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Dornenreich "Beseelt Von Einer Tiefen Sehnsucht"
Im Vorfeld des bereits rezensierten Dornenreich-Konzertes am 31.10. in Hamburg durfte ich Eviga, seines Zeichens u.a. Sänger und Gitarrist Dornenreichs, einige Details zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Band entlocken. Der sympathische Österreicher stand bereitwillig Rede und Antwort und zeigte, dass nicht nur seine Liedtexte von Tiefe und Reflektion geprägt sind...
Weitere Infos zu Dornenreich:
INTERVIEWS:
Dornenreich - Zeltingen, Gastauftritte Und Ein Traum!
Dornenreich - Beseelt Von Einer Tiefen Sehnsucht
Dornenreich - Dem Leben Auf Der Spur
Dornenreich - Die Leidenschaft Von Eviga!
Dornenreich - Zeit, Sich Wieder Zu Verwandeln

Hallo Eviga. Die obligatorische Eröffnungsfrage zuerst: Wie geht es Dir und wie war Euer Tourstart gestern in Jena?

Der Tourstart gestern ist gut vonstatten gegangen. Das Konzert war gut besucht und es hat Spaß gemacht, dort zu spielen. Das F-Haus (Anm.d.Verf.: Veranstaltungsort in Jena) ist sehr gut organisiert. Da wir und ja seit einigen Jahren nicht mehr auf eine mehrtägige Konzertreise begeben hatten, sondern immer nur bei einzelnen Gelegenheiten spielten, war es am Anfang durchaus eine Herausforderung, sich wieder an das Leben auf Tour zu gewöhnen.

Wie waren denn die Publikumsreaktionen? Ich habe schon gehört, dass es ab und zu bei euren Akustikauftritten zu Störungen kommt, weil einige Leute einfach nicht die Klappe halten können…

Ja, das war gestern aber nur ganz vereinzelt der Fall. Oft liegt so etwas auch an der Aufteilung des Konzertraums. Wenn die Bar nahe an der Bühne gelegen ist, ist es im Saal tendenziell lauter als in Veranstaltungslokalitäten, in denen der Barbereich weiter von der Bühne entfernt bzw. in einem anderen Raum untergebracht ist.
Die Publikumsreaktionen an sich waren gestern aber sehr gut.

Dann kann man ja bloß hoffen, dass heut Abend die Bar im Marx selbst geschlossen bleibt und nur die im Vorraum geöffnet wird (Anm.d.Verf.: So war es dann auch…).

Guter Tipp, das werden wir nachher gleich noch abklären. Im Marx ist es ja auch recht klein und kompakt und man kann dort bestimmt eine interessante Stimmung aufbauen.

Wie stehst Du denn generell zu Liveauftritten? Nach der langen Pause zwischen „Her von welken Nächten“ und „Hexenwind“ bist Du ja in letzter Zeit wieder mehr live zu sehen, sei es unplugged oder in erweiterter Besetzung mit dem Schwerpunkt auf den älteren Songs. Tourst Du gerne oder ist das vielmehr ein notwendiges Übel?

Nein, ich mach das schon gerne! Gerade in der jetzigen Konstellation haben wir immer eine gute Zeit. Die Konzerte selbst bedeuten mir sehr viel: Das sind ganz besondere Momente, die man live mit dem Publikum zusammen durchleben und gestalten kann.

Gerade bei Eurer Musik ist das ja wichtig, da besonders textlich sehr intime Inhalte vermittelt werden…

Ja, auf jeden Fall! Wobei es besonders in der akustischen Besetzung sehr interessant ist, das Ganze live auf die Bühne zu bringen.

Ist es da manchmal sehr frustrierend, solche Querschläger im Publikum zu haben, wenn man ernsthaft versucht, eine Stimmung aufzubauen und etwas zu vermitteln?

Ja, sicher! Das macht die ganze Situation sehr schwierig, da die Stücke uns doch viel an Konzentration abverlangen und es ja auch den Leuten gegenüber respektlos ist, die wirklich zuhören möchten.

Warst Du in so einer Situation schon mal versucht, einen Auftritt abzubrechen?

