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Mirror Of Deception "Doom Aus Stuttgart? Gibt`s! Und Das Richtg!!!"
Endlich, nach 10 Jahren harter "Kleinarbeit", bekommt die deutsche Doomkapelle Nr. 1 die schon längst fällige Aufmerksamkeit! Wurde auch mal Zeit, das ein paar Einheimische in die New Orleans-Domäne einbrechen. Überhaupt scheint die SloMo-Musik in letzter Zeit neuen Schwung zu erhalten, was man auch an der bevorstehenden Candlemass-Reunion sieht. Zur Geschichte von MIRROR OF DECEPTION und über Zukunftspläne hat mir Jochen einiges erzählt!
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Mirror Of Deception A Smoulderung Fire
INTERVIEWS:
Mirror Of Deception - Doom Aus Stuttgart? Gibt`s! Und Das Richtg!!!

Jochen von MIRROR OF DECEPTION stand mir freundlicherweise Rede und Antwort über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der „Doomköpfe“ aus der Nähe von Stuttgart. Hier also mal die ganz andere Geschichte Schwabens! MOD wurde ja schon 1990 gegründet, also noch bevor heutige Doom-Götter wie Cathedral oder Crowbar ihre Herrschaft begannen. Was waren außer Sabbath, Vitus und Obsessed Eure musikalischen Einflüsse?
In erster Linie wären da sicherlich Candlemass zu nennen. Ich weiss nicht, ob ohne sie jemals eine Band aus uns geworden wäre. Denn erst durch Candlemass bin ich auf Doom Metal als Genre und Bands wie Black Sabbath, Trouble, Saint Vitus, Count Raven, Revelation, Pentagram und andere aufmerksam geworden und habe entdeckt, dass dies die Musikart ist, nach der ich Zeit meines Lebens gesucht habe und die mein Innerstes anspricht. Erst durch sie kam ich mit den richtigen Leuten in Kontakt, um schliesslich MOD ins Leben zu rufen. Umso mehr freue ich mich natürlich, die alten Helden dieses Jahr endlich live zu sehen! In den 80ern war es mir leider nicht vergönnt. Daher werde ich nach Wacken pilgern. (Anm: CANDLEMASS sind Teil des diesjährigen Hammerbillings des Wacken!)
 
Wie kommt man eigentlich in/bei Stuttgart auf die Idee, ausgerechnet eine DOOM-Band zu formieren, mit der man ja bekanntlich nicht unbedingt mit Erfolg rechnen darf? Und das auch noch zu einer Zeit in der im Metalbereich nicht allzuviel los war?
Stuttgart ist gar kein so übles Pflaster für Doom Metal, wie sich im Lauf der Jahre herausgestellt hat. Ihren Teil dazu beigetragen haben sicherlich Hellhound Records, die einige Ihrer Bands Anfang der 90er des öfteren in Stuttgart aufspielen liessen. Nicht zuletzt dadurch gibt es einige Bands und auch einen harten Kern von Doomjüngern hier in der Gegend. Letzten Endes sind der Wohnort, die Szene drum herum, eventuelle Erfolgsaussichten und der Zeitpunkt der Bandgründung aber nebensächlich, wenn man Musik und Emotionen in sich trägt, die sich einfach ihren Weg nach aussen bahnen müssen. Ich denke mal, als Grönlander hätte ich ebenso gut das Bedürfnis verspüren können, schwere, düstere und melancholische Musik zu spielen, da ich das einfach in mir habe. Nur wäre es dort vermutlich etwas schwieriger gewesen, geeignete Mitstreiter zu finden...
 
. . das glaub` ich gern! Ich hätte nicht gedacht, das Eure Gegend eine so große Metalgemeinde hat. Beschreibt doch mal die Schwaben-Szene!
Die Schwabistanszene insgesamt zu beschreiben, würde sicherlich zu weit führen. Es gibt einige gute Kapelle, aber auch viele, die uns persönlich weniger gefallen. Wir haben allerdings einige gute Doom Metal Bands hier unten. Dawn of Winter, Voodoo Shock, Well of Souls sind sicherlich dem einen oder anderem ein Begriff, bzw. werden dies Doomjüngern bald schon sein. Dawn of Winter haben sich in etwa zeitgleich mit uns gegründet. Naevus, die Vorgängerband von Voodoo Shock kurze Zeit später. Well of Souls sind seit 3-4 Jahren aktiv. Im Lauf der Jahre haben wir uns kennengelernt, etliche Konzerte zusammen gespielt und es sind Freundschaften daraus entstanden. Unsere lokale Metalszene in Göppingen (liegt zwischen Stuttgart und Ulm) kann sich mit so unterschiedlichen, aber durchweg hochklassigen Bands wie End of Green, Behind The Scenery, The Blue Season und Gathering of Obscurity oder Asterius durchaus sehen lassen. Ansonsten ist das Publikum hier bisweilen recht zurückhaltend, was in der Natur der Schwaben oder im allgemeinen Überangebot begründet sein mag. Wir haben in der unmittelbaren Umgebung Labels wie Nuclear Blast, Metal Blade, Massacre sitzen und die lassen ihre Acts immer mal wieder in der Gegend spielen. Ansonsten ist es wie überall - als kleine, unbedeutende Metalband bekommt man nichts geschenkt, muss um jeden Auftritt kämpfen und eine Menge Eigeninitiative an den Tag legen.
 
