METALGLORY Archiv

zur neuen METALGLORY Webseite
 
Interviews () alphabetisch:         0..9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Sabaton "Wir Sind Keine Propaganda-maschine"
Da mich das schwedische Panzer-Batallion von Woche zu Woche mehr begeistert, habe ich mir Sänger Joakim Brodén, der sich als sehr angenehmer Gesprächspartner herausstellen sollte, vor dem Gig der Nordländer geschnappt, um ihn mit einigen spontanen Fragen zu löchern.
Weitere Infos zu Sabaton:
REVIEWS:
Sabaton The Art Of War
Sabaton Carolus Rex
Sabaton Swedish Empire Live
Sabaton Heroes
Sabaton The Last Stand
INTERVIEWS:
Sabaton - Melodic Power Metal: 04.03.2006 Live In Fulda
Sabaton - Wir Sind Keine Propaganda-maschine









Ihr habt vor gut einem Jahr beim Swordbrothers zum ersten Mal in Deutschland gespielt und seit nun zum zweiten Mal binnen 4 Wochen hier in Frankfurt zu Gast. Euch scheint es hier gut zu gefallen?
Ja, es ist großartig hier. Mir mögen den Club hier und das drum herum. Bei einem Club-Gig sind die Leute ganz nah bei uns und keine Absperrung trennt uns von den Fans. Schweiß, Hitze und Metal – das ist großartig.

Ihr habt ja auch recht heiße Texte. Wie fühlt ihr Euch eigentlich, wenn ihr hier auf der Bühne steht, darüber singt wie Deutsche umgebracht werden und die Fans schreien das noch ganz enthusiastisch mit?
(lacht) Jaaaaa….wir sind uns dessen natürlich bewusst. Unser Label und unser Vertrieb waren schon ein wenig besorgt und haben uns gesagt, dass wir den einen oder anderen Song wie „Panzer Batallion“ vielleicht nicht in Deutschland spielen sollten. Aber gut, wir hatten kaum, nein falsch, wir hatten bis jetzt überhaupt keine Probleme damit gehabt. Die Leute nehmen das ja auch nicht persönlich. Wir predigen auch nicht, was richtig und falsch ist, sondern wir erzählen eben nur eine Geschichte. Wir sind keine Propaganda-Maschine, sondern wir erzählen nur Stories.


Aber hat ihr keine Angst, dass ein paar Spinner ein Stück wie „Rise Of Evil“ völlig falsch ausfassen könnten?
Klar, das kann sein. Zum Teufel damit! Es ist doch egal, was du tust und was du sagst. Wenn sie es falsch verstehen wollen, dann tun sie das auch. Auf der anderen Seite: Wenn jemand ein Geschichtsbuch darüber schreibt wie Hitler an die Macht gekommen ist, und genau darum geht es in „Rise Of Evil“, dann ist er doch ein Historiker und nicht automatisch ein Nazi, nur weil er sich mit diesem Thema beschäftigt. Und das hier ist das Gleiche.

Da gebe ich dir vollkommen recht. Wie ist das bei eueren Texten im allgemeinen: Versucht ihr wie in „Wolfpack“ ganz gezielt Episoden aus den Kriegen zu verarbeiten?
Der Song ist ein gutes Beispiel, dass wir auch mit historischen Fakten arbeiten. Deswegen kommen auch diese ganzen U-Boot-Bezeichnungen und wie viele Torpedos abgefeuert wurden im Text vor. Auf der anderen Seite haben wir auch Songs wie „Into The Fire“, bei dem wir auf eine Art Tagebücher und Berichte zurückgegriffen haben. Darin stehen dann mehr persönliche Gefühle und Ansichten über die Ereignisse in Vietnam. Da ging es uns dann darum ein grundsätzliches Gefühl in das Lied zu packen.

Wie kommt es eigentlich, dass ihr euch als Themenschwerpunkt Krieg ausgesucht habt? Historisches Interesse oder weil es einfach gut zum Heavy Metal passt?
Das hat schon mit geschichtlichem Interesse angefangen. Ich mag auch Filme wie „Saving Private Ryan“ und lese gerne Military Fiction. Daran habe ich im Laufe der Zeit immer mehr Interesse gefunden. Bei der Musik ist es letztendlich so, dass es einfacher ist vom 2.Weltkrieg zu erzählen als von irgendeinem Drachen. Was willst Du denn da erzählen? (lacht) Wie er durch die Gegend rennt und durch die Lüfte fliegt? Dagegen hat jeder schon einmal alte Fotos von Panzern gesehen, wie sie über das Schlachtfeld oder durch die zertrümmerten Städte rollen.

