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Negative "Die Rockwelle Aus Finnland!"
Negative! Eine der rockigsten Bands, die derzeit für Furore sorgt. Dass es sich dabei um Finnen handelt, muss nicht sonderlich erwähnt werden. Als sie erneut in Hannover zu Gast waren, um ihr neues Werk „Anorectic“ live vorzustellen, hatte ich und Yvonne die Gelegenheit mit Jonne Aaron (voc.) ein wenig zu plaudern. Wir trafen einen überaus gutgelaunten und vor allem kommunikativen Jonne. Wenn ich ehrlich sein soll, hätte ich so nicht erwartet. Ich muss zugeben, es war echt cool und angenehm einen so jungen Musiker ohne jegliche Starallüren zu interviewen. Aber nun, lest selbst was der Finne so zu sagen hatte.
Weitere Infos zu NEGATIVE:
REVIEWS:
NEGATIVE Sweet & Deceitful
NEGATIVE Anorectic
NEGATIVE In The Eye Of The Hurricane
NEGATIVE God Likes Your Style
NEGATIVE Neon
INTERVIEWS:
NEGATIVE - Nwosr = New Wave Of Suomi Rock
NEGATIVE - Die Rockwelle Aus Finnland!
NEGATIVE - The Karma Kills Live!
NEGATIVE - Beautiful & Massive
LIVE-BERICHTE:
NEGATIVE vom 07.11.2006

Zuerst gab Jonne an, sich aufgrund der lauten Akustik des letzten Konzerts in Leipzig wohl einen leichten „ear damage“ eingefangen habe.
„Es war so laut, ich meine, wir haben jetzt bereits 200 Konzerte gegeben, aber das war gestern wirklich so laut, dass ich heute ziemlich schlecht hören kann. Ich hoffe, das bessert sich wieder? Wenn ich dann so ein alter Sack bin, werde ich immer noch davon reden: „damals in Leipzig“... http://www.gbfam.com/negative/

Jo, schien wohl ein cooles Konzert gewesen zu sein, hoffe es wird in Hannover ninct anders. Aber wenn wir schon mal dabei sind. Wie kam es dazu die Band Jann Wild & Rose Avenue als Support mit auf Tour zu nehmen. Wer ist es und wie kommst mit denen klar?
Lachend fährt Jonne, fort, „.....Jann Wild ist die beste Band, ähm, nach Negative natürlich. Mal im Ernst. Es passt einfach, mit ihnen auf Tour zu sein. Es macht einfach Riesenspaß. Eins der Gründe, warum gerade eine solche Supportband ausgesucht wurde liegt darin, dass wir mittlerweile drei Alben veröffentlicht haben; d.h. wir spielen bei einer Show so ungefähr neunzig Minuten. Wir möchten den Leuten aber etwas mehr bieten. Es ist sehr wichtig einen Supporting act zu haben, die Musikrichtung muss aber nicht unbedingt unserer entsprechen. Die Leute sollen sich ja nicht langweilen und frustriert werden.

Aber ich denke schon, dass sich Jana Wild durchaus zu euch passen bzw. was euren Klamottengehscmack angeht, ziemlich ähneln.
Sie sehen zwar vom Style her ähnlich aus, die Musik ist eigentlich was ganz anderes. Sie ähnelt aber eher David Bowie meets T-REX. Wir sind rauher und eben etwas mehr echten Rock'n´Roll!

Ok, kommen wir zum neuen Album „Anorectic“. Wie kam es zur Covergestaltung, die diesmal ja ziemlich aus dem Rahme fällt, wenn man sich eure bisherigen Cover anschaut?!
Es geht um das Thema Zirkus, wie man sehen kann. Eben genau das, was wir auch machen. Der Clown sagt eigentlich schon alles aus. Wir reisen von Stadt zu Stadt um unsere Show zu machen, wir treffen unterschiedliche Leute usw. Wir wollen das Publikum für diese paar Stunden an einen anderen Ort entführen, wo sie den ganzen Alltagsscheiß, die Verantwortung vergessen können. Guck' dir mal den Clown genauer an. Wenn du diesen Blick siehst, erzählt er mehr als tausend Worte. Wie Freddy Mercury schon gesagt hat: “Show must go on, maybe my make up will etc. but my smile still stays on”. Die Idee zum Cover kam während den Aufnahmen im Studio. Die Musik ist mehr spooky, die Songs haben diesmal mehr Höhen und Tiefen, Auf und Abs. Es ist anders als das, was wir bis jetzt so gemacht haben, es ist das erste themenbezogene Album. Der Zirkus an sich hat mich schon immer fasziniert. Ich erinnere mich selbst immer wieder gern an die Clowns und die Zirkusumgebung. Es war wie eine andere Welt für mich. Es war eben sehr spooky aber gleichzeitig auch sehr beängstigend, irgendwas war daran besonders. Wie eine Art Freak show. Von daher, mit diesem Album stelle ich mich meinen Ängsten :-).

