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Ragnarök 3 "Metalglory Meets Ragnarök Meets Metalglory"
Im Folgenden haben sich drei Metalglory-Redakteure und ein "Stammposter" des selbigen Forums zusammengetan um sich gegenseitig die vielfältigsten Eindrücke bezüglich des "ersten Pagan Metal Festivals", dem Ragnarök 3 zu entlocken...
Weitere Infos zu RAGNARöK 3:
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INTERVIEWS:
RAGNARöK 3 - Metalglory Meets Ragnarök Meets Metalglory

Ragnarök 3: 7./8. April 2006, Stadthalle Lichtenfels

Zum dritten Mal ertönten RAGNARÖKs Hörner zum Ruf und luden Heidnische Horden zum Geleit. Dieses Jahr sollte noch größer, länger, lauter und an anderem Ort gefeiert werden und so überflutete eine schwarze Brandung Met kippender, Thorshammer tragender, laut grölender (fast) Gleichgesinnter die kleine "Korbstadt" Lichtenfels.
Im Folgenden haben sich nun drei Metalglory-Redakteure und ein "Stammposter" des selbigen Forums zusammengetan um sich gegenseitig die vielfältigsten Eindrücke zu entlocken. Doch lest selbst:

Nomans Lex ( L), Thrudmaster (W) und Martinsorrow (M), ich grüße euch! Ein Langes Wochenende haben wir da hinter uns gebracht, oder? Kann man nun aus eurer eigens erdachten Namensgebung den persönlichen Headliner erraten?

Lex: Natürlich. Die Petersburger haben sich mit „Last Son Of The Fjord“, „Hammerfrost“ in meine ewige Ruhmeshalle gespielt und letztes Jahr in Essen für eine Sternstunde meiner Konzertbesuche gesorgt. Ohne Nomans Land wäre ich nicht nach Lichtenfels gefahren.

Warmaster: Auch bei mir liegt man da vollkommen richtig. Lex hat mich erst am Donnerstag mit dem Album „Ahnenthron“ von THRUDVANGAR bekannt gemacht – und dann sah ich diese Neukommer am Samstag live ... und war hellauf begeistert.
Das Album hat es mir wirklich angetan und rotiert noch immer bei mir zu Hause ...

Martin: Und auch bei mir ein Treffer. Mein persönlicher Favorit ist Moonsorrow wobei die Auswahl wirklich nicht leicht war. XIV Dark Martins hätte es z.B. auch sein können. Es war überaus interessant, zu sehen, wie die epischen Werke (sorry, mir fällt kein anderer Begriff ein) von Moonsorrow auf der Bühne präsentiert werden. Hinterlassen die Silberlinge schon einen bleibenden Eindruck wird das durch die Stimmung sowohl der Band als auch des Publikums noch gesteigert.

Wollen wir mal bei den schönen Momenten des Festivals bleiben: Nennt mir doch drei Dinge, die euch besonders positiv aufgefallen sind.

L: Ich lasse mal das bahnbrechende Billing außen vor. Das ist selbstredend das Glanzlicht.
-Die Leute waren von Beginn an super gut drauf und in einer wunderbar friedlichen Feierlaune. War einfach klasse viele mal persönlich zu treffen und mit ihnen ein Bier zu heben. Danke an Euch!
-Von der guten Stimmung haben sich meiner Meinung auch die Securities anstecken lassen, die den Crowdsurfern immer auf die Beine geholfen haben, am Einlass einfach nur gut drauf waren und immer für ein Späßchen gut waren.
-Die Halle mit der Galerie / Tribüne war einfach nur geil, um manche Auftritte einfach nur zu genießen. Mehr Leute sollten aber nicht rein dürfen.

W: Ich kann mich Lexens Äußerungen nur anschließen – die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der rotbewamsten Security-Menschen blieb mir ebenfalls im Gedächtnis, genauso wie der fast immer gute Sound, die Tribüne zum Verschnaufen und die korrekten Preise für Speis und Trank (das Chili war super !).

