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Paradox "Die Rückkehr Der Kult-band"
Paradox waren und sind Kult. Ein Kult, um den es lange ruhig geworden ist und der im April beim KIT wieder auferstehen wird...
Weitere Infos zu Paradox:
REVIEWS:
Paradox Electrify
Paradox Riot Squad
Paradox Tales Of The Weird
INTERVIEWS:
Paradox - Aggressionen Ohne Gewalt Abbauen
Paradox - Die Rückkehr Der Kult-band

Grüß Dich Charly! Wie beim letzten Interview möchten wir zunächst erfahren, wie es um Deine Gesundheit steht?
Hi Alex. In bin gerade in der letzten Phase der Genesung und es sieht gut aus. Die letzten 2,5 Jahre waren die Hölle und ich bin glücklich darüber, dass ich es überlebt habe. Mehrfach war ich knapp davor, den Löffel abzugeben, aber mit viel Wille und Kampf habe ich es endlich überstanden. Ich hatte keinen Krebs, sondern lediglich eine Entzündung am Darm, die jedoch immer wieder an der gleichen Stelle auftrat. Demnach musste ein Stück Darm entfernt werden. Als dann die Naht gerissen ist, kam es zu mehreren Komplikationen incl. Notoperationen und endete mit einem künstlichen Ausgang. Der wurde jetzt im Oktober erfolgreich zurückverlegt. Ich wurde längere Zeit künstlich ernährt und wog nur noch knapp über 50 Kilo. Für mich beginnt nun ein 2. Leben.

Kurz nach unserem letzten Gespräch wurde noch vermeldet, dass die Holzwarths und Du getrennte Wege gehen werdet. Schließe doch bitte die Lücke von Ende 2002 bis zum Bekantwerden Eueres Gigs auf dem KIT. Was war die ganzen Jahre seit „Collision Course“?
Zunächst muss ich dankbar sein. Die Zusammenarbeit mit den Holzwarths hat mir als Musiker viel Bestätigung gegeben, denn schließlich sind beide Weltklassemusiker und wir hatten eine tolle Zeit. Menschlich kam ich mit beiden sehr gut klar und es begann wie ein erfüllter Traum. Ich wusste aber von Anfang an, dass es nicht leicht werden wird die beiden zu regelmäßigen Proben zu bewegen, bzw. zu Auftritten, die gagenmäßig kaum etwas abwerfen. Durch deren Engagements bei Blind Guardian (Oli) und Rhapsody (Alex), sowie diverse andere Projekte waren mir die Hände gebunden und nicht nur einmal musste ich von vorne herein diverse Anfragen canceln. Ich wollte eine glaubhafte Band und kein Projekt, aber es entwickelte sich leider dazu.
Wir sollten dann im Juni 2002 auf dem Bang-Your-Head Festival (Mainstage Samstag mit Slayer) spielen, nachdem wir 2001 bei der Clubshow für mächtig Wirbel sorgten.
Ein wichtiger Auftritt für die Karriere der Band. Oli sollte am gleichen Tag mit Blind Guardian in Istanbul spielen, und deshalb sagte ich die Show recht kurzfristig ab. Nachdem sich herausstellte, dass Oli sich lediglich in seinem Scheduler geirrt hatte machte ich mir erstmals ernsthafte Gedanken über den Sinn einer weiteren Zusammenarbeit. Dann die unrühmliche Absage beim Keep- It- True Festival 2003, wo es wieder nur um Gage ging und die Band dann in ein verkehrtes Licht rückte. Es herrschte außerdem Unzufriedenheit seitens der Holzwarths gegenüber Kais Gitarrenspiel, was ich nicht nachvollziehen konnte. Letzterer Grund spitzte sich dermaßen zu, dass es zu heftigen Meinungsverschiedenheiten kam. Ich war mit Kai zufrieden und niemand bemängelte die Solos von Collision Course. Vielmehr war der Gesang zu leise, den Bass hörte man überhaupt nicht und der Drumsound klang amateurhaft. Ich hielt an Kai fest und das hat sich auch bis heute nicht geändert. Oli gab mir zu verstehen, dass er mit Kai nicht mehr zusammenarbeiten wird. Daraufhin traf ich die Entscheidung mich zu trennen. Als ich dann 2003 schwer krank wurde, musste ich jegliche Aktivitäten einfrieren.
Sozusagen war Paradox auf Eis gelegt. Ich hatte die Band nicht aufgelöst, aber bis Oktober 2005 kaum Hoffnung, jemals nochmals auf die Bühne zu gehen.
Für mich war die Voraussetzung keinen künstlichen Ausgang mehr zu haben. Ich wollte nicht, dass mich die Leute so sehen und ich hätte es auch körperlich nicht geschafft.
Oliver Weinsheimer (Heavy/Keep-It-True Veranstalter), mit dem ich seit Jahren regelmäßig in Kontakt stehe und dem ich es nun schon zum 2. mal zu verdanken habe, dass es Paradox wieder gibt, machte mir das Angebot für das Festival im April 2006. Der Ausschlag, es nochmal zu wagen, war daher eindeutig klar. Sollte ich es schaffen, wieder gesund zu werden, werde ich dahin zurückkehren wo ich hingehöre um das zu tun, was ich am besten kann. Über 20 Jahre gibt es auf der Welt viele Paradox-Fans die mir treu geblieben sind und ich weiß das zu schätzen. Demnach kann ich auch mit ruhigem Gewissen bestätigen, dass es sich um einen echten Neuanfang handelt.


