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Saltatio Mortis "Wer Tanzt, Der Stirbt Nicht: 24.11.2005 Live In Fulda"
Fleißig sind sie, die Jungs von SALTATIO MORTIS. Die aktuelle CD "Des Königs Henker" ist erst vor wenigen Monaten erschienen, trotzdem haben sie auf der heute offiziell beginnenden Tour schon wieder Aufnahme-Equipment dabei, um die ersten Ideen für das kommende Album zu dokumentieren und weiterzuentwickeln. Vor zwei Jahren, als sie mit SUBWAY TO SALLY in der Stadt waren, habe ich sie leider verpaßt, aber heute ist mein Tag. Alea der Bescheidene und Lasterbalk der Lästerliche sind meine heutigen Gesprächspartner, und nachdem Anja alle mit ausreichend Kaffee versorgt hat, kann es 'losgehen...
Weitere Infos zu Saltatio Mortis:
REVIEWS:
Saltatio Mortis Des Königs Henker
Saltatio Mortis Erwachen
Saltatio Mortis Das Zweite Gesicht
Saltatio Mortis Heptessenz
Saltatio Mortis Tavernakel
INTERVIEWS:
Saltatio Mortis - Wer Tanzt, Der Stirbt Nicht: 24.11.2005 Live In Fulda
Saltatio Mortis - Über Spielmänner Und Werwölfe: 15.11.2007 Live In Fulda
Saltatio Mortis - Albumcharts, Verrückte Hochzeiten Und Trickreiche Fragen
Saltatio Mortis - Spielmannsrock Mit Politischer Botschaft
LIVE-BERICHTE:
Saltatio Mortis vom 25.03.2004
Saltatio Mortis vom 01.11.2011
Saltatio Mortis vom 20.06.2013

Eure Tour hat ja gerade erst begonnen. Wie sind denn eure bisherigen Eindrücke nach den ersten Warm Up-Shows und welche Erwartungen habt ihr insgesamt?

Lasterbalk: Ja, das ist heute praktisch der erste echte Tourtag, wir haben im Prinzip vorher drei Warm Up-Shows gehabt. Es waren sozusagen drei Einzelshows. Wir haben auf der "Des Königs Henker"-CD ja nicht nur musikalisch komplett umgestellt, wir haben auch tontechnisch komplett umgestellt. Wir sind zum ersten Mal mit eigener Tontechnik unterwegs, daher haben wir die drei vorgeschobenen Einzelshows genutzt, um Fehlerquellen auszumerzen, das ist klatr bei so einem komplexen System. Wir arbeiten mit digitalem Multichor und digitalem Mischpult, da hat es bis heute einigen Verbesserungsbedarf gegeben, dementsprechend standen die ersten drei Shows im Zeichen der Technikoptimierung und heute pünktlich zum offiziellen Tourstart paßt alles. Also dreimal auf Holz klopfen, ich denke, das wird ganz toll.

Alea: Die letzten Gigs mit dem alten Set-Up, als die "Erwachen"-Tour beendet war, das waren so Sachen wie das Feuertanzfestival in Nürnberg, aber da haben wir auch schon Songs von der neuen CD gespielt.

Lasterbalk: Wir haben schon im Januar angefangen, neue Songs ins Set-Up einzubauen, da war schon abzusehen, daß ein Großteil unseres Publikums den neuen Sound geiler findet als den alten. Das ist auch das, was wir in den ersten drei Warm Up-Shows deutlich mitbekommen haben.

Alea: Was halt wirklich sehr schön ist bei der neuen Show, nun, man ist freier, das Publikum kocht, die Leute haben Spaß und man kann sagen "Hey, wir nehmen noch ein Riff", weil man nicht irgendwie an eine Vorgabe gebunden ist, es ist eine Rockband.



Erzählt unseren Lesern doch 'mal etwas über eure aktuelle CD "Des Königs Henker".

