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Qntal "Mittelalter Trifft Elektronik: 09.10.2006 Live In Fulda"
Im Rahmen der "Silver Swan" Tournee machen Qntal heute Abend zum ersten Mal Station in Fulda. Eine halbe Stunde nachdem die Drei durch ihre stimmungsvolle Performance etliche der Zuschauer bezaubert haben, treffe ich mich mit der Sängerin Syrah zu dem folgenden Gespräch. Dabei geht es nicht nur um Qntal, sondern auch um Neuigkeiten von Estampie...
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REVIEWS:
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Qntal Translucida
Qntal Purpurea - The Best Of
INTERVIEWS:
Qntal - Mittelalter Trifft Elektronik: 09.10.2006 Live In Fulda

Wie war der Tag heute in Fulda für dich und bist du mit eurem Auftritt zufrieden?

Nun ja, jeder empfindet so einen Tag unterschiedlich. Wir sind in einem Nightliner unterwegs, da schlafen die einen lange, die anderen stehen früh auf. Ich war heute eher der Frühaufsteher und habe mich dann relativ schnell auf einen Kulturtrip begeben, den ich sehr schön fand. Ich war in der Stadt und habe mir die alte Michaelskirche angeschaut, die ich zwar schon kenne, aber nichtsdestotrotz nochmal besichtigen wollte. Dann war ich noch in der Orangerie und habe später noch Geschenke für meine kleine Tochter gekauft, die bald Geburtstag hat. Ansonsten haben wir uns hier im Kreuz unglaublich wohl gefühlt, wir sind von einer freundlichen Crew umsorgt worden. Der Soundcheck lief reibungslos. Was wir ein bißchen schade fanden war, daß wir heute relativ wenig Zuschauer hatten, aber das ging den Anwesenden sicherlich auch so. Hier bei euch in der Gegend ist das wohl nicht so einfach, aber die Leute die hier waren, waren super drauf.

Wie liefen denn die ersten vier Konzerte auf der Tour?

Die bisherigen Konzerte liefen sehr gut, auch vor allem was unseren Part betrifft. Das erste Konzert einer Tour ist ja immer so eine Zitterpartie, ob man alles richtig spielt, ob ich mir alle Texte und alle Einsätze gemerkt habe. Natürlich auch wie es beim Publikum ankommt, ja und das lief von Anfang an wunderbar. Man überlegt sich vorher ein Set und ist sich dabei noch nicht ganz sicher, ob das so auch gut funktioniert. Wir haben nur eine Umstellung vorgenommen, jetzt ist alles schlüssig. Wir hatten das erste Konzert sozusagen als Heimspiel in München, was nicht unbedingt ein Vorteil sein muß, aber es war sehr schön. Das stimmungsvollste Konzert war in Zürich, da waren sehr viele Leute da und die haben vom ersten Ton an getanzt wie die Wilden, zugehört und mitgesungen. Da sind die Funken nur so geflogen, von der Bühne zum Publikum und zurück.



Stimmt es wirklich, daß dir euer Name QNTAL im Traum erschienen ist?

Das hat mich vorhin schon jemand gefragt. Es ist wirklich so, daß ich das geträumt habe. 1991 haben damals Ernst Horn, Michael Popp und ich uns überlegt, einen Versuch zu starten, Mittelalter mit Elektronik zu vermischen. Wir hatten recht schnell einige Stücke beisammen und dachten "Laßt uns eine CD machen". Dann kam natürlich die Frage, wie wir uns nennen sollen. Ja, und von einer Probe auf die nächste habe ich diesen Namen geträumt. Der stand plötzlich als Schriftzug vor mir in meinem Traum, auch so komisch geschrieben. Am nächsten Tag bin ich dann zu den Jungs hin und habe gesagt "Hört mal, wir heißen ab sofort QNTAL". Die haben kurz überlegt, genickt und die Sache war klar.

Wie kommt eigentlich die neue CD bei euren Fans an?

