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Xiv Dark Centuries ""der Weg Ist Das Ziel""
"Wir wollten für uns einfach der Geschichte unseren Tribut zollen und ihr das Gesicht einer Legende verleihen. Denn meist lebt in der Zukunft die Legende, nicht die wahre Begebenheit..."
Weitere Infos zu XIV Dark Centuries:
REVIEWS:
XIV Dark Centuries Jul
XIV Dark Centuries ...den Ahnen Zum Grusse
XIV Dark Centuries Dunkle Jahrhunderte
XIV Dark Centuries Skithingi
INTERVIEWS:
XIV Dark Centuries - Die Leute Der Hölzernen Burg
XIV Dark Centuries - "der Weg Ist Das Ziel"

Im Folgenden stellen sich Tobalt und Michel meinen Fragen zu ihrer aktuellen CD "Skithingi" und erzählen ein wenig vom Schaffensprozess und den geschichtlichen Hintergründen zur CD...

Die "Skithingi", euer aktuelles Album, ist ja bereits seid dem 29.9.2006 erhältlich. Wie zufrieden seid ihr selbst mit dem Album? Die Kritiken waren ja durchweg positiv.
Tobalt: „Skithingi“ ist nach unserer Einschätzung ein solides Album, das uns vor allem in unserer Studioarbeit voran gebracht hat. Als unser erstes wirkliches Konzeptalbum, nimmt es natürlich auch einen besonderen Stellenwert ein. Musikalisch setzten wir wieder viel Melodisches um, was außerdem den besonderen Reiz der Musik von „Skithingi“ ausmacht.


Stellt das Album doch einmal kurz aus eurer Sicht vor. Was lag euch besonders am Herzen und wie habt ihr versucht das umzusetzen?
Tobalt: „Skithingi“ erzählt die Geschichte unserer Vorväter, der alten Thüringer. Kurz wird beschrieben, wie sie entstanden, es wird aus ihrem Leben und Wirken in der Geschichte berichtet und auch von ihrem tragischen Untergang. Besonders am Herzen lag uns Geschichte und Legende zu vereinen, da wir ja nicht die ersten sind, die über den Untergang des Thüringer Königreiches berichten. Also gingen wir die Sache anders an und betrachteten sämtliche bekannte Quellen, die von den alten Thüringern berichten. Aus dem gesammelten Material, welches aus wahrer Begebenheit und Legende besteht, formten wir eine Geschichte, die nun von „Skithingi“ erzählt wird.
Musikalisch war uns wichtig, das in unseren Ohren, die Musik den Inhalt der Geschichte wider zugeben wußte. Auch wollten wir uns wieder auf das Gebiet traditioneller Klänge und Sprache begeben.

Die Geschichte Thüringens ist oft zentraler Bestandteil eurer Texte. Woher bezieht ihr eure Informationen?
Tobalt: Eigentlich ist bis jetzt nur „Skithingi“ ein geschichtlicher Abriß zu Thüringens Geschichte. Unsere älteren Werke behandelten eher allgemeine Themen, welche aber auch gut auf Thüringen zu beziehen sind. Die Informationen, welche auf „Skithingi“ und der dazugehörigen Seite in sehr komprimierter Form vorliegen, sind Ergebnis von einer langen Suche nach unserer wahren Geschichte und Herkunft, welche kulturellen Einflüsse, welche politischen Gewalten, natürliche Begebenheiten unsere Vorväter zu diesem stolzen Volk werden ließen und welches unser höchstes Gut, als Erben dieses Volkes ist: Das Bewusstsein als Thüringer einem eigenen Kulturkreis anzugehören, der in seiner Blütezeit ein stattliches territoriales Ausmaß annahm, das es sich mit den größten bekannten Reichen und Mächten dieser Zeit ohne weiteres messen konnte. Wir reden hier von der ausgehenden Völkerwanderungszeit, welche dem römischen Imperium seinen Untergang brachte. Jene Zeit in der sich mächtige germanische Königreiche bildeten, so auch das de Thüringer. Um noch einige weitere zu nennen: Franken, Allamannen, Gepiden, Langobarden, Goten (Ost- und Westgoten), Burgunden, Bajuwaren. Meist aus mehreren germanischen Stämmen bildeten sich Stammesverbände, die zuerst durch Stammesherzogtum, dann durch das aufkommende Königtum ihre Regentschaft fanden...