Ihr habt ja nun schon einige Veröffentlichungen hingelegt, die inzwischen leider vergriffen sind, doch erst mit Eurem eigentlichen Debut-Longplayer „Mirrorsoil“ die Szenegrenzen übersprungen oder besser gesagt niedergewalzt! Jedoch lagen zwischen Aufnahmebeginn und Veröffentlichung 3,5 Jahre. Wie kam`s?
Die fast 4 Jahre, die zwischen dem Beginn der Aufnahmen und der Veröffentlichung ins Land gezogen sind, müssen vielen verschiedenen Umständen zugeschrieben werden. Es lief einfach eine Menge schief - im Studio, mit dem Label und auch bandintern. Letzten Endes zählt aber nur, dass wir diese schwierige Zeit durchgestanden haben, gestärkt und selbstbewusster daraus hervorgegangen sind und ein Album aufgenommen haben, auf das wir nach wie vor stolz sind. So viel, wie in dem Jahr seit Erscheinen des Albums haben wir in den ganzen 10 Jahren davor nicht erreicht. Ein Grossteil der Songs von den vergriffenen Demos, wie auch 3 neuere, nicht auf dem "Mirrorsoil" Album vertretene Stücke haben wir übrigens auf einer CD namens "Past & Present" zusammengestellt, die es exklusiv über unseren Onlineshop (www.mirrorofdeception.com) zu beziehen gibt. Insgesamt mehr als 70 Minuten Musik, aufgenommen zwischen 1993 und 2000
 
Apropos Verzögerung: Herzliche Glückwünsche an Baumi! Welche Auswirkungen wird sein familiäres Glück auf MOD haben? Immerhin war ja eine Tour geplant und im Winter/Frühjahr 2003 eine neue Platte? Wird mit längeren Konsequenzen (Ersatz etc) zu rechnen sein?
Längerfristige Konsequenzen wird es hoffentlich keine haben, denn Baumi ist - wie jeder von uns - ein wichtiger Bestandteil dessen, was MOD ausmacht. Im Endeffekt ist es natürlich seine persönliche Entscheidung, aber ich habe keine Zweifel, dass er über kurz oder lang wieder mit von der Partie sein wird. Er konzentriert sich in nächster Zeit eben auf seine junge Familie (er wurde kürzlich Vater von Zwillingen), was verständlich ist. Wir machen in der Zwischenzeit zu Viert weiter, halten ihn auf dem Laufenden und hoffen, dass er bald wieder dazustoßen kann. Ob es Verzögerungen geben wird, lässt sich momentan noch nicht abschätzen, darüber machen wir uns aber auch keine großen Gedanken. Man kann nichts erzwingen und es kommt, wie es kommt - früher oder später. Wir haben das Glück, mit Siffi noch einen guten Sänger in der Band zu haben. Er hat nun bereits einige Gigs alleine am Mikro bestritten und sich dabei sehr gut geschlagen. Aber wirklich komplett sind wir erst wieder, wenn wir zu fünft abdoomen können. Die von Dir erwähnte Tour fand unter dem Namen "Doom's Diner" bereits im Oktober/ November 2001 statt. Da diese besser als erwartet gelaufen ist, wird es sicherlich eine Fortsetzung geben. Allerdings frühestens im Frühjahr/ Sommer 2003. Die Aufnahmen zum zweiten Album sind aber nach wie vor für den Herbst/ Winter 2002 geplant. Ob es wie geplant läuft, werden wir sehen, wenn es soweit ist. Jedenfalls arbeiten wir derzeit fleißig an neuen Songs.
 