Was ich so mitbekomme, sehr gut. Wir waren ja sogar eine Woche damit in den Charts, was sehr erfreulich ist. Dieses Mal haben wir uns ein anderes Konzept überlegt, daß wir mehr die ruhigeren Stücke in den Vordergrund stellen. Das tun wir nun nicht unbedingt auf der Tour, weil wir ja auch ältere Stücke im Set haben. Die neue CD ist wie gesagt deutlich ruhiger angelegt und kommt sehr gut an. Die Leute wissen sowieso, daß man unsere Musik nicht einfach nebenbei hören kann, sondern richtig zuhören muß. Das fördert es vielleicht sogar noch ein bißchen mehr, daß den Fans die neue CD sehr gut gefällt.



Der Titel "Silver Swan" geht auf eine Vorlage des britischen Komponisten Orlando Gibbons (1583-1625) zurück. Wo findet ihr noch weitere Inspirationen für eure Texte?

Die Textsuche ist ausschließlich mein Feld, bis auf ganz wenige altenglische Texte, die der Michael mal mitgebracht hat. Ich lese total gerne, habe sehr viele Gedicht-Anthologien zu Hause und kaufe mir immer wieder neue. Wir verwenden auch Material aus den Staatsbibliotheken. Im Bereich der englischen Literatur gab es jetzt kürzlich eine ganz tolle Neuausgabe von 1200 bis ins 20. Jahrhundert, komplett mit Übersetzungen, gerade die sind ja oft nur schwer zu kriegen. Das ist also mein Bereich, ich bin da ständig am Suchen. Manchmal verbinde ich auch einige Texte miteinander, wenn sich das anbietet. Irgendwann lege ich dann eine neue Textsammlung dem Michael vor, der dann auf dieser Basis Melodien erarbeitet. Selten haben wir zu Beginn eine Originalmelodie. Ganz selten tritt der Fall ein wie bei der letzten CD. Da hatte der Michael bereits einen Text, hat dazu eine Melodie geschrieben, und wir beide haben übereinstimmend gesagt "Das paßt überhaupt nicht". Im Normalfall ist es so, daß der Michael sich von meinen Textvorlagen inspirieren läßt. Er nimmt einige Vorschläge mit und versucht, Melodien daraus zu entwickeln.

Wie war denn der Arbeitsablauf bei "Qntal III", dem Konzeptalbum über Tristan und Isolde?

Hier war die Auswahl an Themen wesentlich enger, wobei sich vieles auch erst im Laufe der Arbeit entwickelt hat. Wir hatten vier oder fünf Stücke, haben munter und lustig vor uns hin komponiert. Michael und ich haben ja auch noch die reine Mittelalter-Gruppe ESTAMPIE www.estampie.de., da spielen wir immer ein Lied namens "Lamento de Tristano". Dann habe ich mich mal nach der genauen Geschichte von Tristan und Isolde gefragt. Außer daß es um ein unglückliches Liebespaar geht, wußte ich nicht mehr allzu viel darüber trotz Abitur. Ich habe das dann nachgelesen und gemerkt, daß die Geschichte wunderbar genau zu den Stücken paßt, die wir bereits geschrieben hatten. Das habe ich den anderen erzählt, so daß wir die restlichen Stücke für die CD dann sehr deutlich in diese Richtung gestaltet haben. Dadurch sind andere Texte, die ich für "Qntal III" vorgesehen hatte, natürlich weggefallen. Ich arbeite sehr gerne an einem Konzeptalbum, aber das geht nicht auf Kommando. Es muß schon ein breiteres Publikum etwas damit anfangen können. Wir sind hier nunmal Insider, man kann wirklich nicht über jede Person des Mittelalters so etwas schreiben, von dem dann alle denken "Oh, super, das wollte ich schon immer mal hören". Das geht wirklich nur mit Archetypen.

Vor der "Qntal III" habt ihr acht Jahre lang kein Album gemacht. Was waren die Gründe dafür?

