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Coppelius "Sandkastenfreunde Von Herrn Hoffmann: 20.04.2006 Live In Fulda"
Die Turmuhr hat soeben die elfte Stunde geschlagen, die Schenke im benachbarten Konzertsaal schließt gerade ihre Pforten. Während der Rittmeister im Hof die Kutsche anspannt und die Bediensteten damit beschäftigt sind, die Instrumente der Musiker zu verpacken, sitzen wir gemütlich im angrenzenden Gewölbe und versuchen beim Schein einiger Kerzen unser Gespräch zu Pergament zu bringen. Nachdem eine Karaffe vorzüglichen Perlweins die Runde gemacht hat, sind die Herren Sissy Voss, Comte Caspar und Bastille bereit, sich den Fragen zu stellen...
Weitere Infos zu Coppelius:
REVIEWS:
Coppelius To My Creator
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INTERVIEWS:
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LIVE-BERICHTE:
Coppelius vom 30.04.2006
Coppelius vom 20.03.2007

Armin: Aus meiner Sicht war das ein starkes Konzert. Wie schätzt ihr euren Auftritt selber ein?

Bastille: Ich bin nicht sehr sprachgewandt und traue mich daher auch kaum etwas zu sagen, aber ich habe das Konzert heute als ein Besonderes empfunden. Speziell an der Stelle, als mir die Ohren anfingen zu bluten, weil das Publikum sehr euphorisch und laut reagiert hat. Ich fand das Konzert sehr schön.

Sissy Voss: Ich muß sagen, daß der Beginn doch etwas verhalten war, aber nach einer halben Stunde kamen die Band und das Publikum dann doch deutlich in Fahrt, und wir haben viel Spaß gehabt.

Comte Caspar: Ich wurde heftig von Diener Bastille aus Versehen niedergeschlagen, als er herumfuchtelte, um das Publikum zu animieren. Das wird mir lebhaft in Erinnerung bleiben.

Bastille: Comte, das war ein Versehen!

Sissy Voss: Niemals, das war pure Absicht! Vor allem hat mir gefallen, daß das heutige Konzert sehr gut besucht war. Das ist für uns wieder ein guter Schritt vorwärts, daß wir das Publikum, das wir zum ersten Mal mit SUBWAY TO SALLY zusammen kennenlernen konnten, dieses Mal vermehrt wieder gekommen ist, besonders weil heute Abend nur COPPELIUS gespielt hat.

Armin: Was ist denn seit eurem letzten Auftritt in Fulda im Oktober 2005 so mit der Band COPPELIUS passiert?

Bastille: Konzerte, Konzerte und nochmals Konzerte.

Anne: Wie hat euch eigentlich die Tournee mit SUBWAY TO SALLY gefallen?

Comte Caspar: Das Konzert in Fulda letzten Oktober war ja auch Teil der Konzertreise mit SUBWAY TO SALLY. Diese zweiwöchige Reise war eine wunderbare Erfahrung für uns. Wir haben uns hervorragend mit den SUBWAY-Musikanten verstanden und es hat uns viel Spaß gemacht.

Bastille: Ich muß dazu noch bemerken, daß SUBWAY TO SALLY sehr gepflegte junge Leute sind.



Armin: Wann gibt es denn 'mal wieder eine neue CD von euch?

Sissy Voss: Er muß immer den Finger in die Wunde legen.

Comte Caspar: Selbstverständlich gibt es schon eine Menge Stücke, die wir am Wickel haben, wie der Herr Coppella immer zu sagen pflegt. Wir befinden uns in dem Stadium, diese Titel alle probeweise zu galvanisieren. Das ist ja immer ein Prozeß, der sehr langwierig ist, weil es absolute Pflicht ist, daß man von CD zu CD ein Fortschritt spürt. Aber wir sind ganz guter Dinge, daß dieser Prozeß zum Ende des Jahres abgeschlossen ist und wir einen neuen Tonträger in Händen halten. Danach kommen wir ins nächste Stadium, es wird mit Schellackplattenvervielfältigungsfirmen und -vertriebsverlagen verhandelt. Ich denke, es sollte dann relativ bald die nächste CD geben. Es könnte höchstens ein bis zwei Jahrzehnte dauern, länger nicht.