Naja, es hat schon Momente gegeben, in denen man sich so etwas vielleicht kurz denkt, aber man muss den Auftritt einfach durchziehen, denn ich spiele gerne und ich spiele freilich vor allem für die Leute, die wirklich zuhören wollen. Meistens will natürlich auch der Großteil des Publikums zuhören, aber es reicht ja leider bereits aus, wenn fünf Leute sich lautstark bemerkbar machen und die gesamte Konzertatmosphäre leidet.

Was war denn bisher Euer denkwürdigster Akustikauftritt? Ich denke da vor allem an die Prophecy Konzertnacht letztes Jahr oder Euren diesjährigen Auftritt in der Krypta des Völkerschlachtdenkmals beim Wave Gotik Treffen. Als ich im Nachhinein Bilder von diesem Auftritt gesehen habe, wäre ich gern dabei gewesen…

Ja, das war schon etwas ganz Besonderes! Es war eine große Ehre für uns, dass wir in diesem denkwürdigen Gemäuer spielen durften - das war von Vornherein schon sehr erhebend und nur durch das Betreten stimmt man sich dort schon richtig ein. In Zeltingen (Anm.d.Verf.: Prophecy Konzertnacht) war es sehr schön, einen bestuhlten Saal vorzufinden, was sonst ja eher selten der Fall ist.

Dann war also beides auf seine eigene Art etwas Besonderes?

Ja, das ist immer wieder so, alleine dadurch, dass die Möglichkeiten auch immer wieder verschieden sind. Auch unser zweiter Auftritt beim Wave Gotik Treffen in der Moritzbastei verlief sehr, sehr gut, aber eben auf eine andere Weise bzw. auch mit einer anderen Setlist. Man muss sich zum Beispiel immer gezielt darauf einstellen, wie die räumliche Distanz zum Publikum bei der jeweiligen Veranstaltung ist.

Inwiefern wart Ihr denn an der Organisation des Auftritts im Völkerschlachtdenkmal beteiligt? Da gibt es ja bestimmt so einige behördliche Hürden, die zu überwinden sind. Hat das alles der Veranstalter übernommen oder musstet Ihr vielleicht sogar vorher einer offiziellen Person eine Dornenreich-CD zum Probehören in die Hand drücken?

Nein, das war vom Veranstalter schon sehr gut im Vorfeld geklärt. Allerdings gab es noch eine ganz lustige Geschichte vor dem Auftritt: Als wir nämlich mit dem Lift gefahren sind, wollte uns der Portier nicht wieder reinlassen und wies uns darauf hin, dass ja oben ein Konzert stattfände. So mussten wir ihm bedeuten, dass das Konzert ohne uns garantiert nicht über die Bühne ginge. (lacht)

Wie war denn im Gegensatz dazu Euer Auftritt auf dem Summerbreeze? Neben einer recht illustren Gastbesetzung (u.a. Schwadorf von Empyrium/ The Vision Bleak und Helm von Empyrium/ Noekk) muss das ja auch eine ganz andere Atmosphäre gewesen sein, mal wieder „elektrisch“ und auf einem Festival zu spielen. Eine DVD habt Ihr ja auch noch aufgenommen, oder?

Erstmal war es großartig mit den beiden in einer Band zusammenspielen, da wir uns ja schon lange kennen und Schwadorf und Helm Musik ganz ähnlich erleben und empfinden und sich in selbige richtig rein versetzen können. Zusätzlich verstehen wir uns immer sehr gut und es war daher eine wirklich gute Zeit. Außerdem war es schön, dass wir um Mitternacht vor solch einer Kulisse spielen konnten und es war herrlich, sich wieder einmal einer solch extremen bzw. auch extrem physischen Intensität hinzugeben. Ich möchte auch gar nicht sagen, dass wir so etwas nie wieder machen werden, aber Helm und Schwadorf sind schließlich auch mit ihren eigenen Bands beschäftigt und daher ist es schwierig, die Zeit zu finden, Stücke miteinander einzustudieren.

Gibt es denn schon konkrete Veröffentlichungspläne bezüglich der DVD oder steht das alles noch in den Sternen?