Was denkst Du, wie reagieren eure Fans auf diese ganz neue bzw. etwas andere Richtung? Könntest du dir vorstellen, dass einige von ihnen skeptisch sein könnten, weil ihr euch durchaus verändert habt?
Hoffentlich nicht, doch man kann ja sowieso nicht jedem gerecht werden? Ich schreibe Songs auch für mich, dass ist so eine Art Therapie für mich. Meine Songs könnten eine Art Tagebuch darstellen. Zudem bin ich sehr dankbar, dass ich meine Gefühle mit so vielen Menschen teilen kann. Aber wie ich sagte, man kann es nicht allen Recht machen, aber ich hoffe dennoch, dass die meisten mit „Anorectic“ zufrieden sein werden. Das ist wie beim ersten und zweiten Album. Nach dem zweiten haben sie zum Beispiel gesagt, dass es zu poppig wäre, es fehle der Rock. Dieses Album ist wie eine Mischung aus beiden Alben und vielleicht noch mehr.

Was kannst Du uns über die Aufnahmen und Produktionszeit an sich erzählen. Wie verlief es diesmal im Studio, nachdem ihr ja auch viel getourt seid.
Hilli, der Produzent, der bereits mit u.a. HIM, Sentenced und 69 Eyes auch zusammengearbeitet hat, war bei uns diesmal auch dabei. Hilli ist ein sehr witziger Mensch und ich wurde sehr von ihm inspiriert. In der gesamten Zeit sind als Band sehr zusammengewachsen und haben viele Erfahrungen gesammelt. Er ist als Produzent manchmal immer noch wie ein kleines Kind bzw. er bewahrt sich die Kindlichkeit. Bevor wir ins Studio gingen, habe ich mir viele Gedanken gemacht, wie es wohl mit ihm werden würde? In welche Richtung werden wir gehen oder solche Dinge eben? Er hat uns aber von vorneherein sehr unterstützt. Es ist ja manchmal so, dass Leute, die schon lange im Business sind denken, dass sie etwas Besseres seien. Aber bei ihm ist es total anders. Wir konnten vieles mit einbringen, wie wir uns die Songs vorstellen. Es war sehr angenehm und perfekt. Die Zusammenarbeit war perfekt. Er ist eben einfach professionell. Was uns ganz schön mitgenommen hat, war auch die Tour, die wir zwischen den Aufnahmesessions hatten, es handelte sich damals um den Support für Him und The Rasmus. Es
war wirklich sehr stressig. Ich und die Band empfand es als eine Zereisprobe. Aber wir haben es geschafft. Irgendwie scheint es wie in einer Ehe zu sein: in guten und in schlechten Zeiten. Ich habe mir immer gesagt, ich bleibe so wie ich bin, ich werde nicht vorgeben, jemand anderer zu sein. Das ist mein Motto. Und wir haben es echt ganz gut geregelt bekommen.