Wenn ich das richtig verstehe, werdet ihr euch auch bei euerem nächsten Album auf Konflikte der jüngeren Vergangenheit stürzen und nicht über mittelalterliche Schlachten oder Kriege mit schwedischer Beteiligung singen?
Wir haben sicher darüber gesprochen und hätten auch ein paar Ideen dazu, aber ich denke, dass wir thematisch immer bei den jüngeren Kriegen bleiben. Die Zeiten als noch Schwarzpulver benutzt wurden sind daher eigentlich uninteressant für uns.

Weil wir ja gerade von den ganz alten Zeiten gesprochen haben. Auf euerem ersten Album „Fist For Fight“ habt ihr ja auch ein paar nicht-kriegsbezogene Texte gehabt?
Ja klar! Da ging es dann mehr um Bikes, so wie in Hellrider...Sagen wir einfach, wir haben darüber gesungen, dass wir den Metal lieben. Metal-Tribute-Songs eben.. (lacht)

Ist das auch der Grund, warum ihr das alte Zeug bei eueren Gigs nicht spielt?
Wie werden heute Abend zwei alte Stücke spielen.

Ehrlich?
Ja. Auf der letzten Tour haben wir darauf verzichtet, weil wir gedacht haben, dass niemand die Stücke kennt. Aber gerade hier in Frankfurt wurden wir von vielen auf „Fist For Fight“ angesprochen und warum wir dieses und jenes Stück nicht gespielt haben. Wir haben dann gedacht, wenn die Fans das hören wollen, bitte, dann spielen wir das auch.

Jetzt lass mich einfach mal das Thema wechseln. Sabaton ist mittlerweile eine professionelle Band geworden?
(lacht) Ja, das stimmt. Einige wurden gefeuert, andere haben ihre Jobs aufgegeben oder behalten sie in Teilzeit, wenn wir denn wieder mal in Schweden sind. Im Moment ist die Situation schon eigenartig. Ich meine, wir machen mit der Band jetzt noch kein Geld, aber wir können touren und uns intensiv den Leuten zeigen. Und das ist auf jeden Fall besser als irgendwo in der Mitte rumzuschwimmen. Und jetzt haben wie einfach die Chance, die Zeit zu verkürzen bis wir vom Heavy Metal leben können. Da ist unser Traum und wir arbeiten hart daran. Wir hoffen, dass wir diesen Punkt in vielleicht ein oder zwei Jahren erreichen können.

Gab es einen bestimmten Punkt oder ein bestimmtes Ereignis, das euch zu Entscheidung Sabaton als Beruf zu betreiben gebracht hat?
Das ergab sich irgendwie. Es war nicht so, dass wir uns zusammengesetzt haben und gesagt haben: So! Ab jetzt betreiben wie Sabaton professionell. Ich meine, wir kennen uns seit 1999. Wir haben schon Gigs vor einer Handvoll Leute gespielt. Der Punkt ist doch: Wir werden immer besser und es kommen immer mehr Leute. Dass wir es wirklich schaffen können und dies auch realisiert haben, waren als wir „Primo Victoria“ veröffentlich haben. Da haben wir auch zum ersten Mal sagen können, dass wir professionell klingen.

Ihr agiert natürlich auch auf der Bühne deutlich professioneller. Wenn ich daran denke, wie ich euch in Andernach gesehen haben und wie vor einem Monat hier. Das ist eine gigantische Entwicklung.
Sicher. Aber auch das ergibt sich einfach. Wir waren und sind ziemlich oft auf Tour, spielen viele Gigs. Und das verbessert natürlich die Ansagen, wie du dich zwischen den Songs verhältst und wie du mit enormen Druck oder Nervosität umgehst. Das kann alles sein: Dass du schwitzt oder krank bist oder auch nur einen heftigen Kater hast. Selbst wenn nur ganz wenige Leute bei einem Gig sind, kannst du immer etwas lernen. Wenn du zum Beispiel von der Bühne ins Publikum gehst und dort weiter spielst.