M: Das Publikum war zu 99% super gut drauf. Aggressionen wie manchmal auf anderen Acts habe ich erfreulicher Weise vermisst.
- Die Location war super. Die Halle mit Empore ist ideal geeignet für Rockevents dieser Größenordnung und auf größere gehe ich sowieso nicht.
- Die Zusammenstellung der Bands war weitgehend gelungen. Echte Ausreißer gab es eigentlich nicht.

Aber jeder Spaß hat auch mal ein Ende. Wann war eures gekommen? Im Gegenzug nun drei Dinge die euch ausnehmend mies aufstießen:

L: - Das braune Rattenpack geht nun überhaupt nicht.
- Der einzige Mülleimer war in und die Halle herum. Es soll auch Metaller geben, die sich nicht mit Vorliebe in Bier, Met und Essensresten von anderen suhlen. Ein Mindestmaß an Anstand sollte auch im Vollrausch noch möglich sein. Von den Glasscherben auf dem Parkplatz will ich erst gar nicht reden.
- Das „A Tribute To The GDR“-Anstehen am Futterstand musste nun wirklich nicht sein.

W: Jou ...
1. Gegen die Scheiß-Nazis muss man veranstalterseitig das nächste Mal wirklich mehr unternehmen – schließlich hat man das Hausrecht !
2. Ich weiß nicht, was toll daran sein soll möglichst viele Flaschen auf dem Parkplatzgelände zu zerbrechen; offensichtlich sind viele Festivalbesucher auf dem geistigen und Verhaltensniveau eines 8-Jährigen stehengeblieben (obwohl diese sowas gemeinhin nicht tun).
3. Ein Essensstand mehr bzw. eine Würstchenbude oder sowas in der Art hätte es angesichts 3.000 zu verköstigenden Festivalbesuchern schon sein dürfen !

M:
- Der Vorzeigearier mit seiner polierten Glatze a la Meister Propper, der trotz Rauswurf am Freitag am Samstag wieder rein dürfte
- Das Chaos am Samstag: wenn die eine Band um 00:50 Uhr aufhört, kann die nächste nicht um 00:00 Uhr anfangen. Das Black Messiah auf der Stecke blieb ist dem Veranstalter zuzurechnen.
- Das es nur zwei Tage gedauert hat, die aber aus meiner Sicht etwas zu voll gestopft waren. Zwei Bands weniger pro Tag hätten nicht wirklich geschadet. Auf einen dritten Tag hätte ich aber schon noch Lust gehabt.

Wo seht ihr Verbesserungsvorschläge für die eben aufgeworfenen Mängel/Probleme:

L: Eine ganz klare Ansage im Vorfeld von Veranstalter und Bands, dass das braune Rattenpack nicht gewünscht wird. Zusätzlich könnte man pro Ticket noch ein paar Euro draufschlagen, die dann an eine Organisation gegen Rechte Gewalt und Naziopfer gespendet wird.
Mülleimer hinstellen, Pfandmarken benutzen und den Einlass etwas umorganisieren sollte auch selbstverständlich sein.

W: Diesen fundierten Ansichten von Lex – wir haben die Missstände auf dem Festival gemeinsam mehrfach durchdiskutiert – habe ich nichts hinzuzufügen.

M: Zusätzlich zu oben: ein Organisationskurs für die Veranstalter.

Ein Sprung nun zu dem eigentlichen Thema: MUSIKE! Widmen wir uns dem Freitag.
Vor Ort hatten wir ja schon einen kleinen Austausch bezüglich 1. dem Local Opener VARG 2. ODROERIR (und der neuen Sängerin), 3. EQUILIBRIUM und ihrem offenbar sehr zwiespältig empfundenen Auftritt, 4. den großartigen KORPIKLAANI (drei Mal hatte ich jetzt das Vergnügen und auch ich kann zum Humppa-hüpfenden Rumpelstilzchen werden..), 5. PRIMORDIAL (SABBER!!!) und zu guter Letzt 6. MOONSORROW.