Lasterbalk: Okay, dann lege ich 'mal los. Im Prinzip haben wir uns zum dritten Mal neu erfunden. Wir haben angefangen als reine Dudelsack Unplugged-Band. In dieser Form spielen wir heute teilweise noch auf Märkten, dann kam "Das zweite Gesicht", was deutlich elektronischer orientiert war, und im Laufe der Gigs mit "Das zweite Gesicht" sind wir ein bißchen rockiger geworden. Das ging auf der "Erwachen"-Tour so weiter und deswegen haben wir uns gesagt "So, jetzt müssen wir die Rockschiene komplett neu machen". Daraus resultierte dann unsere aktuelle CD. Wir haben die Elektronik komplett rausgeschmissen, wie Alea gerade angedeutet hat. Wir haben keine Back-Synthis mehr laufen, es ist alles handgemacht, wir arbeiten mit zwei Gitarren, d.h. die Leadgitarre übernimmt sehr viel von dem, was früher der Synthesizer gemacht hat. Es ist nur noch ein Drummer auf der Bühne. Thoron, der früher mitgetrommelt hat, spielt jetzt Dudelsack, also wir haben intern umbesetzt. Ganz wichtig war, daß wir Studio und Produzent gewechselt haben. Es war auf der "Erwachen"-Produktion schon absehbar, daß der Lutz und wir so nicht mehr weitermachen können, das liegt daran, daß der Lutz sehr stark an den elektronischen Elementen gearbeitet hat, wir aber immer mehr in die rockigere Richtung tendiert haben. Es kam von ihm dann auch deutlich die Ansage, daß für die nächste Platte eine klare Hü- oder Hott-Entscheidung her muß. Wir haben uns für Hü, also mehr Rock entschieden, haben uns einen neuen Produzenten gesucht und sind dann beim Trosi gelandet, dem Thomas Heimann-Trosien, der jetzt gerade mit SCHANDMAUL im Studio ist, früher für IN EXTREMO produziert hat und daher Mittelalter-Bands kennt, vor allem die ganze Problematik mit quäkenden Dudelsäcken, Drehleiern und besonderen Stimmungen. Mit dem haben wir uns eingeschlossen, erst in Frankreich eine Woche für eine Vorproduktion, um zu schauen, ob die Chemie stimmt, ob die Songs alle bei ihm auf fruchtbaren Boden fallen. Das war der Beginn einer wundervollen Freundschaft. Danach waren wir für uns völlig ungewohnt in einem neuen Studio mit ganz neuen Arbeitsprozessen, was aber auch sehr toll war. Wir haben eine Platte gemacht, die sehr erdig ist, ebenso rockig mit Dudelsäcken. Von den Texten her sind wir ernster geworden, düsterer hat man uns oft nachgesagt, was ich nicht ganz so sehe, aber so ist offensichtlich die Meinung. Ich denke, die Band ist mit der dritten Erfindung deutlich erwachsener geworden und so steht sie im Moment auch auf der Bühne.

Alea: Ja, was kann ich da noch ergänzen, also die Band hat sich nicht nur im Sound weiterentwickelt, sondern in jeglichem Zusammenspiel, in jeglichen Fertigkeiten. Es wird überall sehr gelobt, daß wir jetzt ein wirkliches Rock-Schlagzeug am Start haben, daß wir eine funktionierende Rhythmus-Section am Start haben. Das Ganze ist kompakter und dadurch einen Schritt härter, was aber auch so gewollt ist. Die größere Härte im Sound zeigt sich auch an der Stimme, ich habe sehr viel in diese Richtung gearbeitet und das macht mir auch sehr viel Spaß. Man fühlt sich wohler, man hat mehr Spielraum. Wenn ich mich an die anderen Produktionen hänge, habe ich mit der Stimme immer nur die eine Möglichkeit gehabt, mich zwischen Dudelsäcke, Gitarren und Loops oder auf Flächen zu setzen. Da war halt schon sehr viel Dichte im Sound und unter diesen Umständen war es schwierig, Verständlichkeit und Druck in die Stimme zu kriegen. Deswegen "Reduce to the Max", wie man so schön sagt. Wir sind eine Rockband, ich habe jetzt Platz für meine Stimme, man hat Möglichkeiten, die man vorher nicht hatte, ja und auch Fertigkeiten, die ich vorher nicht hatte, muß ich schon zugeben. Es hat sich viel getan und das ist gut so.



Du hast ja vorhin schon erwähnt, daß eure Texte auf der neuen CD ernster geworden sind. Kannst du da 'mal ein paar Beispiele nennen?