Wahrscheinlich werden wir es nächstes Jahr im Sommer konkret anpacken bzw. schneiden und entscheiden was - abgesehen vom Summerbreeze-Mitschnitt - noch auf die DVD kommen soll. Eventuell werden noch Teile unserer Auftritte beim diesjährigen Wave Gotik Treffen und bei der letztjährigen Prophecy Konzertnacht zu sehen sein. Es ist überdies geplant ein längeres Interview für die DVD zu filmen ... Mal schauen .... Ich denke, dass die DVD Ende nächsten Jahres erscheinen dürfte, je nachdem wie schnell sich das Ganze realisieren lässt, aber sie WIRD kommen! (lacht)

So einige Dornenreich-Fans kamen ja mit den letzten beiden Alben nicht so gut zurecht und hätten eigentlich lieber eine Fortsetzung des Stils der „Her von welken Nächten“ gehört. Ich denke, dass es nicht wenige Leser von metalglory.de interessieren dürfte, ob Du ein zukünftiges Dornenreich-Album im „alten“ Stil noch einmal für möglich hältst oder von Vornherein ausschließt.

Nein, ausschließen würde ich das nicht. Ich habe immer und in jedem Entwicklungsabschnitt versucht, mir selber treu zu bleiben. Es hat mir bzw. uns wahnsinnig viel Freude gemacht, die alten Stücke beim Summerbreeze zu spielen und dadurch, dass sich in den letzten Jahren sehr viel verändert hat, kann ich mir für die Zukunft sehr gut vorstellen, dass wir auch noch mal ein Album in „Rock“-Besetzung aufnehmen.

Du hattest eben schon die Entwicklungen angesprochen, die sich ja in vielen Bereichen vollzogen haben: Valnes hat die Band verlassen, der musikalische Stil hat sich gewandelt… War dieser Stilwandel eine bewusste Entscheidung, weil Du festgestellt hast, dass Dich der Metal einfach zu sehr limitiert oder kam diese Entwicklung natürlich aus Dir heraus?

Beides! Ende 2005 war ich für kurze Zeit erstmal alleine übrig… In der Zeit sind schließlich die ersten Ideen für „In Luft geritzt“ entstanden und diese sind dann auch ganz natürlich und recht schnell gewachsen. Als ich dann Inve wiedergetroffen habe, hat sich das sehr rasch und fruchtbar weiter entwickelt. Zunächst war eigentlich nur geplant, dass man ein paar Konzerte zusammen spielt, aber bis zur Prophecy Konzertnacht hatten wir schließlich schon sehr viele Stücke zusammen komponiert und festgestellt, dass wir künstlerisch und menschlich nach wie vor sehr gut harmonieren und dementsprechend schnell ergaben sich konkrete Pläne für "In Luft geritzt".

Es ist also eine Perspektive für die Zukunft?

Ja, auf jeden Fall! Wir bereichern uns gegenseitig sehr, da wir aus verschiedenen musikalischen Richtungen kommen und eine unterschiedliche Herangehensweise haben.
Inve ist klassisch ausgebildeter Geiger und hat auch sehr viel Jazz und Folk gemacht. Ich selber gehe an Musik immer sehr intuitiv heran: Ich nehme mein Instrument und lasse die Sachen einfach entstehen bzw. kommen… zum Glück kommen auch immer welche! (lacht)
Auch persönlich verstehen wir uns sehr gut und Inve ist daher auf vielen Ebenen eine große Bereicherung für Dornenreich. Das merkt man ja daran, dass sich in den letzten zwei Jahren wieder viel getan hat: die Ideen, die wir realisiert haben und die Konzerte, die wir gespielt haben…

Ja, nach “Her von welken Nächten“ eine so lange Pause und dann „Hexenwind“, „Durch den Traum“ und als nächstes „In Luft geritzt“ (VÖ: März 2008). Das geht ja wirklich Schlag auf Schlag! Auch das ist ja immer ein gutes Zeichen für viel Kreativität innerhalb einer Band.

So ist es!

Ich bin der Meinung, dass sich mit Eurem musikalischen Wandel auch ein textlicher Wandel vollzogen hat. Während auf „Her von welken Nächten“ ja noch so einige verzweifelt-aggressive Texte zu finden waren…

(schmunzelnd) Sturm und Drang!

Ja genau! Während die Texte dort also noch der Musik entsprechend aggressiv waren, ist mit den neueren Stücken viel Besinnung und Überlegen in die Texte eingeflossen. Die Kernthemen sind zwar die gleichen geblieben, aber die Herangehensweise hat sich geändert. Würdest Du das so unterschreiben?