Armin: Wird das wieder eine Mini-CD oder doch eine komplette CD?

Comte Caspar: Es wird ein ganzes Album.

Sissy Voss: Man kann aber auf Repeat stellen, dann dauert die so lange wie man will.

Comte Caspar: Oder wir engagieren einen Märchenerzähler, dann brauchen wir nur drei Stücke zu spielen und er wird den Rest ausfüllen.

Sissy Voss: Da empfehle ich den Comte als Märchenerzähler.

Bastille: Fürwahr, ein sehr geistreicher Scherz Herr Voss!



Armin: Bei unserem letzten Gespräch im Oktober war die Rede von einer Rockoper, sind die Arbeiten daran mittlerweile beendet?

Comte Caspar: Die Oper ist seit über 100 Jahren fertig und wartet nur darauf, aufgeführt zu werden. Bastille ist seitdem damit beschäftigt, die Dokumente vor dem Verfall zu bewahren.

Armin: Habt ihr schon ein Opernhaus gefunden, das dieses Werk aufführen möchte?

Comte Caspar: Wir haben mit der Komischen Oper in Berlin darüber gesprochen, aber das wird vorerst nichts werden. Momentan sind wir auf der Suche nach einem Haus, das die Oper spielt.

Armin: Kürzlich wart ihr einige Tage mit LETZTE INSTANZ unterwegs, wie ist das für euch gelaufen?

Comte Caspar: Das war wunderbar. Wir hatten ja schon nach der Reise mit den SUBWAY's gute Erfahrungen damit gemacht, vor einer größeren Band zu spielen. Auch mit LETZTE INSTANZ sind wir wunderbar angekommen, und beim Publikum kamen wir gut an. Es war auch so, daß wir in der Gegend schon ein bißchen bekannter waren, daher sind einge Leute wegen uns gekommen, was es uns natürlich leichter gemacht hat.

Anne: Coppelius ist ja eine Figur aus E.T.A. Hoffmann's Roman "Der Sandmann". Warum habt ihr ausgerechnet den Namen des Bösewichts als Bandnamen gewählt?

Comte Caspar: Da liegt ein Irrtum vor. Nicht unser Name basiert auf der Geschichte, sondern die Geschichte wurde uns gewidmet. Uns gab es schon vorher, Herr Hoffmann kannte uns und hat diese Geschichte über uns geschrieben. Warum wir dabei so negativ weggekommen sind, das können wir uns auch nicht erklären. Vielleicht hat er sich einen kleinen Scherz erlaubt.

Bastille: Das kommt nur von euren dummen Possen.

Sissy Voss: So boshaft kann er das eigentlich gar nicht gemeint haben, denn wir haben schon im Sandkasten mit ihm gespielt, wenn ich das recht erinnere, aber das ist schon sehr lange her. Der Comte hat ihn immer mit seinen Förmchen beworfen, das weiß ich noch ganz genau.

Bastille: Sehr oft haben wir auch im Lutherkeller zusammengesesssen und die eine oder andere Flasche Perlwein zu uns genommen.

Comte Caspar: Das war allerdings erst, nachdem wir dem Sandkastenalter entwachsen waren.

Sissy Voss: Ob das vielleicht an unseren üblen Scherzen lag, daß er seine Frustration mit dem Schreiben abreagieren mußte, vermag ich heute nicht mehr zu sagen, aber manchmal ging es schon recht derb zu.

Comte Caspar: So einen Kalauer sollte man auch nicht überbewerten.



Anne: Kennt ihr auch aktuelle Metal-Bands wie z.B. EDGUY aus Fulda?