Lasterbalk: Die meisten Texte sind ja von mir und in allererster Linie autobiographisch motiviert. Ein "Rette mich" ist ein ganz klarer Trennungssong, ist natürlich witzig, weil da unten gerade Amber spielt (in dem Moment läuft eine Etage tiefer noch der Soundcheck der Vorgruppe -Armin), die daran beteiligt war. Dazu kommen natürlich auch sehr politisch motivierte Texte, die ersten Texte für die Platte sind entstanden, als der zweite Irak-Krieg begonnen hat. "Salz der Erde" und "Die Hoffnung stirbt zuletzt" sind stark von den Kriegseindrücken motivierte Texte gewesen. Dann kommen persönlich motivierte Texte hinzu wie "Vergißmeinicht", denn ich hatte in meiner Vergangenheit die ein oder andere Freundin, die tatsächlich auch Mißbrauchs-Erfahrungen hatte. Das gärt schon sehr lange in mir und irgendwann hatte ich dieses "Vergißmeinicht" sehr stark im Kopf, damit verbunden einige Gespräche und so entstand dieser Text. Viele der Texte sind in einem Erzählstil gehalten, also "Vergißmeinicht" zum Beispiel ist einer meiner Lieblingstexte aus den letzten drei Alben, das ist im Prinzip eine packende Erzählung, weil sie auf realen Ereignissen basiert.

Alea: Ich lege sehr viel Wert darauf, daß, wenn man einen Text benutzt, auch weiß wo er herkommt, wenn er nicht von einem selber ist. Eine ganz verwerfliche Sache ist, irgendwelche alten Melodien oder Texte zu nehmen und seinen Namen darunter zu schreiben, so als hätte man es selbst erfunden. Der Text, den ich hervorheben möchte, ist "Der Verführer", das ist ein wahnsinnig schöner Text von Hermann Hesse und das haben wir ganz klar darunter geschrieben. Der Falk hat den angeschleppt, ich habe ihn gelesen und gesagt "Das ist gut verständlich, man erkennt sich darin wieder" und dann hat es einen Abend gedauert, bis ein Song darauf gestrickt war. Alles andere haben wir zusammen gemacht, aber das ist für mich ein sehr wichtiger Song auf der Platte.



Jetzt brauche ich erstmal ein Bier.

Lasterbalk: Klar, heute am ersten Tag ist eh' rituelles Abstürzen angesagt.

Habt ihr nicht morgen wieder einen Gig?

Lasterbalk: Morgen, übermorgen, bis Ende des Jahres sind wir unterwegs, zwar mit einigen Pausen darin. Naja, speziell ich habe den schlechten Ruf, ganz am Anfang immer furchtbar abzustürzen, bis ich dann gar nicht mehr kann. Ich habe mir dieses Mal wieder aufs Neue vorgenommen, es nicht zu tun, aber darüber können wir uns morgen unterhalten (Gelächter).

Alea (mit todernstem Gesichtsausdruck): Von solchen Verhaltensweisen distanziere ich mich entschieden. Also ich will nur sagen, daß ich der einzige in der Band bin, der da völlig mit Disziplin herangeht.

Wie, nix da mit After Show Party bei dir?

Lasterbalk: Das hat er nicht gesagt, er meint, er ist diszipliniert dabei (Gelächter).

Okay, dann 'mal weiter im Text. Welchen musikalischen Background habt ihr, welche Bands haben euch zu eurem Sound beeinflußt?

Lasterbalk: Das ist eine schwierige Frage, die ich dir so pauschal nicht beantworten kann. Wie ich vorhin schon sagte, wir haben uns zum dritten Mal neu erfunden. Uns haben tausend und keine andere Band beeinflußt. Im Moment hören wir alle gerne die neue CD von SYSTEM OF A DOWN. Als wir die "Des Königs Henker"-CD gemacht haben, haben viele von uns gerne KORN gehört. Ob das jetzt ein Einfluß ist, das ist eine schwierige Frage, die immer gerne von euch Schreiberlingen gestellt wird. Wenn man etwas gerne hört, dann beeinflußt es einen schon irgendwie, auf der anderen Seite hat man immer schon seine eigene Band, seine eigene Musik im Kopf. Keine Ahnung, ich schreibe einen Text, dabei denke ich ganz massiv an mich, an meine Gefühle dabei, aber ich denke auch an Alea, der das singen muß. Ich habe einen engen Kontakt mit ihm, zeige ihm schon sehr früh Rohentwürfe, so nach dem Motto "Spricht dich das an, kannst du damit was anfangen". Natürlich weiß ich mittlerweile auch schon, was für Texte er singen will, kann und mag. Dann geht es weiter beim Songwriting, als Schlagzeuger hat man beim Spielen auch so seine Vorlieben, ein paar Dinge mag ich, andere mag ich nicht. Wenn der Alea dann einen Song darauf macht, kommt er ganz früh zu mir und sagt "Guck 'mal, soweit bin ich schon, mach' doch noch was dazu", und so geht man aufeinander ein. Dadurch wird jedes Lied, das entsteht, ein Lied der gesamten Band. Ob das jetzt von KORN oder sonstwem beeinflußt wurde, kann ich nicht sagen, das ist halt 'ne beliebte Frage.

