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Lunar Aurora "Auf Des Mondes Kargem Fels..."
Sieben Alben haben die süddeutschen Schwarzmagier Lunar Aurora bereits herausgebracht, sieben Mal lodernde Manifeste, schwarze Hymnen an die Magie der Nacht. "Mond" heißt der neueste Streich der Bayern und zeigt Lunar Aurora ein weiteres Mal einzigartig, verändert, unaufhaltsam magisch und, wie in meiner Rezension nachzulesen, in Ausstrahlung und Atmosphäre unerreicht. Aran stand unseren Fragen Rede und Antwort.
Weitere Infos zu Lunar Aurora:
REVIEWS:
Lunar Aurora Mond
Lunar Aurora Andacht
Lunar Aurora Weltengänger (re-release)
Lunar Aurora Hoagascht
Lunar Aurora Ars Moriendi
INTERVIEWS:
Lunar Aurora - Auf Des Mondes Kargem Fels...
Lunar Aurora - Magische Momente Und Erinnerungen

„Mond“ zeigt Lunar Aurora einmal mehr von einer gewandelten, veränderten
Seite. Ist jener rastlose Drang, jenes ruhelose Voranschreiten die
Grundessenz eures Schaffens?

Absolut! Mehr kann man dazu kaum sagen, denn die Quelle für
Inspiration ist der stete Ausbruchversuch des Geistes. Leid,
Glückseligkeit, Drang, ...etc. Das tiefstmögliche Eintauchen in das
eigene Dunkel.



Allen Werken gemeinsam und auch „Mond“ anheim ist jene faszinierende,
dunkle und mystische Ausstrahlung, welche einem Großteil eurer
artverwandten Kollegen noch immer abgeht. Wie kommt diese Stimmung
zustande?

Danke für das Lob! Nun, ich glaube, dass es den meisten „Musikern“
in diesem Genre einfach an Tiefe und Einfühlungsvermögen mangelt. Das
stelle ich jetzt einfach mal so hochnäsig in den Raum! Es gehört schon
eine gewisse Portion an Reflektion der eigenen Tiefen und
Seelenschichten dazu, um daraus mit und durch die Musik geistreichere
Ebenen zu erschaffen. Umgedrehte Kreuze, Pentagramme, die längsten
Nägel am Arm, die längsten Haare, die markantesten Sprüche, ...all dies
und noch viel mehr Klischees stehen nun mal nicht automatisch für gute
Musik!!! Leider ist Black Metal und dessen Meute meist eitel... eitel, spießig
und unbeweglich konservativ! Äußerlichkeiten und Szenegehabe sind fast
ebenso wichtig, wie bei den verhassten Rappern.
Sicher benutzen wir auch Schminke und diverse Utensilien, aber
letztendlich kommt es darauf an, wie stilvoll man sich und die Musik
präsentiert. Unsere Stimmung in der Musik ergibt sich aus der
fortwährenden Suche, Rastlosigkeit und Auseinandersetzung mit dem
eigenen „Lebens-Wandel“. Schwer, dies hier kurz und verständlich in
Worte zu fassen. Es gibt nun mal gewisse Erkenntnisse im Leben, die
einen nicht mehr loslassen und zu einem getriebenen Menschen machen.
„Heimkehr“ ist das Stichwort!
Dass wir uns in Form von „Black-Metal“ ausdrücken, ergibt sich aus der
Stimmung in uns... und nicht umkehrt. Hätte ich noch nie von der Musik
gehört, ich würde bei dem Versuch, meine Emotionen zu vertonen,
trotzdem in diese musikalischen Stilmittel gleiten. Teile aus dem
Dark-Ambient Bereich sprechen mich genauso an, aber letztendlich ist es
einfach die urige Ausdrucksform am Instrument selbst. Die düstere
Grundstimmung hat nichts mit Attraktion zu tun, sondern kommt ganz
natürlich zum Ausdruck.

Müssen eure Songs von dieser Grundstimmung erfüllt sein?

Sie „müssen“ nicht, sondern sie sind es immer auf eigene Art.
Wobei „Grundstimmung“ sich nicht so einfach festlegen lässt, denn jedes
Lied, jedes Album hat seine eigene Grundstimmung. Es spielen viele
zeitliche und persönliche Aspekte mit hinein. Ich kann ja schlecht das
musikalische Schaffen getrennt vom restlichen Leben sehen. Alles ist in
einem Sog.

Wie muss Black Metal für euch klingen, wenn ihr ihn selber schreibt?
Und wie, wenn ihr im lauscht?