L: Varg erinnerten mich im ersten Moment wegen ihres jugendlichen Alters an Tokio Hotel und Fan von Cover-Bands bin ich ebenfalls nicht. Umso höher muss ich den Jungspunten anrechnen, dass sie Stimmung gemacht haben, gut covern. Der Metwettsauf-Wettbewerb war der Hammer. Respekt dem Leberkässemmel-Gewinner gegen den selbst der trinkfeste Pfälzer einen ganz harten Stand gehabt hätte.
Gernotshagen fand ich nett mit einigen hellen Momenten, aber insgesamt zu gleichförmig und nicht zwingend.
Odroerir haben mich in jeder Hinsicht überrascht. Solch wunderbare Melodien und Gänsehaut-Atmosphäre...
Die Equis finde ich auf CD klasse und „Met“ ist ein echter Kracher. Die Bühnenshow fand ich allerdings für ihre ausgelassene Musik recht bieder.
Die sollten sich die spinnenden Finnen KORPIKLAANI mit dem sympathischen Sockenschuss als Beispiel nehmen. Folk Metal at it’s best!
Doch Primordial haben an diesen Abend mit ihrem keltisch-epischen Metal alles übertroffen. Sänger Alan gehört meiner Meinung nach zu den besten Frontmännern der Szene. Niemand, wirklich niemand intoniert Lyrics mit mehr Herzblut, Leidenschaft und Authentizität wie der Bursche aus Dublin. Sehr bewegend.

W: Meine Hochlichter des Freitags waren ganz klar ODROEIRIR mit ihrer harmonischen Heide(n)musik. Des weiteren fielen mir noch KORPIKLAANI auf, die eine wirklich gute Show abzogen, wie sie in dieser verrückten Gesamtattitüde wahrlich nur von Finnen zelebriert werden kann.
Von MOONSORROW gab ich mir noch die ersten drei Lieder, dann habe ich mich in Lexens Auto gepackt und zusammen mit diesem auf Martinsorrow gewartet ...

M: Von Odroerir habe ich zu Hause Götterleider. Bisher war mir die Scheibe zu weich. Nach dem bewegenden Auftritt der Band habe ich mir dann den Silberling noch mal intensiv zu Gemüte geführt. Es gibt noch viel zu entdecken...
Equilibrium hat es mit nur einer CD geschafft, die Musikrichtung mit zu prägen. Das ist für eine so junge Band (zumindest aus meiner Sicht, hehe) bemerkenswert. Der Auftritt hat das eindeutig bestätigt. Met Met Met Met...
Über Korpiklaani haben sich die anderen beiden schon ausgelassen. Die Stimmung (ich war relativ weit vorne) war mitreißend.
Während Primordial hielt ich meinen Schönheitsschlaf, um dann für Moonsorrow wieder topfit zu sein. Und das hat sich absolut gelohnt. Aber dazu habe ich mich ja bereits geäußert. Der kleine Mann im Ohr hat jedenfalls noch lange nachgepfiffen.

Ich kann nur sagen, dass ich VARG nicht so dolle fand. ODROERIR hingegen haben mich natürlich wieder umgehauen. Bezüglich der neuen Sängerin (Natalie) war ich anfangs etwas skeptisch, aber sie hat absolut überzeugt!
EQUILIBRIUM waren wie immer schön anzuhören und -sehen und diese Musik braucht keine Show! ;-)
PRIMORDIAL sind Götter! Definitiv! Niemand kann derart überzeugend und voller Leben vortragen wie Alan!
Von MOONSORROW hingegen hatte ich ein wenig mehr erwartet; doch sorgte wohl er die derbe Müdigkeit bei mir für eine Lustlosigkeit die nichts mehr neben sich duldete...

Ein Statement bitte zu der, nennen wir sie mal "Zuschauertribüne":

L: Klasse! Wie oben schon erwähnt. Super Sicht und geiler Klang auf den Rängen. War toll ein Festival aus dieser Perspektive mal erleben zu können.

W: Die Tribüne fand ich in zweierlei Hinsicht interessant: Zum einen konnte man dort in Ruhe speisen, ohne sich am Boden herumferkeln zu müssen und andererseits hatte man eine völlig andere Perspektive auf das Geschehen auf der Bühne respektive das Publikum. Der Sound ganz oben war ebenfalls erste Sahne.