Wie sieht es aus mit den Songtexten? Gibt es eine bestimmte Message die ihr rüberbringen wollt?
Ja, klar: read between the lines and listen between the notes. In den Songtexten steckt eine ganze Menge über mein eigenes Leben. Ich bin durch schwere Zeiten gegangen, die mich verfolgten. Ich habe sie aber hinter mir gelassen. Es war an der Zeit einen neuen Anfang zu machen. Damals war alles nur ein Durcheinander, die Schule nervte mich etc. Schlussendlich war ich 14, als ich die Idee hatte Musik zu machen. Wenn ich jetzt sehe, dass die Leute meine Songs singen, fühle ich mich wirklich ganz wohl in meiner Haut. Ich habe jetzt das Gefühl, dass ich in meinem Leben etwas richtig gemacht habe. Ich habe immer noch Freunde in Finnland, die nicht wissen, was sie mit ihrem Leben anfangen sollen. Sie suchen immer noch nach dem perfekten Job, versuchen, sich etwas aufzubauen.
Jonne fährt ohne Pause fort.
Bei mir war es einfach anders. Mit zwölf Jahren bekam ich meine erste Akustik Gitarre von meinem Vater. Ich sah eine Guns'n Roses Show und ich wusste sofort: Woaaah, that's what I want! Ich erinnere mich immer noch daran, dass mich meine Freunde alle ausgelacht haben. „Ja, klar, du wirst mal ein Star“, sie machten Witze darüber. Sie haben gedacht, ich werde es nicht schaffen. Dann kam die Zeit, als HIM groß rauskamen, und ab sofort hatte ich dann auch noch den Namen Jonne Valo, Späße wie: „right here in my ass oder Join me in bed“ waren an der Tagesordnung. Ich kann aber glücklicherweise auch über mich selbst lachen, dass ist sehr wichtig wie ich finde. Aber tief in mir drinnen bin ich eine sehr sensible Person und das versuche ich mir in jedem Falle zu bewahren! Ich will kein Geschäftsmann sein, ich will einfach nur Songs schreiben und Musik machen, das ist alles. Ich bin so froh, dass ich jetzt bereits meinen Weg gefunden habe. Ich bin im Reinen mit mir selbst. Jetzt gibt es immer noch meine Freunde aus Finnland – und wenn wir irgendwann in viel größeren Hallen spielen werden, werde ich für alle Flugtickets kaufen und sie zu unseren Konzerten einladen.
lachend fügt Jonne noch hinzu:
Ich werde sie in den VIP-Bereich einladen und ihnen sagen: hope, you enjoy the show !

Wie waren die bisherigen Reaktionen auf das Album, vor allem in eurem Heimatland, schließlich sind dort die Rock/Metalbands ganz schön oben, meist im siebten Himmel!?
Ich weiß es bisher leider noch nicht. Ich habe einige Artikel im Web gelesen, aber ich denke wir werden einiges hören, wenn wir nach Finnland zurück kehren, also nach der jetzigen Tour. Ich bin immer sehr nervös wegen den Kritiken. Wird es Leute geben, die sich mal an uns erinnern oder sind wir schon bereits in Vergessenheit geraten? Mir ist es auch nicht peinlich, das so zuzugeben, das gehört einfach dazu. Das macht die Band nur stärker an sich. Als unser erstes Album erschienen war, waren vornehmlich junge Mädchen unser Publikum. Aber das war uns egal bzw. nicht besonders wichtig, wir machen einfach nur Musik. Beim zweiten Album waren auch schon andere Leute im Publikum. Aber im Grunde, wer kann schon was gegen schöne Mädels haben.. :-) .

Und wie sieht es mit einem Angriff auf Amerika (USA) an, was die Scheiben von Negative angeht?
Wir konzentrieren uns erst mal ganz stark auf Europa und Aisen. Es gibt schon Reaktionen aus anderen Ländern, aber wir nehmen uns erst mal eines nach dem anderen vor – Europa und Asien eben. Wir waren auch schon in Russland. Wir sind ja noch ziemlich jung, wir müssen nichts übereilen. USA ist nicht unerreichbar, aber ich glaube, es könnte sehr interessant werden. Aber wenn man sehr berühmt werden will, muss man einfach auch in den USA Fuß gefasst haben. Mars und Mond sind ja auch nicht unerreichbar...:-)
das wird auch wohl nicht mehr so lange bleiben:-)!

Vielleicht bietet es sich ja mal an mit Bam Margera (u.a. Viva La Bam) zusammenzuarbeiten, bei HIM hat es ja hervorragend funktioniert, was die Bekanntheit in den USA angeht?!
Ja, das stimmt, doch das liegt gar nicht so fern. Einen Song verwendet er schon für seinen Soundtrack, es handelt sich dabei um „In my heaven“. Sein Soundtrack heißt irgendwie „Viva la band”.
Geile Idee.


Jonne vielen herzlichen Dank für das nette Gespräch, samt ausführlichen Antworten, viel Erfolg für euch und bis demnächst. Danke für das Interview, war wirklich nett euch kennen zu lernen!
Ich habe zu danken, war mir eine Freude. Und ich hoffe immer noch, mein Gehör wird heute besser.
Das wollen wir doch hoffen.

geführt am 12.12.2006   von Arturek
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musikalischer Background des Verfassers
...sehr viel
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