Ich für meinen Teil bin eigentlich immer unzufrieden mit unseren
Liedern, denn es treibt mich zu einer Perfektion, die allerdings bei
den gegebenen Instrumenten an Grenzen stößt. Wenn ich das nötige Geld
hätte, würde ich viel mehr Instrumente mit einfließen lassen, um noch
mehr Verwirklichung zu schaffen.
Aber um Deine Frage generell zu beantworten, müsste ich sagen, dass BM
(egal, ob ich ihn selber schreibe oder höre) immer ans Herz gehen muss.
Es muss dich etwas packen, dass magisch ist... dass dir das Gefühl
vermittelt, es breiten sich tiefe Bereiche vor Dir aus. Das schwebende
Gefühl und die Losgelöstheit... die Mannigfaltigkeit der inneren Bilder
wird erweckt.
Um es durch ein Gegenteil noch besser zu erklären:
Bei Marduk, Dissection, Dimmu Borgir, Raise Hell, Stormlord, Andras und
vielen weiteren eröffnet sich mir NICHTS! Das ist für mich dumpfe Musik
ohne Hintergrund und Sinn!
Wohingegen Paysage d'Hiver mich reisen lässt!



Mit „Mond“ habt ihr einen sehr prägnanten und einfachen Titel für euer
neues Werk gewählt. Was sind deine Gedanken zu diesem Gestirn und wie
kam es, dass er Namensgeber eures neuen Werkes wurde?

Zuerst möchte man bei diesem Titel vielleicht ein eher
„verträumteres“ Album erwarten, aber wir wollten uns mehr der kalten,
harten und leblosen Seite des Mondes zuwenden. Für mich hat der Mond 2
konträre Aspekte:
1. Das sinnliche, romantische und verzaubernde Licht.
2. Das wilde, gewalttätige und zerstörerische Wirken.
In romantischen Darstellungen funktioniert der Mond nur, wenn man ihn
als fernen Himmelskörper zeigt. Blickt man allerdings auf seine
Oberfläche, so ist dort für unsere Augen nichts als felsiger Tod. Kalt,
unwirtlich und leblos. Und genau diesen Aspekt griffen wir auf.
Darüber hinaus hat der Mond natürlich seit jeher eine symbolische
Auslegung und reelle Auswirkung auf unser Denken und Fühlen.

Nach langen Jahren der Enttäuschung durch unfähige Plattenfirmen habt
ihr euch mit Cold Dimensions endlich ein eigenes Label geschaffen, um
eure Musik zu veröffentlichen. Wo seht ihr die größten Vor- und
Nachteile?

Der Vorteil ist natürlich an erster Stelle die Unabhängigkeit! Der
Nachteil dabei, dass man eben ALLES selber machen muss. Ein Lob an dieser
Stelle an Whyrhd, der dieses Label sehr stilsicher leitet. Es kommt eben
darauf an, was man mit seinem Label erreichen möchte. Wir sehen uns eher
in kleinerem Rahmen. Wobei man nie sagen kann, inwieweit es noch wachsen
wird. Oft ist es auch einfach eine zeitliche Frage, wie viel man mit dem
Label reißen kann.

„Mond“ überrascht mit einem für eure Verhältnisse ungewohnt klaren und
sauberen Klang. War dies beabsichtigt?

Im Großen und Ganzen schon. Wir wussten zwar nicht, auf welchen
Sound wir diesmal zusteuern, aber die Richtung war uns klar. Die Lieder
verlangten einfach nach einem fetteren Sound und somit die Entscheidung.
Ganz einfach. Wir lassen uns nicht das „Image“ durch Soundqualität
auferlegen. Wer harsche und schrottige Produktionen braucht, um sich
„true“ oder sonst wie zu fühlen, der tut mir Leid. Wir lassen uns im
Prinzip immer von der Stimmung eines angefertigten Albums leiten und
richten die Produktion danach aus. Das Gesamtbild muss stimmig sein.
Hält die Sache nebenbei auch am Leben. Wenn eine Band nach dem 3. Album
immer noch den gleichen Sound hat, ist irgendwo was auf der Strecke
geblieben.

Wie sieht es mit den behandelten Themen auf eurem neuen Album aus? Was
ist der zentrale Kern von „Mond“?

Wie oben schon erwähnt, ging es uns eher um die „felsige“ und
abstoßende Wirkung des Mondes... als einen Teilaspekt. Im Kern
beinhaltet das Album die Rastlosigkeit, die Wanderung und Wandelung des
Lebens. Alles unter dem sehr harten Licht des Mondes als energetische
Quelle zu weiteren Tiefen.
Ich denke aber, dass man die Texte diesmal sehr gut nachvollziehen kann.
Lest also selbst!



Seit vielen Jahren veröffentlicht ihr konstant erstklassige,
außergewöhnliche Scheiben, doch erst seit einigen wenigen Jahren
scheint eine größere Menge Wind von eurem Können zu bekommen. Begrüßt
ihr diese Entwicklung? Und wo seht ihr die Gründe für dieses späte
Aufflackern des Interesses?

