ob wir im Frühjahr die nächste CD machen wollen und haben jetzt schon zu viele Lieder. Jeder bringt etwas mit, der Drummer kommt mit alten, rhythmischen Evokationen an, ich bin hingegen mehr Songwriter-mäßig orientiert. Lisa studiert Musik und hat eher diese klassische Ausrichtung. Fiona kommt aus dem Folk-Bereich und bringt Folk-Melodien an. Jeder steuert seinen Teil dazu und sagt "Das könnten wir doch so machen", ja, und diese Mischung macht unseren Sound aus. Man kann uns in keine Schublade stecken, aber das macht uns wohl auch so unverwechselbar.

Zählt ihr euch eigentlich mehr zur Mittelalter-Szene oder zur Folk-Szene?

Sowohl als auch, beides hat Vor- und Nachteile. Es gibt ganz tolle Mittelalter-Bands, aber auch andere Bands, die unserer Meinung nach zu sehr auf einer Schiene fahren. Diese ganze Dudelsack-Geschichte ist toll, aber es wird überreizt, ich meine, man kann kein Festival mit vier Dudelsack-Bands nacheinander fahren. Zum Glück machen wir etwas anderes und werden da sehr positiv angenommen, wohl auch wegen der Abwechslung. Wir spielen aber beides gern, wir haben in dieser Saison weniger Folk-Festivals gemacht, die waren echt toll. Wir sind ebenfalls im Gothic-Bereich zu Hause, da hören viele Leute unsere Musik.

Mir ist heute Abend aufgefallen, daß ihr zu eurer Musik viele mittelalterliche Original-Texte verwendet. Denkt ihr euch auch eigene Lyrics aus?

Ja, meistens verwenden wir Originale. Ich habe Literatur des Mittelalters studiert, Lisa ist gerade im Studium von Musik und es sind oft alte Texte, die wir vertonen. Das hält sich momentan ungefähr in der Waage, daß wir sagen "Wir schreiben selber Texte, aber dann auf Deutsch" oder wir vertonen alte Texte. Wir würden das nicht machen, wenn wir da nicht dran glauben würden und so richtig Feuer und Flamme dafür sind. Gut, nicht jeder von uns, muß man sagen, also Niel ist ein reiner Elektroniker, der war Techno-DJ und ist hier reingerutscht, genießt es auch sehr, kommt aber eigentlich aus einem ganz anderen Eck. Aber bei mir ist das schon so der Ursprung, ich habe mich sehr viel mit dem Mittelalter beschäftigt, aber auch mit der romantischen Sicht, so in der Art "Wie gehen die Romantiker aufs Mittelalter zu?". Esoterik klingt immer so sehr verbraucht, dennoch interessiere ich mich so für Themen wie Spiritualität. Im Mittelalter gibt es einfach noch viel mehr Sagen und Mythen, die hatten für die Bevölkerung damals einen ganz anderen Stellenwert. Und genau dieses Weltbild versuchen wir den Leuten wiederzugeben, weil das heute verloren gegangen ist. Das findet man bei uns sowohl in den Klängen, als auch in den Texten und ich denke, daß das vielen Menschen helfen kann.



Welche Aktivitäten außer einer neuen CD plant ihr denn so in naher Zukunft?

Ja, wir müssen schauen, wir haben fast jährlich eine CD gemacht und momentan ist schon wieder sehr viel Material vorhanden. Wahrscheinlich läuft das im Frühjahr, es ist halt auch die Frage, ob wir nicht selber auch 'mal eine kreative Auszeit nehmen wollen. Ab April 2006 gehen wir wieder auf Tour, die Festivals wollen wir hier spielen und dann schielen wir auch so ein bißchen aufs Ausland, weil wir sprachlich wenig gebunden sind. Unsere bisherigen Auslandserfahrungen sind sehr sehr gut, das wäre für uns eine große Chance. Außerdem lieben wir alle das Reisen, wir sind alle so richtige Weltenbummler. Das ist mein Traum, mit der Musik zu reisen und damit das deutsche Mittelalter in die Welt zu tragen.


geführt am 21.10.2005   von Armin
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2. Metallica "Master Of Puppets"
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