Und wie kam euch die Idee die Merseburger Zaubersprüche in euer Album mit einzubauen?
Tobalt: Die Merseburger Zaubersprüche sind das einzige althochdeutsche Sprachdokument, das dem Gebiet des alten Königreiches entstammt. Es wurde im 10. Jh. niedergeschrieben, wird jedoch als Überlieferung aus älterer Zeit gedeutet. Dies und die Tatsache, das in den Opferseen von Oberdorla bis ins 11.Jh. heidnische Opferkulte vermutet werden, gab den Anlass für folgende Überlegung. Ein Zauberspruch, der niedergeschrieben wurde, weil der „eine Gott“ in einem speziellen Fall keine Hilfe war, kann aus einer Zeit stammen, die bei weitem weiter zurück liegt, als das datierte Erfassungsdatum, nämlich aus der Zeit, die wir in unserer Geschichte besingen.


Warum habt ihr euch diesen zeitlichen Rahmen der Geschichte Thüringens gesteckt?
Tobalt: Wir wollten für uns einfach der Geschichte unseren Tribut zollen und ihr das Gesicht einer Legende verleihen. Denn meist lebt in der Zukunft die Legende, nicht die wahre Begebenheit, obwohl ich persönlich nach der wahren Begebenheit suche. Der zeitliche Rahmen war für die Thematik eigentlich nie ein Frage, das wir als Thüringer uns in einer Konzeptproduktion eines geschichtlichen Stoffes, in der Umsetzung mit der unsrigen beschäftigen würden.

Inwieweit spielt die Natur als Inspirationsquelle für euch eine Rolle?
Tobalt: Eine immense Rolle. Schenkt uns doch die Natur und vor allem die unberührte Natur viele erhaltene Zeugen der alten Zeit. Ebenso findet man in der Natur als Inspirationsquelle Ruhe (innere wie äußere), Zeit und Raum für Gedanken.

Soll ein kommendes Album geschichtlich gar auf die "Skithingi" aufbauen?
Tobalt: Darüber gibt es noch keine Festlegung, wir wollen aber auf jeden Fall wieder ein Konzeptalbum machen. Ein geschichtlicher Anschluß wäre denkbar, aber ... .
Wir werden sehen.!? ;o)

Mit der "Jul" im Ohr war ich dann doch etwas erstaunt, wie sehr die "Skithingi" nach der "...den Ahnen zum Gruße" klingt. Stammen vielleicht sogar einige Lieder aus der Zeit?
Tobalt: Die meisten Lieder stammen aus dem Kompositionszeitraum, wie die Lieder der „Jul“. Nur bildet „Jul“ nur einen kleinen musikalischen Abriß, während „Skithingi“ als Vollalbum wieder viele Qualitäten aus älterer Zeit zu Tage gefördert hat. Das finde ich gut, da doch „...den Ahnen zum Gruße...“ für uns DER Meilenstein war.

Die Cover- und Bookletgestaltung gefällt mir sehr. Habt ihr der Künstlerin die Anregungen für die Karte und die hölzerne Burg gegeben? Oder konnte sie da (eigen-)kreativ walten?
Könnte gar die Funkenburg in Westgreußen eventuell als Vorlage gedient haben?
Tobalt: Die Künstlerin, die unsere Karte und das Booklet gestaltet hat, ist meine Frau. Sie hat nach meinen spärlichen Anregungen der topographischen Verteilung die Karte gezeichnet und das Coverbild komplett eigenständig gezeichnet. Die Funkenburg, ist jedoch nicht als Vorbild genommen worden. Pate für die Zeichnung stand eine Anlage in Polen.
Die Gestaltung des Booklets bzw. die grafische Gestaltung der gesamten CD und das Einbinden der beiden Illustrationen hatte unser Schlagzeuger Rüd in die Hand genommen.

Die Idee mit der HP für die "Skithingi" (www.skithingi.de) gefällt mir gut. Was hat euch dazu bewogen?
Tobalt: Wir wollten einfach eine kurze geschichtliche Einordnung der einzelnen Themen der Lieder geben. Außerdem könnte die Seite als Anreiz dienen, weiter zu suchen.
Michel: Genau, die Seite soll dem Zweck dienen, sich inhaltlich mehr mit dem Thema unserer Texte zu beschäftigen. Wir wollen Anregungen geben und die (jungen) Menschen wieder dazu bewegen, sich mehr mit ihrer Vergangenheit und Geschichte zu befassen anstatt dem totalen Konsumwahn zu verfallen.