Sissy Voss: Ich kenne nur Béla Bartok, der knallt richtig 'rein.

Comte Caspar: Obwohl der ja eher dem Folk Metal zugetan ist.

Sissy Voss: Genau, ungarischer Folk Metal.

Bastille: Immer recht flott war doch der Herr Tschaikowsky, ein sehr tüchtiger Mann.

Sissy Voss: Ja, und so laut. Formidabel!

Bastille: Vorzüglich!

Armin: Wer wird im Sommer Fußball-Weltmeister?

Sissy Voss: Wir sind fast alle leidenschaftliche Fußballfans. In unserer Kutsche vertreiben wir uns die Zeit immer mit Tipp-Kick.

Bastille: Es liegt uns hier nicht an, Prognosen abzugeben, da diese meist doch hinfällig sind, daher möchte ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.

Sissy Voss: Polen wird Weltmeister.

Comte Caspar: Ich interessiere mich nicht für diese neumodischen englischen Spiele.

Bastille: Jedoch ist der Herr Nobusama sehr erpicht darauf, daß seine Mannschaft die Meisterschaft erringt. Wenn Herr Nobusama jetzt hier wäre, dann würde er die japanische Nationalhymne trommeln.

Armin: Ihr gebt ja schon seit 200 Jahren Konzerte, da erlebt man doch einiges. Könnt ihr uns noch die eine oder andere Anekdote aus dem Tournee-Alltag von COPPELIUS erzählen?

Comte Caspar: Achsenbrüche an der Kutsche, Fischvergiftungen beim Diner.

Bastille: Heiserkeit, großer Nieren- und Leberschmerz, Schmerzen im Nacken, in den Schläfen, ganz unmögliche Verdauung.

Sissy Voss: Quälender Husten, Schwindsucht, Cholera.

Comte Caspar: Das Schlimme ist, daß man sich nach den Konzerten immer gezwungen sieht, Unmengen von Absinth zu trinken, was dann am nächsten Tag auf Kopf und Magen schlägt.

Sissy Voss: Ganz schlimm ist auch, daß wenn man nach dem Weg fragt, immer auf diese riesigen Straßen geschickt wird, wo die Kutsche gar nicht recht mit dem Tempo mithalten kann.

Comte Caspar: Die begeisterten jungen Damen, die sich einem mitten in den Weg werfen, damit man nicht von dannen fährt, sind sehr erfrischend. Leider müssen wir sie enttäuschen, weil man auch woanders auf uns wartet.

Sissy Voss: Le Comte, erinnert ihr euch an den lustigen Flugblättertausch heute Morgen auf dieser riesigen Straße?

Comte Caspar: Gewiß, da kam eine andere Musizier-Gruppe vorbei, und beide hatten gleichzeitig den selben Einfall. Wir reichten ihnen ein Programmheft durchs Fenster und sie uns auch. Das war bei knapp 100 km/h rasend schneller Fahrt, wir haben alle sehr herzhaft gelacht.

Bastille: Aber ansonsten sind wir doch eine sehr gesittete Musik-Gruppe, die stets darauf bedacht ist, die Etikette zu bewahren, vor allem nach außen.



Armin: Mehr Fragen haben wir nicht. Wollt ihr noch etwas sagen?

Comte Caspar: Bastille möchte noch zwei Worte zum Abschluß des Interviews sagen.

Armin: Ich kann mir schon denken was jetzt kommt.

Bastille: Meine Damen und Herren, es sind nur zwei Worte, die ich Ihnen mit auf den Weg geben möchte. Die Worte lauten "COPPELIUS hilft".

Sissy Voss: War das nicht "COPPELIUS säuft"?

Bastille: Lassen Sie uns doch bitte die Etikette nach außen wahren, Herr Voss!









geführt am 26.04.2006   von Armin
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[ Seit dem 26.04.06 wurde der Artikel 9291 mal gelesen ]
 
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