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Subway To Sally "Nackte Tatsachen: 02.05.2006 Live In Fulda"
Knapp sieben Monate nach ihrem letzten Besuch sind SUBWAY TO SALLY wieder in Fulda zu Gast. In diesem Frühjahr haben die Potsdamer den Wunsch ihrer Fans erhört und zum ersten Mal in ihrer Geschichte ein reines Akustik-Programm an den Start gebracht. Auf den ersten Blick ein gewisses Risiko in sich bergend, hat es sich mehr als nur gelohnt, wie die begeisterten Reaktionen allerorts zeigen. Am späten Nachmittag kurz nach dem Soundcheck treffen wir im noch fast menschenleeren Kreuzsaal Bodenski, um mit ihm vor allem über die zu Ende gehende "Nackt"-Akustiktour zu plaudern...
Weitere Infos zu Subway To Sally:
REVIEWS:
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INTERVIEWS:
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LIVE-BERICHTE:
Subway To Sally vom 30.12.2002
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Armin: Ihr wart zuletzt im Rahmen der "Nord Nord Ost"-Tour im Oktober 2005 in Fulda. Erzähle uns doch bitte 'mal, was seitdem so bei SVBWAY TO SALLY passiert ist.

Seit Oktober ist eine Menge passiert. Wir haben die "Nord Nord Ost"-Tour beendet, was uns bis einen Tag vor Silvester beschäftigt hat. Danach haben wir versucht, uns für einen Monat nicht zu sehen, was nach der langen Zeit im letzten Herbst sicher auch nötig war. Gleich im Anschluß haben wir mit den Proben für die Unplugged-Tour begonnen, die wir in der Form schon seit einem Jahr geplant hatten. Wir haben dann den B. Deutung zum Mitspielen überredet. Er spielt das Cello und ist ein Musiker, mit dem wir vorher noch nie in unserer Band zusammen gespielt haben, obwohl wir ihn schon lange kennen. Dann ging alles Schlag auf Schlag. Wir haben bestimmt drei Wochen am Stück dafür geprobt, darüberhinaus hat jeder zu Hause für sich noch weitergeübt. Andere Dinge sind soweit nicht passiert, falls du darauf hinaus wolltest, ob wir schon neue Songs geschrieben haben. Das haben wir noch nicht. Unsere Pläne für die Zukunft, was die Band betrifft, sind momentan noch ein bißchen vage.

Armin: Darauf wollte ich hinaus. Wißt ihr denn schon so ungefähr, in welche Richtung die neuen Songs tendieren werden?

Klar ist bisher, daß wir nach dieser Tour wieder eine neue Türe aufmachen wollen. Die nächste Songwriting-Phase muß dann beginnen, denn wir wollen im Herbst die ersten Sachen aufnehmen, damit wir Anfang nächsten Jahres genügend Material haben, um die neue Platte herauszubringen. Untereinander haben wir schon ein Vorgespräch geführt und auch wenn es komisch klingt, werden wir nicht mit einem vorgefertigten Konzept an die Sache herangehen. Wir haben keinen Masterplan und wollen auch kein Konzeptalbum vorbereiten. Bei der letzten Platte sah es ja so aus, als gäbe es diesen Riesen-Überbau mit den Elementen Feuer und Eis. Letztendlich hat sich der Schwerpunkt nur daraus ergeben, welchen Soundtrack wir sozusagen in dem Moment zu unserem eigenen Leben vertont haben. Da wir dieses Mal eher entspannt sein können, weil wir mit der letzten Platte sehr erfolgreich waren, wollen wir erst einmal abwarten, wohin der Weg uns führt, wenn wir mit dem Schreiben beginnen.



Armin: Die "Nackt"-Tour endet in drei Tagen. Möchtest du schon ein Fazit ziehen?