M: Meinem Vorredner habe ich nichts hinzuzufügen.

Ein wirklich leidiges Thema war ja nun der einzige (oder gab es noch ein paar versteckte irgendwo???) Futtertrog! Ein Hoch(!) aber auch auf diese Mitarbeiter; nach den Massen hätte ich vermutlich spätestens nach der tausendsten Bestellung gegrillten Curryreis im Brötchen mit Chillibratwurstsoße serviert und als vegetarisch verkauft...

L: Gut, die Schlange hätte sich auf jeden Fall vermeiden lassen können. Den Kracher finde ich aber „ein PAAR Bratwürste im Brötchen“. Ein PAAR sind zwei und nicht eine. Aber Du hast schon recht: Respekt an die Mitarbeiter für ihre Geduld. Verhungert ist eh niemand.

W: Naja ... am zweiten Tag kam dann ja eine revidierte, aber auch schon wieder handschriftlich redigierte Speisekarte unters Volk ... egal – mir hat’s geschmeckt !

M: Wo viel Licht ist ist auch Schatten. Was solls, hab schon Schlimmeres erlebt.

...und irgendwann war dann Samstag und es folgte ein noch anstrengender, längerer und chaotischerer Tag als der vorherige. Nach einer umgeschmissenen Running Order sah das Bandaufgebot nun wie folgt aus:
ORLOG
THRUDVANGAR
CREATURE
FALLEN YGGDRASIL
XIV DARK CENTURIES
NOMANS LAND
SKYFORGER
MENHIR
TURISAS
RIGER
HELHEIM
(die großartigen BLACK MESSIAH sind leider, leider nicht mehr zum Spielen gekommen)

Wollen wir uns doch mal den einzelnen Bands zuwenden. ORLOG spielten eindeutig zu früh! Viel zu hell schien eine fröhliche Sonne durch die Hallenfenster und sorgte nicht wirklich für entsprechende Stimmung.

W: Die gaben mir jetzt nicht soooo viel ...

M: Nun ja. Jeder muss die Chance haben, besser zu werden und die haben sie

THRUDVANGAR hingegen stand das bisschen Licht recht gut. Es ist schön zu sehen, dass deren Fangemeinde immer größer zu werden scheint und so bleibt "Piraten des Nordens" wohl nicht ihr einziger Gassenhauer...

L: Der Hammer. Die haben ja letztes Jahr auf dem Ultima Ratio schon fett abgeräumt. Und heuer hat sichs eindeutig bestätigt, dass die sympathischen Barden aus Anhalt voll auf der Überholspur sind. Richtig geil!

W: Absolut genialer Set von DER Überraschungsband für mich derzeit überhaupt !
Toller Auftritt – tolle Band !!!

M: Nomans Lex hat mich da ordentlich mitgerissen. Die Band werde ich mir auf jeden Fall merken.

Ja, ein HOCH! auf die Jungs und DANKE an Einheit, dass sie die Band unter Vertrag genommen haben! Und vielleicht können wir bereits im August das neue Album "Walhall" feiern!

CREATURE waren anschließend der "Break" des Tages und wurden scheinbar leider dazu missbraucht eine "Mittagspause" einzuschieben.

W: Halbgar und ewig gleich klingende gequälte Garstigkeiten einer böse wirken wollenden Band, die sich einen englischen Namen gibt, obwohl doch ihre Texte deutsch sind.
Nö – das hat überhaupt nicht funktioniert ... ENDSTILLE haben unlängst demonstriert, wie man das richtig macht ...

FALLEN YGGDRASIL konnten durch viel Sympathie sowohl die oben, als auch unten angesiedelten Massen bewegen. Death Metal sitzt eben einfach!

W: F.Y. – ich stand in der ersten Reihe, sind hauptsächlich für die Nackenschmerzen am Sonntag verantwortlich ... geiler Death Metal, der einfach nur Spaß macht !