Na ja, das Interesse und die Aufmerksamkeit waren eigentlich schon
von Anfang an da, aber verschiedene Zeitqualitäten, Strömungen,
Labelarbeiten, Besetzungswechsel und vor allem die launischen Wechsel
unserer Stile von Album zu Album haben wohl immer auch einen gewissen
Hörerwechsel bewirkt. Es gibt selten Leute, die jedes Album mögen. Kann
ich gut verstehen!
Außerdem waren wir nie darauf aus, uns zu vermarkten. Eine gewisse Musik
erreicht keine Massen und orientiert sich von daher selbst. Darum
verstehe ich auch nicht das ganze Getue um „Underground“. Oftmals ist
eine Band eben „Underground“, weil sie schlichtweg Scheiße ist.

Wie schon erwähnt waren alle eure bisherigen Alben von jenem rastlosen
Wandel geprägt. Kannst du vielleicht kurz alle eure Full-Length Alben
kommentieren und dabei insbesondere auf die Einzigartigkeit eines jeden
eingehen?



1. „Weltengänger“ ist ein typisch übersprühendes Debüt. Man bedenke
allerdings, dass es im Proberaum aufgenommen wurde und nur EINE
Stromgitarre enthält. Nur an vereinzelten Stellen gibt es ganz selten
eine zweite Gitarre dazu. Es ist von der Stimmung sehr verworren und
wandlerisch.


2. „Seelenfeuer“ ist wiederum mit nur einer Gitarre aufgenommen,
ebenfalls in einem Proberaum und vom Stil her sehr erdig, archaisch und
rumpelnd. Die Grundstimmung zielt auf den innersten Kern... das ewige
Seelenfeuer in den allerheiligsten Tiefen.


3. „Of stargates and bloodstained celestial spheres“ ist ein recht
abgefahrenes und morbides Album. Eigentlich der erste Einstieg in
Studioarbeit. Damals noch im Hörnix-Studio (R.I.P.), bekannt durch
Abigor. Die Grundstimmung hier geht eher in Richtung „abgehoben“ und
doch zugleich sumpfig und verfaulend.


4. „Ars Moriendi“ ist ein Album, dass irgendwie am meisten Wirbel
verursacht zu haben scheint. Es ist ein extrem fieses und peitschendes
Album. Wiederum im Hörnix-Studio aufgenommen. Bei „Ars Moriendi“ geht
es um eine Art „Besessenheit“ und stürmische Leidensbereitschaft, jeden
Tod und jeden Akt der Vernichtung anzunehmen und zur Läuterung zu
verwenden.


5. „Elixir of sorrow“ wurde in einem kleinen Studio in München
aufgenommen. Es entstand in einer recht abgeschiedenen Grundstimmung
und trägt irgendwie auch eine gewisse Hoffnungslosigkeit und
Traurigkeit in sich. Von allen Alben ist dies das „stillste“ und
„zurückgezogenste“.


6. „Zyklus“ wurde komplett von uns selbst aufgenommen und vertont. Es
zeichnet in seiner Grundstimmung einen gewissen Aufbruch und Neubeginn
auf. Der Titel drückt schon sehr gut aus, um welche Thematik es geht:
der ewige Kreislauf des Lebens. Im Innern wie im Äußern. Wie oben, so
unten! Es ist ein sehr martialisches Album, roh und ungeschliffen. Die
4 Lieder beziehen sich auf die magische 4 in allen Naturerscheinungen.
4 Jahreszeiten, 4 Tageszeiten, 4 Mondphasen, ...etc. All das lässt sich
auch in einem selbst erkennen!


7. „Mond“ ist hier zur Genüge besprochen worden.

Was wird die Zukunft für Lunar Aurora bringen?

Mal sehen... jetzt haben wir endlich einen neuen und festen
Schlagzeuger, einen sehr guten Helfer an den Tasten und genug Energie
für weitere Schandtaten. Wir lassen uns selbst überraschen.

Was steht in nächster Zeit via Cold Dimensions an?

Angedachter Studiotermin für das nächste Album ist etwa
September/Oktober 2006. Aber dazu kann ich noch nicht viel sagen. Im
Moment sind wir eher damit beschäftigt, unser Live-Set einzuproben, da
im Jahr 2006 wieder mal ein paar Konzerte sein dürfen. Nachdem wir
endlich wieder vollzählig sind.


geführt am 14.11.2005   von Björn Springorum
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musikalischer Background des Verfassers
Ganz klar aus dem frostig-kalten Black Metal kommend, jedoch ist eine starke Tendenz zu elektronischen Klängen harscher Natur und folkigen Klängen überaus sanfter Natur zu erkennen...fügt man nun noch eine Prise Yann Tiersen dazu...voila!
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6. Yann Tiersen "Die fabelhafte Welt der Amelie"

[ Seit dem 14.11.05 wurde der Artikel 6660 mal gelesen ]
 
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