Ja klar. Bei Dornenreich war der rote Faden von Anfang an die existentialistischen Themen: Vergänglichkeit, Bewusstsein, Wahrnehmung, Subjektivität, Objektivität – in diesem (Spannungs-)feld bewegt sich das Leben jedes Menschen. Ich habe versucht, über die Jahre authentisch zu vermitteln, wo ich gerade stehe und daher ist für mich persönlich der Wandel gar nicht so groß, weder textlich noch musikalisch. Was mich zum Beispiel am norwegischen Black Metal - über den zeitlosen Kern der Musik hinaus - immer fasziniert hat, ist, dass manche Bands immer sehr unverkrampft an die Instrumentierung herangegangen sind, wie zum Beispiel Ulver, wo die Akustikgitarre gleichberechtigt neben den anderen Instrumenten stand. So kann man sich dem Leben in seiner ganzen Fülle, Tiefe und Gegensätzlichkeit künstlerisch gut annähern, finde ich.
Dornenreichs Musik ist meinem Empfinden nach von Anfang an beseelt gewesen von einer tiefen Sehnsucht und diese Sehnsucht spüren wir mit derselben Leidenschaft wie früher.

Würdest Du dieses Beibehalten der Kernthemen über die Jahre, aber die veränderte Herangehensweise als Reifeprozess beschreiben? Vom Sturm und Drang, wie Du vorhin sagtest, also vom jugendlich-destruktiven zum erwachsen-reflektierten?

Also bei der „Hexenwind“ war es ja so, dass wir das ganze Subjektive sehr stark reduziert haben und versucht haben, der Objektivität des Seins nachzuspüren. Bei „Her von welken Nächten“ hatte man ja noch sehr stark die Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich, während in „Hexenwind“ ein allgemeinerer Zugang über Naturmetaphorik gesucht wurde. Daher haben wir die Musik eben auch bewusst sehr reduziert, was manche Hörer vielleicht nicht so richtig nachvollziehen konnten. Dabei ist es gar nicht einfach, wenn man etwas Komplexes komponiert und dann aber wieder „rückbaut“, um der zu erzeugenden Stimmung mehr Raum zur Entfaltung zu geben. Auch unsere Stimmen setzten wir in "Hexenwind" weit weniger dominant ein als beispielsweise noch in "Her von welken Nächten".

Stellenweise wirkt die Musik mit den vielen Wiederholungen ja schon fast monoton, allerdings entwachsen aus dieser Monotonie auch immer wieder wunderschöne Melodien, die sich dann entfalten...

Ja, genau! Das musikalische Fundament symbolisiert hier den großen Strom des Lebens, mit all seinen Konstanten und die vielen Melodien, die sich immer wieder frei machen, symbolisieren das subjektive Streben, das aus dem Strom heraus drängt, dann aber doch wieder zum Urgrund zurückkehrt.

Eine sehr gute musikalische Umsetzung dieses Konzepts, wie ich finde, was dann aber anscheinend einige Leute nicht verstanden haben...

Ja, es war eben schon ein extremer Schritt, den wir gemacht haben, aber mit „Hexenwind“ in Bezug auf die Instrumentierung direkt an „Her von welken Nächten“ anzuknüpfen, stand nie zur Debatte, denn im letzten Stück von „Her von welken Nächten“ kündigt sich vieles, was in "Hexenwind" sowohl musikalisch als auch textlich tragend ist, an.

Du hattest vorhin schon die Symbolik in Deinen Texten angesprochen und solche Aspekte wie Selbsterkenntnis, Phantasie und Naturverbundenheit. Sind das Aspekte, die für Dich eng miteinander verknüpft sind? Siehst Du diesbezüglich Defizite in unserer heutigen Gesellschaft und möchtest Du dem irgendwie entgegenwirken oder kommt die Musik einfach aus Dir heraus und die anderen Menschen interessieren Dich gar nicht wirklich?