Zu fortgeschrittener Stunde, zwei Becher Apfelschorle (JA!) später ertönte dann endlich XIV DARK CENTURIES´ Rufhorn. Und sie spielten eine wirklich gelungene Mischung ihres Repertoires.

W: Nett, nett ... obwohl ich mich an den Auftritt jetzt explizit nicht mehr so richtig erinnern kann ... jaja, das viele Wikingerblut ...

M: Bei mir waren es ein paar Becher Wasser (WIRKLICH). XIV DC blieb nichts schuldig. Für mich einer der Höhepunkte, spätestens als bei "Falsche Propheten" der Saal „... nieder mit dem Christenkomplott...“ mitgröhlte, hatte die Band auch den letzten Zweifler auf ihrer Seite. Es hat einfach Spaß gemacht, den Thüringern zuzusehen und zu -hören. Einziger Wermutstropfen: die zwei Typen direkt vor der Bühne mit dem Streckkrampf im rechten Arm: hier hätte ich von der Band eine eindeutige Stellungnahme erwartet.

NOMANS LAND waren für mich eine live-Premiere. Und was für eine! Sehr angenehme Herren, die trotz des ein oder anderen nicht getroffenen Tones absolut überzeugen konnten.

L: Man hat ja schon bei der Signing-Session gemerkt, dass die Petersburger ihren zweiten Deutschland-Auftritt gebührend gefeiert haben. Ich bin heilfroh, dass ich die ganzen Veränderungen in der Running Order mitbekommen habe und Nomans Land zu der idealen Zeit spielen durften. Ich war ähnlich aufgeregt wie bei dem Deutschland-Debüt der Russen auf dem Ultima Ratio letztes Jahr. Schließlich sprechen wir hier nicht nur von irgendeiner Band. Diese wunderbare getragenen Stücke im mittleren Tempo, unterlegt mit einem dezenten Keyboard und ausgeschmückt mit filigranen, unglaublich harmonischen Gitarren.
Nomans Land war nicht nur die einzige Band des ganzen Festival, die puren Viking Metal spielt, sondern – machen wir uns nichts vor – es gibt zur Zeit einfach keine Band, die so etwas wie Wikinger-Gefühl besser transportiert als die Petersburger. Da stört es wenig, dass Nomans Land noch etwas die Bühnenroutine fehlt und die klaren Gesangspassagen von Sigurd deutliches Verbesserungspotential haben. Trotzdem: Mein Headliner war alles überragende Band und für die Bestätigung, dass Nomans Land die KINGS OF VIKING METAL sind. Na Sdarowje!

W: „NOMANS LAND !!!“ so skandierte der direkt vor mir flaggschiffende Lex lautstark ein ums andere Mal – und wie recht er doch hatte und dafür seine Stimme am Sonntag nicht mehr wirklich funktionierte. Der melodische Viking Metal der Russen, die wohl noch nie zuvor vor so vielen leuten gespielt hatten, zieht wohl einen jeden augenblicklich in seinen Bann.
Dies merkte man auch an den Zuschauerreaktionen, die wohl bis dahin die begeisterndsten gewesen sein dürften.

M: was soll ich da noch sagen? Alles Gute kommt aus Norden und Osten!

SKYFORGER symbolisieren, wie sagte Lex so schön: "Die absolute Spitze baltischen Pagan Metals". Sie konnte ich im März bei der "REVENGE OF THE PAGAN GODS" Tour mit Manegram und Goddess of Desire rühmen. Und es ist in der Tat so, dass sie sehr eigenständig einen speziellen Stil spielen, der sie ohne Frage einzigartig erscheinen lässt.

L: Fragt mal in Riga nach lettischem Metal! Die einzigartige Mischung von rauem Metal, altertümlicher baltischer Folklore und dieser eigenartigen, für meine Ohren sehr mystischen, lettischen Sprache finde ich absolut faszinierend und furchteinflößend gut. Dazu das passende Bühnenbild und eine geile Performance. Liels paldies Skyforger!
Danach war für mich Feierabend. Der mächtige Doppelschlag aus Osteuropa und der ganze Met waren eine sehr verlustreiche Schlacht.