Ihr habt ja bereits eine Tour mit COUNT RAVEN absolviert, deren Sänger ja auf Vitus` Klassiker „C.O.D.“ den Vocalpart übernahm. Wie war das für Euch als bekennende Saint Vitus-Fans? ( Hoffentlich isser noch dabei, sonst hab ich mich jetzt blamiert . . ;-)
Mit Count Raven haben wir es nur auf einen einzelnen Gig Ende 1993 gebracht, den werden wir allerdings sicherlich nie vergessen. Count Raven war damals ein sehr wichtiger Einfluss (zu jener Zeit sicherlich noch wichtiger als Vitus selbst) und zudem waren sie mit ihrem "High On Infinity" Album damals auf dem Gipfel ihres "Erfolges" (bei einer Doom Band ist der Begriff "Erfolg" ja immer relativ zu sehen) angekommen. Sie waren interessiert an unserer Musik, sehr nett und auch wenn sie damals vom Alter her fast unsere Väter hätten sein können, waren sie genau so drauf wie wir auch. Einfach 3 Typen, die gerne eine gute Zeit haben und die Musik, die sie lieben ausleben. Wir haben Renfield, dem Drummer dann auch fleißig geholfen, seine allabendlich vertraglich garantierte Jägermeister Pulle zu leeren. Ich kannte die Band schon von ihrer ersten Tour mit Saint Vitus (1990). Mit Lord Chritus (erster Sänger bei Count Raven, dann für eine Platte bei Vitus, heute bei Terra Firma) habe ich seither immer wieder mal Kontakt und bin auch immer am Start, wenn er mit Terra Firma in der Gegend spielt. Der ehemalige Count Raven Basser Wilbur ist mit seiner neuen Band Semlah auch wieder aus der Versenkung aufgetaucht, wie auch Sänger/ Gitarrist Dan Fondelius mit Doomsday Government. Wahre Doomer sind eben nicht unterzukriegen.
 
Und das ist gut so!! Ihr sollt ja auch auf dem geplanten SAINT VITUS TRIBUTE teilnehmen! Welche Bands sind denn da noch so am Start und welchen Song übernehmt Ihr?
Wir haben uns für "One Mind" vom letzten Saint Vitus Album "Die Healing" entschieden und versucht, dem Stück unseren eigenen Stempel aufzudrücken, ohne es komplett umzustricken. Weitere Bands sind Dreaming, Voodoo Shock, Abdullah, Earthride, Ogre, Northwinds, Seawitch, Goatsnake, Reverend Bizarre und Paul Chain. Die Beiträge von Dreaming, Voodoo Shock und Abdullah habe ich bereits gehört und sie lassen auf einen hochklassigen Sampler schließen, nicht die üblichen, in aller Eile über's Knie gebrochenen Tributegeschichten, die die Plattenläden überschwemmen. Hier wird einer wichtigen Band würdevoll der Tribut gezollt, der ihnen zu ihren aktiven Zeiten leider nicht vergönnt war. Ein zweiter Teil ist auch geplant, aber ich hoffe, dass bald mal der erste Teil erscheinen wird, der mittlerweile auch schon 1 1/2 Jahre verspätet ist. Doom eben! ;-))
 
Ihr scheint ja mit Leib und Seele der langsamsten aller Musikarten zu hängen! Könntet Ihr Euch vorstellen, beispielsweise in einer Death Metal Band zu spielen oder gibt es ganz und gar MOD-Sideprojects?
Ich persönlich nicht, da mir MOD alle Möglichkeiten gibt, mich musikalisch auszuleben. Wir sind auch alle nicht so die beinharten Death Metal Anhänger, um ernsthaft eine Band in diese Richtung zu starten, auch wenn jeder von uns natürlich seine Favoriten in anderen (Metal)Genres (auch Death Metal) hat. Der Einzige, der noch eine ernsthafte Zweitband hat, ist unser Sänger/ Gitarrist Siffi. Er spielt in einer ziemlich guten Coverband namens Grand Final Stand, die sich Metalklassikern aus den 70ern, 80ern und 90ern annimmt. Sie haben mittlerweile um die 4 Stunden Programm, u.a. auch Songs von Death und Obituary. Unser Drummer Gunnar wollte mal ne Speed Metal Band mit Rich von Solstice starten, aber das scheitert allein schon an der räumlichen Distanz. Ich habe vor, mit einigen Freunden irgendwann mal etwas rein Akustisches zu starten, aber das plane ich schon seit einigen Jahren, ohne das bislang mehr als ein paar sporadische, feuchtfröhliche Treffen und eine paar Songideen dabei herausgekommen wären.
 