Na klar, deswegen habe ich die dir ja auch gestellt (Gelächter).

Alea: Ich muß dazu ganz klar sagen, das Projekt "Des Königs Henker" hat einfach Möglichkeiten eröffnet, besonders für mich, zu meinen Wurzeln zurückzukehren. Man hört halt oft von Fans oder Journalisten "Hey, ihr werdet euch untreu", das kann ich für mich nur absolut zurückweisen. Auf der Platte sind wir uns treuer als je zuvor. Ich komme aus dem Hardrock-Bereich, habe früher zwar alle möglichen Stile gesungen, aber mit der härteren Ausrichtung fühle ich mich jetzt sehr, sehr zu Hause.



Ja gut, das ist sicherlich klasse für den betreffenden Musiker, wenn er seine eigenen Vorstellungen von Musik in einem Bandgefüge zu 100% umsetzen kann.

Lasterbalk: Es gab einige, die gesagt haben, daß wir uns untreu geworden sind, aber ich war überrascht, wie wenige das waren. Wir saßen während der Aufnahmen eines Abends noch im Studio und haben uns gefragt "Was wird die Reaktion auf die Platte sein?". Ein guter Freund von uns, der Ingo Hampf von SUBWAY TO SALLY hat uns gesagt "Es ist völliger Quatsch, auf die Fans zu hören. Die Musik muß von der Band kommen und von der Band gut gefunden werden. Das ist der einzige Maßstab, der zählen darf". Das ist sehr hart, gerade als Fan kann man das wahrscheinlich kaum nachvollziehen, es ist aber richtig. Wenn man das nicht macht und nur darauf hört, was die Fans wollen, dann darf man keine Musik machen. Uns hat die Platte Spaß gemacht, wir saßen beim Abhören des Roughmix schon da und haben gesagt "Ja, so muß es klingen". Natürlich hört man auch seine Fehler, man hört ganz genau, wo man noch weitermachen will. Man hat schon Ideen fürs neue Album und sitzt noch beim Abhören der aktuellen Platte, die gerade 'rauskommen soll. Das ist aber ganz normal, wie mir auch schon ältere Kollegen bestätigt haben. Das ist der Grund, daß wir auch hier auf Tour zwischen lauter Laptops sitzen (im Nebenraum ist ein digitales Mini-Studio aufgebaut -Armin), weil der Drang da ist, immer wieder etwas Neues zu machen, etwas weiterzuentwickeln und die nächste Platte wird uns wieder einen weiteren Schritt voran bringen.

Was für Aktivitäten stehen denn für euch nach der Tournee an, ich meine wenn ihr jetzt schon mit dem Songwriting fürs neue Album beschäftigt seid?

Alea: Also nach der Tour machen wir erstmal Urlaub. Seit SALTATIO MORTIS besteht gab es das nicht und deswegen wird das jetzt 'mal ausgekostet, also einen Monat wird 'mal gar nichts gemacht. Danach geht's voll weiter. Ich mache das mit dem Songwriting immer so, daß ich nicht sage "So, heute Abend setze ich mich 'mal hin und mache 'nen Song", das funktioniert nicht. Das passiert dann, wenn man das Gefühl dazu hat, wenn im Laufe des Tages irgendetwas passiert ist. Ganz besonders gut dafür sind für mich schlechte Tage, also wenn ich einen schlechten Tag hatte, dann kann der Abend gut werden, wenn ich am Rechner sitze.

Lasterbalk: Da müssen wir dir wohl 'mal den Urlaub streichen, damit du gute Songs schreibst.

Alea: Nee, lieber nicht, dann wird die Platte zu hart (Gelächter).

Lasterbalk: Naja, das müssen wir im Bandrat nochmal besprechen. Im Februar werden wir ganz massiv daran gehen, die neuen Songs im Proberaum abzuspielen. Im Moment sind es noch alles Skizzen, Ideen, Fragmente teilweise noch ohne Melodien. In der Sommersaison werden uns die Festivals und Märkte ereilen. Der Plan ist, daß wir im Herbst ins Studio gehen.

Dann möchte ich nochmal auf eure Pseudonyme eingehen, haben die irgendeine besondere Bedeutung?

Alea: Also zu dem Herren hier neben mir, Lasterbalk, brauche ich wohl nichts zu erklären, oder?