W: Hehehe – nach SKYFORGER (NOMANS LAND waren in meinen Augen und Ohren aber klar besser), die einen ganz ordentlichen Set ablieferten, fuhren Lex und ich fix und fertig, aber glücklich nach Hause ... Lex: Du hast die drei Biere und die zwei Becher Wikingerblut vergessen, die Du während des Auftritts der Letten noch eingepfiffen hast.
Für uns beide waren die Russen und Letten die Headliner des Festivals und danach war für uns eben Schicht ...

M: Harte Riffs, schnelle Rhythmen und Melodie passen durchaus zusammen, das hat Skyforger mal wieder eindrucksvoll bewiesen. Die Band hat in das Gesamtkonzept des Festivals prima gepasst.

Und was kann man noch zu MENHIR sagen?

M: Als nun letzter Verbliebener des männlichen Dreigestirns sah ich diese Band das erste aber hoffentlich nicht das letzte mal. Nicht unerheblich zum Reiz der Kapelle hat das Bühnenbild beigetragen. Eine Götterstatue und zwei frühfränkische (?) Rüstungen unterstrichen die stark epischen Lieder auch optisch. Der Gänsehautfaktor war schon gewaltig. Offensichtlich ging es nicht nur mir so denn vor der Bühne war kein Durchkommen mehr. Da ich nicht mit einer der seltenen Zugaben rechnete, habe ich „Ziuwari“ am Ende verpasst. Englisches Wort mit 4 Buchstaben, das mit „S“ anfängt und mit „hit“ aufhört!

Zu MENHIR kann man eigentlich nicht mehr sagen außer: GROßARTIG! Und: Wann kommt das neue Album??? Sie scheinen sich zumindest mit der (hoffentlich bald!) erscheinenden CD erneut selbst zu übertreffen...

TURISAS waren offensichtlich DER Publikumsmagnet und haben es tatsächlich geschafft den zugedröntesten Suffkopp aus seinem Rausch zu reißen (so geschehen eine Reihe vor mir)! Lange ist es her, dass man mal wieder eine waschechte Show genießen konnte und zu solch später Stunde (und einem noch viel fortgeschritteneren Promillepegel der Mehrheit) konnte das ja nur ankommen. Doch nicht nur die zig Slapstick einlagen waren nett, auch und gerade musikalisch haben die Finnen derart überzeugt, dass man definitiv mehr als einen Hut ziehen muss!

M: Ja, die Finnen haben eine Show in gewohnter Qualität abgeliefert. Ich bin mir aber nicht wirklich sicher ob allerdings der Wikingerchor bei „The Land Of Hope And Glory“ wirklich live war. Egal, ich empfand die Band musikalisch als starken Kontrast zu den Vorgängern. Dieser Bruch machte es mir Anfangs etwas schwer, einzusteigen. Spätestens bei „The Messenger“ aber war auch bei mir alles gelaufen. Da ich mit schwerer Motorradjacke und Helm unterm Arm unterwegs war konnte ich trotzdem nicht mehr so richtig eintauchen. Schade! Da mich noch ne kleinere Motorradtour erwartet hat und es empfindlich frisch war habe ich mich nach Turisas mit schlechtem Gewissen auf die Socken gemacht. Ich ging ja davon aus, Black Messiah zu versäumen.

RIGER und HELHEIM hingegen haben alle vier Luschen verpasst...

Ein kleiner Bruch nun, denn außerdem gab es nicht nur Musike, sondern auch Essen, Trinken und das Publikum, welches schon eine lebhafte und äußerst divergierende Menge darstellte, oder?

W: Das Publikum war bis auf die braunen Kameraden in Ordnung und auch gut gemischt.

M: Die mehr als bunte Mischung zeigt, das unsere Musik die Leute von ziemlich weit her anzieht: Sachsen, Österreicher, sehr sympathische Holländer, Perser (die Arier sind ein mittelasiatischer Volksstamm) usw.