Sichert die Band Euer Einkommen oder jobbt Ihr noch nebenbei?
Die Band ist nicht mehr als ein Hobby (wenn auch eines, in das viel Zeit und Herzblut investiert wird) und es wäre unrealistisch und nicht mehr als ein schöner Traum, mehr zu erwarten. Einige von uns haben bereits Familien mit Kindern zu ernähren, von daher müssen sie schauen, dass regelmäßig Geld reinkommt. Das ist die harte Realität und es geht Legionen anderer Bands genauso. Glücklicherweise müssen wir durch die Einnahmen, die durch Verkäufe oder Auftritte hereinkommen, nicht mehr ganz so viel aus der eigenen Tasche wie früher reinstecken. Ich persönlich könnte mich zwar problemlos 24 Stunden am Tag mit MOD und allem, was darum herum anfällt beschäftigen, aber davon zu leben ist nicht in Sicht und auch nicht von uns angestrebt. Sobald man seine Existenz mit der eigenen Musik bestreiten will, muss man fast zwangsläufig Kompromisse eingehen (gerade, wenn man so eine schwer verkäufliche, am Massengeschmack vorbeizielende Musikart wie wir gewählt hat) und das haben wir nicht vor. Wir wollen nur vor uns selbst Rechenschaft ablegen müssen, soweit wie möglich die Kontrolle behalten und mit MOD so lange weitermachen, wie wir Spaß daran haben und es uns ein Bedürfnis ist.
 
Wie regelt Ihr dann das "Tourleben" mit Eurem Job? Ich kenne keinen Arbeitgeber, der sich feiwillig diesem Streß aussetzen würde.
Wir versuchen die Liveaktivitäten natürlich in erster Linie auf's Wochenende zu legen. Macht ja auch Sinn, denn da kommen eh mehr Leute zu Konzerten. Für zeitaufwendigere Aktionen wie eine Tour, Studioaufnahmen oder weiter entfernte Auftritte müssen wir dann eben auch mal den einen oder anderen Tag Urlaub nehmen oder Überstunden schieben. Mit etwas Vorlauf liess sich das noch meistens regeln. Nur unser Basser hat ab und an Probleme, entsprechend frei zu bekommen und konnte daher letztes Jahr leider nicht mit nach England und auch die Doom's Diner Tour mussten wir ohne ihn absolvieren. In solchen Fällen hatten wir bislang immer das Glück, kurzfristig befreundete Musiker zu finden, die vorrübergehend eingesprungen sind. Im Lauf der Jahre haben 3 Bassisten, 3 Schlagzeuger, 1 Sänger und 1 Gitarrist bei dem einen oder anderen Auftritt ausgeholfen. Siffi wurde bislang als Einziger noch nicht vertreten. Mittlerweile könnten wir also rein theoretisch ne MOD Ersatzband für uns auf Tour schicken. :-))
 
Wie seid Ihr eigentlich an Euer neues Label gekommen?
Rich Walker von The Miskatonic Foundation ist mir durch seine Band Solstice seit vielen Jahren bekannt und ist einer meiner besten Freunde. Da er unsere Musik sehr schätzt, bot er an, das Album zu veröffentlichen, nachdem unser voriges Label Sub Zero den Betrieb eingestellt hatte. In Deutschland haben sich dann noch Iron Glory Records eingeklinkt und das Album hierzulande lizensiert.
 
Die berühmten 3 Platten auf der einsamen Insel . . .
Da würde Dir sicherlich jeder von uns andere Scheiben nennen. Meine Wahl wäre: Bathory - Twilight Of The Gods Candlemass - Tales of Creation Garmarna - Vedergällningen Die restlichen mindestens 100 lebenswichtigen Platten würde ich schmuggeln, mir aus dem Flugzeug abwerfen lassen oder per Flaschenpost bestellen. ;-))
 
12. Gibt`s Pläne für Kooperationen? Mit wem würdet Ihr gern? (<--Musik machen . . .J)
Einige Konstellationen wären sicherlich reizvoll. Akut wird wohl die Kooperation mit Cold Embrace, einer hervorragenden norddeutschen Doom Band, deren Mitglieder ein Tonstudio (www.rosenquarz-tonstudio.de) in Lübeck betreiben. Dort wollen wir unser zweites Album aufnehmen. Sie verstehen als eingefleischte Doomer unsere Musik und werden uns mit Sicherheit einen amtlichen Sound zaubern. Darüber hinaus ist nichts konkretes geplant. Es wäre natürlich interessant, mal etwas mit Leuten wie Messiah Marcolin oder Wino zu machen oder auch mit Musikern, die mit einem anderen musikalischen/ kulturellen Hintergrund haben und andere Instrumenten spielen.
 