Machen wir einen kleinen Schlenker in die Vergangenheit:
Wie nah, oder fern sind euch eure Anfangswerke "For your god" und "Dunkle Jahrhunderte"?
Michel: Also Fakt ist, das die Kompositionen nach diesen CDs eine spezielle Handschrift tragen und vom Stil her konsequenter sind, als die bei den von dir genannten Werken. Trotzdem bleiben die angesprochenen Werke ein Teil von uns und sind ein Wegstück hin zu der Band die wir heute sind. Jede Platte war ein Fortschritt für uns auf dem Weg zur Eigenständigkeit. Der Weg ist das Ziel...


Eure Werke werden von euch selbst produziert und ihr habt sogar die aktuelle Scheibe von Helritt aufgenommen und abgemischt. Habt ihr keine guten Erfahrungen mit anderen Produzenten gemacht oder wollt ihr da einfach keinen anderen ranlassen?
Michel: Also erst mal eines: die HELRITT Scheibe wurde nicht von uns aufgenommen. Das haben HELRITT selbst gemacht. Einzig das sogenannte „Mastering“ habe ich für diese Scheibe übernommen und auch das war eher ein Freundschaftsdienst.
Unsere Scheiben haben wir bisher alle selbst aufgenommen, das ist korrekt. Gründe hierfür waren bisher eher die Kosten und der Zeitaufwand, als das wir dies niemand anderem zutrauen würden. Wir haben eigentlich keine Lust unseren Jahresurlaub für die Aufnahmen unserer CD zu opfern, da uns die Qualität aber doch sehr wichtig ist, haben wir es eben selbst gemacht und das meist nur an den Wochenenden und nach Feierabend. Aber ich denke, das ist nichts besonderes, ähnlich handhaben es zig andere Bands aus dem Untergrund auch.
Aus dieser Not ist allerdings für mich mittlerweile eine Tugend geworden. Nach über 10 Jahren Erfahrung damit, habe ich vor, mein eigenes Tonstudio zu eröffnen und hauptberuflich diesen Weg einzuschlagen. Dieses Studio soll allerdings mit Qualität, nicht mit Quantität glänzen. Wer Interesse oder Fragen diesbezüglich hat, kann mich unter info@klangbunker.de erreichen.

Was bringen nun die kommenden Monate für euch? Stehen viele Festivals an? Welche Ziele und Wünsche habt ihr noch?
Michel: Wir sind mittlerweile leider wieder auf einem Stand, wo einige von uns viel Zeit für private Dinge benötigen. Sei es die Familie oder Freundin, der Beruf oder Haus und Hof.
Konzerte und auch einige Festivals werden wir natürlich in gleicher Regelmäßigkeit spielen wie die Jahre vorher auch. Allerdings wird es nach der geplatzten Tour im letzten Jahr nun auch in diesem Jahr aufgrund von Urlaubssperre u.ä. wohl keine Tour mit uns geben. Obwohl diese fest eingeplant war! Es bedarf leider nur eines kleinen Problems eines der sechs Bandmitglieder und die gesamte Planung muss über’n Haufen geworfen werden. Und bei sechs Mann dann erneut alle unter einen Hut zu bekommen ist echt recht schwierig.
Dafür haben wir uns vorgenommen spätestens im Dezember wieder mit einem neuem Album am Start zu sein. Und dann hoffentlich mit einer kleinen Tour zu Beginn des nächsten Jahres.


Und zu guter Letzt: Welche Frage wolltet ihr schon immer mal beantworten?
Alle: Frage: Wieso haben sich gerade in eurer Band so ungeheuer gutaussehende und talentierte Typen zusammen gefunden???
Antwort: Keine Ahnung, so sind wir eben :-)

Dem ist dann wohl nichts mehr hinzuzufügen!



geführt am 25.02.2007   von Steffi
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musikalischer Background des Verfassers
(Fast) alles aus dem breit gefächerten Bereich des Pagan/Viking Metal. Gerne deftigen Schwarzmetall; nen bissl Death und Doom. Hauptsache ist es knallt und überzeugt mich!
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