Also ich muss schon gestehen, dass ich Musik in erster Linie für mich selber mache und ich selber damit zufrieden sein möchte, da ich doch sehr viel Zeit, Energie und Leidenschaft in die Musik investiere. Andererseits ist es aber auch schön und richtig, dass es einen Widerhall gibt und die Musik auch für andere Leute eine Rolle spielt - Leute, von denen man eine Rückmeldung bekommt und die Ähnliches empfinden.
Die Naturmetaphorik habe ich gewählt, weil in der Natur und in den Zyklen, die sich Jahr für Jahr vollziehen so viel Weisheit steckt. Man muss sich diese Weisheit nur immer wieder bewusst machen, sich gedanklich frei machen, so dass man wieder ursprünglich wahrzunehmen beginnt. An den Anfang von „Hexenwind“ haben wir auch die zwanzig Sekunden Stille ganz bewusst gesetzt, um zu sensibilisieren und den Hörer zu seiner eigenen Vorstellungskraft zu führen. Wenn dann einige Leute „Hexenwind“ nicht verstehen und kritisieren: „Da schweift man ja ab“ oder ähnliches, dann darf man nicht vergessen, dass das ganz bewusst so gemacht ist, damit der Zuhörer quasi gezwungen ist, zu schauen, wo er sich beim Hören emotional wiederfindet. Naturmetaphorik ist hierbei sehr stimmig, weil sie zeitlos ist.

Eine Art von archaischer Verbindung, die in jedem Menschen ruht?

Genau das! Jeder weiß, wie ein Baum ausschaut - nun ja, zumindest sollte das eigentlich jeder wissen ... (lacht) und jeder verbindet verschieden individuelle Erinnerungen mit all dem, was sich hinter uralten Worten wie Wasser, Erde, Sonne, Mond und Baum versammelt.

Eine letzte Frage noch und dann will ich Dich auch endlich in die Vorbereitungen für den heutigen Abend entlassen, hehe: Ihr habt auf dem Digipak der „Durch den Traum“ als Bonustrack „Ich bin ein Stern“ von Hermann Hesse vertont. Wie kam es dazu? Thematisch sehe ich da ja schon so einige Überschneidungen, wie die angesprochenen existentialistischen Fragen im Werk Dornenreichs aber auch Hesses: Selbsterkenntnis, Bewusstsein, Subjektivität... Liegt da eine Verbindung, die Grundlage für das Entstehen dieses Songs war?

Ja, also ich habe Hermann Hesses Werke natürlich schon sehr lange gekannt und bei dem „Steppenwolf“ zum Beispiel wird mir beim Lesen des Buches oder beim Hören des Hörspiels immer noch ganz anders, weil ich mich da in manchem so sehr wiederfinde - was eigentlich gar nicht schön ist, wenn man bedenkt, wie sehr der Protagonist mit sich ringt.
Ursprünglich bin ich aber gefragt worden, ob ich an einer Hermann Hesse Liedersammlung teilnehmen möchte. Zuerst war ich sehr skeptisch, weil ich Hermann Hesse sehr schätze und ich nichts machen wollte, das dem, was Hesse eigentlich ausdrücken wollte eher abträglich wäre. Nicht, dass er sich noch im Grab umdreht! Als ich mir aber die Musik angehört und den Text dazu gelesen habe, hab ich gemerkt, dass das äußerst gut zusammenpasst und wollte es dann doch unbedingt machen. Im Nachhinein bin ich damit auch immer noch sehr zufrieden.

Hast Du ein Lieblingsbuch von Hesse?

Ich habe nicht alle seine Bücher gelesen, aber ich mag seine Kurzgeschichten sehr gerne. (überlegt kurz) Speziell seine Sprache beeindruckt mich sehr, dass er mit so einfachen Worten und recht luftigem Satzbau unglaublich detaillierte Welten kreiert...
„Narziss und Goldmund“ wäre bei den Büchern wohl mein Favorit.

Eviga, ich danke Dir für das ausführliche Gespräch und die letzten Worte sollen Dir gehören: Irgendwelche skandalösen Offenbarungen für die Zukunft?

(lacht) Nein, eigentlich nicht. Mal schauen, was sich in Zukunft wird realisieren lassen. Man trägt immer jede Menge Ideen mit sich herum, aber was man dann konkret anpacken kann, ist oft eine ganz andere Geschichte...


geführt am 14.11.2007   von Gorlokk
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