Was fasziniert Euch gerade am DOOM? Wird`s irgendwann eine Nicht-Doom Platte von MIRROR OF DECEPTION geben?
Wie schon erwähnt ist Doom Metal das Medium, durch welches wir uns bestens ausdrücken können, welches uns genügend Möglichkeiten gibt, unseren eigenen Weg zu gehen und in dem wir eben auch auf Anerkennung und Gleichgesinnte stoßen. Es ist eine kleine, familiäre Szene in der man sich gegenseitig so gut es geht aushilft und oftmals eben auch mehr für die Sache an sich als für die eigene Band eintritt. Eine Platte, die mit Doom nichts zu tun hat, wird es unter dem Namen Mirror of Deception sicherlich nicht geben. Sollte es tatsächlich eines Tages soweit kommen, dass die Songs nichts mehr mit unseren Ursprüngen zu tun haben, werden wir genügend Anstand und Respekt vor der eigenen Vergangenheit besitzen, um uns umzubenennen. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass das irgendwann nötig sein wird. Wir haben nun bereits 11 Jahre überstanden, ohne dass das Gefühl aufkam, etwas grundlegend Falsches zu machen oder den Drang zu verspüren, eine andere Richtung einschlagen zu müssen. Doom ist natürlich auch ein stückweit Definitionssache. Für mich persönlich bedeutet es weit mehr als pure Zeitlupe, Molltöne und Musik gewordene Depression. Ein tiefes Gefühl, eine gewisse Atmosphäre, die ich in anderen Stilrichtungen in dieser Form nur sehr selten vorfinde, macht letztlich für mich Doom aus. Es gibt so viele unterschiedliche Arten Doom zu interpretieren, wie es Bands gibt. Was haben denn - objektiv betrachtet - Bands wie Candlemass, Skepticism und Eyehategod gemein, ausser das sie alle dem selben Genre zugeordnet werden?! Unser Anliegen ist es, Musik zu erschaffen, in der wir uns wiederfinden, die eine eigene Identität besitzt und uns selbst zufrieden stellt, anstatt bereits Vorhandenes zu kopieren. Das wurde, denke ich schon auf "Mirrorsoil" klar und wird es künftig noch mehr werden. Auch wenn immer mal wieder Elemente aus anderen Stilrichtungen in unseren Stücken auftauchen, werden wir unsere Wurzeln nicht aus den Augen verlieren.
 
Was wird Euer nächstes Lebenszeichen sein?
In nächster Zeit stehen wieder einige Konzerte an, unter anderem spielen wir auch auf dem diesjährigen Summer Breeze Festival. Die aktuellen Termine gibt es immer auf unserer Homepage (www.mirrorofdeception.com). Dann werden wir noch auf einigen anstehenden Samplern vertreten sein. Zum einen wäre da "At the Mountains of Madness 2", eine feine Doom Metal Compilation unseres englischen Labels The Miskatonic Foundation. Bietet eine gute Übersicht über die aktuelle europäische und amerikanische Doomszene und sollte nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen. Dann sind wir auf dem zweiten Teil des Soundtracks zu dem US Horrorfilm "I Am Vengeance" vertreten. Der FIlm wird derzeit fertiggestellt. Es handelt sich hierbei um einen psychedelischen und abgefahrenen Horrorfilm, der reichlich blutig daherkommt, aber auch seine komischen Seiten hat. Die Musik wird ausschliesslich von Bands aus dem Doom und Stoner Bereich beigesteuert. Mehr Infos dazu unter: http://www.geocities.com/iamvengeance2001/ oder http://www.meteorcity.com/vengeance.htm Und zu guter Letzt der weiter oben bereits erwähnte Saint Vitus Tribute. Die angekündigten Compilations werden nach dem Erscheinen über den Onlineshop auf unserer Webseite zu bekommen sein.
 
Was bedeutet eigentlich der Bandname?
Ein Spiegel kann für Erkenntnis oder auch Selbsttäuschung stehen. Man sieht die Realität oder was man sehen will und weiß dennoch nicht, was unter der Oberfläche lauert.
 
Vielen Dank für Deine/Eure Zeit! Die letzten Worte gehören Dir/Euch . . .
Schlusswörter saugen, speziell am Tag nach ausufernden Festgelagen. ;-)) Doom Metal lebt!
 
geführt am 04.03.2002   von Sf
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