Ja, wir befinden uns im Endspurt, haben nach dem heutigen Abend noch drei Konzerte vor uns. Das letzte Konzert in der Berliner Passionskirche ist ja ein Zusatztermin, denn wir waren am Sonntag schon dort und haben vor ausverkauftem Haus gespielt. Wir hatten alle großen Bammel vor der Tour, weil wir erst auf die letzte Minute mit der ganzen Technik fertig geworden sind. Das sieht alles so einfach aus, aber so leicht ist das nicht auf die Bühne zu bringen. Ich kann jetzt nur für mich sprechen, aber ich denke daß die anderen auch glücklich darüber sind, daß wir diese Tour durchgezogen haben. Es hat uns wahnsinnig viel Freude gemacht. Nach den ganzen Jahren mit unseren Rockshows, ist das ein völlig anderes Musizieren auf der Bühne. Man ist merkwürdigerweise viel konzentrierter, wenn man da so sitzt. Jeder hört den Anderen, man macht miteinander Musik. Die Reaktionen der Zuschauer waren geradezu euphorisch, da muß man einfach nur einen Blick ins Gästebuch werfen. Was da in den letzten drei Wochen über die Tour hinein geschrieben wurde, treibt einem wirklich die Tränen in die Augen. Alles in allem war es ein riesiger Erfolg, denn überdurchschnittlich viele Konzerte waren ausverkauft. Herz was willst du mehr!

Armin: Die Fans konnten auf eurer Homepage darüber abstimmen, welche Songs auf der Tour gespielt werden sollen. War dieses Fan-Voting das einzige Kriterium oder habt ihr selber die Setlist noch nach euren Wünschen korrigiert?

Ja, wir haben das noch korrigiert, denn nur nach dem Voting zu gehen ist schwierig. Im Voting waren zwei Titel von der "Nord Nord Ost"-CD ganz weit oben, die wir auf keinen Fall auf der Akustik-Tour spielen wollten. Erstens weil wir sie uns im akustischen Gewand überhaupt nicht vorstellen konnten. Ich meine, du kannst jeden Song akustisch spielen. Du kannst jeden Song soweit herunter kochen, daß du ihn zu einer akustischen Gitarre spielen kannst. Aber wir haben hier ja einen konzertanten Anspruch, denn es ist schließlich mit acht Leuten ein kleines Orchester auf der Bühne. Der andere Grund besteht darin, daß uns Songs vom letzten Album wie "Eisblumen" oder "Schneekönigin" einfach noch zu nahe waren. Man hat noch nicht den Abstand zu dem Rocksong, um ihn jetzt in der akustischen Fassung zu spielen. Darüberhinaus sind bei diesem Voting sehr viele alte Titel genannt worden, einige davon spielen wir auch sehr gerne. Einen Titel, den die Leute hoch gevotet, den wir aber nicht gewollt hätten, den hätten wir auch nicht gespielt. Aber glücklicherweise hat sich das fast automatisch ergänzt. Songs wie "Unterm Galgen" oder "Maria" werden natürlich immer wieder genannt, aber die hätten wir auch so ins Programm genommen. Was uns selbst überrascht hat, war, daß erstaunlich viele Titel von der "Bannkreis" und der "Foppt den Dämon" im Programm sind, denn das war ja die Zeit um 1996 bis 1997. Zehn Jahre zurück kann man trotzdem nicht sagen, denn wir spielen von allen Alben Songs.

Anne: Warum habt ihr keinen Song vom "Engelskrieger"-Album ins Programm genommen?

Das ist eigentlich kein bewußtes Statement gegen das Album, aber die "Engelskrieger" ist so karg und so riffbetont von der Gitarrenarbeit, daß wir da nicht ohne weiteres hätten umarrangieren können. So ein Stück wie "Abendlied", das sich vielleicht gerade noch dazu eignen würde, wollen wir nicht akustisch spielen. Aus meiner Sicht ist es insgesamt eine gute Mischung aus dem, was die Leute von uns erwarten und aus dem, was wir gerne spielen wollen. Wobei man auch berücksichtigen muß, daß wir über 80 Songs auf Platten veröffentlicht haben, also da werden immer welche fehlen. Das wäre dann Stoff für eine zweite Akustik-Tour.
Ich denke, wenn wir einmal diesen Schritt gemacht haben und ich mir angucke, wie toll unsere Fans das aufgenommen haben, dann werden sicherlich Fragen kommen, wann wir so etwas wiederholen. Wir werden diese Fragen nicht gleich beantworten können, wollen uns Zeit für eine Entscheidung lassen, aber es ist nicht ausgeschlossen, daß wir das noch einmal machen.



Armin: Werdet ihr im Sommer wieder so viele Festivals spielen wie im letzten Jahr?