Wenige Leute...Da muss ich dich doch jetzt einfach fragen, ob das nicht gerade in eueren Heimat oft der Fall ist. Irgendwo müssen ja die ganzen Schweden herkommen und gerade euere Heimat (nördlich von Stockholm) ist nicht gerade dicht besiedelt?
(lacht) Ja. Unsere Landsleute sind natürlich nicht so enthusiastisch wie die Fans hier. Aber wir haben in Schweden schon einige Konzerte gegeben, werden von den Print-Magazinen wahrgenommen und haben auch schon auf den großen Festivals wie Sweden Rock gespielt. Abhängig von Location, Monat und dem Wochentag haben wir in Schweden mittlerweile zwischen 250 und 400 Besucher.

Der Mittwoch ist ja Schweden ja ein guter Konzerttag?
Ja. Ist schon eigenartig. Deswegen nennen wir den Mittwoch auch „kleinen Samstag“. Ich glaube, das hat auch einen militärischen Hintergrund. Wenn die Truppen lange Märsche vor sich gehabt haben, sind sie immer Mittwochs losgezogen.

Und da schließt sich der Kreis mit Sabaton. Wann wollt ihr euer nächstes Album aufnehmen?
Ich denke, dass wir mit den Aufnahmen in etwa einem Jahr anfangen werden. Wir haben jetzt noch die Tour mit Grave Digger und Therion, im Frühling wollen wir dann vielleicht die nächste Tour anschließen und dann kommt auch schon der Festival-Sommer und da werden wir auch bei einigen deutschen Festivals auf jeden Fall dabei sein.

Hört sich doch gut an. Joakim, mir fällt jetzt nichts mehr an Fragen ein und deswegen überlasse ich die letzten Worte dir.
Rock on!








geführt am 29.09.2006   von Nameless
(NEU!!!!)Über den Artikel diskutieren:
Druckversion des Artikels:
Artikel an Kumpel versenden:

musikalischer Background des Verfassers
X   Aktuelle Top6
1. ""
2. ""
3. ""
4. ""
5. ""
6. ""
X   Alltime-Klassix Top6
1. ""
2. ""
3. ""
4. ""
5. ""
6. ""

[ Seit dem 29.09.06 wurde der Artikel 5072 mal gelesen ]
 
Die neuesten Reviews:
Neue Webseite endlich online
Turbobier Das neue Festament
Foreign Diplomats Princess Flash
Deaf Havana All These Countless Nights
Chrome Molly Hoodoo Voodoo
Sunterra Reborn -EP
Dethrashion Assault Bombardment
Tschaika 21/16 Tante Crystal uff Crack am Reck
The Shiver The Darkest Hour
Yiek The Drive
Die neuesten Interviews:
J.B.O. - 03.01.2017
Running Wild - 05.10.2016
Lacrimas Profundere - 01.10.2016
Vicious Rumors - 08.07.2016
My Jerusalem - 28.06.2016
Die neuesten Artikel:
PURE STEEL RECORDS und KARTHAGO RECORDS haben fusioniert! - 03.01.2011
PURE STEEL RECORDS und KARTHAGO RECORDS haben fusioniert! - 03.01.2011
Metalforum Osthessen e.V. sucht Bands für Konzerte - 26.10.2010
Verlosung - 26.10.2010
KONZERTERLEBNISSE - 12.08.2010
Peter Steele - ein Rückblick auf sein musikalisches Vermächtnis - 21.04.2010
Die neuesten Live-Berichte:
Caliban, Suicide Silence, Any Given Day, To the Rats and Wolves - 22.12.2016
LIEDFETT, kAPEllE PEtra, elfmorgen - 2016 - 20.12.2016
Ruhrpott Metal Meeting 2016 - 15.12.2016
Die neuesten Live-Vorberichte:
Vorbericht: Svbway to Sally - Ekustik-Projekt NEON 2017 - 11.01.2017
Vorbericht: Night Of The Progfestival 2017 - 09.01.2017
Vorbericht: FAUN – MIDGART - Tour 2017 - 09.01.2017
Die neuesten Galerien:
Open Air Festival M´era Luna vom 10. bis 11.08.2013 in Hildesheim - 14.08.2013
With Full Force 2013 - 28.07.2013
Darkmoon-Festival 2013 - 24.07.2013
Die neuesten Links:
Second Roses Online Shop Frankfurt
Morgzine - An Independent Brutal Death/grind Fanzi
Deadwebzine - Extreme Metal Guide And Metal Web Pr
All Metal Lyrics
All Metal Videos

© 2018 Metalglory.de - Alle Rechte vorbehalten   |   Datenschutz   |   Kontakt   |   Impressum