Wer sind die neuen Paradox-Bangers?
Da wäre zunächst neben Kai Pasemann (g), Fabian Schwarz (g), ein genialer Gitarrist, der mir auch "live" die Doppelbelastung Gesang/Gitarre etwas erleichtern wird. Das heißt aber nicht, dass Charly Steinhauer jetzt seine "Waffe" an den Nagel gehängt hat. Ich werde weiterhin mit Gitarre zu sehen sein. Wir spielen ähnlich wie Iron Maiden mit 3 Gitarren, was der Power einen unglaublichen Schub gibt und die Songs originalgetreu mit allen 2 stimmigen Passagen wiedergegeben werden können. Vervollständigt wird das Line Up durch Andi Siegl (b) und Chris Weiss (d). Keine Session Musiker, sondern alles hungrige Leute, die an einem Strang ziehen und ein Ziel verfolgen.. Paradox!

Das heißt, dass Ihr nun auch live wieder aktiv sein werdet oder soll das KIT eine einmalige Sache bleiben?
Das Keep-It-True Festival ist der Wiedereinstieg und soll keine Eintagsfliege bleiben. Wir haben einiges nachzuholen und sobald das neue Album steht, werden wir es dementsprechend präsentieren. Es ist ja bekannt, dass ich über die ganzen Jahre Stimmbandprobleme hatte. Deshalb wird es auch schwer werden eine Tour mit vielen aufeinanderfolgenden Gigs zu spielen. Um Absagen zu vermeiden, werden wir entweder eine Tour länger ausdehnen oder eine Reihe an Einzelgigs und Festivals spielen, sofern die Veranstalter Interesse an uns zeigen und Nachfrage besteht. Zudem gibt es einige Länder auf der Welt, die ich gerne musikalisch besuchen würde. Dazu zählt vor allem Japan, Südamerika und Griechenland.

Das Album ist ein gutes Stichwort: 2002 hast du ja bereits ein neues Album in Aussicht gestanden, das „Infected“ als Arbeitstitel hatte. Wie weit bis Du damals noch mit dem Komponieren neuer Songs gekommen? Wie steht es mit dem Plattenvertrag? Wird sich Paradox immer noch so herrlich authentisch und Old-School anhören wie bisher?