Das war ein Personalmangel. Wir haben die ersten beiden CD's mit Ernst Horn gemacht, der eine weitere Band, DEINE LAKAIEN, hat. Er ist einer der beiden Lakaien. Es gab gewisse Indifferenzen, die dazu geführt haben, daß wir nicht mehr zu dritt weitermachen konnten und wollten. Die Position war damit vakant. Wir haben sie jedoch nicht gleich ausgeschrieben, sondern erstmal abgewartet. Nach einer Weile haben wir dann angefangen zu suchen und dabei den Phil aus Berlin gefunden. Das war in 2002.

Du hast vorhin schon deine und Michaels zweite Band ESTAMPIE erwähnt. Was ist da momentan so geplant?

Da sind wir auch sehr aktiv. Manchmal wird es sogar ein bißchen viel, diese Parallelwelten zu fahren. Wir haben mit ESTAMPIE ein neues Projekt gemacht, faktisch das zweite von drei Projekten, die mit außer-europäischer Musik und anderen Kulturen zusammen arbeiten. Das erste handelte über Marco Polo und die musikalische Reise Richtung China. Das zweite haben wir im Juni bei den Landshuter Hofmusiktagen uraufgeführt. Es heißt "Al Andaluz", da waren europäische und marokkanische Musiker beteiligt. Damit wollen wir die kulturelle Vielfalt der iberischen Halbinsel zur damaligen Zeit nachzeichnen. Also spätestens bis zum Jahre 1492, als die Mauren dann komplett vertrieben wurden. Wir sind jetzt dabei, darüber eine CD zu machen. Wenn wir mit der Tour von QNTAL fertig sind, haben wir eine Woche Zeit, um uns zu Hause die Wunden zu lecken. Anschließend fliegen wir nach Spanien und nehmen mit den Spaniern und Marokkanern die CD auf.



Was macht ihr, wenn ihr euch nicht mit QNTAL oder ESTAMPIE beschäftigt?

Ich veranstalte hin und wieder internationale Workshops für Gesang und auch speziell für Mittelalter Gesang. Daneben unterrichte ich zwei Chöre 14 tägig in München. Michael hat die beiden Bands und bringt da sehr viel Input ein. Der Phil betreibt noch ein Tonstudio, in dem er auch CD's für andere Bands aufnimmt.

Für welche Art von Musik interessiert ihr euch denn privat? Auch so Sachen wie QNTAL oder etwas ganz anderes?

Soweit ich weiß, interessiert sich der Phil sehr für Pop- und Rockmusik. Ich selber höre nicht viel Musik, manchmal GREEN DAY, ich liebe NIRVANA. Ansonsten höre ich sehr viel Klassik. Michael hat sehr breit gefächerte Interessen bis hin zu Klassik. Manchmal hört man sich auch ältere Sachen von DEAD CAN DANCE an, aber wir versuchen beim Komponieren immer aus uns selbst zu schöpfen. Ich bin mehr so ein visueller Typ, ich lese sehr gerne oder schaue mir Bilder an, auch moderne Kunst und schöpfe daraus meine Inspirationen.

Letzte Frage für heute. Die Musiker der Vorgruppe UNTO ASHES haben euch heute Abend bei einigen Songs auf der Bühne unterstützt. Wie kam da im Vorfeld der Kontakt zustande?

Es kommt immer wieder vor, daß sich Gruppen anbieten und man die sich dann anschaut. Aber in dem Fall kam der Kontakt über unseren Manager Andy Meck zustande. Ähnlich wie mit unseren bisherigen Vorgruppen ist das eine sehr glückliche und fruchtbare Zusammenarbeit, wobei es hier auf der Tour das erste Mal ist, daß die Musiker der Vorgruppe bei uns noch mitspielen. Ich weiß nicht, wie es für das Publikum ist, aber für uns ist das sehr bereichernd.



Viele Grüße an:

Ina, Doro, Sebastian (Absolutpromotion)
Andy Meck (Manager)
Qntal



Copyright für alle Fotos:

Jens Rosendahl









geführt am 10.10.2006   von Armin
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