Lasterbalk: Das ist ein historischer Name. Weil ich ein geschichtlich interessierter Mensch bin, habe ich mir einen bedeutenden Spielmann des Spätmittelalters herausgesucht, und es ist rein zufällig, daß der mit lüsterner Lästerlichkeit zu tun hat, weil mir das völlig fremd und nicht in meinem Wesen verankert ist.

Anja (Sie bringt gerade neuen Kaffee): Genau!

Lasterbalk: Das ist unsere Tourmanagerin, die wird jetzt gefeuert. Nein, einen eigenen Spielmanns-Namen verdient man sich. Wir kommen aus dieser Spielmanns-Tradition, das ist im Gegensatz zu SUBWAY TO SALLY, die wir sehr schätzen, von denen wir sehr viel gelernt haben und mit denen wir großartige Wochen auf Tour verbracht haben. Gruß an der Stelle nochmal ganz deutlich an die lieben Kollegen.

Mit dem Simon Michael hatte ich kürzlich hier auch ein Gespräch, die waren Anfang Oktober in Fulda und haben ganz schön abgeräumt.

Lasterbalk: Kann ich mir vorstellen, das war ganz toll, als wir vor zwei Jahren mit denen auf Tour waren. Ich kann nur sagen, jede Band, die da Vorgruppe machen und lernen darf, kann von 15 Jahren hart erarbeiteter Erfahrung profitieren. Die kommen ja eher aus einer anderen Richtung als wir, bei uns ist es halt diese Spielmanns-Nummer. Wir haben an Straßenecken Dudelsack gespielt und den Hut hingehalten, das waren unsere Anfänge. Wir sind in einem kleinen VW-Bus mit aufs Dach getapeten Lederkoffern runter nach Portugal gefahren und haben in Biarritz am Strand gespielt, damit wir Spritgeld haben. Dann sind wir auf einem komischen Gothic-Festival gelandet, wo wir die Kasse noch plündern mußten, weil die uns nicht bezahlen wollten. Naja, aus dieser Zeit kommen die Namen. Da wird dann halt irgendeiner zu dem Bescheidenen, in dem Fall natürlich etwas ironisch gemeint. Dann wird einer zum Lästerlichen, weil er zuviel Wein trinkt und ähnliche Dinge tut. Die Namen sind also nicht ausgedacht, sondern bei solchen Gelegenheiten entstanden.

Alea: Ich muß dazu noch sagen, daß jeder, der SALTATIO MORTIS auf der Bühne gesehen hat, bestätigen wird, daß ich bescheiden bin.

Lasterbalk: Ja klar, und der Papst ist evangelisch (Gelächter).



Und was verbirgt sich hinter eurem Bandnamen?

Saltatio ist der Springtanz, Mortis ist der Tod, also ist Saltatio Mortis der Totentanz. Das ist ein mittelalterliches Piktogramm. Man hat sich das damals so vorgestellt, daß der personifizierte Tod ein Spielmann ist, der so unwiderstehlich spielen kann, daß ihm die Seelen automatisch ins Jenseits folgen müssen. Aus diesem Glauben folgt der Volksbrauch, daß man bei Kranken oder Sterbenden Spielleute ans Bett gerufen hat, die gegen dieses Lied des Todes anspielen sollten. Und wenn die besser waren, dann ist der Betreffende nicht gestorben. So ganz grob steht diese positive Idee für das was wir machen. Es geht darum, zu tanzen, Spaß zu haben, um die Alltagssorgen in der Gesellschaft, also das Synonym für Tod, zu vertreiben. Also ob der jetzt in der Form der Merkel-Regierung oder in Form des Irak-Konfliktes auftritt, sei 'mal dahingestellt.

Okay ihr beiden, danke für das Interview. Das Schlußwort gehört euch.

Alea: Dann grüßen wir 'mal alle, die heute Abend da sind, trotz Eis, Schnee und Kälte und die hoffentlich mit uns diesen Abend zu einem Feuerwerk gestalten werden.

Lasterbalk: Ich hoffe, daß alle 'mal in die "Des Königs Henker" hineinhören und sich schon auf die neue Platte im nächsten Jahr freuen.

Alea: Noch was. Mittelalter rockt!

Lasterbalk: Genau!




Viele Grüße an:

Lasterbalk, Alea, Falk, Thoron, Dominor, Die Fackel, Ungemach
Anja (Thanx für die Batterien!)
geführt am 01.12.2005   von Armin
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2. Metallica "Master Of Puppets"
3. Slayer "Hell Awaits"
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5. Overkill "Taking Over"
6. Metallica "Ride The Lightning"

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