In der Zeit meiner Krankheit war ich nicht in der Lage gute Songs zu schreiben. Deshalb entstand der Grossteil der neuen Tracks erst in den letzten 2 Monaten. Die Titel „Infected“, „Cyberspace Romance“ und „Disconnected“ komponierte ich bereits 2001. Wir sind immer noch bei AFM-Records und traten kürzlich erst mit Ihnen in Kontakt. Wir werden gemeinsam in den nächsten Wochen über das neue Album und eine weitere Zusammenarbeit sprechen. Bis zum Keep-It-True Festival sollten alle Songs im Kasten sein, so dass wir im Sommer 2006 mit den Aufnahmen beginnen können, um das Album (noch unbetitelt) rechtzeitig zum 20 Jährigen Bandjubiläum im November zu veröffentlichen. Stilistisch wird jeder Paradox Fan zufrieden sein. Zwar wird es diesmal auch eine erste Paradox-Ballade geben, aber keineswegs einen Stilbruch. Schnell, hart, melodiös, gute Refrains und massenhaft messerscharfe Riffs. Da rattert es anständig im Gebälk diesmal. Meist ist man geneigt dazu zu sagen, dass neustes ist das beste was man je gemacht hat, aber ich bin mir diesmal einfach 100%ig sicher. Andy Allendörfer (AFM-CHEF) schrieb mir kurz vor seinem tragischen Autounfall eine sehr motivierende Mail in der stand, dass es eine Schande wäre, diese Klassiker nicht zu veröffentlichen und wenn es 10 Jahre dauert. Es wäre eben das Beste was er je von Paradox gehört hat. Niemand wird enttäuscht sein. Was die Lyrics betrifft, so handelt „Second Over Third By Force“ z.B. über einiges, was mir in der Vergangenheit passiert ist und im Allgemeinen, wie schnell sich eine Lebenssituation ändern kann, dass von jetzt auf nachher plötzlich alles anders sein kann. Ansonsten führt uns das Album lyrisch etwas durch die verrückte Cyberworld und zieht einen roten Faden nach. Schon bei „Product Of Imagination“ fielen die Sterne vom Himmel. Auch bei Collision Course war man "nur" auf Kurs. Diesmal schlägt es ein.


Den großen Erfolg haben Paradox leider nie gehabt, wohl aber eine – von Dir schon erwähnte – unglaublich treue Fangemeinde. Hoffst oder wünschst Du Dir immer noch kommerziellen Erfolg oder reicht Dir die Gewissheit eine Kultband geschaffen zu haben? Vor einigen Tagen meinte gar ein Bekannter, dass es für ihn ein Traum wäre mal einen Gig mit Paradox zu spielen...
Den großen Durchbruch hat Paradox deshalb nicht erreicht, weil es immer an Kontinuität gefehlt hat. Das wird sich ändern. Trotz alledem hat Paradox einen Kultstatus erreicht, der nicht mehr zu nehmen ist und darauf kann man stolz sein. Es ist selten, dass eine Band über einem so langen Zeitraum nur 3 CDs veröffentlicht hat, die aber allesamt überragende Kritiken weltweit bekam. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann die Bombe platzt, wenn Paradox eben einmal diese Kontinuität beibehält, die nötig ist um auch den sogenannten Durchbruch zu schaffen. Das Fundament steht.

Wie stark hast Du die Szene in den letzten Jahren beobachtet? Was ist Dir positiv aufgefallen, was fandest Du nicht so gut?
Ich habe nie aufgehört mich für die Szene zu interessieren. Ich verfolgte stets in den Magazinen die News und Neuheiten. Schon alleine, weil ich in erster Linie Metal-Fan bin. Ich sitze hier umringt von über 2000 CDs und ich höre jeden Tag diese Musik. Positiv zu bemerken ist, dass der Metal sich nach den mageren 90iger Jahren gut erholt hat und nie wirklich ernsthaft in Gefahr war. Das haben wir den vielen Metal-Fans auf der Welt zu verdanken, denn Treue ist das magische Wort in dieser Gemeinde.
Nicht so gut fand ich die politischen Aussagen einiger Vertreter, denen es an Kompetenz mangelt. Wir machen Musik und keine Politik. Das hat im Metal nichts zu suchen und entfacht nur Meinungsverschiedenheiten. Zuletzt amüsierte ich mich etwas über die Kiske Berichte, auch wenn man glaubte im Kindergarten zu sein. Wir haben 1987 in Würzburg mit Helloween und Overkill gespielt. Ich unterhielt mich mit Herrn Kiske ganz gut und er freute sich riesig über das Engagement von Helloween bei Monsters Of Rock. Habe ihn auch in sympathischer Erinnerung, aber ich kann Michaels Äußerungen über "unsere" Musik nicht nachvollziehen. Ich weiß zwar nicht wer ihn bekehrt hat, aber für mich klingt das alles sehr verräterisch und unglaubwürdig. Es hat für mich den Anschein, als ist da eine Menge Frust über eigene Fehlentscheidungen die Ursache.

Charly, ich danke Dir für Deine Zeit und die ausführlichen Antworten. Die letzten Worte sind natürlich für Dich!
Ich freue mich, bald wieder dabei zu sein, um mich bei den treuen Fans für Ihre lange Wartezeit in Form einer neuen Paradox-CD bedanken zu können. Wir werden euch nicht enttäuschen!!! Metal Up!



















geführt am 16.01.2006   von Nameless
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