Und dann der Sound! Ich bin ja nun eher Berliner Barackengeschepper gewöhnt, da tat jener der Stadthalle Lichtenfels doch mal richtig gut!

L: Der Sound war wirklich erste Sahne.

W: Bis auf ein paar Überdreher in Ordnung.

M: Passd scho (in Nürnberg die höchste Form des Lobes)

Nicht fehlen durften natürlich die (paar) Merchandise-Stände! Unter anderem waren vertreten Trollzorn (schönes Heft habt ihr da!), DGF, Einheit Produktionen und Folter Records. Am tollsten waren jedoch die "Scrat"-Figuren (Ice Age) in allen möglichen Größen - DAS war wirklich mal sehr eigen!
Doch auch Metallius (danke fürs "Programmheft") und Metal1 hatten einen kleinen Stand. Autogrammstunden wurden gar gegeben...

W: Naja, ich hatte mir – da ich mich kenne ... ;-))) – vorgenommen keinen allzu tiefen Blick in die CD- und DVD-Kisten zu werfen und daher ist es auch bei 3 CDs geblieben – nun ja, ich kann wohl nicht allzu viel über die verschiedenen Stände sagen ...

M: Viele T-Shirts, viele CDs. Hechel hechel.

Zwei Tage haben wir uns ja nun alle durch diverse Foren gelesen und da kam doch allerhand Zeuch zutage was mich zum Teil stark verblüffte. Ob das nun das Statement von Turisas bezüglich einer katastrophalen Organisation war, oder die leidigen "politischen" Diskussionen über die Irrlichter dieser Zeit.

L: Die Wahrheit liegt wie immer irgendwo in der Mitte. Man sollte sich das Festival halt nicht durch die eine oder andere Unebenheit madig machen lassen. Jedem recht machen kann man es eh nicht.

W: Genau – und insgesamt war es doch ein geiles Wochenende, oder ?

M: Passd scho. Das nächste mal wird es sicher besser.

...und schließlich kam es wie es kommen musste: Das Ende! Ich verabschiedete mich schließlich nach Turisas um in aller Frühe zurück gen Heimat zu reisen.
Und so beenden wir unseren Bericht 1. mit den "famoust last words" und 2. mit einem wünschenswerten Bandaufgebot fürs RAGNARÖK 4 im Jahre 2007.

L:
- Dank dem Veranstalter für Billing, den Bands für die mächtigen Auftritte, dem Predi samt Anhang für Bier und Spaß, dem Olaf und Einheit, den lustigen Wolfchantern, den Schotten und Iren für den Whisk(e)y, den Entdeckern des Met und vor allem EUCH dreien!
- Nomans Land, Skyforger, Odroerir, Obtest, Metsatöll, Butterfly Temple, Infernal Vengeance, Thrudvangar, Falkenbach, Kromlek, Wolfchant, Primordial, Forefather, Månegarm, Eluveitie, Runic, Rivendell und Tyr

W: Der Dank geht zurück an Dich – die Idee mit „Metalglory interviewt Metalglory“ war wirklich allerliebst – bis zum nächsten Jahr !!!

M: Danke an den Veranstalter, die Bands, die Leute. Kein Gruß an den Typen mit der hochglanzpolierten Glatze und seine Kameraden: oh Herr, lass es Hirn regnen.
Wünsche für nächstes Jahr? Na, da lasse ich mich mal überraschen. Ivo wird schon was einfallen.

Ich kann mich den dreien nur anschließen: Es war mal wieder FETT! Lex seinen Bandwünschen stimme ich 100%ig zu, würde aber gerne noch NEBELHORN, HELRUNAR, AASKEREIA, HEL, ANDRAS, HEIDEVOLK, BLACK MESSIAH und SPECTRAL sehen wollen!!!

Dank auch an euch und bis bald!







geführt am 13.04.2006   von Steffi
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(Fast) alles aus dem breit gefächerten Bereich des Pagan/Viking Metal. Gerne deftigen Schwarzmetall; nen bissl Death und Doom. Hauptsache ist es knallt und überzeugt mich!
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