Das geht jetzt fast nahtlos ineinander über. Wenn wir nach Hause kommen, haben wir am darauf folgenden Wochenende gleich wieder zwei festivals, was für uns doch sehr stressig ist, weil wir die ganze Technik wieder auf die Rockshow umbauen müssen. Wir machen in diesem Jahr nicht ganz so viele Open Airs wie in 2005. Das größte Festival, auf dem wir dieses Jahr in Deutschland spielen werden, ist das Wacken Open Air, wo wir immer wieder gern gesehene Gäste sind. Ansonsten sind wir bei ein paar kleineren Festivals vertreten. Wir haben einen größeren Auftritt in Österreich, auf den wir uns sehr freuen, weil wir am selben Tag spielen wie METALLICA und die dann auch 'mal wieder sehen können. Insgesamt sind es eine Handvoll Termine im Sommer, denn irgendwann müssen auch wir einmal ausspannen und vielleicht mit der Familie an die Ostsee fahren.

Armin: Welche aktuellen Sachen hörst du gerne?

Ich habe eine riesige CD-Sammlung und es gibt immer Phasen, in denen ich auf Sachen daraus zurückgreife. Wenn ich dir jetzt sagen würde, daß ich momentan gerne Katja Maria Werker höre, würde das sicherlich viele Leute verwundern. Sie ist eine Berliner Songwriterin und interesanterweise wird einer ihrer Songs nachher als Einlaß-Musik laufen. Ich höre im Moment nicht soviel hartes Zeug, denn wenn du auf Tour bist und jeden Abend Lärm hast, dann brauchst du einen Ausgleich. Da höre ich mir eher Sängerinnen an, die entspannte, angejazzte oder songwriterische Sachen machen.



Anne: Die Kreuzer Brummschleife mit dem katholischen Strom kommt euch heute Abend wohl nicht ins Gehege, oder?

Nein, das war immer das Problem mit der E-Gitarre. Je nachdem, wo der Gitarrist steht oder was unter der Bühne an Technik angebracht ist. Wenn man 'mal genauer hingeschaut, ist das ja alles sehr handgeschraubt und über die Jahre organisch gewachsen. Da gibt es dann halt das ein oder andere Kabel, das schräg verlegt wurde, obwohl es besser hätte gerade verlaufen sollen.

Anne: Hattet ihr eigentlich irgendwo 'mal Probleme, euer ganzes Zeug auf die Bühne zu kriegen, weil es so klein war, daß ihr euch ins Gehege gekommen seid?

Ja, heute zum Beispiel. Du hast das ja schon in Kiel gesehen, wir haben doch sonst normalerweise einen halbrunden Aufbau, daß der Vorhang dahinter einen Halbkreis bildet, und wir praktisch in unserem eigenen Altarraum sitzen. Wir können heute den Vorhang nur provisorisch hinhängen, weil dahinter noch einige Lüftungsrohre verlaufen. Vom Sitzen her ist es ziemlich cool, nur auf meiner Seite kommt halt leider keiner durch. Das geht aber noch. Schlimmer sind Bühnen, die sehr niedrig sind, weil wir ja sitzen, und wenn die Leute aufspringen und auf Augenhöhe mit Eric sind, dann sehen die Fans in der zehnten Reihe gar nichts mehr. Das ist aber nur einmal passiert. Besonders aufregend waren für uns die Kirchenkonzerte, die wir in Bochum, Osnabrück und Berlin gespielt haben. Gerade Osnabrück war fantastisch, in der großen und alten Kirche verhalten sich die Leute ganz anders, wesentlich andächtiger.



Anne: Da kam das "Sanctus" dann richtig gut, oder?

Ja, zumal man dann auch das Gefühl hat, daß es in so einen Rahmen richtig hinein paßt. Wobei einem andere Texte, wenn sie in diesem Raum gesungen werden, schon einen gewissen Schauer den Rücken herunter jagen. Wenn du "Kruzifix" in einer Kirche singst, dann ist das schon ein komisches Gefühl.

Anne: Die drei Kirchenkonzerte habt ihr alle doppelt gemacht, oder?

Ja, wir haben alle drei doppelt gemacht, weil sie alle drei ausverkauft waren. Diese Location war für die Leute offensichtlich so spannend, daß sie das alle erleben wollten, wie unsere Musik in so einem Raum klingt.



Grüße an:

Kathy Schütte, Markus Wosgien (Nuclear Blast Records)
Frank (Tourmanager)
geführt am 03.05.2006   von Armin
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